de tempore

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Wenn die Ungerechtigkeit die Verursacher selbst trifft

 
… dann erfüllt mich das mit Genugtuung. Daraus mache ich auch gar keinen Hehl. Ich halte das Wahlsystem hier bei uns in Baden-Württemberg für ungerecht, da es die großen Parteien bevorzugt und ein unnötig kompliziertes Gewurschtel von Ausgleichs- und Überhangmandaten vorsieht, die lediglich dazu führen, daß der Landtag unnötig aufgebläht wird.
 
Andererseits führt diese Ungerechtigkeit nun auch dazu, daß der CDU-Direktkandidat für den Kreis Konstanz nach 10 Jahren aus dem Landtag geflogen ist, weil in Konstanz der Kandidat der Grünen die meisten Stimmen erhalten hat und die CDU in zu vielen anderen Wahlkreisen immer noch erfolgreich genug war, um ihre Direktmandate zu erzielen und er somit keine Chance hat, über Ausgleichsmandate doch noch reinzukommen – ich frage mich zwar ernsthaft, wieso die CDU trotz alledem noch so stark abgeschnitten hat, aber das tut jetzt nichts zur Sache.
 
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Guttiloxl Unikill oder der konservative Kavaliersdeliktor

 
Nun, es scheint so, als sei der gemeine Konservative ungemein darauf bedacht, sich bloß nicht selbst an all jene Kriterien von Ehre, Ethik, Moral und Anstand messen zu lassen, mit denen er selber so gerne um sich schmeißt, wenn es darum geht, daß ungenehme und somit unangenehme Persönlichkeiten zum Beispiel alkoholisiert Auto fahren oder sich gar Gewerkschafter mit falschem Parteibuch erdreisten, Porsche zu fahren, ganz zu schweigen vom Pöbel, der handyaufladend, maultaschen- und frikadellenessend oder gar Sperrmüll ergaunernd die ach so hoch dotierte Vertrauensstellung mißbraucht und damit die Unternehmen in den Abgrund der zwangsläufig daraus resultierenden finanziellen Katastrophe schleudert.
 
Na, war das nicht ein unglaublich eloquenter Satz? Tja, so was können auch Nichtadelige, potzblitz! Ich persönlich weiß ja eigentlich gar nicht, was bei einer Doktorarbeit erlaubt ist und was nicht, darum habe ich ein wenig recherchiert und bin natürlich auch durch das Lesen diverser Professorenansichten und Meinungen von Leuten, die es wissen sollten, nun informativ so weit gesättigt, daß auch ich sehr despektierlich sagen kann: so geht’s nun wirklich nicht, Herr von und zu Sinister-Minister.
 
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Von Dschungeldreck und TV-Junkies

 
In nicht einmal einem Jahr werde ich sagen können, daß ich stolz darauf bin, seit 15 Jahren kein Radio mehr zu besitzen und vor 20 Jahren ein für alle mal das Fernsehgerät entsorgt zu haben. Aber nützt es mir etwas? Jain. Die Verblödungsmaschine läuft wohl mehr denn je auf Hochtouren; und da ich als Gesprächspartner – oder besser gesagt: als Smalltalkkumpel – aufgrund des fehlenden TV-Konsums gleich gar nicht geeignet bin, spüre ich eine nicht zu unterschätzende Isolierung.
 
Nicht, daß mich die bewußte Absage an TV-Konsum einsam machen würde. Aber sie führt dazu, daß ich mit all jenen, die ihr bißchen Freizeit vor der heimischen Glotze mit dem audiovisuellen Aufsaugen übelsten TV-Limbos vergeuden, und somit auch ihr Leben, ihren Verstand und ihren kulturellen Restgeschmack einbüßen, keinerlei Text mehr habe. Es ist dies eine kulturell verarmende Nation, ein von Tag zu Tag dümmer und orientierungsloser werdendes Volk, unfähig zu eigenem Denken, eigenem Empfinden und unfähig/unwillig dazu, Dinge zu durchdenken und kritisch zu hinterfragen. Übel für die Demokratie, angenehm für aufstrebende Diktatoren. Und das versetzt mich in innere Aufruhr, obwohl ich das nicht will.
 
