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	<title>de tempore</title>
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	<description>Menschen · Musik · Film · Literatur · Philosophie · Psychonautik · Tarot · Natur</description>
	<pubDate>Thu, 06 May 2010 20:02:23 +0000</pubDate>
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		<title>Abschied nehmen</title>
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		<pubDate>Thu, 06 May 2010 20:01:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frank</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>

		<category><![CDATA[Natur]]></category>

		<category><![CDATA[Denken]]></category>

		<category><![CDATA[Der Chef]]></category>

		<category><![CDATA[Intuition]]></category>

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		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Am Samstag, den 10. April, ist am Morgen zwischen 8 und 10 Uhr der „Chef“ gestorben. H&#246;chstwahrscheinlich im Schlaf. Das Herz verweigerte einfach seinen Dienst. Es war wohl ein friedlicher, ein gn&#228;diger Tod. Als ich ihn fand, lag er beinahe wie immer da, an seinem Lieblingsplatz der letzten Monate, unter meinem Schreibtisch.<br />&nbsp;<br />Ich bin traurig, ich vermisse ihn. Beinahe vier Wochen sind seitdem vergangen und ich war au&#223;erstande, irgendetwas zu schreiben &#252;ber Musik, Film, Literatur und all den anderen Dingen, mit denen ich mich sonst so gern besch&#228;ftige. 16 Jahre hat diese Katze mich durch mein Leben begleitet, das sich in diesen Jahren durch drei sehr verschiedene, wichtige Lebensabschnitte gekennzeichnet hat. Drei verschiedene Lebenspartner, drei verschiedene St&#228;dte. Aufbruch, Abbruch, Aufbruch, Abbruch, Zusammenbruch und neuer Aufbruch.<br />&nbsp;<br /><span id="more-586"></span><a class="shutter" href="http://www.mansol.de/wp-content/2010/05/chef_mansol.jpg" alt="Der Chef" title="Der Chef"><img class="logoleft" src="http://www.mansol.de/wp-content/2010/05/chef_mansol.jpg" alt="Der Chef" title="Der Chef" width="162" height="166"></a>Mit ihm ist auch etwas von mir gegangen. Es bleibt ein leerer Fleck. Im Herzen, in der Seele. „Chef“ war mir n&#228;her als so mancher Mensch. Es gab eine Ebene des Zusammenlebens und des Miteinanders, die f&#252;r Au&#223;enstehende nicht begreifbar ist. Es gab eine Kommunikation, die im Wesentlichen nonverbal war, und es gab eine Ehrlichkeit und Authenzit&#228;t, die ich leider gar zu vielen Menschen, die ich kannte und mit denen ich zu tun hatte, nicht zubilligen kann.<br />&nbsp;<br />Die Katze ist ein Raubtier. Nat&#252;rlich eines der Raubtiere, die sich mit dem Menschen arrangiert haben, f&#252;r die das Zusammenleben mit Menschen zumindest nicht ungew&#246;hnlich ist. Es gibt Katzen – und ich habe durch „Chef“ einige kennenlernen d&#252;rfen -, die mit Menschen nichts am Hut haben. Menschen sind ihnen so fern wie mir als Mensch M&#228;use oder Hirsche oder K&#228;fer fern sind. Es gibt keinen Bezug.<br />&nbsp;<br />Ich habe durch „Chef“ erfahren d&#252;rfen, da&#223; es Grausamkeit in der Natur nicht gibt. Es ist eine moralische Wertung, eine menschengemachte. Die Katze jagt M&#228;use (auch um sie zu essen), sie f&#228;ngt und t&#246;tet Ratten, sie balgt sich mit anderen Katzen ums Revier. V&#246;gel, Schmetterlinge und anderes Fluggetier erh&#228;lt insofern Aufmerksamkeit von einer Katze, weil sich da etwas bewegt, und weil es gejagt und gefuttert werden k&#246;nnte. Das ist so. Punkt.<br />&nbsp;<br />Es gibt aber auch so etwas wie Solidarit&#228;t unter Katzen, ich habe es miterleben d&#252;rfen, in eiskalten Wintern, wenn einer der Streuner bei uns hereinschaute und mit „Chef“ abkl&#228;rte, da&#223; er eine Weile in der warmen K&#252;che bleiben und etwas vom Inhalt des Napfes abhaben konnte. Ich als eigentlicher Wohnungsbesitzer war f&#252;r diesen Streuner beinahe gar nicht existent, es sei denn, als potentielle Gefahr. Am Anfang war das jedenfalls so. Doch das legte sich rasch. Bezug zueinander hatten wir trotzdem nicht, daher wei&#223; ich den Bezug zu „Chef“ wertzusch&#228;tzen.<br />&nbsp;<br />In 16 langen Jahren habe ich die Erfahrung machen d&#252;rfen, da&#223; jede Katze eine unverwechselbare, nur einmalig auf der Welt existierende Pers&#246;nlichkeit ist – was ja &#252;ber den Menschen auch immer wieder gesagt wird, obwohl es mir schwer f&#228;llt, das zu verifizieren; auch das aus Erfahrung. Egoismus, so wie wir Menschen ihn verstehen, kennen Katzen nicht. Nat&#252;rlich auch kein Mitgef&#252;hl. Ob ich Liebeskummer hatte, mich mit &#252;bler Durchfallgrippe durch die Wohnung schleppte, ob ich gut- oder miesgelaunt nach Hause kam – stets war es wichtig, da&#223; der Napf gef&#252;llt wird.<br />&nbsp;<br />Ich denke, niemand sollte den Fehler begehen, eine Katze – oder &#252;berhaupt ein Tier, mit dem ein Miteinander (bei manchen wohl leider eher ein Nebeneinander) herrscht – mit menschlichen Ma&#223;st&#228;ben zu messen oder dem Tier gar menschliche Eigenschaften zuzuschreiben. Dankbarkeit gibt es nicht im Leben einer Katze, allerdings auch keinen Ha&#223;, kein Selbstmitleid und sonstige negative menschliche Eigenarten. Doch es gibt tats&#228;chlich so etwas wie Zuneigung, denn es war „Chef“ schon wichtig, sich hier und da so seine Streicheleinheiten zu holen oder zu partizipieren. Katzen haben ein ausgepr&#228;gtes Feeling f&#252;r Schwingungen – positive wie negative.<br />&nbsp;<br />Katzen k&#246;nnen sogar eitel sein. Wie sonst sollte es erkl&#228;rbar sein, da&#223; so mancher besonders elegant gemeinte Sprung schief ging, w&#228;hrend „Chef“ wu&#223;te, da&#223; ich hinsah – und so manche schwierige Akrobatiknummer ohne jede Anstrengung gemeistert wurde, wenn er sich unbeobachtet w&#228;hnte. „Chef“ hat sich f&#252;r das Zusammenleben mit mir (und in den ersten Jahren mit meiner Ex-Frau) ebenso entschieden, wie ich mich f&#252;r das Zusammenleben mit ihm. Eine Katze hat eine sehr ausgepr&#228;gte Psyche. Mag sein, sie verf&#252;gt nicht &#252;ber Intellekt, oder &#252;ber Ego (wie wir es verstehen), aber sie besitzt Bewu&#223;tsein.<br />&nbsp;<br />Im letzten Jahr machte sich das Alter bemerkbar. Katzen ver&#228;ndern sich &#228;u&#223;erlich so gut wie gar nicht, wenn sie altern. Es ist ihr abnehmender Bewegungsdrang, eine immer schw&#228;cher werdende Neugier, eine Art Fatalismus und die nat&#252;rlich langsamer und sparsamer werdende Art der Bewegung, ein verst&#228;rktes Bed&#252;rfnis nach Schlaf und Ruhe, eine Neigung zum R&#252;ckzug und gewisse Nachl&#228;ssigkeiten beim Putzen und andere Details, die erkennen lassen, da&#223; die Lebenskraft abnimmt und sich verbraucht.<br />&nbsp;<br />Die Momente wurden seltener, in denen sich „Chef“ in den Vordergrund r&#252;ckte, in denen er teil hatte an mir und meiner Lebenspartnerin. Das Bed&#252;rfnis nach Ruhe wuchs – gar nicht so sehr anders als bei vielen Menschen. Wir respektierten das. Auch wenn im Verlauf des letzten Jahres die Bindung dadurch zwangsl&#228;ufig gelockert wurde – es gab Tage, da war ich in der Tat nichts weiter als der Dosen&#246;ffner – war „Chef“ pr&#228;sent. Es ist ein seltsames Gef&#252;hl, einen K&#246;rper, den das Leben verlassen hat, zu ber&#252;hren. Es bleibt eine H&#252;lle. Es ist „Chef“ und es ist doch auch wieder nicht „Chef“. Es ist das, was zur&#252;ckgelassen wird.<br />&nbsp;<br />Die ersten Tage waren grauenvolle Tage. Ich mu&#223;te feststellen, da&#223; ich l&#228;ngst nicht so willensstark bin, wie ich dachte. Ich fing wieder an zu rauchen (nach einem halben Jahr ohne Zigaretten), die Wohnung war merkw&#252;rdig still und leer. Sie ist es auch jetzt noch, doch langsam gew&#246;hnen wir uns daran. Es fehlt etwas. Die Ger&#228;usche, das leise Tappsen der Tatzen, die &#252;ber den Boden klackern, der katzentypische Geruch, das Maunzen und noch viele andere Dinge sind nun einfach nicht mehr da und werden es auch nie mehr sein. Aber das ist nur das mental greifbare. Es fehlt jedoch noch etwas viel wichtigeres. Die mit alldem verbundene spezifische Pers&#246;nlichkeit, die unser Leben bereichert hat.<br />&nbsp;<br />Mit „Chef“ ist ein St&#252;ck Bindung fort. Bindung, die von meiner Seite aus mit Leben gef&#252;llt wurde, mit Emotionen, mit Gef&#252;hl, mit Sich-f&#252;r-jemanden-verantwortlich-f&#252;hlen, mit Sich-Sorgen-machen und Sich-freuen-auf-einen-Weggef&#228;hrten, dessen Anwesenheit so selbstverst&#228;ndlich geworden ist, da&#223; der Gedanke an Abwesenheit graust. Die Trauer, die ich empfinde, ist nat&#252;rlich eine egoistische, die des Verlassenwordenseins. Ich bin alt, reif und ehrlich genug, mir da nichts vorzumachen.<br />&nbsp;<br />Und doch m&#246;chte ich sie weder vertreiben, noch gegen sie ank&#228;mpfen. Sie ist da, und sie hat ein Anrecht darauf, sich mit ihr auseinanderzusetzen. Obwohl ich nat&#252;rlich weiter meinen sogenannten Tagesgesch&#228;ften nachgehe (arbeiten, einkaufen, lesen, schlafen, und mit f&#252;r mich interessanten Dingen mir die Zeit verbringend) ummantelt sie mich, auch wenn ich dies nach au&#223;en hin nicht zeige (ausgenommen meiner Lebensgef&#228;hrtin).<br />&nbsp;<br />Es ist ein Abschied, ein endg&#252;ltiger Abschied. Und ich nehme ihn immer noch. Es ist aber auch ein Abschied von einem alten Leben, einem Leben, in dem ich gebunden war, da ich Verantwortung trug, freilich eine freiwillige, daher war sie nur in wenigen Phasen dieses Lebens eine B&#252;rde. Es mag schwer verst&#228;ndlich sein, aber „Chef“s Tod hat mich emotional durchger&#252;ttelt und dazu gef&#252;hrt, da&#223; ich wieder ein bi&#223;chen wacher geworden bin. Denn die Beschr&#228;nkungen gingen zugleich auch mit bequemen Routinen und vermeintlichen Sicherheiten einher, die mir gar nicht so bewu&#223;t waren. Besonders im letzten Jahr pl&#228;tscherte vieles vor sich hin, der sogenannte lange ruhige Flu&#223; des Daseins.<br />&nbsp;<br />Und so befinde ich mich einmal mehr im Aufbruch, geistig und seelisch, auch wenn ich mich zur Zeit in einer Art Niemandsland befinde und mich ganz und gar nicht so f&#252;hle, als st&#252;nde ich mit beiden Beinen fest auf der Erde. In jedem Fall ist ein langer Lebensabschnitt f&#252;r mich zu Ende gegangen, ein Lebensabschnitt, der 16 Jahre dauerte. Denn mit „Chef“ ist weitaus mehr gestorben, wenn vielleicht auch mit Verz&#246;gerung und wohl eher mit mittelbarer Auswirkung. Und ich meine das keineswegs in einem sentimentalen Sinne oder als Allegorie. Im Gegenteil, es ist sehr konkret und sehr real.<br />&nbsp;<br />Wie es weitergehen, welche Auswirkungen es auf mein Leben haben wird, wei&#223; ich noch nicht, doch ich sp&#252;re einfach das Verlangen, mein Leben neu auszurichten, mich von alten (liebgewonnenen? schal gewordenen? bis jetzt unhinterfragten?) Gewohnheiten zu trennen, Dinge &#252;ber Bord zu werfen, loszulassen und mein angesammeltes Dasein zu entr&#252;mpeln, da ich viel zu viel mit mir herumschleppe. Und so wei&#223; ich unter anderem auch noch nicht, wie ich dieses Blog zuk&#252;nftig gestalten werde.<br />&nbsp;<br />Die Beitr&#228;ge zu Kunst und Kultur waren eine echte Labsal f&#252;r mich, f&#252;r meine Seele, meinen Geist, mein Selbst. Es gab eine Zeit, in der das unendlich wichtig war, um nicht zu verk&#252;mmern – doch zur Zeit versp&#252;re ich wenig Neigung, damit auf diese Weise fortzufahren. Ich vermisse „Chef“ – alle andere ist mir tats&#228;chlich sehr egal in diesen Wochen.<br />&nbsp;<br /><em>Ich bitte um Nachsicht und um Verst&#228;ndnis, da&#223; ich die Kommentarfunktion deaktiviere, denn nach Austausch steht mir ebenfalls zur Zeit nicht der Sinn. Ich habe einfach nur dem Bed&#252;rfnis nachgegeben, das Blog in diesem einen Fall tats&#228;chlich als Tagebuch zu nutzen. Und da&#223; ich das getan habe tut mir gut, jenseits irgendwelcher Relevanz-Gedanken.</em><br />&nbsp; </p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Am Samstag, den 10. April, ist am Morgen zwischen 8 und 10 Uhr der „Chef“ gestorben. H&#246;chstwahrscheinlich im Schlaf. Das Herz verweigerte einfach seinen Dienst. Es war wohl ein friedlicher, ein gn&#228;diger Tod. Als ich ihn fand, lag er beinahe wie immer da, an seinem Lieblingsplatz der letzten Monate, unter meinem Schreibtisch.<br />&nbsp;<br />Ich bin traurig, ich vermisse ihn. Beinahe vier Wochen sind seitdem vergangen und ich war au&#223;erstande, irgendetwas zu schreiben &#252;ber Musik, Film, Literatur und all den anderen Dingen, mit denen ich mich sonst so gern besch&#228;ftige. 16 Jahre hat diese Katze mich durch mein Leben begleitet, das sich in diesen Jahren durch drei sehr verschiedene, wichtige Lebensabschnitte gekennzeichnet hat. Drei verschiedene Lebenspartner, drei verschiedene St&#228;dte. Aufbruch, Abbruch, Aufbruch, Abbruch, Zusammenbruch und neuer Aufbruch.<br />&nbsp;<br /> <a href="http://www.mansol.de/2010/05/06/abschied-nehmen/" class="more-link">(weiterlesen&#8230;)</a></p>
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		<title>Mike Oldfield Boxed 1 - In Dulci Jubilo, On Horseback und Ommadawn</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Apr 2010 10:22:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frank</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

