Anregung zum Selberdenken
und Aufforderung, der eigenen Wahrnehmung zu trauen. Wer nicht selbst denkt, für den denken andere. Wer nicht selbst denkt, der kann gar nicht sein. Wer nicht selbst denkt, sollte eigentlich gar nicht „ich“ sagen. Wer seiner eigenen Wahrnehmung nicht traut, sollte sich fragen, was mit ihm nicht stimmt. Doch Wahrnehmung setzt eine gewisse Sensibilität voraus und die Fähigkeit, Informationen aufzunehmen, ohne sie sofort zu bewerten. Daher ist Wahrnehmung zuallererst einmal „Schau“. Dieses „Schauen“ kann auch nach innen gerichtet werden, und es beschränkt sich nicht auf die Informationsaufnahme durch die Sinnesorgane. Wenn es überhaupt „Objektivität“ gibt, kann sie hier im „Subjektiven“ ausgeübt werden.
Um nicht falsch verstanden zu werden, möchte ich für sämtliche meiner Beiträge in diesem Blog darauf hinweisen, daß ich mich an einem Grundsatz orientiere, den Egon Friedell einmal wunderbar präzise formuliert hat: „Mein Ziel ist es nicht, recht zu behalten, sondern Gedanken in Bewegung zu setzen.“ Daher sollen meine Artikel auch nur als Anregungen verstanden werden, die niemanden davon freistellen, sich eigene Meinungen zum Gegenstand der Betrachtung zu bilden.
Wer nun meinen Gedankengängen folgen mag, ist herzlich dazu eingeladen. Es sind meine Gedankengänge, und ich erhebe keinerlei Anspruch auf Richtigkeit meiner Sichtweise. Aber ich fange jetzt einfach mal an. Meiner Meinung nach spricht Immanuel Kant nämlich auch von nichts anderem als Denken und Wahrnehmung und sich daraus ableitendem Handeln, wenn er Begriffe wie Wissen „a priori“ und „a posteriori“ benutzt. Ersteres sind Erkenntnisse, die aus einem selbst ins Licht des Bewußtseins steigen, zweiteres sind Erkentnisse, die mensch sich erarbeitet hat durch Wahrnehmung und Betrachtung, die zu einer Art Teilhabe führen, die ich Empathie nennen möchte.
Selberdenken führt beinahe zwangsläufig zur Empathie
Anders ausgedrückt, spricht bereits Kant von Informationsaufnahme, Informationsverarbeitung, Informationsbewertung und dem Scheinwiderspruch von Intellekt und Intuition. Wenn ihm vorgeworfen wird, er hätte die Metaphysik (womit in der Regel die Religion gemeint ist, das Spirituelle) durch die Hintertür wieder in die Philosophie gebracht, die ja dank der rationalen Aufklärung bereits verbannt schien, so mag das stimmen oder nicht. In jedem Fall hat Kant mit seinem Beharren auf Verbindung von Informationsverarbeitung und –benutzung mit moralisch-ethischen Verpflichtungen zunächst wieder Herzblut (im Sinne einer Absage an den „reinen“ Intellekt) in die Geisteswissenschaft gebracht.
Ähnliche Gedanken wie die von Kant finde ich auch bei Gautama Buddha, John C. Lilly, Platon. Wenn Platon davon spricht, daß der Mensch ein „vernunftbegabtes Wesen“ sei, verstehe ich darunter nicht allein den „Verstand“, sondern Intellekt gepaart mit Herz. Bindemitglieder sind für mich u.a. Carl Gustav Jung, Timothy Leary und auch Aleister Crowley. Das mag sich nun seltsam anhören, doch das damit zu tun, daß meist zu vordergründig über die Gedanken, Ideen und Motivationen dieser Menschen geurteilt wird. Um nur einige wenige Beispiele zu nennen: Wenn Platon sagt, „Lernen heißt Erinnern“ und der Buddhismus davon spricht, daß der Mensch „nichts denken kann, was nicht in der Welt bereits existiert, allein, weil er es denken kann“, dann entdecke ich darin Kants Auffassung des „a priori“ wieder.
