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Kategorie: Musik

Mike Oldfield Boxed 1 - In Dulci Jubilo, On Horseback und Ommadawn

 
Dieser Beitrag markiert den Beginn einer mehrteiligen Reihe von Besprechungen der frühen Musik von Mike Oldfield bis in die Anfänge der 1980er Jahre. Ich bin mit dieser Musik aufgewachsen – oder anders ausgedrückt: diese Mischung aus Instrumental- und Weltmusik eröffnete mir die Welt der Musik jenseits von Pop-Charts-Gedudel und den obligatorischen Drei-Minuten-Häppchen. Um aber keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen bekenne ich mich als früher Fan von bspw. Sweet, Slade, T.Rex, Mud, Suzi Quatro und etwas später Sex Pistols, The Cure, Mike Batt, Toto, Depeche Mode auf der einen, und von u.a. Genesis, Peter Gabriel, Roy Wood und Bob Marley, gefolgt von Kate Bush, The Residents und Bauhaus auf der anderen Seite.
 
Immerhin bin ich ja auch durch eine Single auf Mike Oldfield aufmerksam geworden, da war ich nicht einmal 15 Jahre alt. Warum mich „In Dulci Jubilo“ so beeindruckt hat kann ich heute nicht einmal mehr sagen, die B-Seite jedenfalls: „On Horseback“, hatte es mir genug angetan, um mir irgendwann die LP „Ommadawn“ zulegen zu wollen (ich wußte ja nicht, daß dieses kurze Stück für den Stil der Musik dieser LP nicht gerade die geeignetste Hörprobe darstellt). Natürlich war es alles eine Frage des Geldes, das ich natürlich nicht hatte. Zu der Zeit lagen die Durchschnittspreise für LPs bei etwa 15 bis 20 Mark. Und so verging ein Jahr, eine weitere Single von Mike Oldfield erschien: „Portsmouth“, und schließlich rannte ich in meinen bevorzugten Plattenladen und erstand – „Boxed“.
 
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Erich Kästner - die kleine Freiheit (Teil 2)

 
Hatte ich in meinem letzten Beitrag zu Erich Kästner den Fokus auf seine Chansons und Prosa der Jahre 1945 bis 1948 gelegt, die im Bändchen „Der tägliche Kram“ zusammengefaßt sind, so möchte ich heute „Die kleine Freiheit“ besprechen, die Chansons und Prosa der Jahre 1949 bis 1952 enthält und die Entstehung und allerersten Jahre der Bundesrepublik dokumentiert – aus der Sicht eines Moralisten natürlich, der seinen Landsleuten den (schon damals) dringend benötigten Spiegel vorhält.
 
Vor nicht allzulanger Zeit haben wir 60 Jahre Grundgesetz gefeiert (na ja, im Groben), in einer Phase, in der unsere Politiker sich als ärgste Feinde eben dieses Grundgesetzes generieren, denn wie sollte es anders zu erklären sein, daß das Bundesverfassungsgericht in schöner Regelmäßigkeit Gesetze einkassiert, weil sie gegen das Grundgesetz verstoßen? Erich Kästners Schriften der frühen Jahre der Bundesrepublik lassen insofern aufmerken, daß es wohl schon von Beginn an Politikersport war, das Grundgesetz auszuhöhlen, kaum daß es verabschiedet war.
 
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Erich Kästner – der tägliche Kram (Teil 1)

 
Heute ist Erich Kästners Geburtstag – würde er noch leben, wäre er heute 111 Jahre alt. In meinem ersten Beitrag über Kästner hatte ich geschrieben, daß ich es sehr bedauerlich finde, daß dieser Autor fast ausschließlich mit Kinderbüchern und seichteren Unterhaltungsromanen in Erinnerung ist und leider weniger mit seinen Gedichten, dem Roman „Fabian“ und den Schriften, die von ihm nach 1945 erschienen sind.
 
Darum möchte ich in zwei Beiträgen auf zwei Bücher aufmerksam machen, die eine Fundgrube für jeden sind, der etwas Verläßliches über die unmittelbare Zeit nach dem Zusammenbruchs des Nationalsozialistischen Deutschlands erfahren will: „Der tägliche Kram – Chansons und Prosa von 1945 – 1948“ und „Die kleine Freiheit – Chansons und Prosa von 1949 – 1952“. Zuvor allerdings gibt es noch einen kurzen Abriß zu Erich Kästners (Über-) Leben von 1933 bis 1945, zum besseren Verständnis.
 
