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	<title>de tempore</title>
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	<description>Menschen · Musik · Film · Literatur · Philosophie · Psychonautik · Tarot · Natur</description>
	<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 23:56:58 +0000</pubDate>
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		<title>Wenn die Ungerechtigkeit die Verursacher selbst trifft</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Apr 2011 12:23:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frank</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>

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		<category><![CDATA[Denken]]></category>

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		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>&nbsp;<br />… dann erf&#252;llt mich das mit Genugtuung. Daraus mache ich auch gar keinen Hehl. Ich halte das Wahlsystem hier bei uns in Baden-W&#252;rttemberg f&#252;r ungerecht, da es die gro&#223;en Parteien bevorzugt und ein unn&#246;tig kompliziertes Gewurschtel von Ausgleichs- und &#220;berhangmandaten vorsieht, die lediglich dazu f&#252;hren, da&#223; der Landtag unn&#246;tig aufgebl&#228;ht wird.<br />&nbsp;<br />Andererseits f&#252;hrt diese Ungerechtigkeit nun auch dazu, da&#223; der CDU-Direktkandidat f&#252;r den Kreis Konstanz nach 10 Jahren aus dem Landtag geflogen ist, weil in Konstanz der Kandidat der Gr&#252;nen die meisten Stimmen erhalten hat und die CDU in zu vielen anderen Wahlkreisen immer noch erfolgreich genug war, um ihre Direktmandate zu erzielen und er somit keine Chance hat, &#252;ber Ausgleichsmandate doch noch reinzukommen – ich frage mich zwar ernsthaft, wieso die CDU trotz alledem noch so stark abgeschnitten hat, aber das tut jetzt nichts zur Sache.<br />&nbsp;<br /><span id="more-617"></span>Der Mann ist drau&#223;en, er darf jetzt wieder richtig arbeiten gehen, er verliert Pfr&#252;nde, er verliert noch viel mehr als andere Menschen, die ihren Arbeitsplatz einb&#252;&#223;en. Und er tut mir nicht im geringsten leid. Das gleiche gilt f&#252;r Mappus, den ich nach wie vor f&#252;r einen soziopathischen Charakter halte, der nur auf seinen Machterhalt aus ist und nun in die Landesgeschichte eingeht als der Versager, der er immer schon war.<br />&nbsp;<br />Nat&#252;rlich ist es ungerecht, aufgrund von Bl&#246;dheiten aus den Reihen der FDP zu verlieren; nat&#252;rlich ist es ungerecht, wegen einer Naturkatastrophe im fernen Japan mit anschlie&#223;endem Atom-GAU Stimmen zu verlieren – auch wenn dies eben nun mal auch ein Ausdruck der Globilisierung ist, nat&#252;rlich nicht so, wie ihn sich die Konsorten w&#252;nschen; nat&#252;rlich ist es ungerecht, da&#223; es zum Ende hin niemanden mehr interessiert hat, was Herr Mappus alles so treibt, um sich doch noch im Sattel zu halten. Es ist dies einer der wenigen, viel zu seltenen Augenblicke im Leben, wo Ungerechtigkeit eine Gerechtigkeitsfunktion erf&#252;llt, die jenseits des Profits, Kleingeistes und sonstigen Schmonz anzusiedeln ist, der sonst so gerne &#252;ber die Wehrlosen ausgek&#252;belt wird.<br />&nbsp;<br />Hier in Baden-W&#252;rttemberg hat es allemal die Richtigen erwischt: ob es Mappus ist, oder diese G&#246;nner, die sich redlich genug bem&#252;ht hat, in ihrer Eigenschaft als Ministerin die Umwelt m&#246;glichst nachhaltig zu zerst&#246;ren, um den Lobbyisten weiterhin ihre Profite zu garantieren; ob es Goll ist, der den Ankauf von „illegalen“ Steuerhinterzieherdaten-CDs verhindert und somit als Justizminister deutlich gemacht hat, wie wenig ihn das Recht schert; ob es die anderen FDP-Bonzen sind, nun mehr und mehr der L&#228;cherlichkeit preisgegeben, der sie eigentlich schon von jeher h&#228;tten preisgegeben sein m&#252;ssen…<br />&nbsp;<br />Egal! Sie sind weg. Sie haben ihre Macht eingeb&#252;&#223;t. Sie haben verloren. V-e-r-l-o-r-e-n! Sie geh&#246;ren jetzt selbst zu den sogenannten <em>Losern</em>, die sie in ihrer unertr&#228;glich bigotten neoliberalen Arroganz bis dato stets so gerne angegangen sind, weil diese angeblich alle immer selbst schuld seien an ihren Miseren von Armut, Krankheit, Arbeitslosigkeit, mangelnder Bildung undsoweiter. Jetzt geh&#246;ren diese Konsorten der Partei, die wahrlich niemand braucht – von einigen Wirtschafts-Soziopathen mal abgesehen – selbst zu denen, &#252;ber die sich ihr gro&#223;kotziger, uneinsichtiger Oberbonze so oft und so gern sein Maul zerissen hat. Tja, und folgerichtig geht’s jetzt auch ihm selbst an den Kragen. Ungerecht? Na klar doch! Aber richtig so.