		<category><![CDATA[Konzeptalben]]></category>

		<category><![CDATA[Mike Oldfield]]></category>

		<category><![CDATA[Progressive Rock]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Dieser Beitrag markiert den Beginn einer mehrteiligen Reihe von Besprechungen der fr&#252;hen Musik von Mike Oldfield bis in die Anf&#228;nge der 1980er Jahre. Ich bin mit dieser Musik aufgewachsen – oder anders ausgedr&#252;ckt: diese Mischung aus Instrumental- und Weltmusik er&#246;ffnete mir die Welt der Musik jenseits von Pop-Charts-Gedudel und den obligatorischen Drei-Minuten-H&#228;ppchen. Um aber keine Mi&#223;verst&#228;ndnisse aufkommen zu lassen bekenne ich mich als fr&#252;her Fan von bspw. Sweet, Slade, T.Rex, Mud, Suzi Quatro und etwas sp&#228;ter Sex Pistols, The Cure, Mike Batt, Toto, Depeche Mode auf der einen, und von u.a. Genesis, Peter Gabriel, Roy Wood und Bob Marley, gefolgt von Kate Bush, The Residents und Bauhaus auf der anderen Seite.<br />&nbsp;<br />Immerhin bin ich ja auch durch eine Single auf Mike Oldfield aufmerksam geworden, da war ich nicht einmal 15 Jahre alt. Warum mich „In Dulci Jubilo“ so beeindruckt hat kann ich heute nicht einmal mehr sagen, die B-Seite jedenfalls: „On Horseback“, hatte es mir genug angetan, um mir irgendwann die LP „Ommadawn“ zulegen zu wollen (ich wu&#223;te ja nicht, da&#223; dieses kurze St&#252;ck f&#252;r den Stil der Musik dieser LP nicht gerade die geeignetste H&#246;rprobe darstellt). Nat&#252;rlich war es alles eine Frage des Geldes, das ich nat&#252;rlich nicht hatte. Zu der Zeit lagen die Durchschnittspreise f&#252;r LPs bei etwa 15 bis 20 Mark. Und so verging ein Jahr, eine weitere Single von Mike Oldfield erschien: „Portsmouth“, und schlie&#223;lich rannte ich in meinen bevorzugten Plattenladen und erstand – „Boxed“.<br />&nbsp;<br /><span id="more-582"></span><a class="shutter" href="http://www.mansol.de/wp-content/2010/04/mike_oldfield_boxedwebk.jpg" alt="Mike Oldfield Boxed- und Single-Cover" title="Mike Oldfield Boxed- und Single-Cover"><img class="logoleft" src="http://www.mansol.de/wp-content/2010/04/mike_oldfield_boxedwebk.jpg" alt="Mike Oldfield Boxed- und Single-Cover" title="Mike Oldfield Boxed- und Single-Cover" width="168" height="166"></a><strong>Fast drei Stunden Musik in einer Box</strong><br />&nbsp;<br />Die erste intensivere Bekanntschaft mit der Musik von Mike Oldfield machte ich also mit knapp 16 Jahren. Ich h&#246;rte zwar regelm&#228;&#223;ig die britischen Charts auf BSBF, zu denen sich Sendungen addierten wie „Rodigans Rockers“, „Nightflight“ mit Alan Bangs und die „John Peel Sessions“ (BBC1), wo die Bands live spielten, wenn sie zu Gast waren – doch von seinem Debutalbum „Tubular Bells“ hatte ich nichts mitbekommen, und die beiden anderen Alben kannte ich ebensowenig. Kurz gesagt, ich wu&#223;te gar nichts &#252;ber Mike Oldfield. Da die „Mike Oldfield Boxed“ aber nur wenig mehr als eine herk&#246;mmliche LP und etwa so viel wie eine Doppel-LP kostete (genau waren es 28,90 DM), schaffte ich sie mir Ende 1976 als Weihnachtsgeschenk an mich selbst an.<br />&nbsp;<br />Zugleich war die Box eine meiner ersten LP-Anschaffungen &#252;berhaupt, die ich aus eigener Tasche bezahlte; bis dato hatte ich u.a. lediglich „Slider“ von T.Rex, das Debutalbum von Suzi Quatro, zwei LPs von Elton John und E.L.O. und „Venus and Mars“ von den Wings selbst gekauft – Singles dagegen hatte ich eine Menge (auch die beiden o.g. von Mike Oldfield). Ich besa&#223; zwar einen Kompaktplattenspieler mit einfachstem Tonabnehmer, h&#246;rte mir die erste LP aus der Mike Oldfield–Box aber mit Kopfh&#246;rer auf der hochwertigen Akai-Anlage meines Vaters an.<br />&nbsp;<br />Und die erste Scheibe, die ich h&#246;rte, war nicht etwa „Tubular Bells“, sondern „Ommadawn“, denn die h&#228;tte ich mir ja ein Jahr zuvor gekauft, wenn sie nicht 22 DM gekostet h&#228;tte. Da&#223; alle Alben f&#252;r „Boxed“ neu abgemischt und teilweise nachbearbeitet wurden, realisierte ich nicht. Es lag der Box zwar ein 12-seitiges Booklet in englischer Sprache bei, doch zu der Zeit reichte mein Englisch nicht aus, um zu verstehen, was da geschrieben stand.<br />&nbsp;<br />Da&#223; sich mit „First Excursion“ tats&#228;chlich nur eine einzige Neuver&#246;ffentlichung in der Box wiederfand (da es dem Virgin-Inhaber in einem einmaligen Anflug von Gewissensbissen wohl doch ein bi&#223;chen peinlich war, die Fans mit dieser ‚Verlegenheits-Box’ abzuzocken), konnte mir egal sein, da ich ja bislang noch keine LP von Mike Oldfield besessen hatte.<br />&nbsp;<br />Und so war ich zu Weihnachten 1976 stolzer Besitzer einer „Tubular Bells“-Fassung, an deren Ende ein von Vivian Stanshall gesprochenes „Sailor’s Hornpipe“ stand – eine Rarit&#228;t, wovon ich damals keine Ahnung hatte (dazu mehr in einem sp&#228;teren Beitrag), einer „Hergest Ridge“-Bearbeitung, in der die Gesangs- und Chorstimmen besser herausstachen als in der urspr&#252;nglichen Fassung, einer „Ommadawn“-Fassung, die sich noch am wenigsten von der Erstver&#246;ffentlichung unterschied, und einer vierten Scheibe mit Kollaborationen Mike Oldfields (u.a. mit David Bedford, dessen Kompositionen ich erst Jahre sp&#228;ter kennen und sch&#228;tzen lernte, auch dazu gibt’s irgendwann einmal einen Artikel hier).<br />&nbsp;<br /><strong>Ommadawn – eine neue, faszinierend andere Welt</strong><br />&nbsp;<br />Nat&#252;rlich wu&#223;te ich nicht, wie mir geschah, als ich „Ommadawn“ auflegte, kannte ich doch nur dieses kurze „On Horseback“-St&#252;ck mit einem mehr oder weniger singenden Mike Oldfield und einem Kinderchor zum Schlu&#223;. Mike Oldfield hat mit „Ommadawn“ bereits Weltmusik gemacht, als noch kaum jemand diesen Begriff kannte, geschweigedenn benutzte. Es war anders als alles, was ich bis dato kannte. Und so bezeichne ich „Ommadawn“ nun einfach mal als Urmutter aller Weltmusik-Alben, denn es enth&#228;lt s&#228;mtliche Zutaten, die dieser Etikettierung entsprechen (auch wenn ich im Grunde solche Schubladen-Zuordnungen nicht wirklich mag).<br />&nbsp;<br />„Ommadawn“ beginnt langsam, verhalten, mystisch angehaucht, mit sph&#228;risch klingendem Chorus. In den ersten Minuten werden verschiedene Themen eingef&#252;hrt, die in abgewandelter Form im Verlauf der Komposition immer wieder auftauchen werden, so das beeindruckende Leitmotiv, das auch das Ende des ersten Satzes markieren wird, dann unterlegt mit hypnotisch rhythmischen Afrikatrommeln und einer Frauen-Solo-Stimme (Clodagh Simonds), die einen Hinweis auf den merkw&#252;rdigen Titel dieses Werks gibt: „An amadan le choil“ (was g&#228;lisch ist und in etwa <em>Narr</em> oder <em>Dummkopf der Musik</em> bedeutet). Insofern ist „Ommadawn“ zwar tats&#228;chlich ein Nonsens-Wort, wie im Booklet zu lesen ist, doch andererseits programmatisch f&#252;r das Werk.<br />&nbsp;<br />Denn es gibt eine F&#252;lle an Rhythmus- und Tempowechseln, an Wechseln in der Klangfarbe (mal kammermusikalisch, mal folkig [irisch, osteurop&#228;isch, afrikanisch], mal symphonisch, mal treibend-rockig), ein echtes Kaleidoskop. „Ommadawn“ ist immer auf dem Sprung, verspielt, sich selbst genug; Melodielinien entwickeln sich scheinbar aus dem Nichts, werden variiert, erg&#228;nzt, erweitert und pl&#246;tzlich befindet sich der H&#246;r-Reisende ganz woanders als noch Sekunden zuvor. Reine Lust am Spiel, an Dramatisierung, am Aufbau an Spannung, die sich (auch Dank des typischen Oldfieldschen E-Gitarrenspiels in hohen Lagen) bis an die akustische Schmerzgrenze heranwagt, um dann meist abrupt zu enden und Platz f&#252;r einen neuen Aufbau, f&#252;r eine neue Sequenz zu machen, die dann ihrerseits wieder…<br />&nbsp;<br />Mensch mu&#223; es h&#246;ren, die blo&#223;e Beschreibung kann die F&#252;lle nicht ann&#228;hernd wiedergeben. „Ommadawn“ ist Gef&#252;hls- und Erfahrungsmusik. Zugleich habe ich als H&#246;rer jedoch nie das Gef&#252;hl, da&#223; hier ‚K&#246;nig Zufall’ regiert. Es ist Struktur in der Musik, ein ‚Wollen’, ein Konzept, wohldurchdacht und – bei aller Spielfreude – diszipliniert umgesetzt. Wo Dramatik nicht mehr steigerungsf&#228;hig ist, mu&#223; sie auf dem Kulminationspunkt enden, und so ist der fast einmin&#252;tige Ausklang der Trommeln zum Ende des ersten Satzes (der LP-Seite) gleichsam erholend und auf seine eigene Weise ein wirkungsvoller dramaturgischer Schlu&#223;kniff.<br />&nbsp;<br /><strong>Akustisch anstrengend – lyrisch – und dann das einfache Gl&#252;ck</strong><br />&nbsp;<br />Und die Erholung ist n&#246;tig, denn im zweiten Satz geht’s weiter mit einer mehrlagigen, in Schichten &#252;bereinandergestapelten Gitarren- und Orgelsound-Collage, die ebenso faszinierend wie akustisch anstrengend ist und runde f&#252;nf Minuten w&#228;hrt, bevor der H&#246;hepunkt des zweiten Satzes von einer virtuos gespielten Akustikgitarre eingeleitet wird: Die Bagpipe-Section mit einem lyrisch-gef&#252;hlvollen Uillean-Pipe-Solo von Paddy Moloney (Chieftains).<br />&nbsp;<br />Zu dieser Einspielung gibt es eine kleine Anekdote. Paddy Moloney steuerte seinen Part nur wenige Tage vor Abgabetermin bei. Er traf am fr&#252;hen Abend ein, probte mit Mike &#252;ber Stunden herum, bis sie schlie&#223;lich gegen 2:30 in der Nacht frustriert aufgaben, weil nichts gelingen wollte. Sie ertr&#228;nkten ihren Kummer mit Whiskey – und nach einigen Fehlstarts und runde anderthalb Stunden sp&#228;ter hatten sie ihren Take in einer L&#228;nge von etwa dreieinhalb Minuten, der genau auf dem Takt endet, an dem der n&#228;chste Part beginnt, so da&#223; sich das Bagpipe-Solo problemlos in die (vorher und nachher bereits fertige) Gesamtaufnahme einf&#252;gen lie&#223;, obwohl es keinen Timing-Track gab.<br />&nbsp;<br />Nach der Bagpipe-Section zieht das Tempo noch einmal an, ein Recorder/Pipe-Zwischenspiel leitet &#252;ber zu einem immer rasanter werdenden Bouzouki-Tanz, der von einem ekstatischen E-Gitarrensolo &#252;berlagert wird, das sich in der Schlu&#223;sequenz ebenso sehr steigert wie zuvor zum Ende des ersten Satzes, das Anfangsthema variiert aufgreift und mit einem ordentlichen ‚Wummms’ endet. Tja, und damit w&#228;re das Album eigentlich beendet, w&#252;rde da nicht noch „The Horse Song“, wie „On Horseback“ im Begleitheft zu „Boxed“ genannt wird, den Abschlu&#223; machen.<br />&nbsp;<br />Manche finden das St&#252;ck trivial, manche finden es kitschig, ich finde es in all seiner Einfachheit, Schlichtheit und Unmittelbarkeit als abschlie&#223;enden H&#246;hepunkt des bis dato reifsten musikalischen Gesamtkunstwerks von Mike Oldfield geradezu kongenial, oder wie Bob Edmands im Booklet sagt: „Gro&#223;e Komplexit&#228;t im Dienste der Einfachheit“, direkt aufs Herz zielend. Ein n&#228;rrisches Album mit einem kindlichen Finale, aus dem einem die pure Freude am Musizieren entgegenschallt.<br />&nbsp;<br /><strong>Abschlie&#223;ende Bemerkungen</strong><br />&nbsp;<br />Von Januar bis September 1975 hat der damals 22-j&#228;hrige Mike Oldfield an diesem Album gearbeitet. Es ist das erste Album, das er in seinem eigenen Studio eingespielt hat (eingerichtet im Keller seines b&#228;uerlichen Anwesens in Herefordshire, „The Beacon“, das er sich vom Verdienst des Erfolgs mit „Tubular Bells“ hat erwerben k&#246;nnen); und es ist das erste Album, bei dem er Gastmusikern - wie Paddy Moloney - ein gewisses Ma&#223; an musikalischer Freiheit zugestand. Wie schon bei „Hergest Ridge“ spielen auch hier sein Bruder Terry und seine Schwester Sally mit; die African Drums bedienten vier Musiker der Band <em>Jabula</em>, die zu dieser Zeit aufgrund der s&#252;dafrikanischen Apartheid im englischen Exil lebten.<br />&nbsp;<br />„Ommadawn“ ist mir neben „Incantations“ das liebste Album von Mike Oldfield, ich finde es besser als sein Debut und auch ausgereifter als „Hergest Ridge“. Ein Meilenstein des Instrumental-Rocks und der Weltmusik. Ein Werk, das nicht wiederholt und erst recht nicht &#252;bertroffen werden kann – auch wenn Mike Oldfield mit „Amarok“ Anfang der 1990er Jahre eine Menge Avancen in Richtung „Ommadawn“ vom Stapel lie&#223;, zu einer Zeit, als sein Stern bereits sank. Doch das ist ein anderes Thema.<br />&nbsp;</p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Dieser Beitrag markiert den Beginn einer mehrteiligen Reihe von Besprechungen der fr&#252;hen Musik von Mike Oldfield bis in die Anf&#228;nge der 1980er Jahre. Ich bin mit dieser Musik aufgewachsen – oder anders ausgedr&#252;ckt: diese Mischung aus Instrumental- und Weltmusik er&#246;ffnete mir die Welt der Musik jenseits von Pop-Charts-Gedudel und den obligatorischen Drei-Minuten-H&#228;ppchen. Um aber keine Mi&#223;verst&#228;ndnisse aufkommen zu lassen bekenne ich mich als fr&#252;her Fan von bspw. Sweet, Slade, T.Rex, Mud, Suzi Quatro und etwas sp&#228;ter Sex Pistols, The Cure, Mike Batt, Toto, Depeche Mode auf der einen, und von u.a. Genesis, Peter Gabriel, Roy Wood und Bob Marley, gefolgt von Kate Bush, The Residents und Bauhaus auf der anderen Seite.<br />&nbsp;<br />Immerhin bin ich ja auch durch eine Single auf Mike Oldfield aufmerksam geworden, da war ich nicht einmal 15 Jahre alt. Warum mich „In Dulci Jubilo“ so beeindruckt hat kann ich heute nicht einmal mehr sagen, die B-Seite jedenfalls: „On Horseback“, hatte es mir genug angetan, um mir irgendwann die LP „Ommadawn“ zulegen zu wollen (ich wu&#223;te ja nicht, da&#223; dieses kurze St&#252;ck f&#252;r den Stil der Musik dieser LP nicht gerade die geeignetste H&#246;rprobe darstellt). Nat&#252;rlich war es alles eine Frage des Geldes, das ich nat&#252;rlich nicht hatte. Zu der Zeit lagen die Durchschnittspreise f&#252;r LPs bei etwa 15 bis 20 Mark. Und so verging ein Jahr, eine weitere Single von Mike Oldfield erschien: „Portsmouth“, und schlie&#223;lich rannte ich in meinen bevorzugten Plattenladen und erstand – „Boxed“.<br />&nbsp;<br /> <a href="http://www.mansol.de/2010/04/05/mike-oldfield-boxed-1-in-dulci-jubilo-on-horseback-ommadawn/" class="more-link">(weiterlesen&#8230;)</a></p>
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		<title>Schmetterlinge</title>
		<link>http://www.mansol.de/2010/03/28/schmetterlinge/</link>
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		<pubDate>Sun, 28 Mar 2010 13:28:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frank</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Natur]]></category>

		<category><![CDATA[Fabelwesen]]></category>

		<category><![CDATA[Frühling]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Heute bin ich mal wieder dazu gekommen, ein paar Fotos aufzubereiten, um eine neue Galerie online zu stellen. 19 Aufnahmen von Schmetterlingen (und einer Raupe). Sie flattern alle (au&#223;er der Raupe nat&#252;rlich) im Schmetterlingshaus auf der Insel Mainau umher, und ich habe mich dort letzten Fr&#252;hling an einem regnerischen Tag aufgehalten. Da drin war es allerdings auch nicht gerade trocken (sehr hohe Luftfeuchtigkeit), aber wenigstens nicht kalt.<br />&nbsp;<br />Hier der Direktlink: <a href="http://www.mansol.de/galerien/schmetterlinge/">Galerie Schmetterlinge</a><br />&nbsp;</p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Heute bin ich mal wieder dazu gekommen, ein paar Fotos aufzubereiten, um eine neue Galerie online zu stellen. 19 Aufnahmen von Schmetterlingen (und einer Raupe). Sie flattern alle (au&#223;er der Raupe nat&#252;rlich) im Schmetterlingshaus auf der Insel Mainau umher, und ich habe mich dort letzten Fr&#252;hling an einem regnerischen Tag aufgehalten. Da drin war es allerdings auch nicht gerade trocken (sehr hohe Luftfeuchtigkeit), aber wenigstens nicht kalt.<br />&nbsp;<br />Hier der Direktlink: <a href="http://www.mansol.de/galerien/schmetterlinge/">Galerie Schmetterlinge</a><br />&nbsp;</p>
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		<title>Fr&#252;hlingsbeginn – ein paar unma&#223;gebliche Gedanken</title>
		<link>http://www.mansol.de/2010/03/21/fruehlingsbeginn-ein-paar-unmassgebliche-gedanken/</link>
		<comments>http://www.mansol.de/2010/03/21/fruehlingsbeginn-ein-paar-unmassgebliche-gedanken/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 21 Mar 2010 12:20:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frank</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>

