Nachdem im November den kirchlichen und weltlichen Feiertagen Tribut gezollt wurde mit entsprechenden musikalischen Empfehlungen, beginnt heute mit dem 1. Advent ein neuer Zyklus, der den Anfang des neuen Kirchenjahrs markiert. Anläßlich des – salopp formuliert - Countdowns zum Weihnachtsfest werde ich an jedem Adventssonntag ein bestimmtes musikalisches Werk der „E-Musik“ empfehlen, das von geistiger Tiefe und einer Art eigenen Ruhe und Geschlossenheit geprägt ist, um Raum zu schaffen für Empathie und Gedenken.
Den Anfang setze ich mit Howard Harold Hanson, einem amerikanischen Komponisten, der sich sehr verdient gemacht hat um die Förderung des Komponistennachwuchses im amerikanischen Raum. Ich werde heute seine Sinfonie Nr. 2, die „Romantische“, besprechen, die vielen Menschen sicher zumindest auszugsweise bekannt sein dürfte, da eines der Motive dieser Sinfonie in der Schlußsequenz des SF-Films „Alien“ (1979) benutzt wurde.
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Der Totensonntag – das protestantische Gegenstück des katholischen Allerseelen – ist zugleich der letzte Sonntag im evangelischen (wie auch im katholischen) Kirchenjahr, bevor mit den 4 Adventssonntagen der neue Zyklus eingeläutet wird. Seinen Ursprung hat der Totensonntag im 15. Jh., da die Reformatoren es ablehnten, das katholische Allerseelen in ihren Festtagskalender aufzunehmen und sich abgrenzen wollten von dem Ihrer Ansicht nach „unerwünschten Gräber- und Totenkult“.
Und so waren Totengedenktage in vielen deutschen evangelischen Gemeinden bis ins frühe 19. Jh. hinein ein Tabuthema, bis im Jahre 1816 der preußische König Friedrich Wilhelm III. den letzten Sonntag im Kirchenjahr zum nationalen Gedenktag für die Gefallenen der Befreiungskriege gegen Napoleon ausrief. Seit dieser Zeit etwa also haben nun auch die evangelischen Christen ihren Gedenktag an die Toten, der mit Gottesdiensten, Gesängen und Gebeten begangen wird.
Das Requiem von Johannes Brahms wurde zwar nicht für den Totensonntag (auch Ewigkeitssonntag, wie er mancherorts genannt wird) komponiert, entspricht jedoch durchaus dem Geiste des Protestantismus, da diese Messe eher den Hinterbliebenen Trost spenden möchte, als daß sie eine Fürbitte für die Toten wäre, und außerdem nicht in lateinischer, sondern deutscher Sprache gesungen wird.
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Heute ist Volkstrauertag. Dieser Gedenktag wurde vom „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“ ins Leben gerufen, um die Erinnerung an die vielen Opfer des (Ersten) Weltkriegs wachzuhalten. Im Jahre 1922 wurde er das erste Mal offiziell begangen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Tag in gemeinsamer Abstimmung zwischen der Bundesregierung, den Ländern und der großen Glaubensgemeinschaften in Deutschland auf den vorletzten Sonntag im Kirchenjahr (evangelisch) bzw. auf den 33. Sonntag im Jahreskreis (katholisch) gelegt, um der Opfer und Verfolgten beider Weltkriege zu gedenken.
Von daher finde ich es sehr naheliegend, an diesem heutigen Tag auf ein Werk des russischen Komponisten Dmitri Schostakowitsch hinzuweisen, das dieser 1960 innerhalb von nur wenigen Tagen schrieb und mit der Widmung versah Dem Gedächtnis der Opfer von Krieg und Faschismus: das Streichquartett Nr. 8 c-moll op. 110 - bzw. die Bearbeitung des russischen Dirigenten Rudolf Barshai zur Kammersinfonie op. 110a.
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Eingebettet zwischen einer Totenmesse von Gabriel Faure zu Allerheiligen und Allerseelen und den demnächst folgenden Beiträgen zum Volkstrauertag mit einem Beitrag zu Dmitri Schostakowitsch und dem Totensonntag mit der Besprechung des Deutschen Requiems von Brahms möchte ich heute noch einige Gedanken zum Thema Leben, Tod und Sterben loswerden.
Sterben und Tod sind natürlich Bestandteile des Lebens, ob sie jedoch abschließender oder wandelnder Natur sind kann wohl kein Mensch mit absoluter Bestimmtheit sagen. Das ist, wie bei so vielen philosophisch ausgerichteten Fragen zu Leben und Tod, zum einen eine Angelegenheit des Individuums, zum anderen eine Frage des Glaubens, wobei ich betonen möchte, daß ich in diesem Fall auch Denkgebäude, Thesen und Theorien zum Glauben zähle.
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Heute ist Allerseelen, der Gedenk- und Fürbittetag für die Seelen der „Normalsterblichen“, der unmittelbar auf Allerheiligen, dem Gedenktag der christlichen Heiligen und Märtyrer, folgt und für gläubige Menschen wohl von größerer Bedeutung ist. Auch wenn Gabriel Faure sein Requiem op. 48 wohl nicht im Hinblick auf dieses kirchliche Hochfest komponiert hat -es wurde übrigens am 16. Januar 1888 in der Kirche, in der er als Kapellmeister und Chorleiter wirkte, das erste Mal aufgeführt - bin ich überzeugt davon, daß gerade diese Totenmesse für diesen Tag prädestiniert ist.
Warum ich das so sehe, habe ich gestern in einer längeren Einführung bereits erläutert. Sie müssen sie natürlich nicht gelesen haben, um der nun folgenden detaillierten Besprechung dieses Werkes folgen zu können, doch als Hintergrundinformation halte ich den gestrigen Beitrag allemal für empfehlenswert, da er aufzeigt, was gerade aus philosophischer und kulturhistorischer Sicht diese Messe so bemerkenswert macht – vom Kompositorischen einmal abgesehen.
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Heute ist der 1. November, Allerheiligen. An diesem Tag wird in der römisch-katholischen Konfession all der Märtyrer und Heiligen der christlichen Kirche gedacht. Einen Tag darauf ist Allerseelen, das dann dem Gedenken aller Verstorbener gewidmet ist. Zu diesen beiden zusammenhängenden Gebets- und Andachtstagen möchte ich auf ein Requiem aufmerksam machen, das sich von den – höchstwahrscheinlich bekannteren – Totenmessen Verdis und Mozarts um einiges unterscheidet.
Gabriel Faures Requiem ist weder ein Auftragswerk, noch folgt es in allen Punkten dem traditionellen Ablauf der katholischen Totenmesse. So verzichtet Faure bewußt auf jene dramatisierenden Komponenten, die den Gott des Zorns und das himmlische Strafgericht thematisieren, sondern zielt darauf ab, ein friedvoll anmutendes und trostspendendes Werk auszugestalten, das dem Tod seinen Stachel raubt. Eine Totenmesse, die sich auf liebevolle Weise den Hinterbliebenen annimmt. Ein Werk der caritas, aber auch der charis.
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