de tempore

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Archiv: August 2009

Zwischen den Kriegen – Eine Kurzgeschichte zum Antikriegstag

 
Übermorgen, am 1. September, ist wieder Antikriegstag. 1957 vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) ins Leben gerufen, um an den Überfall der Deutschen Wehrmacht auf Polen zu erinnern, der den 2. Weltkrieg zur Folge hatte, entwickelte sich der Antikriegstag im Laufe der Zeit mehr und mehr in Richtung Weltfriedenstag, auf dem gegen sämtliche Kriege Stellung bezogen wurde und wird, auch gegen aktuelle Kampfeinsätze.
 
Eine Weile sah es so aus, als brauchte die Menschheit sich keine Sorgen mehr zu machen wegen eines 3. – womöglich auch noch atomaren – Weltkrieges; doch das hat sich wieder geändert. Angesichts der Unfähigkeit der Politik, Konflikte friedlich zu lösen, ist das Szenario eines Krieges mit Atomwaffen nicht mehr zur Gänze auszuschließen. Mir drängt sich da die Frage auf, wie weit es eigentlich tatsächlich her ist mit dem sogenannten geistigen und kulturellen Fortschritt unserer Spezies.
 
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“Do the Reggay” - Bob Marley in Serbien

 
Auf den Tag genau vor einem Jahr, am 23. August 2008, wurde in einem kleinen Ort in Serbien namens Banatski Sokolac eine Bob Marley Statue vor der örtlichen Grundschule aufgestellt. Dies ist das erste Denkmal für den weltweit bekannten Reggae-Musiker in Europa. Mehrere tausend Menschen feierten das Ereignis unter den Klängen serbischer und jamaikanischer Reggae-Bands. Ich schrieb seinerzeit darüber einen kurzen Beitrag in einem regionalen Magazin, den ich für informativ genug halte, um ihn heute bei de tempore erneut zu publizieren, allerdings in erweiterter Form.
 
Denn ich möchte diese Gelegenheit auch dafür nutzen, auf das aktuelle Festival in diesem winzigen Ort im Nordosten Serbiens, etwa 70 Kilometer von Belgrad entfernt, hinzuweisen, das am nächsten Samstag eröffnet wird, dem 29. August. Auch wenn das diesjährige Thema der Veranstaltung die rapide und scheinbar unaufhaltsame weltweite Umweltzerstörung ist, verbunden mit dem Aufruf, sich vehementer für den Schutz der Umwelt einzusetzen, wird sicherlich auch der Jahrestag der Enthüllung des Bob Marley Denkmals gefeiert.
 
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Egon Friedell - alle Taten des Geistes sind Philosophie

 
Lag der Schwerpunkt zu Egon Friedell in meinem ersten Beitrag noch auf dem Kabarettisten, Schauspieler, Cafehausbesucher und „munteren Seifensieder“ (Karl Kraus), so widmet sich der heutige Beitrag dem „ernsteren“ Friedell, der nach dem Weltkriege – auch aus gesundheitlichen Gründen – gesellschaftlich und beruflich kürzer trat, um sich nunmehr seiner eigentlichen Passion hinzugeben: eines umfangreichen kulturhistorischen und -philosophischen Essays, um die „Kulturgeschichte der Neuzeit“ auf atemberaubende Weise neu zu deuten und kritisch zu hinterfragen.
 
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Egon Friedell - Kultur ist Reichtum an Problemen

 
Dies ist der Titel eines kleinen Hardcover-Büchleins des Haffmans-Verlags aus dem Jahr 1989. Es ist zugleich das erste Buch mit Texten von Friedell, das ich in die Hände bekommen habe. Bis dato hatte ich zwar hier und da von Egon Friedell gehört, doch was ich über ihn wußte, war sehr spärlich. Ich hielt ihn für einen Aphoristen und einen literarisch angehauchten Kabarettisten von etwas besserer Qualität als viele seiner Kollegen.
 
Es ist nicht so, daß das nicht stimmen würde, aber es ist eben auch nur ein Bruchteil dessen, was Friedells wirkliche Qualitäten betrifft. Denn – wie ich nun seit Jahren weiß – dieser Mann ist einer der intelligentesten und unkonventionellsten Denker, Philosophen und Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Und er zählt zu jenen, die es eigentlich aufgrund der Wissensexplosion in den Wissenschaften nach Leibnitz gar nicht mehr hätte geben dürfen: zu den Universalgelehrten.
 
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Blade Runner – Erstveröffentlichung vs. Ridley Scott’s Director’s Cut

 
Im vorherigen Beitrag ging es noch hauptsächlich um die Romanvorlage des Films: Träumen Roboter von elektrischen Schafen? von Philip K. Dick. Heute geht es um die Geschichte zur Verfilmung, um die zwei verschiedenen Fassungen und um die Frage, warum Blade Runner in der Tat zu den besten Science Fiction Filmen gehört, die je über die Leinwand geflimmert sind – und damit ist ausdrücklich der Director’s Cut gemeint.
 
Doch da dieser erst ein knappes Jahrzehnt nach der Veröffentlichung der - durch die Produzenten angeordneten - verstümmelten Fassung von 1982 erschien, gehe ich natürlich zunächst auf diese erste Veröffentlichung ein; denn anhand der Irritationen, die die 1982er-Version bei so manchem Kinogänger ausgelöst hat, läßt sich besonders gut darstellen, warum der 1991 erschienene Director’s Cut (also die Originalversion) so genial ist.
 
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