Kalendarisch ist ja der Frühling bereits bei uns eingezogen, auch wenn in Konstanz erst vor zwei Tagen noch Schnee fiel und zumindest einige Stunden lang nicht schmolz. Trotz dieser „Widrigkeiten“ (die Natur hält sich glücklicherweise selten an menschlich vorgegebene Weisungen) halte ich wiederum an meiner ursprünglichen Absicht fest, zumindest in diesem Blog den Frühling einziehen zu lassen: mit einem selbst komponierten und arrangierten Musikstück.
Flussfahrt ist eine Komposition von etwas über 11 Minuten Länge. Es ist ein meditativ angelegtes Instrumentalstück, von der Grundstruktur bewußt einfach gehalten. Der rhythmische Fluss trägt das Stück, während nach verschiedenen Vogelstimmen im Verlauf der Flussfahrt schwer definierbare, im Sinne des Wortes herumgeisternde, nicht menschliche Chor-Stimmen unterstützende Melodielinien zutragen (vom Winde herbeigeweht).
Es sind sirenenartige Gesänge, vielleicht Nymphen oder Sylphen, ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Jedenfalls begleiten sie die Flussfahrt wohlwollend. Und das ist schließlich die Hauptsache…
Ich habe dieses Stück vor rund 20 Jahren mit recht einfachen Mitteln und sehr rudimentärer Technik eingespielt. Die Nachbearbeitung und Neuabmischung im Zuge der Digitalisierung vor nicht allzu langer Zeit hat mir aber fast ebensoviel Freude bereitet wie seinerzeit die Einspielung selbst. Dazu habe ich noch eine kleine Dokumentation verfaßt. Wer darüber mehr wissen mag, kann den Verborgenen Text aufklappen. Wen solche technischen Details jedoch nicht interessieren, überspringe nun einfach den nachfolgenden Button.
Kurze technische DokumentationAufnahme-Technik: Yamaha-4-Spur-Cassettendeck (MT1X), einfaches 4-Kanal-Mischpult
Instrumente: Yamaha PS 55 Portasound/Portatone Keyboard (1983), Casio SK 1 (1985), sowie Vogelstimmen vom Tape, Live-Einspielungen ohne Midi/Sequenzer
Das PS 55 verfügt über Arpeggio-, Bass-Akkord- und Rhythmus-Begleitung, die ich für die Basisline benutzt habe, in dem ich einen der Grundrhythmen (Drumvolume auf 0) auf schnellstes Tempo eingestellt habe, um den „Wasserplätscher/Gurgel-Effekt“ zu simulieren, der das Stück exemplarisch trägt. Da bei Akkordwechseln die „Umsprünge“ taktbedingt mit Zeitverzögerung reagierten entstand genau der Effekt, den ich erzielen wollte (darauf war ich zuvor eher zufällig gestoßen).
Das Wasserplätschern am Anfang und Ende des Stücks ist ein Sampling von Wasser, das aus dem Wasserhahn meiner Spüle floß, aufgenommen mit der 8Bit-Samplingfunktion des Casio SK 1 (Samplingrate 9,38khz) und vierstimmig abgespielt (mit Tastenwechsel, um es echter wirken zu lassen). Auch die „Sirenengesänge“ entspringen dem Casio SK 1 (der werkseigene Human Voice-Sound). Durch die Portamento-Einstellung konnte ich den Glide-Effekt erzielen, ohne den das Ganze nicht wirken würde (da polyphon nur 4 Stimmen zugleich möglich waren war es gar nicht mal schwer, durch das Anschlagen von mehr Tasten das Gliding zu erzwingen und zu steuern), quasi ein „vorgetäuschtes“ Bending.
That’s it! Und da soll noch einer sagen, das SK 1 klänge grauselig.
Bei der Neuabmischung hatte ich ein besseres 4-Spur-Gerät zur Verfügung, ein besseres Mischpult, zusätzliche Geräte wie Gate/Compressor/Limiter, Noisereduction und Effects (Enhancer, Hall, Ultrafex) sowie Harddiskrecording – so daß ich klanglich noch einiges optimieren konnte.
Flussfahrt – eine meditative Reise, 11:15 Min., MP3, 160kb
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am Donnerstag, 26. März 2009 und wurde abgelegt unter "Musik". Sie können die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0.
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Sonntag, 21. März 2010 um 13:20
[...] im Gegenzug verspreche ich, sie dafür mit inhaltlichem Mehrwert auszustatten. Ich wünsche allen einen wundervollen ersten kalendarischen Frühlingstag. [...]