Wenn C.G. Jung beharrlich darauf verweist, daß das Unbewußte bewußtbar gemacht werden muß (durch Deutung von Träumen, durch die Auseinandersetzung mit Märchen und Mythen, durch Meditation, durch geistiges Reisen), was für ihn eine Grundvoraussetzung ist, um sich mit dem Unbewußten überhaupt beschäftigen zu können – da dies eben leider nur indirekt (durch Übersetzung von Symbolen in Sprache) möglich ist, dann sind dies lediglich Beschreibungen von Aktivitäten (mensch könnte auch sagen: Training), die es wahrscheinlicher werden lassen, daß Erkenntnisse „a priori“ im „mind“ aufblitzen, die verwertet werden können. John C. Lilly nennt diese Erfahrungen „Offenbarungen“ und bedauert (wie ich im Beitrag „John C. Lilly und die Delphine“ bereits beschrieben habe), daß die Wissenschaft diesen „Offenbarungen“ keinerlei Beachtung zuteil werden läßt, ja, diese sogar bei der Forschung absichtlich nicht berücksichtigt.
Wenn es keinen Gott gibt, müssen wir uns eben einen erfinden
Natürlich ließe sich nun trefflich darüber streiten, ob diese „Offenbarungen“, „Erkenntnisse a priori“, „Bewußtwerdung unbewußter Inhalte“ ursprünglich doch einmal von außen eingespeist wurden, oder aus sich heraus existieren, ob sie einfach nur in Raum und Zeit angezapft werden oder einem Gott entstammen – ich finde das aber im Zusammenhang mit meiner Anregung völlig irrelevant. Timothy Leary hat dazu ebenfalls mal einen schönen Ausspruch getan: „Ich weiß nicht, ob es einen Gott gibt. Wenn es jedoch keinen gibt, dann müssen wir uns eben einen erfinden.“
So überlasse ich es gerne den „Rationalisten“ unter uns, weiter auf Menschen wie Lilly, Leary und C.G. Jung herumzuprügeln, da sie für die „befreite“ Wissenschaft einen Rückschritt darstellen und bedrohlich sind. Mir jedenfalls haben ihre Gedanken, die über den Tellerrand und dem, was „erlaubt“ ist und was nicht, sehr dabei geholfen, zu dem zu werden, der ich bin. Der cartesianische Satz: „Ich denke, also bin ich“ gilt für mich eben nicht. Denn Denken ohne Wahrnehmung, die Bevorzugung des Intellekts (oder der „reinen Vernunft“, wie Kant dies zu nennen pflegt, wobei er mit der „reinen Vernunft“ m.E. den Verstand meint), die damit verbundene Erhebung über nicht-menschliches Leben, lehne ich ab.
Leider habe ich immer wieder die Erfahrung machen müssen, daß es gar nicht mal so viele Menschen gibt, die selbständig genug denken, um überhaupt für sich in Anspruch nehmen zu können, „Ich“ sagen zu dürfen. Wenn ich eingangs schrieb, daß mensch sich es einfach mal öfter zugestehen sollte, der eigenen Wahrnehmung zu trauen und selber zu denken (also auch „originär“ zu denken), dann setzt dies etwas Unabdingbares voraus: Bewußtheit. Wenn das Bewußtsein das Sein bestimmt, dann bestimmt sicherlich die Bewußtheit das Bewußtsein.
Ohne Auseinandersetzung mit sich und der Umwelt kann es jedoch Bewußtheit nicht geben. Denn allein durch Bewußtheit ist es mir überhaupt möglich, verschiedene Bewußtseinszustände als gleichwertig anzuerkennen, dazu ist es natürlich sehr hilfreich, andere Bewußtseinszustände als den üblichen „Alltagsmind“ bereits selbst erfahren zu haben. Andererseits nutzt mir das Wechseln zwischen Bewußtseinszuständen herzlich wenig, wenn mir die Bewußtheit fehlt, überhaupt damit etwas anfangen zu können.
Wenn mich jedoch z.B. Meditation (beim Zen-Sitzen, bei der Kundalini, bei Eutonie und anderen Übungen geschieht dies fürher oder später) in andere Bewußtseinszustände versetzt, dann kann ich mit ihnen agieren, da ich im Grunde durch die zuvor geleistete Arbeit auf dem Weg dorthin vorbereitet wurde. Unvorbereitete Beschleunigung allerdings, wie sie z.B. durch Einnahme von Drogen bewirkt wird, bringt in der Regel gar nichts unter diesem Aspekt.Der Geist hat sein eigenes Tempo. Da gibt es keine Abkürzungen und Beschleunigungen. Und das ist auch gut so.
