de tempore

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Archiv: Februar 2011

Guttiloxl Unikill oder der konservative Kavaliersdeliktor

 
Nun, es scheint so, als sei der gemeine Konservative ungemein darauf bedacht, sich bloß nicht selbst an all jene Kriterien von Ehre, Ethik, Moral und Anstand messen zu lassen, mit denen er selber so gerne um sich schmeißt, wenn es darum geht, daß ungenehme und somit unangenehme Persönlichkeiten zum Beispiel alkoholisiert Auto fahren oder sich gar Gewerkschafter mit falschem Parteibuch erdreisten, Porsche zu fahren, ganz zu schweigen vom Pöbel, der handyaufladend, maultaschen- und frikadellenessend oder gar Sperrmüll ergaunernd die ach so hoch dotierte Vertrauensstellung mißbraucht und damit die Unternehmen in den Abgrund der zwangsläufig daraus resultierenden finanziellen Katastrophe schleudert.
 
Na, war das nicht ein unglaublich eloquenter Satz? Tja, so was können auch Nichtadelige, potzblitz! Ich persönlich weiß ja eigentlich gar nicht, was bei einer Doktorarbeit erlaubt ist und was nicht, darum habe ich ein wenig recherchiert und bin natürlich auch durch das Lesen diverser Professorenansichten und Meinungen von Leuten, die es wissen sollten, nun informativ so weit gesättigt, daß auch ich sehr despektierlich sagen kann: so geht’s nun wirklich nicht, Herr von und zu Sinister-Minister.
 
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Von Dschungeldreck und TV-Junkies

 
In nicht einmal einem Jahr werde ich sagen können, daß ich stolz darauf bin, seit 15 Jahren kein Radio mehr zu besitzen und vor 20 Jahren ein für alle mal das Fernsehgerät entsorgt zu haben. Aber nützt es mir etwas? Jain. Die Verblödungsmaschine läuft wohl mehr denn je auf Hochtouren; und da ich als Gesprächspartner – oder besser gesagt: als Smalltalkkumpel – aufgrund des fehlenden TV-Konsums gleich gar nicht geeignet bin, spüre ich eine nicht zu unterschätzende Isolierung.
 
Nicht, daß mich die bewußte Absage an TV-Konsum einsam machen würde. Aber sie führt dazu, daß ich mit all jenen, die ihr bißchen Freizeit vor der heimischen Glotze mit dem audiovisuellen Aufsaugen übelsten TV-Limbos vergeuden, und somit auch ihr Leben, ihren Verstand und ihren kulturellen Restgeschmack einbüßen, keinerlei Text mehr habe. Es ist dies eine kulturell verarmende Nation, ein von Tag zu Tag dümmer und orientierungsloser werdendes Volk, unfähig zu eigenem Denken, eigenem Empfinden und unfähig/unwillig dazu, Dinge zu durchdenken und kritisch zu hinterfragen. Übel für die Demokratie, angenehm für aufstrebende Diktatoren. Und das versetzt mich in innere Aufruhr, obwohl ich das nicht will.
 
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