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Maskenball im Hochgebirge - in memoriam Erich Kästner

 
Am 23. Februar würde Erich Kästner 111 Jahre alt. Zugegeben, keines dieser runden Jubiläen, die mit Zahlenwerten wie 25, 50, 100, 250 usw. operieren; ehrlich gesagt benötige ich auch nicht wirklich solcherlei Anlässe und Begründungen, um mich einem jener Menschen zu widmen, der mich beeindruckt hat und mit dazu beitrug, daß mein Leben die Richtung nahm, die es genommen hat.
 
Tatsächlich liegt der Anlaß im Wetter begründet und in der Jahreszeit. Denn hier in Konstanz ist Fasnacht, ein Karneval, der sich doch deutlich von dem im Ruhrgebiet unterscheidet, dem ich alljährlich aus dem Weg gegangen bin. Ich feiere zwar auch hier nicht die kalendarisch verordnete Fröhlichkeit, aber ich kann sie gelassener hinnehmen, da ich in dieser Gegend zumindest das Aufgreifen echter Tradition wahrnehmen kann. Nun, und dieses Jahr versinkt die Fasnacht im Schnee, denn der will einfach nicht aufhören zu fallen.
 
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4. Advent - Luigi Nono – Das Chorwerk „Il canto sospeso“

 
Zum Abschluss der musikalischen Adventsreihe stelle ich ein Werk vor, dem zehn Abschiedsbriefe junger Frauen und Männer aus Griechenland, Bulgarien, Polen, Rußland, Italien und Deutschland zugrundeliegen, die als Widerstandskämpfer im 2. Weltkrieg von Wehrmacht und SS hingerichtet wurden.
 
Den heutigen letzten Sonntag vor der Weihnacht möchte ich nun folgerichtig (nicht nur) jenen Widerstandskämpfern widmen, lautet der Leitsatz des 4. Advent doch „Rorate, coeli desuper, et nubes pluant iustum“ (deutsch: Tauet, ihr Himmel, von oben, und die Wolken sollen herabregnen den Gerechten).
 
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3. Advent - John Tavener – The Protecting Veil

 
Der 3. Advent steht im Zeichen der Freude. Daher möchte ich heute einen Komponisten vorstellen, dem die orthodoxe Religion nach eigenem Bekunden seine Werke „in Ikonen aus Noten statt aus Farbe“ verwandelt hat. Die Rede ist vom britischen Komponisten John Taverner. In seiner Tonsprache versucht er alles Unwesentliche abzustreifen.
Dies ist ihm besonders bei seinem Werk The Protecting Veil von 1987, das ich in diesem Beitrag besprechen werde, sehr gut gelungen.
 
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2. Advent - Henryk Gorecki - Sinfonie der Klagelieder - Sinf. Nr. 3 op. 36

 
Nachdem letzte Woche Howard Hanson die Adventsreihe eröffnete, möchte ich zum heutigen 2. Advent den polnischen Komponisten Henryk Gorecki mit seinem wohl bekanntesten Opus vorstellen, der Sinfonie Nr. 3 aus dem Jahre 1976. Gorecki, bis dahin der „radikale Avantgardist“ schlechthin, markiert mit diesem Werk den Beginn einer tiefgreifenden Änderung.
 
Aus dem Aufruhr verursachenden, vielgelobten „radikalsten Komponisten der polnischen Avantgarde“ wurde der Aufruhr verursachende, noch mehr gelobte „zur Tradition bekehrte“ Komponist atmosphärisch dichter, unmittelbar das Gefühl ansprechender Kompositionen, die durch grandiose Schlichtheit und Reduktion der Mittel überzeugen.
 
Das Leitmotiv des 2. Advents, „Populus Sion, ecce Dominus veniet ad salvandas gentes“ (deutsch: Volk von Zion, siehe, der Herr wird kommen, zu retten die Völker) gibt die Intention der Werke der 1970er und 1980er Jahre so exakt wieder, dass ich nicht lange überlegen musste, zu diesem dritten Sonntag vor der Weihnacht genau diesen Komponisten auszuwählen.
 