		<category><![CDATA[Natur]]></category>

		<category><![CDATA[Denken]]></category>

		<category><![CDATA[Frühling]]></category>

		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Vielleicht ist es wem aufgefallen, vielleicht auch nicht; seit meinem letzten Beitrag zu Erich K&#228;stner sind rund zwei Wochen ins Land gezogen. Zwei Wochen, in denen ich wenig Zeit hatte und (leider) noch weniger Mu&#223;e. Zwei Wochen, in denen nahezu s&#228;mtliche Jahreszeiten in raschem Wechsel von der Natur noch einmal durchgehechelt wurden – und nun ist Fr&#252;hlingsanfang und es regnet.<br />&nbsp;<br />Aber das macht nichts, denn an diesem Wochenende kann ich mal wieder durchatmen. Von der fehlenden Mu&#223;e (zum Schreiben) einmal abgesehen hatte ich nat&#252;rlich schon Zeit, um &#252;ber gewisse Dinge nachzudenken. Zum Beispiel &#252;ber dieses Blog hier. Letztes Jahr hatte ich ja recht konsequent mindestens einmal in der Woche einen Beitrag ver&#246;ffentlicht, in diesem Jahr ist die Quote geringer. Dar&#252;berhinaus ist mir aufgefallen, da&#223; sich die Politik doch noch – auf Umwegen – hineingeschlichen hat (mit Frau K&#228;&#223;mann, dem Afghanistankrieg, sogar mit Erich K&#228;stner, was sich nat&#252;rlich nicht ganz vermeiden lie&#223;) – f&#252;r mich Grund, eine Art Notbremse zu ziehen.<br />&nbsp;<br /><span id="more-570"></span><a class="shutter" href="http://www.mansol.de/wp-content/2010/03/vogel_fensterbankwebk.jpg" alt="Besuch - ein Vogel auf unserer Fensterbank (erfolgreich bei der Futtersuche)" title="Besuch - ein Vogel auf unserer Fensterbank (erfolgreich bei der Futtersuche)"><img class="logoleft" src="http://www.mansol.de/wp-content/2010/03/vogel_fensterbankwebk.jpg" alt="Besuch - ein Vogel auf unserer Fensterbank (erfolgreich bei der Futtersuche)" title="Besuch - ein Vogel auf unserer Fensterbank (erfolgreich bei der Futtersuche)" width="120" height="158"></a>Nat&#252;rlich werde ich das Blog weiterf&#252;hren, nat&#252;rlich werde ich weiter Beitr&#228;ge schreiben – aber ich habe mir fest vorgenommen, der (Tages-)Politik keinen Raum zu geben. Denn was zur Zeit die Tagespolitik bestimmt, ist meines Erachtens weder kommentierbar, noch einer inhaltlichen Auseindersetzung w&#252;rdig; was die Politik bestimmt sind samt und sonders F&#228;lle f&#252;r die Strafverfolgung; und wenn sich da nicht endlich etwas tut, wird sich keine Beh&#246;rde wundern d&#252;rfen, wenn ich bei der Erw&#228;hnung des Wortes „Rechtsstaat“ in Verbindung mit dieser Republik zuk&#252;nftig vor Lachen vom Stuhl fallen werde.<br />&nbsp;<br />Ich falle n&#228;mlich lieber lachend vom Stuhl, als da&#223; ich mich sinnlos aufrege – was hier in Tadelschund zur Zeit medial alles m&#246;glich ist erscheint mir so absurd, da&#223; ich nicht gewillt bin, mich damit argumentativ auseinanderzusetzen. Das nutzt n&#228;mlich nichts, da die, die diese rassistischen und ethisch verkommenen Publikationen verbreiten und bei ihrer Verbreitung helfen, wissen, was sie da tun; es ist ihnen bewu&#223;t, da&#223; sie damit Diskussionen anheizen, die eine noch tiefere soziale Spaltung in diesem Land heraufbeschw&#246;ren. Da nutzen Argumente nichts. Da helfen nur konsequente Anwendung der Gesetze (also Strafverfolgung) und eine bewu&#223;te Weigerung der Auseinandersetzung, um diesen geistigen M&#252;ll nicht auch noch durch falsche Aufmerksamkeit aufzuwerten.<br />&nbsp;<br /><strong>Verweigerung zur Diskussion hei&#223;t nicht Verweigerung zum Handeln</strong><br />&nbsp;<br />Was hier in diesem Land seit Wochen durch die Gazetten geistert ist jedoch auch symptomatisch f&#252;r den mentalen Zustand, der dieses Land im Griff hat: notorische F&#246;rderung von Asozialit&#228;t, Dekadenz, Rassismus, Inhumanit&#228;t und Demokratiefeindlichkeit. Ich verweigere mich. Punkt. Ich verweigere mich, mit kriminellen Elementen &#252;ber die Zukunft des Gemeinwesens zu debattieren. Ich verweigere mich, mit Rassisten zu disputieren. Ich verweigere mich, mit diesem selbsternannten elit&#228;ren Gesindel &#252;berhaupt noch Worte auszutauschen.<br />&nbsp;<br />Da&#223; die Tagespolitik und ihre Folgen nat&#252;rlich ins reale Leben hineinwirken ist mir klar, ich bin ja nicht dumm. Aber es ist absolut nicht n&#246;tig, da&#223; dies in diesem Blog geschieht, das ich in meiner nicht gerade &#252;ppig zu bemessenden Freizeit mit Beitr&#228;gen f&#252;llen m&#246;chte, die meiner Vorstellung von Lebensqualit&#228;t entsprechen – auch geistiger und emotionaler Lebensqualit&#228;t. Daher werde ich zuk&#252;nftig verst&#228;rkt darauf achten, da&#223; der Ursprungsgedanke dieses Blogs nicht wegen meiner eigenen Unachtsamkeit durch Tagespolitik verschmutzt und somit seines eigentlichen Sinnes beraubt wird.<br />&nbsp;<br />Das mag jenen nicht gefallen, die der &#220;berzeugung sind, da&#223; Politik wichtiger ist als alles andere; es mag manche dazu f&#252;hren, dieses Blog links liegen zu lassen, aber das k&#252;mmert mich nicht. Meine Themen sind Kultur, der Mensch, das Geistesleben und die gr&#246;&#223;eren Zusammenh&#228;nge und Sinn-Wirkungen – insofern wird Politik dort eine Rolle spielen, wo dies unvermeidbar ist (wie z.B. bei Erich K&#228;stner oder Diamanda Galas, Egon Friedell u.&#228;.), ihr wird jedoch keine Hauptrolle zugestanden.<br />&nbsp;<br />Denn &#252;ber Tagespolitik brauche ich eigentlich nicht zu schreiben. Denn entweder beteilige ich mich und versuche, sie mitzugestalten, oder ich lasse es bleiben. Dar&#252;ber zu schreiben w&#228;re dann allerdings eher ein Nebeneffekt. Die Frage, ob dieser Nebeneffekt an sich &#252;berhaupt von wert ist und sein kann, mu&#223; an dieser Stelle n&#246;tigerweise unbeantwortet bleiben, da diese Frage jede(r) f&#252;r sich allein beantworten mu&#223;.<br />&nbsp;<br /><strong>Ein konkretes Beispiel aus Konstanz</strong><br />&nbsp;<br />Ich m&#246;chte ein letztes Beispiel anf&#252;hren: unsere repr&#228;sentative Demokratie ist zu einer Parteiendemokratie verkommen, mit all den negativen Begleiterscheinungen, &#252;ber die wir alle mehr oder weniger Bescheid wissen. Nun gibt es allerdings auf kommunaler Ebene durchaus noch direkte Mitwirkungsm&#246;glichkeiten, z.B. durch B&#252;rgerentscheide. Heute gibt es einen solchen hier in Konstanz. Die B&#252;rger(innen) der Stadt haben die M&#246;glichkeit, heute dar&#252;ber abzustimmen, ob auf einem bestimmten Gel&#228;nde am Ufer des Bodensees ein Konzert- und Kongre&#223;zentrum gebaut wird oder nicht.<br />&nbsp;<br />Der Gemeinderat spricht sich mehrheitlich daf&#252;r aus, es existiert ein konkreter Entwurf, die voraussichtlichen Kosten f&#252;r das Projekt liegen auf dem Tisch, seit Monaten wird dar&#252;ber &#246;ffentlich diskutiert. Das &#246;rtliche Schmierblatt bezieht nat&#252;rlich eine „Pro“-Stellung, je honoriger der B&#252;rger, desto eher tendiert er zum „Ja“, denn auch hier kann das „Elite“-Denken nicht ganz unber&#252;cksichtigt bleiben – dementsprechend finanzstark sind diejenigen, die unbedingt f&#252;r dieses Haus sind und die Werbetrommel mit peinlichen Brosch&#252;ren und Plakaten r&#252;hren.<br />&nbsp;<br />Die Bef&#252;rworter scheuen sich auch nicht, Menschen wie mich, die dagegen sind, als „kulturfeindlich“ zu betiteln (ich denke, allein die Existenz dieses Blogs straft solche Konsorten bereits L&#252;gen, daher nehme ich das gelassen hin). Die Bef&#252;rworter werden quasi &#246;ffentlichwirksam unterst&#252;tzt durch lokalpolitische Gr&#246;&#223;en, dem &#246;rtlichen Schmierblatt und sogenannten illustren Sympathie- und Leistungstr&#228;gern – alles in allem also nichts, was einen &#252;berraschen d&#252;rfte.<br />&nbsp;<br />Nat&#252;rlich haben sich auch die Gegner des Konzert- und Kongre&#223;hauses zusammengerauft und positioniert. Nat&#252;rlich ist da weniger Geld vorhanden, nat&#252;rlich ist die &#246;ffentlichwirksame Unterst&#252;tzung &#252;bersichtlicher, nat&#252;rlich ist mehr pers&#246;nliches Engagement erforderlich, um das Defizit an Geld auszugleichen. Nun, nach Monaten des F&#252;r und Wider, des Hin und Her, des Schlagabtausches via Medien, Infost&#228;nde und Stadtratssitzungen zum Thema ist es heute so weit: die B&#252;rger stimmen ab.<br />&nbsp;<br />Damit der B&#252;rgerentscheid verbindlich ist, mu&#223; ein sogenanntes Quorum von 25% der Wahlberechtigten erreicht werden. Davon ab reicht eine einfache Mehrheit daf&#252;r oder dagegen aus. Bei etwa 60 000 Wahlberechtigten in Konstanz m&#252;ssen also mindestens etwa 15 000 Menschen heute ihre Stimme abgegeben, damit der B&#252;rgerentscheid rechtlich bindend ist. Wer mir also bei dieser Sache versucht, mit dem dummen Spruch zu kommen „Ich als einzelner habe doch gar keinen Einflu&#223;“ sollte sich zuvor zu seiner eigenen Sicherheit einen Helm aufziehen; wer heute seine Stimme nicht abgibt, hat in meinen Augen zuk&#252;nftig jegliches Recht verwirkt, sich &#252;berhaupt noch zu diesem Thema zu &#228;u&#223;ern – egal auf welche Weise.<br />&nbsp;<br />Hier gibt es sie also, die M&#246;glichkeit der direkten Einflu&#223;nahme. Niemand kann nach all den Monaten der &#246;ffentlichen Auseinandersetzungen noch uninformiert sein; niemand hat eine Ausrede, wenn er nicht w&#228;hlen geht. Und doch w&#252;rde es mich nicht &#252;berraschen, sollte das Quorum nicht erreicht werden. Bequemlichkeit, Faulheit, Desinteresse – versteckt unter dem Deckm&#228;ntelchen der „Politikverdrossenheit“ lassen es n&#228;mlich erst zu, da&#223; unsere Politiker sich so verhalten, wie sie sich verhalten. Sie brauchen eben keine Sorge mehr zu haben, wirklich abgestraft oder mit der Neunschw&#228;nzigen durchs Dorf getrieben zu werden, wenn sie sich mal wieder auf Kosten der Allgemeinheit bereichern oder Steuergelder verplempern.<br />&nbsp;<br /><strong>Wo beginnt meine Verantwortung? Und wo h&#246;rt sie auf?</strong><br />&nbsp;<br />Ich engagiere mich also, ich gebe heute auch meine Stimme ab, ich tue also, was ich tun kann; der Rest liegt nicht in meinem Wirkungsfeld. Wenn nun das Quorum nicht erreicht wird oder aber eine Mehrheit f&#252;r den Bau dieses Hauses ist, dann mu&#223; ich das akzeptieren. Es macht keinen Sinn, dann dar&#252;ber zu lamentieren, damit zu hadern, mir dadurch das Leben verg&#228;llen zu lassen. Warum sollte ich also z.B. in diesem Blog dann noch dar&#252;ber schreiben? Es w&#252;rde keinerlei N&#228;hrwert besitzen, absolut keinen Sinn machen.<br />&nbsp;<br />Daher wird es von mir zuk&#252;nftig in diesem Blog keine Stellungnahme mehr geben zu tagespolitischen Ereignissen, zu irgendwelchen soziopathischen Erg&#252;ssen von sogenannten Wissenschaftlern, Politikern, Experten oder sonstigen „Leistungstr&#228;gern“, sondern mehr von dem, was mir das Leben lebenswert erscheinen l&#228;&#223;t – trotz alledem. Ein gutes Musikalbum, ein beeindruckendes Gem&#228;lde, eine filigrane Skulptur ist f&#252;r mich allemal mehr wert (auch im evolution&#228;ren Sinne) als die bedeutsamste tagespolitische Entscheidung. Und ich meine das, wie ich es sage.<br />&nbsp;<br />Heute ist Fr&#252;hlingsbeginn – und die Natur k&#252;mmert sich nicht um Politik, Kultur und sonstige menschliche Belange. Es hat aufgeh&#246;rt zu regnen, w&#228;hrend ich hier schrieb. Ich bitte um Verst&#228;ndnis, wenn ich in den n&#228;chsten Wochen nicht mehr ganz so regelm&#228;&#223;ig Beitr&#228;ge ver&#246;ffentliche – im Gegenzug verspreche ich, sie daf&#252;r mit inhaltlichem Mehrwert auszustatten. Ich w&#252;nsche allen einen wundervollen ersten kalendarischen <a href="http://www.mansol.de/2009/03/26/flussfahrt/">Fr&#252;hlingstag</a>.<br />&nbsp;</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Vielleicht ist es wem aufgefallen, vielleicht auch nicht; seit meinem letzten Beitrag zu Erich K&#228;stner sind rund zwei Wochen ins Land gezogen. Zwei Wochen, in denen ich wenig Zeit hatte und (leider) noch weniger Mu&#223;e. Zwei Wochen, in denen nahezu s&#228;mtliche Jahreszeiten in raschem Wechsel von der Natur noch einmal durchgehechelt wurden – und nun ist Fr&#252;hlingsanfang und es regnet.<br />&nbsp;<br />Aber das macht nichts, denn an diesem Wochenende kann ich mal wieder durchatmen. Von der fehlenden Mu&#223;e (zum Schreiben) einmal abgesehen hatte ich nat&#252;rlich schon Zeit, um &#252;ber gewisse Dinge nachzudenken. Zum Beispiel &#252;ber dieses Blog hier. Letztes Jahr hatte ich ja recht konsequent mindestens einmal in der Woche einen Beitrag ver&#246;ffentlicht, in diesem Jahr ist die Quote geringer. Dar&#252;berhinaus ist mir aufgefallen, da&#223; sich die Politik doch noch – auf Umwegen – hineingeschlichen hat (mit Frau K&#228;&#223;mann, dem Afghanistankrieg, sogar mit Erich K&#228;stner, was sich nat&#252;rlich nicht ganz vermeiden lie&#223;) – f&#252;r mich Grund, eine Art Notbremse zu ziehen.<br />&nbsp;<br /> <a href="http://www.mansol.de/2010/03/21/fruehlingsbeginn-ein-paar-unmassgebliche-gedanken/" class="more-link">(weiterlesen&#8230;)</a></p>
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		<item>
		<title>Erich K&#228;stner - die kleine Freiheit (Teil 2)</title>
		<link>http://www.mansol.de/2010/03/06/erich-kaestner-die-kleine-freiheit-teil-2/</link>
		<comments>http://www.mansol.de/2010/03/06/erich-kaestner-die-kleine-freiheit-teil-2/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 06 Mar 2010 13:50:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frank</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