<br />&nbsp;<br />Es gibt sie also, die h&#246;here Gerechtigkeit, auch wenn sie den Betroffenen als Ungerechtigkeit erscheinen mag. Sie h&#228;tten ja nun die Chance, einmal innezuhalten, einmal zu hinterfragen, was sie da wohl so alles falsch gemacht haben (und zwar nicht taktisch, sondern ethisch-moralisch), aber sie werden sie nicht nutzen. Sie werden sie nicht nutzen, weil es ihnen nicht gegeben ist. Denn das Leben hat sie ungerechterweise bei der Verteilung von Charakter, Ehrlichkeit, Reflexionsf&#228;higkeit, Empathie ernstlich und nachhaltig unber&#252;cksichtigt gelassen. Und das kriegen sie jetzt – besser sp&#228;t als nie – auch ordentlich zu sp&#252;ren. Ihrer eigenen Ideologie gem&#228;&#223; h&#228;tte so etwas eigentlich gar nicht passieren d&#252;rfen, da doch alle Menschen ebenso verlogen, machtgeil, gierig, nur aufs Geld aus und ihren Vorteil bedacht sind, wie sie selbst – Pustekuchen, ist wohl doch nicht so.<br />&nbsp;<br />Obwohl es mich eigentlich nur noch peripher interessiert freut es mich doch, zu denen zu geh&#246;ren, die mit ihrer Stimme dazu beigetragen haben, da&#223; dies alles geschehen konnte. Nun, und das die Linke es nicht geschafft hat ist zwar einerseits bedauerlich, andererseits aber auch kein Beinbruch, da sie ohnehin mehr mit sich selbst besch&#228;ftigt ist als mit den Problemen, die sie vorgibt, zu bek&#228;mpfen – ich habe lange genug bei dem Laden mitgemacht, um mir dieses Votum erlauben zu k&#246;nnen.<br />&nbsp;<br />Bitte fragt nicht, ob ich jetzt tats&#228;chlich der &#220;berzeugung bin, da&#223; sich dadurch etwas bessert. Es wird anders, doch wieviel anders, bleibt offen. Die Gr&#252;nen hier im L&#228;ndle, auch der &#252;berwiegende Teil in Konstanz, sind konservativ und gutb&#252;rgerlich, wogegen ich auch gar nichts einzuwenden habe, so lange die dazugeh&#246;rigen Tugenden gepflegt werden. Au&#223;erdem hinterlassen 58 Jahre CDU-Herrschaft im Beamtenapparat des L&#228;ndles sicherlich ihre Spuren. Daher wird die Revolution sicherlich ausbleiben, und dann ist da ja auch noch die ASPD, die schon daf&#252;r sorgen wird, da&#223; weiterhin alles sch&#246;n weichgesp&#252;lt und wabernd bleibt.<br />&nbsp;<br />Oder, um es mit den Worten der Polit-Rockband „Floh de Cologne“ zu sagen: „Wird jetzt alles so, wie es war? Oder bleibt nun alles anders?“ Diesmal habe ich die Politik endlich einmal dazu nutzen k&#246;nnen, Soziopathen und verlogene Gesellen abzustrafen, und das hat durchaus Spa&#223; gemacht. Das sollte Zeitgeist werden – wird es wohl auch, ebenfalls eine schreiende Ungerechtigkeit, da es doch die Ernsthaftigkeit der politischen Diskussion und Arbeit v&#246;llig unger&#252;hrt links-rechts liegen l&#228;&#223;t.<br />&nbsp;<br />Ein kleines Licht am Ende des Tunnels tut sich da auf, jetzt wo mit Mappus „der Tunnel am Ende des Lichts“ weggefegt worden ist. Knapp genug wars ja, aber weg ist weg. Es sind aber trotzdem noch viel zu viele da, die eigentlich weggefegt geh&#246;rten, aber mensch kann ja nicht alles auf einmal haben. Der Anfang ist immerhin gemacht. Mit Ungerechtigkeiten Gerechtigkeit schaffen gef&#228;llt mir allemal besser, als als Gerechter unterzugehen oder mit der Chancengleichheit nach dem Willen derer, die sie best&#228;ndig aush&#246;hlen, zurechtkommen zu m&#252;ssen.<br />&nbsp;<br />Ein gutes Gef&#252;hl. Ein gutes Gef&#252;hl, kein schlechtes Gewissen zu haben, weil ich endlich mal erbarmungslos mit denen bin, die sonst mit allen anderen erbarmungslos umspringen. Ein gutes Gef&#252;hl, endlich mal „Hurra!