Bewußtheit führt zu Sinnhaftigkeit
Bewußtheit – Bewußtsein – Wahrnehmung – Denken – Intuition bedingen einander und ergänzen sich in idealer Weise. Die „Anschauung“, also urteilsfreie Betrachtung, trägt ein Übriges dazu bei, um den Grad an Unabhängigkeit beim Denken zu erhöhen. Und je unabhängiger mein Denken wird, desto eher kann ich von Selberdenken sprechen. Wer das betreibt, sich selber (ver)traut, der befreit sich selbst bereits ein gutes Stück von „der Schere im Kopf“ und lehnt Denkverbote – gleich welcher Art – ab.
Wer so denkt, kann genaugenommen gar nicht rechthaberisch sein, da er um die Subjektivität der Gedanken, Positionen, Einstellungen aufgrund von Lebenserfahrungen usw. weiß. Dies kann zu größerer Toleranz führen, muß es aber nicht, da mensch viel rascher begreift, wie oft einfach nur eine Art Denkfaulheit vorherrscht, die unhinterfragt Positionen und Denkmuster anderer (meist irgendwelcher sogenannter „Experten“, „Spezialisten“, „Vordenker“) übernimmt und weiterverbreitet.
In jedem Fall jedoch führt Selberdenken dazu, althergebrachte Regeln, Glaubensgrundsätze, Paradigmen, Normen u.ä. zu hinterfragen. Hinterfragen heißt nicht zwangsläufig verwerfen, und daher ist es gut so, wenn mensch sich von Dogmen und Tabus nicht ins Bockshorn jagen und sich hindern läßt, selbständig zu denken. Denn wer nur in den genormten Bahnen denkt, der ent-wickelt sich nicht und kann davon ausgehen, daß er von anderen gelenkt wird. Ob er es nun merkt oder nicht.
Denkfaulheit führt zur Erstarrung
Wenn ich nun also Namen wie Lilly, Leary, Jung, Buddha, Platon, Kant (Crowley ist ein Sonderfall, sozusagen die Kehrseite der Medaille – C.G. Jungs personifizierter „Schatten“) in einem Atemzug nenne, dann deshalb, weil all diesen Menschen gleich ist, daß sie nicht zum „Guru“ taugen. Denn sie fordern keinen Gehorsam ein, sie behaupten auch nicht, ein allein seligmachendes Konzept zu besitzen, sie entwerfen kein Regelwerk, sondern weisen allenfalls auf Gesetzmäßigkeiten hin und ziehen daraus ihre Schlüsse, die durchaus in Empfehlungen und Maxime münden können, die mehr oder weniger resolut vertreten werden.
Wer daraus ein starres System macht oder daraus „Befehlsformen“ ableitet, der hat die Intention dieser Menschen einfach nicht verstanden. Der sollte sich dann tatsächlich einen Guru suchen, der ihm das Selberdenken abnimmt. Die Dynamik des Denkens kann nicht in die Statik ausgearbeiteten Regelwerks gepreßt werden, denn dann verkümmert das Denken.
Nobody is perfect, was nichts anderes heißt, als daß eine permanente Erweiterung – auch und besonders die des eigenen geistigen Horizonts – nötig und unabdingbar ist, um zu einem wirklich freidenkenden Menschen zu werden. Bemerkenswerterweise sind solche Menschen meist eher altruistisch ausgerichtet als egoistisch. Was diese Menschen zudem auszeichnet, ist ihr ungebrochener Wille, zu forschen und „über den Rand des Denkbaren hinauszudenken“, um es mal überspitzt zu formulieren.
…wird fortgesetzt…


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Freitag, 13. März 2009 um 15:00
[...] ist die Fortsetzung des ersten Beitrags „Anregung zum Selberdenken“. Nur kurz und sehr gerafft noch einmal zusammengefaßt ging es im ersten Beitrag darum, [...]
Dienstag, 14. April 2009 um 11:42
Zu den Erkenntnissen a priori: diese sind bei Kant - jedenfalls verstehe ich ihn so - keinesweges “Erkenntnisse, die aus einem selbst ins Licht des Bewußtseins steigen”, sonder ldiglich die formalen Bedingungen, dafuer ueberhaupt weitere Erkenntnisse (a posteriori) machen zu koennen.