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1. Advent - Howard Hanson – Sinfonie Nr. 2 – die Romantische

 
Nachdem im November den kirchlichen und weltlichen Feiertagen Tribut gezollt wurde mit entsprechenden musikalischen Empfehlungen, beginnt heute mit dem 1. Advent ein neuer Zyklus, der den Anfang des neuen Kirchenjahrs markiert. Anläßlich des – salopp formuliert - Countdowns zum Weihnachtsfest werde ich an jedem Adventssonntag ein bestimmtes musikalisches Werk der „E-Musik“ empfehlen, das von geistiger Tiefe und einer Art eigenen Ruhe und Geschlossenheit geprägt ist, um Raum zu schaffen für Empathie und Gedenken.
 
Den Anfang setze ich mit Howard Harold Hanson, einem amerikanischen Komponisten, der sich sehr verdient gemacht hat um die Förderung des Komponistennachwuchses im amerikanischen Raum. Ich werde heute seine Sinfonie Nr. 2, die „Romantische“, besprechen, die vielen Menschen sicher zumindest auszugsweise bekannt sein dürfte, da eines der Motive dieser Sinfonie in der Schlußsequenz des SF-Films „Alien“ (1979) benutzt wurde.
 
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Johannes Brahms – Ein Deutsches Requiem op. 45

 
Der Totensonntag – das protestantische Gegenstück des katholischen Allerseelen – ist zugleich der letzte Sonntag im evangelischen (wie auch im katholischen) Kirchenjahr, bevor mit den 4 Adventssonntagen der neue Zyklus eingeläutet wird. Seinen Ursprung hat der Totensonntag im 15. Jh., da die Reformatoren es ablehnten, das katholische Allerseelen in ihren Festtagskalender aufzunehmen und sich abgrenzen wollten von dem Ihrer Ansicht nach „unerwünschten Gräber- und Totenkult“.
 
Und so waren Totengedenktage in vielen deutschen evangelischen Gemeinden bis ins frühe 19. Jh. hinein ein Tabuthema, bis im Jahre 1816 der preußische König Friedrich Wilhelm III. den letzten Sonntag im Kirchenjahr zum nationalen Gedenktag für die Gefallenen der Befreiungskriege gegen Napoleon ausrief. Seit dieser Zeit etwa also haben nun auch die evangelischen Christen ihren Gedenktag an die Toten, der mit Gottesdiensten, Gesängen und Gebeten begangen wird.
 
Das Requiem von Johannes Brahms wurde zwar nicht für den Totensonntag (auch Ewigkeitssonntag, wie er mancherorts genannt wird) komponiert, entspricht jedoch durchaus dem Geiste des Protestantismus, da diese Messe eher den Hinterbliebenen Trost spenden möchte, als daß sie eine Fürbitte für die Toten wäre, und außerdem nicht in lateinischer, sondern deutscher Sprache gesungen wird.
 
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Dmitri Schostakowitsch – Streichquartett Nr. 8 op. 110 / Kammersinfonie op. 110a

 
Heute ist Volkstrauertag. Dieser Gedenktag wurde vom „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“ ins Leben gerufen, um die Erinnerung an die vielen Opfer des (Ersten) Weltkriegs wachzuhalten. Im Jahre 1922 wurde er das erste Mal offiziell begangen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Tag in gemeinsamer Abstimmung zwischen der Bundesregierung, den Ländern und der großen Glaubensgemeinschaften in Deutschland auf den vorletzten Sonntag im Kirchenjahr (evangelisch) bzw. auf den 33. Sonntag im Jahreskreis (katholisch) gelegt, um der Opfer und Verfolgten beider Weltkriege zu gedenken.
 
Von daher finde ich es sehr naheliegend, an diesem heutigen Tag auf ein Werk des russischen Komponisten Dmitri Schostakowitsch hinzuweisen, das dieser 1960 innerhalb von nur wenigen Tagen schrieb und mit der Widmung versah Dem Gedächtnis der Opfer von Krieg und Faschismus: das Streichquartett Nr. 8 c-moll op. 110 - bzw. die Bearbeitung des russischen Dirigenten Rudolf Barshai zur Kammersinfonie op. 110a.
 
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