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de tempore 2011 - nach der Zeit ist vor der Zeit

 
Meine Auszeit ist zu Ende. In diesem Jahr möchte ich de tempore wieder ein wenig beleben und mit Inhalten füllen. Die längere Abstinenz vom Schreiben im Web war unter den gegebenen Umständen zwar hilfreich und sinnvoll, da ich mir endlich einmal die nötige Zeit nehmen konnte, in Ruhe darüber nachzudenken, ob ich überhaupt noch weitermachen will – und wenn, auf welche Weise.
 
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Abschied nehmen

 
Am Samstag, den 10. April, ist am Morgen zwischen 8 und 10 Uhr der „Chef“ gestorben. Höchstwahrscheinlich im Schlaf. Das Herz verweigerte einfach seinen Dienst. Es war wohl ein friedlicher, ein gnädiger Tod. Als ich ihn fand, lag er beinahe wie immer da, an seinem Lieblingsplatz der letzten Monate, unter meinem Schreibtisch.
 
Ich bin traurig, ich vermisse ihn. Beinahe vier Wochen sind seitdem vergangen und ich war außerstande, irgendetwas zu schreiben über Musik, Film, Literatur und all den anderen Dingen, mit denen ich mich sonst so gern beschäftige. 16 Jahre hat diese Katze mich durch mein Leben begleitet, das sich in diesen Jahren durch drei sehr verschiedene, wichtige Lebensabschnitte gekennzeichnet hat. Drei verschiedene Lebenspartner, drei verschiedene Städte. Aufbruch, Abbruch, Aufbruch, Abbruch, Zusammenbruch und neuer Aufbruch.
 
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Mike Oldfield Boxed 1 - In Dulci Jubilo, On Horseback und Ommadawn

 
Dieser Beitrag markiert den Beginn einer mehrteiligen Reihe von Besprechungen der frühen Musik von Mike Oldfield bis in die Anfänge der 1980er Jahre. Ich bin mit dieser Musik aufgewachsen – oder anders ausgedrückt: diese Mischung aus Instrumental- und Weltmusik eröffnete mir die Welt der Musik jenseits von Pop-Charts-Gedudel und den obligatorischen Drei-Minuten-Häppchen. Um aber keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen bekenne ich mich als früher Fan von bspw. Sweet, Slade, T.Rex, Mud, Suzi Quatro und etwas später Sex Pistols, The Cure, Mike Batt, Toto, Depeche Mode auf der einen, und von u.a. Genesis, Peter Gabriel, Roy Wood und Bob Marley, gefolgt von Kate Bush, The Residents und Bauhaus auf der anderen Seite.
 
Immerhin bin ich ja auch durch eine Single auf Mike Oldfield aufmerksam geworden, da war ich nicht einmal 15 Jahre alt. Warum mich „In Dulci Jubilo“ so beeindruckt hat kann ich heute nicht einmal mehr sagen, die B-Seite jedenfalls: „On Horseback“, hatte es mir genug angetan, um mir irgendwann die LP „Ommadawn“ zulegen zu wollen (ich wußte ja nicht, daß dieses kurze Stück für den Stil der Musik dieser LP nicht gerade die geeignetste Hörprobe darstellt). Natürlich war es alles eine Frage des Geldes, das ich natürlich nicht hatte. Zu der Zeit lagen die Durchschnittspreise für LPs bei etwa 15 bis 20 Mark. Und so verging ein Jahr, eine weitere Single von Mike Oldfield erschien: „Portsmouth“, und schließlich rannte ich in meinen bevorzugten Plattenladen und erstand – „Boxed“.
 
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Schmetterlinge

 
Heute bin ich mal wieder dazu gekommen, ein paar Fotos aufzubereiten, um eine neue Galerie online zu stellen. 19 Aufnahmen von Schmetterlingen (und einer Raupe). Sie flattern alle (außer der Raupe natürlich) im Schmetterlingshaus auf der Insel Mainau umher, und ich habe mich dort letzten Frühling an einem regnerischen Tag aufgehalten. Da drin war es allerdings auch nicht gerade trocken (sehr hohe Luftfeuchtigkeit), aber wenigstens nicht kalt.
 