Vor jeder Erfahrung (a priori) muss es bereits einen “Rahmen” (oder ein “Feld”) geben, in dem diese Erfahrungen (a posteriori) gemacht werden koennen. Dieser Rahmen besteht bei Kant (was die “reine” [theoretische]Vernunft angeht aus den Begriffen die er in seiner beruehmt-beruechtigten Kategorientafel, geordnet nach aufzaehlt. (Grund-)Begriffe der Qualitaet, Quantitaet, Modalitaet und Relation., vor allem aber Raum, Zeit und Kausalitaet, ohne die sich diese Kategorien gar nicht entfalten koennten. “A priori” sind also nicht diese oder jene besonderen Anschauungen oder Erfahrungen, sondern nur die allgemeinen Bedingungen aller (besonderen) Anschauungen und Erfahrungen ueberhaupt (Nicht dieser oder jener bestimmte Raum, sondern (abstrakter) “Raum” schlechthin). Wir koennen einen bestimmten Gegenstand nur anschauen, weil wir diesem bereits die Formen der “reinen Anschauung” zu Grunde legen und was sich diesen Formen nicht fuegt (nicht in Raum, Zeit, Kausalitaet zu fassen ist), bleibt dem “vernuenftigen” Zugang verschlossen, ist frei nach Wittgenstein eben das “worueber man nicht (deutlich) sprechen kann”.
Das bemerkenswerte an Kant ist, dass er eigentlich nicht lehrt, dass wir unserer Wahrnehmung (”blin”) vertrauen koennten, sondern im Gegenteil, dass wir ihr eben nicht oder nur begrenzt vertrauen koennen (Schopenhauer spitzt das noch zu).
Kurz gefasst: Wir nehmen die Welt nicht so wahr, wie sie ist, sondern die Welt “ist” so (besser: scheint so zu sein), wie wir sie wahrnehmen (koennen). Alles was sich nicht in den Kategorien unserer Vernunft fassen laesst bleibt dieser ein grosses “X” (”Ding an sich”). Das ist dann auch die eigentliche “Leistung” Kants: dadurch dass er die Grenzen der reinen (theorteischen) Vernunft aufzeigt, verweist er auf ein “Jenseits” dieser Grenzen (ein “Mehr”). Die Welt wird zu “Anschauung plus X”.
Arthur Schopenhauer versuchte dieses X spaeter naeher zu bestimmen (obwohl es sich ja eigentlich jeder “Bestimmung” [Kategorisierung!] entzieht und entwarf - sich auf Kant stuetzend - “die Welt als Wille und Vorstellung”. Ich erwaehne Schopenhauer hier, weil bei ihm in weitaus staerkerem Masse als bei Kant die Intuition zum Zuge kommt. Wo Kant ein ewig unzugangliches X postulierte, ein grosses Loch, das er notduerftig mit den Vernunftideen “Gott, Freiheit und Unsterblichkeit” flickte (die Vernunft “sagt” uns, dass es diese Ideen [eigentlich: "wider alle Vernunft"] geben muesse, obgleich der Schein der “wirklichen Welt” dagegen spricht), folgert Schopenhauer, dass zumindest das “an sich” der Welt soweit wir dieses auch selbst sind (und sein muessen) zugaenglich sein muesse, wenn nicht durch Verstand und Vernunft so doch wenigstens “intuitiv”. Allerdings gilt auch hier: die intuitive Erfahrung ist und bleibt etwas, “worueber man nicht (wirklich) sprechen, worauf man nur hindeuten kann …”. Intuitive Erfahrungen, bzw Erkenntnisse sind solche, die eben nicht am Leitfaden der Vernunft gemacht werden, aber durch sie zur Reflexion gebracht und “Ausgewertet” werden koennen.
Uebrigens: wenn Du schreibst “wobei er mit der „reinen Vernunft“ m.E. den Verstand meint)”, solltest Du den Leser vielleicht noch wissen lassen, wie Du Vernunft und Verstand auffasst bzw. unterscheidest. Eine eindeutige, allgemein akzeptierte Definition dieser beiden Groessen fehlt ja nach wie vor, bzw. versteht so ziemlich jeder Denker etwas anderes unter diesen Begriffen. Kant “das Vermoegen der Ideen (Gott, Freiheit, Unsterblichkeit), Hegel” das Vermoegen zum “Absoluten”, Schopenhauer das Vermoegen abstrakte Vorstellungen zu bilden usw. usf.