		<category><![CDATA[Menschen]]></category>

		<category><![CDATA[Musik]]></category>

		<category><![CDATA[Denken]]></category>

		<category><![CDATA[Erich Kästner]]></category>

		<category><![CDATA[Kulturgeschichte]]></category>

		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Hatte ich in meinem <a href="http://www.mansol.de/2010/02/23/erich-kaestner-der-taegliche-kram-teil-1/">letzten Beitrag</a> zu Erich K&#228;stner den Fokus auf seine Chansons und Prosa der Jahre 1945 bis 1948 gelegt, die im B&#228;ndchen „Der t&#228;gliche Kram“ zusammengefa&#223;t sind, so m&#246;chte ich heute „Die kleine Freiheit“ besprechen, die Chansons und Prosa der Jahre 1949 bis 1952 enth&#228;lt und die Entstehung und allerersten Jahre der Bundesrepublik dokumentiert – aus der Sicht eines Moralisten nat&#252;rlich, der seinen Landsleuten den (schon damals) dringend ben&#246;tigten Spiegel vorh&#228;lt.<br />&nbsp;<br />Vor nicht allzulanger Zeit haben wir 60 Jahre Grundgesetz gefeiert (na ja, im Groben), in einer Phase, in der unsere Politiker sich als &#228;rgste Feinde eben dieses Grundgesetzes generieren, denn wie sollte es anders zu erkl&#228;ren sein, da&#223; das Bundesverfassungsgericht in sch&#246;ner Regelm&#228;&#223;igkeit Gesetze einkassiert, weil sie gegen das Grundgesetz versto&#223;en? Erich K&#228;stners Schriften der fr&#252;hen Jahre der Bundesrepublik lassen insofern aufmerken, da&#223; es wohl schon von Beginn an Politikersport war, das Grundgesetz auszuh&#246;hlen, kaum da&#223; es verabschiedet war.<br />&nbsp;<br /><span id="more-563"></span><strong>60 Jahre alte Texte, die auch das <em>heute</em> widerspiegeln</strong><br />&nbsp;<br />Manche Texte des Bandes „Die kleine Freiheit“ k&#246;nnten mit minimalen &#196;nderungen heute erneut ver&#246;ffentlicht werden, und kaum einer w&#252;rde merken, da&#223; diese Texte bereits runde 60 Jahre auf dem Buckel haben. So erschien Anfang 1950 ein Artikel von K&#228;stner in der <em>M&#252;nchener Illustrierten</em>, in der er vor einem von den Politikern geplanten „Schmutz- und Schundgesetz“ warnt, da dieses eigentlich der Beschneidung der Freiheit der Kunst diene. Und schon damals sah sich K&#228;stner gen&#246;tigt, darauf hinzuweisen, da&#223; manche Themen anscheinend nur dazu dienen, von wesentlicheren Problemen abzulenken, da man f&#252;r diese Probleme keine L&#246;sungen anzubieten hat.<br />&nbsp;<br />Und zu den Politikern, von ihm „unsere, durch &#246;ffentliche Wahlen bestellten Vorturner“ genannt, wu&#223;te er schon damals zu sagen:<br />
<blockquote> „Wir hatten gemeint, sie kehrten ihre Gesichter der Zukunft zu. Das war ein fundamentaler Irrtum gewesen. Was wir f&#252;r Gesichter gehalten hatten, waren Masken. Die Gesichter selber blickten sehns&#252;chtig in die Vergangenheit. Dort leuchteten ihre Ideale, und dort winkten die Gesch&#228;fte.“</p></blockquote>
<p>Dieser Ausspruch k&#246;nnte von heute sein, so sehr stimmt er (wieder), dabei konnte er damals nun wirklich keine Ahnung haben von unseren jetzigen Regierungsparteien.<br />&nbsp;<br />Auch die Mahnung an die Publizisten und das Publikum seiner Zeit k&#246;nnte heute ohne jedwede &#196;nderung neu abgedruckt werden:<br />
<blockquote>„Die einen k&#246;nnen  nicht mehr schreiben. Die anderen k&#246;nnen nicht mehr lesen. (…) Ehrlichkeit und Verstand, Mut, Talent und kaltes Feuer, noch dazu in Personalunion, wie selten sind sie geworden!“</p></blockquote>
<p>Und er merkt an, da&#223; wirklich kritische Geister heute am Spie&#223; gegrillt w&#252;rden, w&#252;rden sie Mi&#223;st&#228;nde tats&#228;chlich beim Namen nennen und anprangern. Da f&#228;llt mir als heutiges Pendant sofort das Krakeel ums „Derblecken“ ein. Eine Schande.<br />&nbsp;<br />Auch bei Texten, die sich ganz und gar auf bestimmte Vorg&#228;nge bestimmter Zeitabschnitte beziehen, lassen sich mitunter aktuelle Bez&#252;ge herstellen. So findet sich im Band ein solidarischer Brief von K&#228;stner an Freiburger Studenten, die mit Hilfe einer Demonstration vergeblich zu verhindern suchten, da&#223; der einsichts- und reuelose Regisseur des &#252;blen Nazi-Propagada-Films „Jud S&#252;&#223;“, Veit Harlan, ohne jede Einschr&#228;nkung seinen Beruf weiter aus&#252;ben und neue Filme machen durfte – spannend zu lesen vor dem Hintergrund der Verfilmung um diesen Film, die vor wenigen Wochen in Berlin Premiere hatte.<br />&nbsp;<br />Erich K&#228;stner selbst schreibt im Vorwort, da&#223; er „Die kleine Freiheit“ als eine Art Fortsetzung von „Der t&#228;gliche Kram“ sieht, weil aus der gro&#223;en Freiheit nichts geworden war, da sie mit Hilfe der W&#228;hrungsreform verkauft worden sei. Allerdings finden sich in diesem Band entschieden mehr Sketche und B&#252;hnenst&#252;cke als im vorherigen, da das 1951 gegr&#252;ndete Kabarett gleichen Namens ungleich produktiver war als die vorhergehende Schaub&#252;hne, die &#252;brigens laut K&#228;stner nach nur knapp drei Jahren (1945 – 1948) eben an den Folgen der W&#228;hrungsreform „unsanft entschlafen“ war.<br />&nbsp;<br /><strong>Kunst und Kultur sind Schwerpunkte dieses Bandes</strong><br />&nbsp;<br />Zugleich sind – anders als bei „Der t&#228;gliche Kram“ – Beitr&#228;ge zu Kultur, Kunst und die Literatur &#252;berproportional vertreten. Auch daran l&#228;&#223;t sich erkennen, wie rasch das reine „&#220;berleben“ &#252;berwunden wurde und ein sogenanntes gesellschaftliches Leben mit allem, was dazu geh&#246;rt, bereits seit 1949 wieder Einzug hielt. So macht sich Erich K&#228;stner zu diesen Zeiten schon erste Gedanken dar&#252;ber, wie den nachfolgenden Generationen &#252;berhaupt Kunst und Kultur vermittelt werden kann angesichts des Kahlschlags des nationalsozialistischen Regimes und des Desinteresses weiter Teile der Bev&#246;lkerung an derlei Problemen.<br />&nbsp;<br />Es finden sich in diesem Buch also Texte zur Problematik der exilierten Schriftsteller, die in Deutschland kaum noch jemand kennt; er macht sich Gedanken dar&#252;ber, da&#223; die „moderne Kunst“, bestehend aus Zw&#246;lftonmusik, abstrakter Malerei u.&#228;. – die nun, weil unbelastet, ihren Siegeszug antreten kann und wird – durchaus zu einer Krise des deutschen Kulturlebens f&#252;hren kann, wenn sich keine „Transformatoren“ finden, die diese Kunst vermittelnd begleiten (er sah also bereits fr&#252;h das Probleme der drohenden Abspaltung der Kunst vom Leben ins Elit&#228;re); er sp&#246;ttelt &#252;ber „intuitive und esoterische“ Dichterlinge, die auf ihre handwerkliche Unkenntnis auch noch stolz sind.<br />&nbsp;<br />Es finden sich auch essayistische Texte zum Schreiben selbst, die absolut lesenswert sind. So konstatiert K&#228;stner im Beitrag „Die Abenteuer des Schriftstellers“:<br />
<blockquote>„Der Schriftsteller verwandelt Vorstellungen in Worte. Der Leser verwandelt Worte in Vorstellungen. Inwieweit diese und jene Vorstellungen einander &#228;hneln, ist unkontrollierbar. Das mag bedauerlich, kann aber auch ein Gl&#252;ck sein.“</p></blockquote>
<p>&nbsp;<br />&#220;ber das „Goethe-Jahr“ 1949 macht er sich trefflich lustig, da er von Anfang an wu&#223;te, da&#223; dieses „klassische 200-Jahr-Derby“ zu einem „olympischen Flachrennen“ verkommen w&#252;rde. Tja, und heute? Heute betreibt unsere Kulturszene derartiges immer noch. Viel ge&#228;ndert hat sich wahrlich nicht seit diesen beiden K&#228;stner-B&#228;nden von 1945 bis 1952. Traurig, aber wahr.<br />&nbsp;<br />Zum Schlu&#223; des Bandes schreibt Erich K&#228;stner &#252;ber Erich K&#228;stner und endet mit einer „unliterarischen Antwort“:<br />
<blockquote>„Woran arbeiten Sie?“ fragt ihr.<br />„An einem Roman?“ An <em>mir</em>.</p></blockquote>
<p>&nbsp;<br /><strong>Zum Schlu&#223; eine durchaus erschreckende Feststellung</strong><br />&nbsp;<br />Und so manches Mal w&#228;hrend des Lesens in den beiden B&#252;chern beschleicht mich das Gef&#252;hl, da&#223; es einfach zu wenige Menschen sind, denen nachgesagt werden k&#246;nnte, da&#223; sie ernsthaft an <em>sich</em> arbeiten; mag sein, da&#223; K&#228;stner seine Mahnungen und Warnungen in den Wind geschrieben hat; mag sein, da&#223; seine Worte weitgehend ungeh&#246;rt verhallten; doch ich m&#246;chte diese Texte keinesfalls missen m&#252;ssen, denn sie geben Aufschlu&#223; dar&#252;ber, wie die Deutschen waren, wie sie sind und vermutlich immer sein werden.<br />&nbsp;<br />Auch wenn heute „Die kleine Freiheit“ (zu maulen und zu schimpfen, wie K&#228;stner im Vorwort schreibt) von mir besprochen wurde, m&#246;chte ich doch mit einem Text aus dem vorherigen Band „Der t&#228;gliche Kram“ meinen Artikel schlie&#223;en, denn dessen Inhalte k&#246;nnen durchaus als Programmatik f&#252;r beide B&#228;nde verstanden werden – und f&#252;r mich l&#228;&#223;t sich diese Passage (die sich auf das Dritte Reich bezieht) locker auf das heutige Deutschland &#252;bertragen, was mich zu der erschreckenden Feststellung bringt: wir sind wohl beinahe wieder so weit.<br />&nbsp;<br />
<blockquote>„Das interessanteste und traurigste Buch, das &#252;ber das dritte Reich geschrieben werden mu&#223;, wird sich mit der Verderbung des deutschen Charakters zu besch&#228;ftigen haben. Niemals in unserer Geschichte hat ein solcher Generalangriff auf die menschlichen Tugenden stattgefunden. Nie zuvor sind Eigenschaften wie Zivilcourage, Ehrlichkeit, Gesinnungstreue, Mitleid und Fr&#246;mmigkeit so grausam und teuflisch bestraft, nie vorher sind Laster wie Roheit, Unterw&#252;rfigkeit, K&#228;uflichkeit, Verrat und Dummheit so ma&#223;los und so &#246;ffentlich belohnt worden.“</p></blockquote>
<p>&nbsp;<br /><strong>Und nun noch ein Gedicht aus den sp&#228;ten 1920er Jahren</strong><br />&nbsp;<br />Das war der dritte und letzte Artikel, der sich mit dem politisch engagierten Lyriker, Essayisten und Prosa-Autor Erich K&#228;stner befa&#223;t – ich hoffe, den einen oder die andere Leser(in) ein wenig neugierig auf den anderen K&#228;stner gemacht zu haben, der leider weniger bekannt ist als der Kinderbuchautor. Der Roman „Fabian – Geschichte eines Moralisten“ werde ich zu einem sp&#228;teren Zeitpunkt gesondert besprechen, doch bis dahin wird es noch eine Weile hin sein.<br />&nbsp;<br />Es d&#252;rfte kein Problem sein, f&#252;r kleines Geld an die besprochenen B&#252;cher heranzukommen, sei es auf Flohm&#228;rkten, in Antiquariaten oder sogar als Neukauf in Buchl&#228;den – es lohnt sich. Zum Abschlu&#223; dieser dreiteiligen Reihe gibt es nun noch meine dritte und letzte Vertonung eines K&#228;stner-Gedichts, wie versprochen.<br />&nbsp;<br />[Hier ist ein Audioclip eingebunden: Bitte den Beitrag im Blog aufrufen, um den Clip abspielen zu k&#246;nnen]<br />&nbsp;<br /><strong><em>Goldene Jugendzeit, 5:03 Minuten, MP3, 160kb</em></strong><br />&nbsp;</p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Hatte ich in meinem <a href="http://www.mansol.de/2010/02/23/erich-kaestner-der-taegliche-kram-teil-1/">letzten Beitrag</a> zu Erich K&#228;stner den Fokus auf seine Chansons und Prosa der Jahre 1945 bis 1948 gelegt, die im B&#228;ndchen „Der t&#228;gliche Kram“ zusammengefa&#223;t sind, so m&#246;chte ich heute „Die kleine Freiheit“ besprechen, die Chansons und Prosa der Jahre 1949 bis 1952 enth&#228;lt und die Entstehung und allerersten Jahre der Bundesrepublik dokumentiert – aus der Sicht eines Moralisten nat&#252;rlich, der seinen Landsleuten den (schon damals) dringend ben&#246;tigten Spiegel vorh&#228;lt.<br />&nbsp;<br />Vor nicht allzulanger Zeit haben wir 60 Jahre Grundgesetz gefeiert (na ja, im Groben), in einer Phase, in der unsere Politiker sich als &#228;rgste Feinde eben dieses Grundgesetzes generieren, denn wie sollte es anders zu erkl&#228;ren sein, da&#223; das Bundesverfassungsgericht in sch&#246;ner Regelm&#228;&#223;igkeit Gesetze einkassiert, weil sie gegen das Grundgesetz versto&#223;en? Erich K&#228;stners Schriften der fr&#252;hen Jahre der Bundesrepublik lassen insofern aufmerken, da&#223; es wohl schon von Beginn an Politikersport war, das Grundgesetz auszuh&#246;hlen, kaum da&#223; es verabschiedet war.<br />&nbsp;<br /> <a href="http://www.mansol.de/2010/03/06/erich-kaestner-die-kleine-freiheit-teil-2/" class="more-link">(weiterlesen&#8230;)</a></p>
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		<title>Erich K&#228;stner – der t&#228;gliche Kram (Teil 1)</title>
		<link>http://www.mansol.de/2010/02/23/erich-kaestner-der-taegliche-kram-teil-1/</link>
		<comments>http://www.mansol.de/2010/02/23/erich-kaestner-der-taegliche-kram-teil-1/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 15:52:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frank</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

