de tempore

Menschen · Musik · Film · Literatur · Philosophie · Psychonautik · Tarot · Natur

Kategorie: Film

Avatar, Afghanistan und Amoralität

 
Was hat James Camerons Film Avatar mit Afghanistan zu tun? Und was hat der Begriff Amoralität im Kontext mit Afghanistan und Avatar im Titel zu suchen? Darum geht es in dieser Fortsetzung meines Beitrags von letztem Samstag. Den Schwerpunkt des heutigen Artikels werde ich auf die Ethik legen; ein Begriff, der heute im öffentlichen Raum keine Rolle mehr zu spielen scheint. Dies finde ich nicht nur sehr bedauerlich, sondern es bereitet mir sogar Sorge, denn wo es an Ethik mangelt, ist es mit der Kultur nicht mehr weit her.
 
Nun möchte ich allerdings nicht seitenlang abstrakt darüber debattieren, was Ethik ist, worin sie sich von Moral unterscheidet und dergleichen mehr. Daher an dieser Stelle ein Link zu einer Seite, die recht griffig den Begriff Ethik erläutert und in Kurzform auf verwandte Begriffe, Art und Herleitung sowie inhaltliche Aussagen und Art und Begründung der Ethik eingeht (die Seite öffnet sich in einem neuen Fenster). Wenn ich nun also von Ethik spreche, dann meine ich damit explizit eine humanistische, demokratische Ethik.
 
weiterlesen… »

3. Advent - John Tavener – The Protecting Veil

 
Der 3. Advent steht im Zeichen der Freude. Daher möchte ich heute einen Komponisten vorstellen, dem die orthodoxe Religion nach eigenem Bekunden seine Werke „in Ikonen aus Noten statt aus Farbe“ verwandelt hat. Die Rede ist vom britischen Komponisten John Taverner. In seiner Tonsprache versucht er alles Unwesentliche abzustreifen.
Dies ist ihm besonders bei seinem Werk The Protecting Veil von 1987, das ich in diesem Beitrag besprechen werde, sehr gut gelungen.
 
weiterlesen… »

Joel und Ethan Coen – Blood Simple (Originalversion von 1984)

 
Kaum zu glauben, daß dieses Filmdebut der Gebrüder Coen mittlerweile 25 Jahre alt ist. Beide waren sie noch keine 30 Jahre alt, als sie ihren Erstling mit einem bescheidenen 1,5-Millionen-Dollar-Budget produzierten. In Deutschland hat dieser Film seltsamerweise immer noch den Nimbus eines Fan- oder Geheim-Tips (das hat sich auch nach dem Director’s Cut von 1998 nicht grundlegend geändert), obwohl er einer der besten Filme der Brüder ist.
 
Blood Simple ist jedoch nicht nur der erste Baustein in der Karriere der Coen-Brüder, sondern auch für eine Menge anderer Leute. Kamermann Barry Sonnenfeld arbeitete hier erstmals bei einem abendfüllenden Kinofilm mit (und danach noch zwei Mal für die Coens, bevor er sich dann als Regisseur einen Namen machte mit Filmen wie „Get Shorty“ und „Men in Black“), Frances McDormand startete mit diesem Film ihre Schauspielerkarriere, und Carter Burwell steuerte zum ersten Mal seine unverwechselbare Filmmusik bei (und avancierte zum Haus- und Hof-Komponist der Brüder).
 
weiterlesen… »

Blade Runner – Erstveröffentlichung vs. Ridley Scott’s Director’s Cut

 
Im vorherigen Beitrag ging es noch hauptsächlich um die Romanvorlage des Films: Träumen Roboter von elektrischen Schafen? von Philip K. Dick. Heute geht es um die Geschichte zur Verfilmung, um die zwei verschiedenen Fassungen und um die Frage, warum Blade Runner in der Tat zu den besten Science Fiction Filmen gehört, die je über die Leinwand geflimmert sind – und damit ist ausdrücklich der Director’s Cut gemeint.
 
Doch da dieser erst ein knappes Jahrzehnt nach der Veröffentlichung der - durch die Produzenten angeordneten - verstümmelten Fassung von 1982 erschien, gehe ich natürlich zunächst auf diese erste Veröffentlichung ein; denn anhand der Irritationen, die die 1982er-Version bei so manchem Kinogänger ausgelöst hat, läßt sich besonders gut darstellen, warum der 1991 erschienene Director’s Cut (also die Originalversion) so genial ist.
 
weiterlesen… »

Philip K. Dick - Träumen Roboter von elektrischen Schafen?

 
Wie in der Einführung zu dem US-amerikanischen Autor Philip K. Dick angekündigt, folgt heute der Artikel zu seinem 1966 geschriebenen Roman „Do androids dream of electric sheep?“ (dt. Träumen Roboter von elektrischen Schafen?), der 1968 veröffentlicht wurde. Kurze Zeit nach der Veröffentlichung erwarb die Filmindustrie bereits eine Option auf eine mögliche Verfilmung, die dann um 1973 etwa konkret wurde durch die Vorlage eines ersten Drehbuchs, das Philip K. Dick jedoch für ziemlich unausgegoren hielt.
 