Hier der Direktlink: Galerie Schmetterlinge
 

Frühlingsbeginn – ein paar unmaßgebliche Gedanken

 
Vielleicht ist es wem aufgefallen, vielleicht auch nicht; seit meinem letzten Beitrag zu Erich Kästner sind rund zwei Wochen ins Land gezogen. Zwei Wochen, in denen ich wenig Zeit hatte und (leider) noch weniger Muße. Zwei Wochen, in denen nahezu sämtliche Jahreszeiten in raschem Wechsel von der Natur noch einmal durchgehechelt wurden – und nun ist Frühlingsanfang und es regnet.
 
Aber das macht nichts, denn an diesem Wochenende kann ich mal wieder durchatmen. Von der fehlenden Muße (zum Schreiben) einmal abgesehen hatte ich natürlich schon Zeit, um über gewisse Dinge nachzudenken. Zum Beispiel über dieses Blog hier. Letztes Jahr hatte ich ja recht konsequent mindestens einmal in der Woche einen Beitrag veröffentlicht, in diesem Jahr ist die Quote geringer. Darüberhinaus ist mir aufgefallen, daß sich die Politik doch noch – auf Umwegen – hineingeschlichen hat (mit Frau Käßmann, dem Afghanistankrieg, sogar mit Erich Kästner, was sich natürlich nicht ganz vermeiden ließ) – für mich Grund, eine Art Notbremse zu ziehen.
 
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Erich Kästner - die kleine Freiheit (Teil 2)

 
Hatte ich in meinem letzten Beitrag zu Erich Kästner den Fokus auf seine Chansons und Prosa der Jahre 1945 bis 1948 gelegt, die im Bändchen „Der tägliche Kram“ zusammengefaßt sind, so möchte ich heute „Die kleine Freiheit“ besprechen, die Chansons und Prosa der Jahre 1949 bis 1952 enthält und die Entstehung und allerersten Jahre der Bundesrepublik dokumentiert – aus der Sicht eines Moralisten natürlich, der seinen Landsleuten den (schon damals) dringend benötigten Spiegel vorhält.
 
Vor nicht allzulanger Zeit haben wir 60 Jahre Grundgesetz gefeiert (na ja, im Groben), in einer Phase, in der unsere Politiker sich als ärgste Feinde eben dieses Grundgesetzes generieren, denn wie sollte es anders zu erklären sein, daß das Bundesverfassungsgericht in schöner Regelmäßigkeit Gesetze einkassiert, weil sie gegen das Grundgesetz verstoßen? Erich Kästners Schriften der frühen Jahre der Bundesrepublik lassen insofern aufmerken, daß es wohl schon von Beginn an Politikersport war, das Grundgesetz auszuhöhlen, kaum daß es verabschiedet war.
 
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Erich Kästner – der tägliche Kram (Teil 1)

 
Heute ist Erich Kästners Geburtstag – würde er noch leben, wäre er heute 111 Jahre alt. In meinem ersten Beitrag über Kästner hatte ich geschrieben, daß ich es sehr bedauerlich finde, daß dieser Autor fast ausschließlich mit Kinderbüchern und seichteren Unterhaltungsromanen in Erinnerung ist und leider weniger mit seinen Gedichten, dem Roman „Fabian“ und den Schriften, die von ihm nach 1945 erschienen sind.
 
Darum möchte ich in zwei Beiträgen auf zwei Bücher aufmerksam machen, die eine Fundgrube für jeden sind, der etwas Verläßliches über die unmittelbare Zeit nach dem Zusammenbruchs des Nationalsozialistischen Deutschlands erfahren will: „Der tägliche Kram – Chansons und Prosa von 1945 – 1948“ und „Die kleine Freiheit – Chansons und Prosa von 1949 – 1952“. Zuvor allerdings gibt es noch einen kurzen Abriß zu Erich Kästners (Über-) Leben von 1933 bis 1945, zum besseren Verständnis.
 
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