		<category><![CDATA[Menschen]]></category>

		<category><![CDATA[Musik]]></category>

		<category><![CDATA[Denken]]></category>

		<category><![CDATA[Erich Kästner]]></category>

		<category><![CDATA[Gedicht]]></category>

		<category><![CDATA[Krieg]]></category>

		<category><![CDATA[Satire]]></category>

		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.mansol.de/?p=553</guid>
		<description><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Heute ist Erich K&#228;stners Geburtstag – w&#252;rde er noch leben, w&#228;re er heute 111 Jahre alt. In meinem <a href="http://www.mansol.de/2010/02/14/maskenball-im-hochgebirge-in-memoriam-erich-kaestner/">ersten Beitrag</a> &#252;ber K&#228;stner hatte ich geschrieben, da&#223; ich es sehr bedauerlich finde, da&#223; dieser Autor fast ausschlie&#223;lich mit Kinderb&#252;chern und seichteren Unterhaltungsromanen in Erinnerung ist und leider weniger mit seinen Gedichten, dem Roman „Fabian“ und den Schriften, die von ihm nach 1945 erschienen sind.<br />&nbsp;<br />Darum m&#246;chte ich in zwei Beitr&#228;gen auf zwei B&#252;cher aufmerksam machen, die eine Fundgrube f&#252;r jeden sind, der etwas Verl&#228;&#223;liches &#252;ber die unmittelbare Zeit nach dem Zusammenbruchs des Nationalsozialistischen Deutschlands erfahren will: „Der t&#228;gliche Kram – Chansons und Prosa von 1945 – 1948“ und „Die kleine Freiheit – Chansons und Prosa von 1949 – 1952“. Zuvor allerdings gibt es noch einen kurzen Abri&#223; zu Erich K&#228;stners (&#220;ber-) Leben von 1933 bis 1945, zum besseren Verst&#228;ndnis.<br />&nbsp;<br /><span id="more-553"></span><a class="shutter" href="http://www.mansol.de/wp-content/2010/02/erich_kaestner_3_buecherwebk.jpg" alt="Erich K&#228;stner Buchcover 1946 - 1952" title="Erich K&#228;stner B&#252;cher 1946 - 1952 (hier nat&#252;rlich neue Cover)"><img class="logoleft" src="http://www.mansol.de/wp-content/2010/02/erich_kaestner_3_buecherwebk.jpg" alt="Erich K&#228;stner Buchcover 1946 - 1952" title="Erich K&#228;stner B&#252;cher 1946 - 1952 (hier nat&#252;rlich neue Cover)" width="101" height="160"></a><strong>Vier Gedichtb&#228;nde bis zum Jahr 1933</strong><br />&nbsp;<br />Bis 1933 hatte Erich K&#228;stner neben Kinderromanen und Filmbearbeitungen derselben, neben dem Roman „Fabian – Geschichte eines Moralisten“ (1931) und einem H&#246;rspiel, vier Gedichtb&#228;nde ver&#246;ffentlicht: „Herz auf Taille“ (1928), „L&#228;rm im Spiegel“ (1929), „Ein Mann gibt Auskunft“ (1930) und „Gesang zwischen den St&#252;hlen“ (1932).<br />Im letztgenannten Band findet sich ein Gedicht von K&#228;stner, das seine Haltung zum NS-Regime deutlich zum Ausdruck bringt, daher m&#246;chte ich es nun zitieren:<br />&nbsp;<br />
<blockquote>Das F&#252;hrerproblem, genetisch betrachtet<br />&nbsp;<br />Als Gott am ersten Wochenende<br />die Welt besah, und siehe, sie war gut,<br />da rieb er sich vergn&#252;gt die H&#228;nde.<br />Ihn packte eine Art von &#220;bermut.<br />&nbsp;<br />Er blickte stolz auf seine Erde<br />und sah Tuberkeln, Standard Oil und Waffen.<br />Da kam aus Deutschland die Beschwerde:<br />„Du hast vers&#228;umt, uns F&#252;hrer zu erschaffen!“<br />&nbsp;<br />Gott war best&#252;zt. Man kann’s verstehn.<br />„Mein liebes deutsches Volk“, schrieb er zur&#252;ck,<br />„es mu&#223; halt ohne F&#252;hrer gehen.<br />Die Sch&#246;pfung ist vorbei. Gr&#252;&#223; Gott. Viel Gl&#252;ck.“<br />&nbsp;<br />Nun standen wir mit ohne da,<br />der Weltgeschichte freundlichst &#252;berlassen.<br />Und: Alles, was seitdem geschah,<br />ist ohne diesen Hinweis nicht zu fassen.<br />&nbsp;</p></blockquote>
<p>&nbsp;<br />Freilich hatte Erich K&#228;stner zu diesem Zeitpunkt noch keine Ahnung, welche Greueltaten die Nationalsozialisten noch ver&#252;ben w&#252;rden – doch die Menschen, die aufgrund egoistischer Motive und durch Dummheit, Bequemlichkeit, Desinteresse an der Politik und durch Verblendung die Machtergreifung der Nazis erst erm&#246;glicht hatten, die hatten an K&#228;stner einen, der ihnen den Spiegel vorhielt, auch als sie alle nichts mehr davon wissen wollten, nach 1945.<br />&nbsp;<br />In seiner ersten Buchver&#246;ffentlichung in Deutschland nach dem Zusammenbruch des 3. Reichs, dem Band „Bei Durchsicht meiner B&#252;cher“, findet sich dieses Gedicht in der Auswahl der Gedichte zur Wiederver&#246;ffentlichung, die er getroffen hatte. Das kam sicher nicht von ungef&#228;hr. Als die Nazis an die Macht kamen und nach dem Reichstagsbrand freie Bahn hatten zum Umbau der Gesellschaft in Deutschland, befand sich K&#228;stner gerade in Z&#252;rich. Obwohl ihm Kollegen, Freunde und andere gutmeinende Menschen rieten, nicht nach Deutschland zur&#252;ckzukehren, tat er es.<br />&nbsp;<br /><strong>Einer von 24</strong><br />&nbsp;<br />Im Mai 1933 war sein Name einer von 24 Namen, „mit denen der Minister f&#252;r literarische Feuerbestattung seinen Ha&#223; artikulierte“ (K&#228;stner 1957), und das bedeutete Publikationsverbot in Deutschland. K&#228;stner wurde nat&#252;rlich unter Beobachtung gestellt, zwei mal verhaftet und konnte sich finanziell nur deshalb &#252;ber Wasser halten, weil ihm erlaubt wurde, im Ausland zu ver&#246;ffentlichen (was dem Regime gutes Geld in Form von Tantiemen und Devisen einbrachte!).<br />&nbsp;<br />„Doktor Erich K&#228;stners Lyrische Hausapotheke“, der 1936 in der Schweiz erschien, enthielt infolgedessen nur unpolitische und aus Sicht des Regimes unbedenkliche Gedichte; auch die Romane K&#228;stners waren dementsprechend harmlos (er ver&#246;ffentlichte im Ausland zwischen 1934 und 1945 insgesamt neben dem o.g. Gedicht-Auswahlband zwei Kinderromane und drei Erwachsenenromane, darunter auch „Drei M&#228;nner im Schnee“). Au&#223;erdem verfa&#223;te er unter Pseudonym das Drehbuch f&#252;r den M&#252;nchhausen-Film mit Hans Albers, der mitten im Krieg die Menschen bei Laune halten sollte.<br />&nbsp;<br />Kurz vor Zusammenbruch des 3. Reichs schleuste ihn ein befreundeter Filmemacher aus Berlin raus, nach Tirol, das Ende des Krieges erlebte K&#228;stner in M&#252;nchen. Aus diesen Zeiten stammt sein erst 1961 ver&#246;ffentlichtes Tagebuch „Notabene 45“, das den Wahnsinn eines heruntergekommen Landes und Volkes mit sehr genauer Beobachtungsgabe noch einmal aufleben l&#228;&#223;t.<br />&nbsp;<br />K&#228;stner war nicht emigriert, er blieb in Deutschland, seiner Mutter wegen, und um Augenzeuge der kommenden Greuel zu sein. Er wollte den Roman der Nazidiktatur schreiben (was er freilich nicht getan hat – doch „Notabene 45“ ist „Ersatz“ genug), und er wollte dabei gewesen sein, als zuk&#252;nftiger Ankl&#228;ger.<br />&nbsp;<br /><strong>Die ersten Jahre nach dem Zusamenbruchs des 3. Reichs</strong><br />&nbsp;<br />Nach Kriegsende wurde aus dem Ankl&#228;ger kein Verurteilender, sondern eher ein Erinnerer und Mahner, genutzt hat es nicht viel, denn Autoren wie Erich K&#228;stner, die den Menschen den Spiegel vorhalten mit Worten wie: „…wir m&#252;ssen der Vergangenheit ins Gesicht sehen. Es ist ein Medusengesicht, und wir sind ein verge&#223;liches Volk… Die Vergangenheit mu&#223; reden, und wir m&#252;ssen zuh&#246;ren&#8230;“ waren und sind nie beliebt und werden es auch niemals sein.<br />&nbsp;<br />Und so ist es nat&#252;rlich geradezu ironisch und selbsterkl&#228;rend, da&#223; nicht der Erich K&#228;stner erinnert wird, der uns an die zw&#246;lf dunkelsten und widerlichsten Jahre in der Geschichte Deutschlands gemahnt und nach 1945 vorf&#252;hrt, wie die Menschen versuchen, sich ihrer Verantwortung zu entziehen, und welch skurrile Dinge in diesem Zuge passieren – sondern der nette, unterhaltsame, positive Erich K&#228;stner, mit den h&#252;bschen Romanen und Kinderb&#252;chern.<br />&nbsp;<br />Der Erich K&#228;stner der Jahre 1945 bis 1956 (da erschien „Die Schule der Diktatoren“, ein B&#252;hnenst&#252;ck, in dem K&#228;stner deutlich zum Ausdruck bringt, da&#223; Diktatoren nichts weiter sind als Marionetten, austauschbar, fremdgesteuert; und da&#223; Diktaturen immer und immer wieder mit den gleichen Mechanismen agieren, auf die die Menschen seltsamerweise immer wieder aufs Neue hereinfallen) ist n&#228;mlich ein Unbequemer, einer, der Finger in Wunden legt und mit seinen Beitr&#228;gen f&#252;r Magazine, Zeitschriften und das Kabarett best&#228;ndig die unausgesprochene Frage stellt: Wie konnte das passieren? Warum habt Ihr da alle so kritiklos mitgemacht? Warum verdr&#228;ngt Ihr das nun?<br />&nbsp;<br /><strong>Der t&#228;gliche Kram ist manchmal wichtiger als das hehre Ideal</strong><br />&nbsp;<br />In „Der t&#228;gliche Kram“ schildert er u.a., warum er sich hat breitschlagen lassen, als Redakteur zu arbeiten, anstatt sich endlich wieder dem Schriftstellern zu widmen, was ihm zw&#246;lf Jahre lang verboten gewesen war; er erinnert an solche Perfidit&#228;ten wie „offene Rechnungen“, die sich auf Hinrichtungen beziehen, die das Regime den Hinterbliebenen in Rechnung stellte; es findet sich die Forderung nach einer neuen Geschichtsschreibung, die nicht mehr machthungrige K&#246;nige huldigt und falschen Heldenmut beg&#252;nstigt; er beschreibt, wie mit der „Entnazifizierung“ umgegangen wird und vieles mehr – es ist mitunter sehr entlarvend, wie wenig Menschen bereit sind, sich zu &#228;ndern und weiterzuentwickeln.<br />&nbsp;<br />Am Schlu&#223; des Bands gibt’s noch eine kurze wahre Geschichte, die alles auf den Punkt bringt. Zu Dreharbeiten wurden 1948 f&#252;r Dreharbeiten an einem Film in Tirol Statisten gesucht, die SS-Schergen spielen sollten, die einen Bus durchsuchen. Da der Job gut bezahlt war fanden sich diese Statisten schnell, auch die Statistenrollen diverser Businsassen waren rasch besetzt. Am Ende des Drehs blieb ein alter Herr wie paralysiert im Bus sitzen, weil er vor Schreck nicht hatte aussteigen k&#246;nnen, und der Regisseur versuchte, den Mann zu beruhigen.<br />&nbsp;<br />„Wir drehen einen zeitnahen Film, wissen Sie. Dazu braucht man SS-M&#228;nner. Die Szene, die Sie eben erlebt haben, hat weder mit dem Film noch mit der Wirklichkeit etwas zu tun…die Buam sind Lausbuam, sie sind harmlose Hirten und Skilehrer aus dem Dorf hier.“ Doch der alte Mann erwiderte: „Ich habe in dieser Gegend &#246;fter mit der SS zu tun gehabt, Herr Regisseur. Sie haben gut ausgew&#228;hlt, Herr Regisseur. Es sind…<em>dieselben</em>!“<br />&nbsp;<br />Im <a href="http://www.mansol.de/2010/03/06/erich-kaestner-die-kleine-freiheit-teil-2/">zweiten Teil</a> stelle ich dann „Die kleine Freiheit“ vor, in der sich Erich K&#228;stner mit der noch jungen Bundesrepublik besch&#228;ftigt – eine bitterb&#246;se Analyse.<br />&nbsp;<br />Zum Ende des heutigen Beitrags, wie auch schon beim <a href="http://www.mansol.de/2010/02/14/maskenball-im-hochgebirge-in-memoriam-erich-kaestner/">vorherigen Artikel</a> zu Erich K&#228;stner, gibt’s nun noch eine Vertonung eines Gedichts (mein zweites K&#228;stner-Musikst&#252;ck).<br />&nbsp;<br />[Hier ist ein Audioclip eingebunden: Bitte den Beitrag im Blog aufrufen, um den Clip abspielen zu k&#246;nnen]<br />&nbsp;<br /><strong><em>Gewisse Ehepaare, 4:46 Minuten, MP3, 160kb</em></strong><br />&nbsp;</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Heute ist Erich K&#228;stners Geburtstag – w&#252;rde er noch leben, w&#228;re er heute 111 Jahre alt. In meinem <a href="http://www.mansol.de/2010/02/14/maskenball-im-hochgebirge-in-memoriam-erich-kaestner/">ersten Beitrag</a> &#252;ber K&#228;stner hatte ich geschrieben, da&#223; ich es sehr bedauerlich finde, da&#223; dieser Autor fast ausschlie&#223;lich mit Kinderb&#252;chern und seichteren Unterhaltungsromanen in Erinnerung ist und leider weniger mit seinen Gedichten, dem Roman „Fabian“ und den Schriften, die von ihm nach 1945 erschienen sind.<br />&nbsp;<br />Darum m&#246;chte ich in zwei Beitr&#228;gen auf zwei B&#252;cher aufmerksam machen, die eine Fundgrube f&#252;r jeden sind, der etwas Verl&#228;&#223;liches &#252;ber die unmittelbare Zeit nach dem Zusammenbruchs des Nationalsozialistischen Deutschlands erfahren will: „Der t&#228;gliche Kram – Chansons und Prosa von 1945 – 1948“ und „Die kleine Freiheit – Chansons und Prosa von 1949 – 1952“. Zuvor allerdings gibt es noch einen kurzen Abri&#223; zu Erich K&#228;stners (&#220;ber-) Leben von 1933 bis 1945, zum besseren Verst&#228;ndnis.<br />&nbsp;<br /> <a href="http://www.mansol.de/2010/02/23/erich-kaestner-der-taegliche-kram-teil-1/" class="more-link">(weiterlesen&#8230;)</a></p>
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		<title>Maskenball im Hochgebirge - in memoriam Erich K&#228;stner</title>
		<link>http://www.mansol.de/2010/02/14/maskenball-im-hochgebirge-in-memoriam-erich-kaestner/</link>
		<comments>http://www.mansol.de/2010/02/14/maskenball-im-hochgebirge-in-memoriam-erich-kaestner/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 14 Feb 2010 13:18:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frank</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Am 23. Februar w&#252;rde Erich K&#228;stner 111 Jahre alt. Zugegeben, keines dieser runden Jubil&#228;en, die mit Zahlenwerten wie 25, 50, 100, 250 usw. operieren; ehrlich gesagt ben&#246;tige ich auch nicht wirklich solcherlei Anl&#228;sse und Begr&#252;ndungen, um mich einem jener Menschen zu widmen, der mich beeindruckt hat und mit dazu beitrug, da&#223; mein Leben die Richtung nahm, die es genommen hat.<br />&nbsp;<br />Tats&#228;chlich liegt der Anla&#223; im Wetter begr&#252;ndet und in der Jahreszeit. Denn hier in Konstanz ist Fasnacht, ein Karneval, der sich doch deutlich von dem im Ruhrgebiet unterscheidet, dem ich allj&#228;hrlich aus dem Weg gegangen bin. Ich feiere zwar auch hier nicht die kalendarisch verordnete Fr&#246;hlichkeit, aber ich kann sie gelassener hinnehmen, da ich in dieser Gegend zumindest das Aufgreifen echter Tradition wahrnehmen kann. Nun, und dieses Jahr versinkt die Fasnacht im Schnee, denn der will einfach nicht aufh&#246;ren zu fallen.<br />&nbsp;<br /><span id="more-542"></span>Da pa&#223;t so ein Gedicht wie „Maskenball im Hochgebirge“ schon sehr gut, finde ich. Das Gedicht hat auch genau jenen k&#228;stnertypischen bei&#223;enden Humor, der den einen Teil der Gedichte und kurzen Essays ausmacht und sich mit dem anderen Teil, dem der melancholischen und leisen T&#246;ne, best&#228;ndig abwechselt. Worauf mensch sich jedoch immer verlassen kann bei den Gedichten von K&#228;stner sind die scharfe, fast sezierende Beobachtungsgabe und die Ehrlichkeit in der Beschreibung von Zust&#228;nden, auch die seelischer Art.<br />&nbsp;<br /><a class="shutter" href="http://www.mansol.de/wp-content/2010/02/505px-dresden_albertplatz_kaestner-denkmal_von_eike-kuntsche_2_autor_x-weinzar_webkkk.jpg" alt="Erich K&#228;stner Denkmal in Dresden - Foto von X-Weinzar Lizenz GNU und CC" title="Erich K&#228;stner Denkmal in Dresden - Foto von X-Weinzar Lizenz GNU und CC"><img class="logoleft" src="http://www.mansol.de/wp-content/2010/02/505px-dresden_albertplatz_kaestner-denkmal_von_eike-kuntsche_2_autor_x-weinzar_webkkk.jpg" alt="Erich K&#228;stner Denkmal in Dresden - Foto von X-Weinzar Lizenz GNU und CC" title="Erich K&#228;stner Denkmal in Dresden - Foto von X-Weinzar Lizenz GNU und CC" width="140" height="167"></a><strong>Erich K&#228;stner, Zeitkritiker und Moralist</strong><br />&nbsp;<br />Ich finde es bedauerlich, da&#223; immer noch viel zu viele Menschen den Namen Erich K&#228;stner lediglich mit Kinderb&#252;chern und leichter Unterhaltung assoziieren.<br />&nbsp;<br />Sicher sind „Kn&#246;pfchen und Anton“, „Emil und die Detektive“, „Das fliegende Klassenzimmer“ und „Das doppelte Lottchen“ v&#246;llig zu recht Evergreens der Kinder- und Jugendliteratur; nat&#252;rlich sind „Drei M&#228;nner im Schnee“ und „Der kleine Grenzverkehr“ wundersch&#246;ne Erz&#228;hlungen; doch Erich K&#228;stner hat sich auch als Kritiker seiner Zeit bet&#228;tigt, gar nicht so sehr viel anders als bspw. Kurt Tucholsky, vielleicht ein bi&#223;chen lyrischer und leiser, und wohl auch nicht so sehr dem Tagesgeschehen zugewandt, mag sein.<br />&nbsp;<br />Doch seine Gedichte, die er selbst „Gebrauchsgedichte“ genannt hat und von denen viele aus den 1920er bis 1950er Jahren stammen, sind auch heute noch lesenswert und mitunter erstaunlich aktuell – sofern es einen erstaunen kann, wie wenig sich anscheinend in den Herzen und K&#246;pfen der Menschen &#228;ndert, und wie oft sie auf ein- und dieselben L&#252;gner und Gauner hereinzufallen scheinen, m&#246;gen sie nun Hitler oder Honecker, Kohl oder Strau&#223;, Schr&#246;der, Merkel oder Westerwelle hei&#223;en oder Industrielle und Bankster sein.<br />&nbsp;<br />Wer z.B. die  Gedichtsammlung „Dr. Erich K&#228;stners lyrische Hausapotheke“ zur Hand nimmt, die erstmals 1936 in der Schweiz erschien (denn im nationalsozialistischen Deutschland hatte K&#228;stner seit 1933 Publikationsverbot), findet beim St&#246;bern m&#252;helos immer wieder Gedichtzeilen, die Zust&#228;nde beschreiben, die damals wie heute immer noch die gleichen sind. Kostproben gef&#228;llig?<br />&nbsp;<br />
<blockquote>Wir reisen alle im gleichen Zug<br />zur Gegenwart in spe.<br />Wir sehen hinaus. Wir sahen genug.<br />Wir sitzen alle im gleichen Zug.<br />Und viele im falschen Coupè.<br />&nbsp;<br />(aus: <em>Das Eisenbahngleichnis</em>)<br />&nbsp;</p>
<p>&nbsp;<br />Einst haben die Kerls auf den B&#228;umen gehockt,<br />behaart und mit b&#246;ser Visage.<br />Dann hat man sie aus dem Urwald gelockt,<br />und die Welt asphaltiert und aufgestockt,<br />bis zur 30. Etage.<br />…<br />&nbsp;<br />Sie h&#246;ren weit. Sie sehen fern.<br />Sie sind mit dem Weltall in F&#252;hlung.<br />Sie putzen die Z&#228;hne. Sie atmen modern.<br />Die Erde ist ein gebildeter Stern<br />mit sehr viel Wassersp&#252;lung.<br />…<br />&nbsp;<br />So haben sie mit dem Kopf und dem Mund<br />den Fortschritt der Menschheit geschaffen.<br />Doch davon mal abgesehen und<br />bei Lichte betrachtet, sind sie im Grund<br />noch immer die alten Affen.<br />&nbsp;<br />(aus: <em>Entwicklung der Menschheit</em>)<br />&nbsp;</p>
<p>&nbsp;<br />Streichh&#246;lzer! Kaufen Sie Streichh&#246;lzer!<br />Drei Schachteln zwanzig!<br />&nbsp;<br />Vater kriegt zehn Mark Unterst&#252;tzung<br />und Mutter ein kleines Gesicht.<br />…<br />&nbsp;<br />Mit braunen und schwarzen Schn&#252;rsenkeln<br />verdient man nat&#252;rlich mehr.<br />Doch da brauchte ich erst mal drei Mark.<br />Und wo nehm ich die her?<br />&nbsp;<br />Streichh&#246;lzer! Braune und schwarze Streichh&#246;lzer!<br />Drei Paar zwanzig…<br />&nbsp;<br />(aus: <em>Der Streichholzjunge</em>)<br />&nbsp;</p></blockquote>
<p>&nbsp;<br />Erich K&#228;stner ist auch ein Meister der &#220;berschriften. Alleine die Betitelung der Gedichte, die in diesem Band versammelt sind, lassen oft unwillk&#252;rlich aufmerken, ob „Sachliche Romanze“, „Vornehme Leute, 1200 Meter hoch“, „Monolog mit verteilten Rollen“, „Selbstmord im Familienbad“ oder auch „Ganz vergebliches Gel&#228;chter“ - h&#228;ufig wird bereits im Titel ganz offen die Stimmungslage benannt, in der das Gedicht daherkommt.<br />&nbsp;<br /><strong>K&#228;stner-Gedichte eignen sich sehr gut zur Vertonung</strong><br />&nbsp;<br />Auch „Maskenball im Hochgebirge“ entstammt dieser Sammlung. Wie schon gesagt, es pa&#223;t ganz gut in die Zeit und auch zum Wetter, und es ist eines der drei Gedichte dieses Bandes, die ich vertont habe. Diese Arbeiten wiederum sind mittlerweile auch schon gut 20 Jahre alt. Und die Gedichte entdeckte ich durch ein anderes Gedicht, das zuvor vertont wurde, die „Sachliche Romanze“, interpretiert von Hermann van Veen (dessen Live-Alben ich &#252;brigens jedem empfehlen kann, der Liedermacher, Entertainer, Clowns und wirklich gute Musik mag).<br />&nbsp;<br />Dieser Interpretation habe ich es zu verdanken, da&#223; ich den Lyriker in Erich K&#228;stner kennenlernte, das war Mitte der 1980er. Ende der 1980er hatte ich mir zw&#246;lf Gedichte ausgeguckt, die ich vertonen wollte – auf eine Weise, die es m&#246;glich machen sollte, diese St&#252;cke auch mit einer kleinen Combo live auf der B&#252;hne vortragen zu k&#246;nnen, mit einfachster Instrumentierung.<br />&nbsp;<br />Letztendlich habe ich es geschafft, drei Gedichte so zu vertonen, da&#223; ich damit zufrieden bin. Bei den &#252;brigen waren die musikalischen Ideen entweder nicht fundiert genug, gefielen mir nicht oder gingen sogar voll daneben; dazu kam dann irgendwann akuter Zeitmangel hinzu, und so starb diese Idee heimlich, still und leise den Gnadentod, so da&#223; eben lediglich drei Aufnahmen existieren: „Maskenball im Hochgebirge“, „Gewisse Ehepaare“ und „Goldne Jugendzeit“ (von Gesang bis zu den Instrumenten habe ich da alles in Eigenregie gemacht).<br />&nbsp;<br />Ich beabsichtige, in den n&#228;chsten Wochen noch einige Beitr&#228;ge mehr zu Erich K&#228;stner zu schreiben, unter anderem m&#246;chte ich dann den Roman „Fabian. Geschichte eines Moralisten“ besprechen und empfehlen, denn in diesem Roman Ende der 1920er Jahre schildert K&#228;stner das nahende Ende der Weimarer Republik und das Aufkommen der Nazis und macht &#252;ber seinen Hauptprotagonisten Fabian eben auch keinen Hehl daraus, was er davon h&#228;lt. Das Schreib- und Publikationsverbot hat K&#228;stner nicht zuletzt eben auch diesem Roman zu verdanken.<br />&nbsp;<br />Auch mit dem Lyriker und Essayisten K&#228;stner werde ich mich noch besch&#228;ftigen, denn unmittelbar nach Kriegsende und dem Zusammenbruch des 3. Reiches publizierte er wieder und hielt so manchem Deutschen unangenehmerweise den Spiegel vor, zu lesen unter anderem in den Ausgaben „<a href="http://www.mansol.de/2010/02/23/erich-kaestner-der-taegliche-kram-teil-1/">Der t&#228;gliche Kram, Chansons und Prosa 1945 – 1948</a>“ und „Die kleine Freiheit, Chansons und Prosa 1949 – 1952“. Tja, und die beiden anderen Vertonungen werde ich dann in diesen Kontexten sicher auch noch hier einstellen.<br />&nbsp;<br />[Hier ist ein Audioclip eingebunden: Bitte den Beitrag im Blog aufrufen, um den Clip abspielen zu k&#246;nnen]<br />&nbsp;<br /><em><strong>Maskenball im Hochgebirge, 4:08 Minuten, MP3, 160kb</strong></em><br />&nbsp;</p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Am 23. Februar w&#252;rde Erich K&#228;stner 111 Jahre alt. Zugegeben, keines dieser runden Jubil&#228;en, die mit Zahlenwerten wie 25, 50, 100, 250 usw. operieren; ehrlich gesagt ben&#246;tige ich auch nicht wirklich solcherlei Anl&#228;sse und Begr&#252;ndungen, um mich einem jener Menschen zu widmen, der mich beeindruckt hat und mit dazu beitrug, da&#223; mein Leben die Richtung nahm, die es genommen hat.<br />&nbsp;<br />Tats&#228;chlich liegt der Anla&#223; im Wetter begr&#252;ndet und in der Jahreszeit. Denn hier in Konstanz ist Fasnacht, ein Karneval, der sich doch deutlich von dem im Ruhrgebiet unterscheidet, dem ich allj&#228;hrlich aus dem Weg gegangen bin. Ich feiere zwar auch hier nicht die kalendarisch verordnete Fr&#246;hlichkeit, aber ich kann sie gelassener hinnehmen, da ich in dieser Gegend zumindest das Aufgreifen echter Tradition wahrnehmen kann. Nun, und dieses Jahr versinkt die Fasnacht im Schnee, denn der will einfach nicht aufh&#246;ren zu fallen.<br />&nbsp;<br /> <a href="http://www.mansol.de/2010/02/14/maskenball-im-hochgebirge-in-memoriam-erich-kaestner/" class="more-link">(weiterlesen&#8230;)</a></p>
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		<title>Goethe gechannelt</title>
		<link>http://www.mansol.de/2010/02/07/goethe-gechannelt/</link>
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		<pubDate>Sun, 07 Feb 2010 12:40:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frank</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