Mir persoenlich sagt die Schopenhauersche Unterscheidung uebrigens am meisten zu, da sie (unausgesprochen) Vernunft und Verstand die Intuition als dritte (gleichberechtigte) Groesse an die Seite stellt.
Donnerstag, 21. Mai 2009 um 13:10
@ Roger: ‘tschuldige die späte Antwort, aber da wollte ich mich ersteinmal reinlesen und kundig machen…; Ich fange mal mit dem Ende an: Für mich sind u.a. Intuition und Verstand Bestandteile der Vernunft. Ich richte mich da an Plato aus, so wie ich ihn verstehe: vernunftbegabtes Wesen meint für mich, daß der Mensch in der lage ist, sich selbst zu erkennen, sich selbst und seine Handlungen zu reflektieren, das ist natürlich bei Analyse, Anamnese usw. eine gedankliche Tätigkeit, doch sollten auch die Gefühle, Emotionen, all da, was einen bewegt und beeinflußt, auch das Hinterfragen von Sinneseindrücken und deren Verarbeitung usw., ebenfalls mit einfließen.
Darum habe ich auch die drei Teile gewählt: Denken - Wahrnehmen - Intuition (sozusagen die innere Wahrnehmung ohne Gebrauch der Sinne (Auge, Ohr, Nase, Haut, Tastsinn), alles das zusammen würde ich dann als Vernunft bezeichnen, wenn ich bei diesem Sprachgebrauch bleibe.
Nun, was Kant betrifft, muß ich dir recht geben. Natürlich meint er es wohl nicht so, wie ich es meine. Kant neigt ja ohnehin dazu, mehr den formalen Rahmen vorzugeben, den mensch dann selbst mit Inhalten füllen muß. Aber ich habe halt so viel Unsinn lesen müssen bisher, gerade in Bezug auf Kant, daß ich etwas dagegensetzen muß! Zumindest, was die Kritik der “Vernunft” betrifft. Kant kann da nur den Verstand meinen, da er ja zugleich darauf hinweist, daß das “reine” Denken eben an einem gewissen Punkt seine Grenzen erfährt, die es auch nicht überschreiten kann, und ab diesem Punkt kann das “Denken” eben keine Erkenntnisgewinne mehr gewinnen. Andererseits hat Kant natürlich selbst keine wirklichen Ideen für Lösungen des Problems, will aber andererseits auch nicht zugeben, daß dies bedeutet, daß ein letzter Erkenntnisgewinn gar nicht möglich ist (er war halt immer noch ein Aufklärer ;-)).
Ich finde es auch nicht tragisch, wenn mensch sich nicht in allem einig ist, vieles ist Auslegungssache, und ich versuche ja auch das wiederzugeben, was ich selbst so an Gedanken und Erkenntnissen gewonnen habe im Laufe meines Lebens und der Auseinandersetzung mit Fragen und Problemen (philosophischer und praktischer Natur). Da erhebe ich auch keinen Anspruch auf Wahrheit - die Philosophie kann Wahrheiten suchen, sollte aber stets zweifeln, weil nur durch die Skepsis die Suche weiter fortgeführt werden kann. Wer meint, Wahrheiten zu haben, sucht nämlich nicht mehr, und das ist fatal in meinen Augen. Aber zur Anregungen, mal selbst sich an etwas ranzutrauen, muß ich auch mal das Wagnis eingehen, zu polarisieren, oder Thesen aufzustellen, die nicht jedem gefallen, oder eben auch mal eine andere Sichtweise zur Disposition zu stellen, weil sich auch da der “mind” öffnet. Das ist mir das Wichstigste.
Freitag, 3. Februar 2012 um 16:11
Hallo,
leider ist Kurt Dutz a. k. a. Roger Beathacker im Dezember 2009 verstorben:
http://www.drummerforum.de/for.....-2009.html
Mit freundlichen Grüßen
Fritz
Freitag, 3. Februar 2012 um 19:09
Ja ich weiß - ich habe mich auch so mal ab und zu mit ihm ausgetauscht.