Die Geschichte um die (langwierige) Entstehung und Realisierung des Films wird in der Fortsetzung (nächste Woche) Bestandteil dieses zweiteiligen Beitrags sein. Immerhin zogen von der Option bis zur endgültigen Verfilmung unter Regisseur Ridley Scott Anfang der 1980er Jahre über 10 Jahre ins Land, einschließlich wechselnder Drehbuchautoren und Konzeptionen, die schließlich in den SF-Klassiker „Blade Runner“ mündeten, den es jedoch ebenfalls in verschiedenen Fassungen gibt.
 
weiterlesen… »

Joe gegen den Vulkan - ein modernes Märchen

 
Es gibt Filme, die erschließen sich erst nach mehrmaligem Schauen; es gibt Filme, die trotz ihrer Schwächen (oder vielleicht auch gerade deshalb) liebenswert sind; es gibt Filme, die unter der Oberfläche der erzählten Story genug Stoff zum Nachdenken, Philosophieren und Spekulieren bieten, so mensch das überhaupt will. Oft fallen derartige Filme bei Kritikern und Publikum durch. Der Gründe gibt es viele: überzogene Erwartungshaltung, miese PR-Arbeit (in dem der Fokus falsch gesetzt wird), Überforderung der Rezipienten…
 
Joe gegen den Vulkan von 1990 mit Tom Hanks und Meg Ryan ist ein solcher Film. Ich lasse mich in der Regel von den Urteilen anderer nicht beeinflussen, wenn ich für mich entscheide, ob ich einen Film, ein Buch, ein Musikwerk etc. gut finde und/oder mag, weil ich zu gerne analysiere, warum das so ist (im negativen Fall gilt das übrigens auch) – im Zusammenhang mit diesem Film allerdings fällt mir frappierend auf, wie wenig Fürsprecher er besitzt. Nun, mit diesem Beitrag gibt es im Netz ab heute wenigstens einen Fürsprecher mehr – mich. Ich halte diesen Film für sehr empfehlenswert, und dafür gibt es einen Haufen guter Gründe.
 
weiterlesen… »

Silent Running - Lautlos im Weltraum

 
Als der US-amerikanische Science-Fiction-Film 1972 (Herstellungsjahr 1971) erschien, war es tatsächlich noch still im Weltraum der SF-Filme. Dies änderte sich bekanntlich mit dem Erscheinen des ersten Films der „Star Wars“-Reihe. Seitdem ist es in Filmen selten still im All. Doch Ende der 1960er Jahre bis Mitte der 1970er ging es den Geschichtenerzählern und Regisseuren noch um etwas anderes als um Kämpfe mit Außerirdischen und bloße Action.
 
Das All ist dunkel. Das All ist leer. Es ist kalt - und still. Und der Mensch machte sich in jenen Zeiten gerade erst auf zu den Sternen. Als Stanley Kubrick die Kurzgeschichte „The Sentinel“ von Arthur Clarke 1968 unter dem Titel „2001 – Odyssee im Weltraum“ verfilmte, wurden diese Tatsachen noch gewürdigt. Darum ist z. B. der Asteroidengürtel hinter dem Mars recht „leer“, und die Szenen auf dem Mond sind wie eine Vorwegnahme der tatsächlich später stattfindenden Mondlandung. Auch Douglas Trumbull, der mit Silent Running als Spielfilm-Regisseur debutierte, achtete darauf, ein möglichst realistisches Weltraum-Szenario auf die Leinwand zu bringen.
 
weiterlesen… »

Wristcutters - A Love Story

 
Um es gleich vorwegzunehmen: ich liebe diesen Film. Als ich den Film zum ersten Mal sah – nur spärlich vorinformiert durch Attribute wie „etwas anderes Roadmovie“, „schräge Lovestory“, „schwarze Romanze mit leicht sarkastischem Einschlag“ und dem bei vielen Independent-Filmen scheinbar unvermeidlichen Urteil „kultig“ – war ich dementsprechend kritisch voreingenommen.

Gar zu viele derart hochgelobter Filme haben mich nämlich eher enttäuscht weil sie nicht halten konnten, was sie oder ihre Fürsprecher vollmundig versprachen. Hype, Oberflächlichkeit, bloße Attitüde – das sind dann noch die nettesten Dinge, die ich solchen Filmen nachsagen würde. Nun, glücklicherweise trifft das auf Wristcutters aus dem Jahre 2006 nicht zu.
 
weiterlesen… »

[Nach oben zum Anfang der Seite]
Dieses Blog benutzt Wordpress · Theme basiert auf: Gabis Wordpress-Templates