		<category><![CDATA[Psychonautik]]></category>

		<category><![CDATA[Goethe]]></category>

		<category><![CDATA[Kulturgeschichte]]></category>

		<category><![CDATA[Phantastik]]></category>

		<category><![CDATA[Satire]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Heute ist zwar bereits der 7. Februar, doch es ist der erste Sonntag des Monats, und so feiere ich ein kleines und wohl nur mir wichtiges Jubil&#228;um. Der 1. Februar des letzten Jahres war ebenfalls der erste Sonntag, und an diesem Tag ging dieses Blog online, damit ich mir selbst einen Ausgleich schaffen konnte zur Tagespolitik, der ich es unseligerweise erlaubt hatte, mein damaliges Blog &#8220;Amok Koma&#8221; zum Schlu&#223; so derartig zu dominieren, da&#223; ich nahe dran war, geistig zu ver&#246;den.<br />&nbsp;<br />Er&#246;ffnet wurde mit <a href="http://www.mansol.de/2009/02/01/als-den-gelehrten-astronomen-ich-hoerte/">Walt Whitman und einem meiner Lieblingsgedichte</a> von ihm. Bemerkenswerterweise – es war mir zu diesem Zeitpunkt gar nicht bewu&#223;t – war 2009 auch das Jahr der <a href="http://www.mansol.de/tag/astronomie/">Astronomie</a>, und es finden sich recht viele Beitr&#228;ge in diesem Blog (das war dann schon mehr oder weniger beabsichtigt), die das Thema zumindest streifen. Nun, dieses kleine Jubil&#228;um m&#246;chte ich nun mit einem Dichter begehen, an dem wohl kein(e) Deutsche(r) vorbeikommt, obs gef&#228;llt oder nicht.<br />&nbsp;<br /><span id="more-532"></span>Der folgende Beitrag ist ein Repost, denn er wurde vor etwa zwei Jahren bereits bei &#8220;Amok Koma&#8221; ins Netz gestellt und war eines der ersten Beitr&#228;ge vom <a href="http://www.magnifikatz.de/">Chef</a>, meinem Katzer, der mich auf schnodderige Weise beim Bloggen unterst&#252;tzte, lange bevor &#8220;Amok Koma&#8221; ins Verkrampfte abglitt. Ich wurde im letzten Jahr &#246;fter mal drauf angesprochen, ob ich den einen oder anderen Beitrag von &#8220;Amok Koma&#8221; wieder ins Netz stellen k&#246;nnte. Das w&#252;rde ich ja gern bei einigen wenigen Texten tun, aber ich habe mir nie Sicherheitskopien gemacht und nur wenige Texte vorgeschrieben, daher ist da nichts zu machen.<br />&nbsp;<br /><a class="shutter" href="http://www.mansol.de/wp-content/2010/02/goethe_1828web.jpg" alt="Gem&#228;ldeausschnitt Goethe im 70. Lebensjahr" title="Gem&#228;ldeausschnitt Goethe im 70. Lebensjahr"><img class="logoleft" src="http://www.mansol.de/wp-content/2010/02/goethe_1828web.jpg" alt="Gem&#228;ldeausschnitt Goethe im 70. Lebensjahr" title="Gem&#228;ldeausschnitt Goethe im 70. Lebensjahr" width="120" height="166"></a>Allerdings finde ich das auch nicht sonderlich tragisch, denn die meisten Texte waren auf die Tagespolitik bezogen und haben aufgrunddessen auch keinen Erhaltungswert an sich, so wie die meisten tagesjournalistischen (hey, ein Pleonasmus!) Texte &#252;berhaupt in der Regel keinerlei Wert haben, zumindest nicht mehr heutzutage. Aber ich will hier nicht schwafeln, sondern lieber Goethe das Wort erteilen, den ich vor rund zwei Jahren gechannelt (glauben Sie das!) und zu Deutschland, seinen Menschen und seiner Politik befragt habe.<br />&nbsp;<br />Nun, ich mu&#223; gestehen, seitdem hat zwar die Regierung gewechselt, grundlegende &#196;nderungen haben sich jedoch nicht ergeben, so da&#223; ich das gechannelte Gespr&#228;ch mit Goethe durchaus noch einmal einstellen kann, da alles, was er zu den befragten Themen zu sagen wu&#223;te, nach wie vor ohne Einschr&#228;nkung gilt.<br />Nachfolgend also die Aufzeichnung des Channelings.<br />&nbsp;<br />&nbsp;<br /><strong>Goethe gechannelt – 7 Fragen zu Deutschland</strong><br />&nbsp;<br />
1. Frage: Wie beurteilt Goethe die heutige politische Lage?<br />&nbsp;<br />Antwort:<br /><em>Das Ungl&#252;ck ist im Staat, da&#223; niemand leben und genie&#223;en, sondern jeder regieren will. Es ist ferner kein Ernst da, der ins Ganze geht, kein Sinn, dem Ganzen etwas zuliebe zu tun, sondern man trachtet nur, wie man sein eigenes Selbst bemerklich mache und es vor der Welt zu m&#246;glicher Evidenz bringe. Ja, viele kommen zur Erkenntnis des Vollendeten und ihrer eigenen Unzul&#228;nglichkeit nie und produzieren Halbheiten bis an ihr Ende.</em><br />&nbsp;<br />2. Frage: Was h&#228;lt Goethe von den Menschen?<br />&nbsp;<br />Antwort:<br /><em>Ich h&#228;tte die Erb&#228;rmlichkeit der Menschen und wie wenig ihnen um wahrhaft gro&#223;e Zwecke zu tun ist, nie so kennengelernt, wenn ich mich nicht durch meine naturwissenschaftlichen Bestrebungen an ihnen versucht h&#228;tte. Es scheint, da&#223; die g&#252;tige Natur allen denen, die bei ihr in h&#246;herer Hinsicht zu kurz gekommen sind, die Einbildung und den D&#252;nkel als vers&#246;hnendes Ausgleichungs- und Erg&#228;nzungsmittel gegeben hat.</em><br />&nbsp;<br />3. Frage: Da er es selbst kurz angeschnitten hat, was h&#228;lt Goethe von der Wissenschaft heutzutage?<br />&nbsp;<br />Antwort:<br /><em>Den meisten ist die Wissenschaft nur etwas, insofern sie davon leben, und da&#223; sie sogar den Irrtum verg&#246;ttern, wenn sie davon ihre Existenz haben.</em><br />&nbsp;<br />4. Frage: Und was sagt Goethe zur Gesellschaft?<br />&nbsp;<br />Antwort:<br /><em>Es geht uns alten Europ&#228;ern mehr oder weniger allen herzlich schlecht; unsere Zust&#228;nde sind viel zu k&#252;nstlich und kompliziert; unsere Nahrung und unsere Lebensweise ist ohne die rechte Natur, und unser geselliger Verkehr ohne eigentliche Liebe und Wohlwollen - jedermann ist fein und h&#246;flich, aber niemand hat den Mut, gem&#252;tlich und wahr zu sein, so da&#223; ein redlicher Mensch mit nat&#252;rlicher Neigung und Gesinnung einen recht b&#246;sen Stand hat.</em><br />&nbsp;<br />5. Frage: Apropos, da stellt sich die Frage zur heutigen Jugend.<br />&nbsp;<br />Antwort:<br /><em>Es geht bei uns alles dahin, die liebe Jugend fr&#252;hzeitig zahm zu machen und alle Natur, alle Originalit&#228;t und alle Wildheit auszutreiben, so da&#223; am Ende nichts &#252;brigbleibt als der Philister</em> (Anm.:Spie&#223;er, engstirnig, engherzig). <em>Ach, wenn ich die Studenten sehe - kurzsichtig, bla&#223;, mit eingefallener Brust, das ist das Bild der meisten, wie sie sich mir darstellen. Von gesunden Sinnen und Freude am Sinnlichen ist bei ihnen keine Spur, alles Jugendgef&#252;hl und alle Jugendlust ist bei ihnen ausgetrieben, und zwar unwiderbringlich; denn wenn einer in seinem zwanzigsten Jahre nicht jung ist, wie soll er es erst in seinem vierzigsten sein!</em><br />&nbsp;<br />6. Frage: Nat&#252;rlich auch noch eine Frage zur Literatur und Schreibe allgemein.<br />&nbsp;<br />Antwort:<br /><em>Mangel an Charakter der einzelnen forschenden und schreibenden Individuen ist die Quelle alles &#220;bels unserer neuesten Literatur. Besonders in der Kritik zeigt dieser Mangel sich zum Nachteil der Welt, indem er entweder Falsches f&#252;r Wahres verbreitet, oder durch ein &#228;rmliches Wahre uns um etwas Gro&#223;es bringt, das uns besser w&#228;re.</em><br />&nbsp;<br />7. und letzte Frage: Hat Goethe f&#252;r uns einen Tip, um es besser zu machen?<br />&nbsp;<br />Antwort:<br /><em>Sehr viel ist zu erreichen durch Strenge, mehr durch Liebe. Das meiste aber durch Einsicht und eine unparteiische Gerechtigkeit, bei der kein Ansehen der Person gilt. Aber eben, weil wir mehr sein wollen und &#252;berall einen gro&#223;en Apparat von Philosophie und Hypothesen mit uns herumf&#252;hren, verderben wir es.</em><br />&nbsp;<br />&nbsp;<br />&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br />&nbsp;<br />Tja, soweit dieses Channeling mit Jottpunktwepunkt. Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzuf&#252;gen, au&#223;er, da&#223; ich kurze Zeit darauf auch noch ein Channeling mit Schiller machen wollte, doch der hatte keine Zeit; au&#223;erdem roch es die ganze Zeit &#252;ber w&#228;hrend dieser Bem&#252;hungen nach faulen &#196;pfeln, so da&#223; ich doch ganz froh war, da&#223; dieses Channeling letztendlich nicht zustande kam.<br />&nbsp;</p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Heute ist zwar bereits der 7. Februar, doch es ist der erste Sonntag des Monats, und so feiere ich ein kleines und wohl nur mir wichtiges Jubil&#228;um. Der 1. Februar des letzten Jahres war ebenfalls der erste Sonntag, und an diesem Tag ging dieses Blog online, damit ich mir selbst einen Ausgleich schaffen konnte zur Tagespolitik, der ich es unseligerweise erlaubt hatte, mein damaliges Blog &#8220;Amok Koma&#8221; zum Schlu&#223; so derartig zu dominieren, da&#223; ich nahe dran war, geistig zu ver&#246;den.<br />&nbsp;<br />Er&#246;ffnet wurde mit <a href="http://www.mansol.de/2009/02/01/als-den-gelehrten-astronomen-ich-hoerte/">Walt Whitman und einem meiner Lieblingsgedichte</a> von ihm. Bemerkenswerterweise – es war mir zu diesem Zeitpunkt gar nicht bewu&#223;t – war 2009 auch das Jahr der <a href="http://www.mansol.de/tag/astronomie/">Astronomie</a>, und es finden sich recht viele Beitr&#228;ge in diesem Blog (das war dann schon mehr oder weniger beabsichtigt), die das Thema zumindest streifen. Nun, dieses kleine Jubil&#228;um m&#246;chte ich nun mit einem Dichter begehen, an dem wohl kein(e) Deutsche(r) vorbeikommt, obs gef&#228;llt oder nicht.<br />&nbsp;<br /> <a href="http://www.mansol.de/2010/02/07/goethe-gechannelt/" class="more-link">(weiterlesen&#8230;)</a></p>
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		<title>Avatar, Afghanistan und Amoralit&#228;t</title>
		<link>http://www.mansol.de/2010/01/30/avatar-afghanistan-und-amoralitaet/</link>
		<comments>http://www.mansol.de/2010/01/30/avatar-afghanistan-und-amoralitaet/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 30 Jan 2010 14:23:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frank</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Film]]></category>

		<category><![CDATA[Menschen]]></category>

		<category><![CDATA[Natur]]></category>

		<category><![CDATA[Intuition]]></category>

		<category><![CDATA[Krieg]]></category>

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		<category><![CDATA[Science Fiction]]></category>

