Das Jahr nähert sich dem Ende, und in den letzten beiden Monaten werden sich meine Beiträge um den Komplex Leben, Tod und Wiedergeburt drehen. Dabei orientiere ich mich bewußt an den kirchlichen Feiertagen, auch wenn ich selbst nicht konfessionell gebunden bin und mich nicht als gläubig im herkömmlichen christlichen Sinne bezeichnen möchte. Über den Sinn von Religion und damit verbundene Glaubensfragen ließe sich natürlich trefflich streiten – doch dies möchte ich im November und Dezember nicht tun.
Denn genau in diesen Tagen endet der Zyklus des Kirchenjahrs und ein neuer Zyklus beginnt. Bemerkenswerterweise gibt es hier innerhalb der christlichen Traditionen zwischen der römisch-katholischen und der lutherisch-evangelischen Kirche durchaus Unterschiede, was die Bedeutung bestimmter Feiertage betrifft. So sind die beiden kommenden Festtage direkt am Anfang des Monats November: Allerheiligen und Allerseelen, katholische Feiertage, während die Protestanten am 22. November den Totensonntag sozusagen als Gegenentwurf installiert haben.
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Wie im vorherigen Beitrag versprochen gibt es heute Original-Lesestoff aus den von Lessing 1759 veröffentlichten „Fabeln. Drei Bücher. Nebst Abhandlungen mit dieser Dichtungsart verwandten Inhalts“. Den Anfang macht die erste Fabel des ersten Buches, die auch sehr gut als Prolog verstanden werden kann und auf symphatische Weise leicht selbstironisch daherkommt. Die zweite Fabel ist „Die Geschichte des alten Wolfs in 7 Fabeln“ aus dem dritten Buch, die etwas länger ist und zu meinen Lieblingsfabeln zählt.
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Der am 22. Januar 1729 geborene Gotthold Ephraim Lessing zählt zu den wenigen aufklärerischen Philosophen und Schriftstellern in Deutschland, die meiner Ansicht nach tatsächlich auch heute noch lesenswert sind. Am Bekanntesten dürfte wohl das 1779 erschienene „Nathan der Weise. Ein dramatisches Gedicht“ sein, das seine Uraufführung allerdings erst 1783, zwei Jahre nach Lessings Tod, erlebte.
Lessing gilt als Reformer und Neuerer. Diesen Ruf genießt er zurecht, da er mit „Miß Sara Sampson“ 1755 das erste deutsche bürgerliche Trauerspiel publizierte, das im gleichen Jahr auch seine Erstaufführung hatte. Bis dahin waren Hauptrollen in der Tragödie den Königen und Kaisern, sowie den Märtyrern und Heiligen, vorbehalten worden. Bürgerlichen Protagonisten hingegen wurden lediglich Lustspiele zugebilligt.
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Vor knapp zwei Wochen war der kalendarische Herbstbeginn, nach einem Sommer, der seinen Namen endlich einmal wieder verdiente. Die Ernten sind eingefahren; Hagelstürme im Frühjahr haben in unserer Region etliche Rebstöcke zerstört, so daß unsere Spital-Kellerei in Konstanz z.B. tatsächlich auf „Fremdweine“ angewiesen ist, um dieses Jahr überhaupt Wein anbieten zu können; auch die Landwirte im Umkreis haben es nicht einfach gehabt. Die Tage werden kürzer, die Nächte länger; der erste Rauhreif liegt auf den Wiesen, und bald wird der für Konstanz so typische Nebel kommen.
Alles in allem eine Zeit, die für Rückzug steht, für Innehalten. Außerdem sind heute der „Welttag der geistigen Gesundheit“ und „Internationaler Tag der seelischen Gesundheit“. Was liegt für mich also näher, als dazu meinen kleinen, bescheidenen Beitrag zu leisten; dies möchte ich tun, indem ich eine handvoll Herbstgedichte und ein Musikstück präsentiere.
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Tintagel, die legendäre Burg in Cornwall, seit Tennyson Geburtsstätte von König Arthur, hat von jeher die Phantasie jener Künstler beflügelt, die einen Sinn für Romantik besitzen und sich den Glauben an die Kräfte der Mystik und des Mythos erhalten haben. Zwei Werke solcher Künstler möchte ich heute vorstellen und empfehlen. Sie könnten verschiedener nicht sein, trotz des gleichen Titels.
Das eine ist eine symphonische Dichtung des britischen Komponisten Arnold Bax, das andere ein Science Fiction Roman des amerikanischen Autors Paul Cook. Beide haben an der Vollendung ihres Werks rund drei Jahre gearbeitet. Und wenn vom Komponisten Arnold Bax der Ausspruch überliefert ist, daß ihm die ganze Musikgeschichte nicht das wert sei, was das Werk Yeat’s ihm gebe, so verhält es sich bei Paul Cook genau entgegengesetzt, dem ohne die Werke der modernen klassischen Musik sein Roman undenkbar erscheint.
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