		<category><![CDATA[Seele]]></category>

		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Was hat James Camerons Film <em><strong>Avatar</strong></em> mit Afghanistan zu tun? Und was hat der Begriff Amoralit&#228;t im Kontext mit Afghanistan und <em><strong>Avatar</strong></em> im Titel zu suchen? Darum geht es in dieser Fortsetzung meines <a href="http://www.mansol.de/2010/01/23/frau-kaessmann-der-krieg-und-die-kritik/">Beitrags von letztem Samstag</a>. Den Schwerpunkt des heutigen Artikels werde ich auf die Ethik legen; ein Begriff, der heute im &#246;ffentlichen Raum keine Rolle mehr zu spielen scheint. Dies finde ich nicht nur sehr bedauerlich, sondern es bereitet mir sogar Sorge, denn wo es an Ethik mangelt, ist es mit der Kultur nicht mehr weit her.<br />&nbsp;<br />Nun m&#246;chte ich allerdings nicht seitenlang abstrakt dar&#252;ber debattieren, was Ethik ist, worin sie sich von Moral unterscheidet und dergleichen mehr. Daher an dieser Stelle ein <a target="_new" href="http://www.philolex.de/ethik.htm">Link zu einer Seite</a>, die recht griffig den Begriff Ethik erl&#228;utert und in Kurzform auf verwandte Begriffe, Art und Herleitung sowie inhaltliche Aussagen und Art und Begr&#252;ndung der Ethik eingeht (die Seite &#246;ffnet sich in einem neuen Fenster). Wenn ich nun also von Ethik spreche, dann meine ich damit explizit eine humanistische, demokratische Ethik.<br />&nbsp;<br /><span id="more-526"></span>Die Konzeption einer solchen Ethik d&#252;rfte am konkreten Wohl des ganzen und des einzelnen Menschen orientiert sein. Unverzichtbare Basis dieses Wohls bilden die sogenannten Grund- und Pers&#246;nlichkeitsrechte: Achtung vor der W&#252;rde des Menschen, das Recht auf Selbstbestimmung, auf Leben, Unversehrtheit, Bildung, Arbeit, auf gleiche Chancen und gleiche Rechte, auf Religions- und Meinungsfreiheit. Nicht von ungef&#228;hr sind diese Grundlagen feste Bestandteile demokratischer Verfassungen.<br />&nbsp;<br />Besonders Staaten mit demokratischen Regierungsformen unterliegen hier einer h&#246;heren Pflicht, wenn es darum geht, in das Leben von Menschen einzugreifen. Denn ob es und gef&#228;llt oder nicht, Bevormundung ist und bleibt Bevormundung, selbst wenn sie vermeintlich der Verbesserung (von Lebensumst&#228;nden, Wahlfreiheit, materielle Grundlagen usw.) dient. Und es ist moralisch nicht sonderlich glaubw&#252;rdig, wenn in ein Land einmarschiert wird, weil es undemokratisch und menschenverachtend agiert – w&#228;hrend zugleich mit anderen undemokratisch und menschenverachtend agierenden L&#228;ndern Gesch&#228;fte gemacht werden.<br />&nbsp;<br /><a class="shutterset" href="http://www.mansol.de/wp-content/2010/01/afghanistan_kabul_river_farm_foto_sven_dirks_wien_gfdl_und_cc_lizenz_webkk.jpg" alt="Afghanistan - Foto: Sven Dirks (GFDL und CC-Lizenz)" title="Afghanistan - Foto: Sven Dirks (GFDL und CC-Lizenz)"><img class="logoleft" src="http://www.mansol.de/wp-content/2010/01/afghanistan_kabul_river_farm_foto_sven_dirks_wien_gfdl_und_cc_lizenz_webkk.jpg" alt="Afghanistan - Foto: Sven Dirks (GFDL und CC-Lizenz)" title="Afghanistan - Foto: Sven Dirks (GFDL und CC-Lizenz)" width="173" height="128"></a><strong>Logik und L&#252;gen, Logikl&#252;gen, L&#252;gnerlogik</strong><br />&nbsp;<br />Aufgrund der st&#228;ndig bem&#252;hten Logik, die zur Einmischung in den jugoslawischen B&#252;rgerkrieg gef&#252;hrt hat und zum Einmarsch in den Irak und zu der Truppenentsendung nach Afghanistan, m&#252;&#223;ten eigentlich auch Einm&#228;rsche und Einmischungen in Saudi-Arabien, China, Israel, in den Iran, nach Kuwait und wahrscheinlich noch gef&#252;hlte 87 L&#228;nder mehr erfolgen, vielleicht sogar nach Griechenland und Italien. Das passiert aber nicht. Warum? Weil die genannten Gr&#252;nde nicht stimmen. Sie sind eine L&#252;ge, sie sind vorgeschoben.<br />&nbsp;<br />In Aghanistan zeigt sich das ganz deutlich, denn seit dem Einmarsch der Nato-Truppen ist dieses Land noch verarmter, noch kaputter, noch unmenschlicher geworden als es zuvor schon (h&#246;chstwahrscheinlich) war. Profitiert haben Warlords, die Drogenindustrie, eine Menge Waffenlieferanten; Korruption (auch bei der Polizei) ist an der Tagesordnung; es gibt eine kaum &#252;berschaubare Anzahl von bewaffneten Interessensgruppen (von denen die antiwestlichen allesamt in Verkennung jeglicher Realit&#228;ten Taliban genannt werden, um eine Homogenit&#228;t zu unterstellen, die gar nicht exisitiert) – und die zivilen Aufbauhelfer haben durch die Pr&#228;senz des Milit&#228;rs mittlerweile sogar mehr Schaden erlitten als Nutzen daraus zu ziehen.<br />&nbsp;<br />Denn das Verhalten der Milit&#228;rs in Afghanistan ist das von Besatzern, von Okkupanten; es ist das Verhalten von Eindringlingen und Eroberern, die ihre eigenen Ziele verfolgen, die mit denen der Bev&#246;lkerung des betroffenen Landes herzlich wenig zu tun haben. Wer das nicht wahrhaben will ist entweder dumm oder verlogen. Wenn Frau K&#228;&#223;mann davon spricht, da&#223; der Krieg in Afghanistan ethisch nicht zu legitimieren sei, wenn das milit&#228;rische gegen&#252;ber dem zivilen vorrangig geworden sei, dann ist das eine ganz konkrete und vollkommen korrekte Bewertung der Situation.<br />&nbsp;<br /><strong>Gescheiterter Ansatz – gescheiterter Einsatz</strong><br />&nbsp;<br />Ich w&#252;rde sogar noch weiter gehen: egal, ob aus einer Wahrheit im Laufe der Zeit eine L&#252;ge wurde oder ob es immer schon eine L&#252;ge war, die Aufrechterhaltung des Mandats ist unter solchen Bedingungen amoralisch, unethisch und nicht mehr vertretbar. Zudem ist das Verhalten unserer Politiker sehr inkonsequent. Mittlerweile sind sie der &#220;berzeugung, da&#223; eine Demokratie nach westlichen Vorstellungen ohnehin nicht mehr Ziel sein kann, wollen aber andererseits nicht zugeben, da&#223; sie somit faktisch gescheitert sind.<br />&nbsp;<br />Stattdessen werden noch mehr Soldaten entsendet, es sollen finanzielle Anreize geschaffen werden, um Widerstandsk&#228;mpfer zu befrieden (welch ein Unfug!), da ja die wirtschaftliche Not, und weniger die ideologische &#220;berzeugung dazu gef&#252;hrt habe, da&#223; es so viele „Rebellen“ gebe. Seltsam das, denn ich w&#252;rde rein logisch nun mal eher vermuten, da&#223; sich die wirtschaftliche Situation der Afghanen im Laufe von mehr als 8 (!) Jahren verbessert h&#228;tte bei soviel „Unterst&#252;tzung“ durch den Westen und so viel „ziviler Aufbauarbeit und Entwicklungshilfe“. Aber Pustekuchen, merkw&#252;rdig, merkw&#252;rdig.<br />&nbsp;<br />Alles in allem bleibt zu konstatieren: der mittlerweile fast ein Jahrzehnt w&#228;hrende Einsatz wurde von Jahr zu Jahr milit&#228;rischer, hat z.B. im vergangenen Jahr zu mehr Toten bei der Zivilbev&#246;lkerung gef&#252;hrt als je zuvor und st&#252;tzt im Wesentlichen eine korrupte Regierung, die sich sogar nur mittels Wahlbetr&#252;gereien an der Macht halten kann, die international zwar ger&#252;gt, aber nicht bestraft werden. Stellt sich eigentlich bei den Verantwortlichen wirklich noch jemand wenigstens ab und zu mal die Frage: Was soll das? Ich denke nicht, denn gebetsm&#252;hlenartig werden stets die gleichen Phrasen aus der Mottenkiste geholt, wenn es darum geht, die Unabdingbarkeit der Pr&#228;senz in Afghanistan zu unterstreichen.<br />&nbsp;<br /><strong>Warum mir bei Afghanistan spontan Vietnam, Irak und Pandora einfallen</strong><br />&nbsp;<br />Mich erinnert das ganze Szenario sehr an den Einmarsch in den Irak, an den Vietnam-Krieg, und ich mu&#223; auch beim Anschauen des Science-Fiction-Films <em><strong>Avatar</strong></em> von James Cameron stets einerseits an die indianische Urbev&#246;lkerung in den USA und andererseits an Afghanistan denken; denn die Menschen auf Pandora (Firmenvertreter, Milit&#228;rs und sonstige Angestellten) interessieren sich nicht im geringsten f&#252;r die Kultur der Eingeborenen, von wenigen Wissenschaftlern ausgenommen, die aber keine Entscheidungsgewalt haben.<br />&nbsp;<br /><a class="shutterset" href="http://www.mansol.de/wp-content/2010/01/avatar_cover_webkk.jpg" alt="Avatar Kinoplakat" title="Avatar Kinoplakat"><img class="logoleft" src="http://www.mansol.de/wp-content/2010/01/avatar_cover_webkk.jpg" alt="Avatar Kinoplakat" title="Avatar Kinoplakat" width="86" height="121"></a>Die einheimischen V&#246;lker der Na’vi werden einfach als primitiv und r&#252;ckst&#228;ndig deklariert, da sie sich vom menschlichen (westlichen) Lebensstil nichts annehmen und leider nicht k&#228;uflich und korrumpierbar sind. Dabei hocken sie auf wertvollen Rohstoffen, ohne da&#223; diese abgebaut werden k&#246;nnen – also wird kurzerhand Gewalt angewendet, um sich die Ressourcen zu sichern. Da&#223; hier nat&#252;rlich gegebene Eigentumsrechte verletzt werden (wie schon damals in den USA, wie heute in Afrika, im Amazonasgebiet usw.) interessiert niemanden.<br />&nbsp;<br />Wenn ein Volk der Auffassung ist, da&#223; die Erde und die Natur, in der und mit der es lebt, niemanden geh&#246;ren kann, scheint die westlich-kapitalistische-materialistische „Kultur“ das stets zum Anla&#223; zu nehmen, sich r&#252;cksichtslos selbst zum Eigent&#252;mer zu deklarieren (entweder durch „Kaufen“, Erpressung oder Eroberung). Auch hier kollidieren Politik und Wirtschaft auf der einen Seite mit der Ethik auf der anderen Seite. Dazu gesellt sich denn noch eine fatale Unaufmerksamkeit und Unsensibilit&#228;t, den Lebensweisen und Lebenseinstellungen der Ureinwohner gegen&#252;ber. Aber was will mensch von Imperialisten auch erwarten?<br />&nbsp;<br /><em><strong>In Avatar</strong></em> wird das sehr drastisch gezeigt, als der Soldat Sully im &#8220;Avatargewand&#8221; vor wilden Tieren gerettet werden mu&#223; und, als er sich bedankt, eine deftige Abfuhr bekommt, denn „<em>daf&#252;r bedankt man sich nicht, es ist traurig</em>“, da Sully durch sein Verhalten diese Situation des T&#246;tenm&#252;ssens erst herbeigef&#252;hrt hat, denn die angreifenden Tiere h&#228;tten nicht sterben m&#252;ssen, wenn Sully aufmerksamer gewesen w&#228;re. Eine der st&#228;rksten Szenen f&#252;r mich im Film, denn hier wird die Grundhaltung der Na’vi eingef&#252;hrt.<br />&nbsp;<br />Es ist diese Grundhaltung und alles damit verbundene, die Sully in den Bann schl&#228;gt und ihn zuletzt als Na’vi f&#252;hlen, denken und handeln l&#228;&#223;t – und nicht mehr als Mensch. Gef&#246;rdert wird dieser Proze&#223; nat&#252;rlich durch den Umstand, da&#223; Sully ein Au&#223;enseiter ist - bei den Menschen wie bei den Na’vi, denn er geh&#246;rt nicht wirklich mehr zum Milit&#228;r (ausgemustert aufgrund seiner L&#228;hmung), er geh&#246;rt auch nicht zu den Wissenschaftlern; und schlie&#223;lich geh&#246;rt er auch (anf&#228;nglich) nicht zu den Na’vi (da die „Himmelsmenschen“, wie die Avatare von den Na’vi genannt werden, lernunf&#228;hig und -willig seien, was Sully auch eine geraume Weile durch seine falsche innere Einstellung best&#228;tigt).<br />&nbsp;<br /><strong><em>Avatar</em> ist  moralischer und ethischer als die Realit&#228;t</strong><br />&nbsp;<br />Es ist eine Entwicklungsgeschichte: Mensch kommt zu fremden Volk, lernt u.a. aus pers&#246;nlichen Motiven heraus ihre Sitten und Gebr&#228;uche, ist fasziniert, beginnt dann  zu verstehen, identifiziert sich letztendlich, weil es das „bessere“ Leben ist (durchaus im Sinne von ethisch und moralisch, aber auch von der Lebensfreude her, was eigentlich auch nicht zu trennen ist, selbst wenn uns die Vergn&#252;gungsindustrie etwas anderes einreden will), und setzt sich an die Spitze des Volkes, um es zu retten (und somit auch die eigene Seele und sich selbst) und seine Kultur zu verteidigen gegen die Eindringlinge.<br />&nbsp;<br />Wenn ich dann bei Filmkritiken lesen mu&#223;, da&#223; dies im Kern rassistisch sei, weil Jack Sully mit Tarzan und Co verglichen wird (also die &#220;berlegenheit des wei&#223;en Mannes aus der Kolonialzeit thematisiert wird), sch&#252;ttele ich nur fassungslos den Kopf ob solcher intellektuellen Tieffl&#252;ge, da v&#246;llig au&#223;er acht gelassen wird, welcher Entwicklungsproze&#223; in Sully selbst dem ganzen vorausgeht; mal ganz davon abgesehen, da&#223; beinahe alle diejenigen, die gro&#223;e Ver&#228;nderungen bewirkt haben, nie aus dem System selbst gekommen sind, sondern stets von au&#223;erhalb kommen mu&#223;ten!<br />&nbsp;<br />Wenn ich dann nach Afghanistan schaue, dann f&#228;llt mir auf, da&#223; es da nur einige wenige Menschen aus den westlichen L&#228;ndern gibt, die sich die M&#252;he machen, Land und Leute &#252;berhaupt zu begreifen. Das sind dann zivile Helfer von NGOs (Nicht-Regierungs-Organisationen), deren kleine Erfolge wohl auch eben genau darauf zur&#252;ckzuf&#252;hren sind. Wenn jemand den Leuten und dem Land helfen k&#246;nnte, dann solche Menschen. Das Milit&#228;r in Afghanistan verh&#228;lt sich im Gegensatz dazu doch eher wie das Milit&#228;r bei <em><strong>Avatar</strong></em>. Und die staatlichen Entwicklungshilfen dienen den „spendenden“ Staaten wahrscheinlich mehr als Afghanistan selbst.<br />&nbsp;<br />Das meiste Geld versickert im korrupten System (Regierung, B&#252;rokratie, Polizei usw.), das mich mittlerweile sehr an Deutschland erinnert. Da immerhin sind endlich die &#196;hnlichkeiten, die einen Einsatz &#252;berhaupt rechtfertigen k&#246;nnten: beide L&#228;nder sind neopatrimonialistisch organisiert. Der Einfachheit halber verlinke ich an dieser Stelle auf die <a target="_new" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Neopatrimonialismus">Definition bei wikipedia</a> (Link &#246;ffnet sich in neuem Fenster). Es braucht wahrlich nicht viel Phantasie und Intelligenz, um die dort genannten typischen Elemente und Merkmale auf Afghanistan <strong>und</strong> Deutschland zu &#252;bertragen.<br />&nbsp;<br /><strong>Abschlie&#223;ende Worte zum Thema Politik</strong><br />&nbsp;<br />Ich habe am Donnerstag mein 49. Lebensjahr vollendet und gehe nun das 50. an. Nach der Chakrenlehre ist dies eine Art Neugeburt. Nach 7 x 7 Jahren ist ein kompletter Lebenszyklus abgeschlossen. Bemerkenswerterweise ist das chinesische I Ging-Zeichen Nr. 49 denn auch das der Revolution, Umw&#228;lzung, Mauserung, H&#228;utung. Ich erw&#228;hne dies nicht, weil ich jetzt auf Geschenke und Gl&#252;ckwunsche hoffe, sondern ich erw&#228;hne es, um an dieser Stelle deutlich zu machen, da&#223; ich mich nach reiflicher &#220;berlegung dazu entschlossen habe, politisch mit diesem Land nichts mehr zu schaffen haben zu wollen, bis es sich wieder auf den Weg zur&#252;ck zu einer Demokratie bewegt hat, die ihren Namen auch verdient. Ich bin alt und erfahren genug und habe in meinem Leben (auch politisch) genug erlebt und getan, um mir ein solches Urteil erlauben zu k&#246;nnen.<br />&nbsp;<br />Nat&#252;rlich werde ich mich politisch weiter bet&#228;tigen, das l&#228;&#223;t sich auch gar nicht vermeiden bei meinen ehrenamtlichen T&#228;tigkeiten innerhalb der Strukturen dieser Gesellschaft, doch hier im Blog werde ich umso konsequenter fortf&#252;hren, was ich im letzten Jahr bereits getan habe: &#252;ber Kunst, Kultur, philosophische Gedanken mit spirituellem Hintergrund und all das zu schreiben, was mich bewegt, was mich gepr&#228;gt hat, was mir Freude bereitet (und seltener auch &#252;ber etwas, was mich zutiefst ver&#228;rgert) und von dem ich kundtun m&#246;chte, damit auch andere Menschen davon erfahren.<br />&nbsp;<br />Tagespolitik z&#228;hlt definitiv nicht dazu. Insofern bitte ich darum, meine beiden letzten Beitr&#228;ge zu Afghanistan als das zu verstehen, was sie sind: eine Ausnahme, weil mir der Kragen geplatzt ist ob der Art der Debatten und der medialen Berichterstattung. Immerhin bot sich mir dabei die Gelegenheit, den Begriff der Ethik ins Spiel zu bringen. Denn eine ethische Lebensf&#252;hrung ist f&#252;r mich eine der Grundvoraussetzungen f&#252;r ein „richtiges“ Leben, zugleich ist es auch immer eine philosophische Lebensf&#252;hrung, und &#252;ber die werde ich sicher in diesem Jahr noch mehr schreiben. Auch der Privatier kann gesellschaftspolitisch relevant sein.<br />&nbsp;</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Was hat James Camerons Film <em><strong>Avatar</strong></em> mit Afghanistan zu tun? Und was hat der Begriff Amoralit&#228;t im Kontext mit Afghanistan und <em><strong>Avatar</strong></em> im Titel zu suchen? Darum geht es in dieser Fortsetzung meines <a href="http://www.mansol.de/2010/01/23/frau-kaessmann-der-krieg-und-die-kritik/">Beitrags von letztem Samstag</a>. Den Schwerpunkt des heutigen Artikels werde ich auf die Ethik legen; ein Begriff, der heute im &#246;ffentlichen Raum keine Rolle mehr zu spielen scheint. Dies finde ich nicht nur sehr bedauerlich, sondern es bereitet mir sogar Sorge, denn wo es an Ethik mangelt, ist es mit der Kultur nicht mehr weit her.<br />&nbsp;<br />Nun m&#246;chte ich allerdings nicht seitenlang abstrakt dar&#252;ber debattieren, was Ethik ist, worin sie sich von Moral unterscheidet und dergleichen mehr. Daher an dieser Stelle ein <a target="_new" href="http://www.philolex.de/ethik.htm">Link zu einer Seite</a>, die recht griffig den Begriff Ethik erl&#228;utert und in Kurzform auf verwandte Begriffe, Art und Herleitung sowie inhaltliche Aussagen und Art und Begr&#252;ndung der Ethik eingeht (die Seite &#246;ffnet sich in einem neuen Fenster). Wenn ich nun also von Ethik spreche, dann meine ich damit explizit eine humanistische, demokratische Ethik.<br />&nbsp;<br /> <a href="http://www.mansol.de/2010/01/30/avatar-afghanistan-und-amoralitaet/" class="more-link">(weiterlesen&#8230;)</a></p>
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		<title>Frau K&#228;&#223;mann, der Krieg und die Kritik</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Jan 2010 13:44:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frank</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>

		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

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		<category><![CDATA[Krieg]]></category>

		<category><![CDATA[Religion]]></category>

		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Wer sich durch den obigen Titel an die Alliteration <em>Kinder, K&#252;che, Kirche</em> erinnert f&#252;hlt, liegt gar nicht so weit daneben, denn ich bin der festen &#220;berzeugung, da&#223; die harsche und teils v&#246;llig &#252;berzogene Kritik an Frau K&#228;&#223;manns Position zum Afghanistankrieg aus politischen und (leider auch) intellektuellen Kreisen aus genau jenem schlammigen N&#228;hrboden erw&#228;chst, den die Theatermacher Dario Fo und Franca Rame bereits vor Jahrzehnten u.a. in ihrem St&#252;ck „Nur Kinder, K&#252;che, Kirche“ kritsch hinterfragten und teils persiflierten.<br />&nbsp;<br />Aber ich m&#246;chte in diesem Beitrag nicht &#252;ber die Theaterst&#252;cke schreiben, auch wenn sie nach wie vor aktueller sind, als manche Menschen wahrhaben m&#246;chten; in diesem Beitrag m&#246;chte ich vielmehr auf grunds&#228;tzliche Muster eingehen, die mir im Zusammenhang mit Frau K&#228;&#223;mann, den Umgang mit Afghanistan und der Kritik am Krieg auffallen. Es sind inhumane und demokratiefeindliche Muster, es sind Muster, die den sogenannten geistigen Fortschritt der Menschheit ernsthaft in Frage stellen.<br />&nbsp;<br /><span id="more-517"></span><a class="shutter" href="http://www.mansol.de/wp-content/2010/01/kaessmannwebkk.jpg" alt="Margot K&#228;&#223;mann, Bildautor ist Kalep78, bearb. F. Dreyer, Lizenz GNU" title="Margot K&#228;&#223;mann, Bildautor ist Kalep78, bearb. F. Dreyer, Lizenz GNU"><img class="logoleft" src="http://www.mansol.de/wp-content/2010/01/kaessmannwebkk.jpg" alt="Margot K&#228;&#223;mann, Bildautor ist Kalep78, bearb. F. Dreyer, Lizenz GNU" title="Margot K&#228;&#223;mann, Bildautor ist Kalep78, bearb. F. Dreyer, Lizenz GNU" width="94" height="165"></a><strong>Es gibt keinen gerechten Krieg</strong><br />&nbsp;<br />„Jeder Krieg ist eine Niederlage des menschlichen Geistes“, so lautet ein mehr oder weniger bekanntes Zitat. Es ist von Henry Miller, der lange Zeit in seinem Heimatland USA als pornografischer Autor gebrandmarkt wurde, obwohl er in erster Linie die verlogene Moral der b&#252;rgerlichen Gesellschaft aufs Korn nahm. Ob nun Margot K&#228;&#223;mann, die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, dieses Zitat kennt, wei&#223; ich nicht – ich bin jedoch sicher, da&#223; sie diesen Ausspruch ohne Einschr&#228;nkung bejahen w&#252;rde.<br />&nbsp;<br />Bereits zu Weihnachten &#252;bte sie deutliche Kritik an der Art und Weise des mentalen und politischen Umgangs mit dem Afghanistankrieg. Zu Recht machte sie darauf aufmerksam, da&#223; das milit&#228;rische den Vorrang bekommen habe, da&#223; Deutschland nicht nur das drittgr&#246;&#223;te Kontingent an Soldaten in Afghanistan stellen w&#252;rde, sondern auch drittgr&#246;&#223;er R&#252;stungsexporteur sei und somit auch noch an den Kriegen verdienen w&#252;rde, die wir dann beklagen.<br />&nbsp;<br />Aus christlicher Sicht seien die Geschehnisse in Afghanistan nicht zu rechtfertigen, denn es gebe keinen gerechten Krieg; das freigesetzte Gewaltpotential eines Krieges zerst&#246;re alle, die daran beteiligt seien. Unangenehme Fakten, unangenehme Mahnungen; doch die Reaktion darauf hielt sich in Grenzen. In den Kommentarspalten der konservativen Online-Medien gab es allerdings bereits kritische &#196;u&#223;erungen. Die etablierten Medien, Politiker und sonstige „Amtstr&#228;ger“ wagten sich jedoch erst aus der Deckung, als K&#228;&#223;mann in ihrer Predigt im Neujahrsgottesdienst in der Frauenkirche in Dresden ihre Mahnungen wiederholte und untermauerte.<br />&nbsp;<br />Ich finde das umso erstaunlicher, da der Afghanistankrieg in der Predigt nur ein kleiner Bestandteil einer fundamentalen Kritik an den Zust&#228;nden in der Welt darstellt. Er wird in einer Passage von mehreren, die mit „Nichts ist gut“ beginnen, zur Sprache gebracht; neben dem Krieg werden Kinderarmut – Klimaproblematik - Die Angst, Depressionen zuzugeben - und anderes thematisiert; doch all dies geht unter, es entsteht der Eindruck, als w&#252;rde K&#228;&#223;manns Predigt aus nichts anderem als einer einzigen gewaltigen Kritik und Absage an den Bundeswehreinsatz in Afghanistan bestehen.<br />&nbsp;<br /><strong>K&#228;&#223;manns Kritiker sind unlauter</strong><br />&nbsp;<br />Allein deswegen m&#252;ssen sich die Kritiker bereits das Pr&#228;dikat der Unterlauterkeit ans Revers heften lassen, finde ich; denn die Kritik am Krieg bettet sich in einen Themenkomplex ein, der das Erschrecken &#252;ber die Zust&#228;nde in der Welt und das Erschrecken &#252;ber die eigene Rolle in dieser „Atmosph&#228;re der Gnadenlosigkeit“ beleuchtet. Es geht in der Predikt darum, zu erkennen, da&#223; etwas in unserem Dasein entsetzlich falsch l&#228;uft; es geht darum, zu erkennen, da&#223; Angst und Ersch&#252;tterung eine existentielle Dimension angenommen haben, &#252;ber die nicht mehr so einfach hinweggegangen werden sollte.<br />&nbsp;<br />All das wird wohlweislich von den Kritikern der Predigt unterschlagen. Es ist eine Predigt, die sich nat&#252;rlich mit dem weltlichen Dasein auseinandersetzt; es ist eine Predigt, die die Finger in Wunden legt, ohne konkrete L&#246;sungsans&#228;tze zu pr&#228;sentieren (was ja nun auch nicht die Aufgabe einer Predigt ist); es ist halt eine Predigt – und nicht die schlechteste. Ich habe sie gelesen, sie ist auch gar nicht so lang, hier der <a target="_new" href="http://www.ekd.de/predigten/kaessmann/100101_kaessmann_neujahrspredigt.html">Link zur Predigt</a> f&#252;r alle, die sich ihre eigene Meinung dazu bilden m&#246;chten (&#246;ffnet sich in einem neuen Fenster).<br />&nbsp;<br />Nun, ich bin Atheist; ich bin kein Fan der christlichen Kirchen (weder der katholischen noch der evangelischen); auch mir ist in den Sinn gekommen, ob hier nicht auch eine geh&#246;rige Portion PR mit hineinspielt, um der Kirche einige ihrer verlorengegangenen Sch&#228;fchen wieder zur&#252;ckzuholen; es mag so sein – Fakt ist jedoch, da&#223; Margot K&#228;&#223;mann im Grunde doch nur die Position vertritt, die die evangelische Kirche bereits in einer Denkschrift des Jahres 2007 definiert hat.<br />&nbsp;<br />Darum verwundert es mich auch nicht, wenn Bisch&#246;fin K&#228;&#223;mann sich dar&#252;ber verwundert zeigt, da&#223; ihre Predigt und ihre inhaltlichen Positionen zum Thema Krieg im Allgemeinen und zum Krieg in Afghanistan im Besonderen so viel Aufregung verursachen. Und ich gebe ihr uneingeschr&#228;nkt recht, wenn sie nicht m&#252;de wird, darauf hinzuweisen, da&#223; die ethische Legitimation dieses Einsatzes in Frage steht, wenn der Vorrang des zivilen nicht mehr erkennbar ist. Denn eben dieses „zivile“ ist doch der argumentative Dreh- und Angelpunkt, den uns die Politiker immer um die Ohren hauen, wenn es darum geht, den Kampfeinsatz der Bundeswehr zu rechtfertigen.<br />&nbsp;<br /><strong>Die Kriegsbef&#252;rworter sind noch verlogener</strong><br />&nbsp;<br />Ich habe noch sehr deutlich im Ohr, wie massiv und wie oft die <em>kleinen Kopftuchm&#228;dchen</em> (Thilo Sarrazins zynische Definition) und ihr Schulgang daf&#252;r herhalten m&#252;ssen, um u.a. die Bombardierung von gestohlenen Tanklastz&#252;gen zu erkl&#228;ren, w&#228;hrend sie in Berlin wohl offensichtlich nicht als Schulg&#228;ngerinnen erw&#252;nscht sind. Mensch m&#246;ge mir diesen Sarkasmus nachsehen, aber diese elende Doppelmoral, die da permanent aus dem Munde aller m&#246;glichen und unm&#246;glichen Politiker (der CDU, CSU, SPD, FDP und auch die der Gr&#252;nen leider!) abgesondert wird, ekelt mich mittlerweile doch sehr an.<br />&nbsp;<br />Und damit w&#252;hle ich mich bereits tief in den Sumpf derer, die einsichtslos und kritikresistent den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan guthei&#223;en und sich dar&#252;ber echauffieren, wenn sie mit der Nase darauf gesto&#223;en werden, da&#223; ihre Legitimation nicht nur fragw&#252;rdig geworden ist (wenn sie es nicht schon von jeher war), sondern die gesamte politische Zielsetzung, die damit einhergeht, auf den Pr&#252;fstand gestellt werden mu&#223;, wenn es darum geht, das Ganze realistisch einzusch&#228;tzen.<br />&nbsp;<br />Ich erinnere mich gut, wie Kurt Beck ausgelacht worden ist, als er vor ein bis zwei Jahren den Vorschlag machte, mit den Taliban zu reden, statt die Lage noch mehr eskalieren zu lassen; heute wird K&#228;&#223;mann kritisiert und als unrealistisch abqualifiziert, weil sie &#228;hnliches anregt – und ich bin &#252;berzeugt, da&#223; Verteidigungsminister Guttenberg ganz dolle gelobt wird von den etablierten Medien, wenn er inhaltlich vergleichbares sagt. Doch das ist ein ganz anderes Thema, darum gehe ich darauf nun nicht weiter ein, obwohl es symptomatisch ist f&#252;r das Versagen und den moralischen Niedergang der etablierten Medien in diesem Lande.<br />&nbsp;<br /><strong>Es wurde Zeit, da&#223; Ethik mal wieder als Kriterium genannt wird</strong><br />&nbsp;<br />Ich pers&#246;nlich bin der &#220;berzeugung, da&#223; ich keiner Religion bedarf, um ethisch und moralisch denken, empfinden, reden und handeln zu k&#246;nnen; es ist aber leider nun mal so, da&#223; Ethik und Moral in diesem Staat kaum noch eine Rolle im &#246;ffentlichen Disput spielen; diese Kriterien sind weggedr&#228;ngt und selbst in den Kirchen z.B. im sozialen Bereich (Hartz IV sei hier als Beispiel genannt) kaum mehr angewendet worden; und da bin ich – rein menschlich, als empathisches Wesen – bereits gl&#252;cklich, wenn endlich einmal wieder jemand (eine Frau, Amtskirche, na so was!) daherkommt, und diese Kriterien zur&#252;ck ins Spiel bringt.<br />&nbsp;<br />Und ich denke, genau das ist es letztendlich, warum Frau K&#228;&#223;mann gerade von den Intellektuellen so arg kritisiert wird: sie sind kalt erwischt worden; sie sind kalt erwischt worden dabei, da&#223; sie selbst ihren eigenen Anspruch verraten haben, so etwas tut nat&#252;rlich weh, und nun bellen die getroffenen Hunde, wie z.B. einer der Chefs der Heinrich-B&#246;ll-Stiftung, J&#252;rks oder W&#252;rgs, ich kann mir den Namen nicht merken und er ist mir ehrlich gesagt auch zu unwichtig, um ihn zu ergoogeln; es ist ein Armutszeugnis f&#252;r das „Land der Dichter und Denker“, da&#223; zun&#228;chst einmal Jahre vergehen, bis die Frage der Ethik &#252;berhaupt wieder aufgebracht wird, um dann zu allem &#220;berdru&#223; diesem Vorsto&#223; auch noch eine Absage zu erteilen. Heinrich B&#246;ll w&#252;rde dieser Type wohl sofort den Vorsitz entziehen, doch unsere Realpolitiker sind dazu nicht imstande.<br />&nbsp;<br />Unsere Realpolitiker nehmen lieber diese „Atmosph&#228;re der Gnadenlosigkeit“ als gegeben hin und wurschelten weiter herum, als da&#223; sie auch nur im Traum auf den Gedanken k&#228;men, einmal ihren eigenen Anteil daran zu hinterfragen und sich zu sch&#228;men; denn da g&#228;be es einiges, weshalb sie sich sch&#228;men k&#246;nnten: immerhin unterst&#252;tzen sie ein durch und durch korruptes (aber gl&#252;cklicherweise prowestliches) System, um ein antiwestliches zu verhindern. Karsei und Konsorten konnten doch nur durch die milit&#228;rische Hilfe und Pr&#228;senz der Nato-Einheiten so m&#228;chtig werden.<br />&nbsp;<br />Und eine geh&#246;rige Portion Kolonialdenke und damit Hand in Hand gehender Rassismus lassen sich nun leider auch nicht leugnen; denn der westliche Lebensstil, das europ&#228;isch/amerikanische Verst&#228;ndnis von Kultur und Politik sollen hier den „r&#252;ckst&#228;ndigen Barbaren“ aufgezwungen werden (ob sie es wollen oder nicht); doch kaum jemand der Verantwortlichen unterzog sich bislang der M&#252;he, sich einmal mit der Mentalit&#228;t der Afghanen wirklich auseinanderzusetzen. Um die Menschen ging es nie.<br />&nbsp;<br /><span class="klein"><em>Der <a href="http://www.mansol.de/2010/01/30/avatar-afghanistan-und-amoralitaet/">zweite Teil meines Beitrags</a> folgt im Lauf der n&#228;chsten Woche; dann werde ich einen Querbezug herstellen zu <strong>Avatar</strong> von James Cameron (oh ja, ich meine das todernst) und einen kleinen Exkurs dar&#252;ber halten, warum ich der Ansicht bin, da&#223; dieses Deutschland keine Demokratie mehr ist, sondern der Begriff des Neopatrimonialismus eine wesentlich treffendere Bezeichnung f&#252;r das reale politische System ist, in dem wir uns seit geraumer Zeit befinden. Und ich werde ganz kurz darauf eingehen, warum ich zu Beginn dieses Jahres doch der Politik Raum gebe in meinem Blog, obwohl ich das eigentlich nicht wollte.</em></span><br />&nbsp;</p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Wer sich durch den obigen Titel an die Alliteration <em>Kinder, K&#252;che, Kirche</em> erinnert f&#252;hlt, liegt gar nicht so weit daneben, denn ich bin der festen &#220;berzeugung, da&#223; die harsche und teils v&#246;llig &#252;berzogene Kritik an Frau K&#228;&#223;manns Position zum Afghanistankrieg aus politischen und (leider auch) intellektuellen Kreisen aus genau jenem schlammigen N&#228;hrboden erw&#228;chst, den die Theatermacher Dario Fo und Franca Rame bereits vor Jahrzehnten u.a. in ihrem St&#252;ck „Nur Kinder, K&#252;che, Kirche“ kritsch hinterfragten und teils persiflierten.<br />&nbsp;<br />Aber ich m&#246;chte in diesem Beitrag nicht &#252;ber die Theaterst&#252;cke schreiben, auch wenn sie nach wie vor aktueller sind, als manche Menschen wahrhaben m&#246;chten; in diesem Beitrag m&#246;chte ich vielmehr auf grunds&#228;tzliche Muster eingehen, die mir im Zusammenhang mit Frau K&#228;&#223;mann, den Umgang mit Afghanistan und der Kritik am Krieg auffallen. Es sind inhumane und demokratiefeindliche Muster, es sind Muster, die den sogenannten geistigen Fortschritt der Menschheit ernsthaft in Frage stellen.<br />&nbsp;<br /> <a href="http://www.mansol.de/2010/01/23/frau-kaessmann-der-krieg-und-die-kritik/" class="more-link">(weiterlesen&#8230;)</a></p>
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