“ rufen zu k&#246;nnen zur Ungerechtigkeit. Ein gutes Gef&#252;hl, ganz frank und frei und ehrlich sagen zu k&#246;nnen: Ich g&#246;nne es den Wahlverlierern von Herzen, da&#223; sie die fette Klatsche gekriegt haben und jetzt wie aufgescheuchte H&#252;hner durch die Gegend rennen, weil ihnen die Pfr&#252;nde entfleuchen, denn der Filz wird aufgeweicht werden und auch die sogenannten „kleinen Dienstwege“ werden nicht mehr in der ach so bew&#228;hrten Manier beschritten werden k&#246;nnen.<br />&nbsp;<br />Ich schreibe hier wahrlich nicht analytisch, und schon gar nicht differenziert. Dessen bin ich mir wohlbewu&#223;t. Aber ich habe einfach ein tiefgehendes Bed&#252;rfnis, einmal ungefiltert mitzuteilen, wie sehr mich das alles freut. Denn das Blau des Himmels ist f&#252;r mich blauer geworden, und umso sch&#246;ner ist dieses Blau angesichts der Tatsache, da&#223; die Gesichter derer immer grauer werden, die dieses Blau stets nur und ausschlie&#223;lich f&#252;r sich haben wollten.<br />&nbsp;<br />Das nenne ich Erfolg.<br />&nbsp;<br />Und es macht mir zugegebenerma&#223;en einen Heidenspa&#223; („f&#252;r Christen ist das nichts“, W. Ambros), in diesem Beitrag den neoliberalen Neusprech und bedeutungsverdrehenden Wortm&#252;ll, den sich diese Kaste der entmenschlichten Liberallalla-Ideologen ja st&#228;ndig g&#246;nnt, in komprimierter Form und mit voller Wucht nun auf sie selbst anzuwenden. Sie haben es sich verdient. Und ich habe es mir verdient, genau das genau so niederschreiben zu d&#252;rfen.<br />&nbsp;<br />Sch&#246;nes Wochenende.<br />&nbsp;</p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;<br />… dann erf&#252;llt mich das mit Genugtuung. Daraus mache ich auch gar keinen Hehl. Ich halte das Wahlsystem hier bei uns in Baden-W&#252;rttemberg f&#252;r ungerecht, da es die gro&#223;en Parteien bevorzugt und ein unn&#246;tig kompliziertes Gewurschtel von Ausgleichs- und &#220;berhangmandaten vorsieht, die lediglich dazu f&#252;hren, da&#223; der Landtag unn&#246;tig aufgebl&#228;ht wird.<br />&nbsp;<br />Andererseits f&#252;hrt diese Ungerechtigkeit nun auch dazu, da&#223; der CDU-Direktkandidat f&#252;r den Kreis Konstanz nach 10 Jahren aus dem Landtag geflogen ist, weil in Konstanz der Kandidat der Gr&#252;nen die meisten Stimmen erhalten hat und die CDU in zu vielen anderen Wahlkreisen immer noch erfolgreich genug war, um ihre Direktmandate zu erzielen und er somit keine Chance hat, &#252;ber Ausgleichsmandate doch noch reinzukommen – ich frage mich zwar ernsthaft, wieso die CDU trotz alledem noch so stark abgeschnitten hat, aber das tut jetzt nichts zur Sache.<br />&nbsp;<br /> <a href="http://www.mansol.de/2011/04/02/wenn-die-ungerechtigkeit-die-verursacher-selbst-trifft/" class="more-link">(weiterlesen&#8230;)</a></p>
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		<title>Guttiloxl Unikill oder der konservative Kavaliersdeliktor</title>
		<link>http://www.mansol.de/2011/02/20/guttiloxl-unikill/</link>
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		<pubDate>Sun, 20 Feb 2011 13:45:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frank</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>

		<category><![CDATA[Krieg]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Nun, es scheint so, als sei der gemeine Konservative ungemein darauf bedacht, sich blo&#223; nicht selbst an all jene Kriterien von Ehre, Ethik, Moral und Anstand messen zu lassen, mit denen er selber so gerne um sich schmei&#223;t, wenn es darum geht, da&#223; ungenehme und somit unangenehme Pers&#246;nlichkeiten zum Beispiel alkoholisiert Auto fahren oder sich gar Gewerkschafter mit falschem Parteibuch erdreisten, Porsche zu fahren, ganz zu schweigen vom P&#246;bel, der handyaufladend, maultaschen- und frikadellenessend oder gar Sperrm&#252;ll ergaunernd die ach so hoch dotierte Vertrauensstellung mi&#223;braucht und damit die Unternehmen in den Abgrund der zwangsl&#228;ufig daraus resultierenden finanziellen Katastrophe schleudert.<br />&nbsp;<br />Na, war das nicht ein unglaublich eloquenter Satz? Tja, so was k&#246;nnen auch Nichtadelige, potzblitz! Ich pers&#246;nlich wei&#223; ja eigentlich gar nicht, was bei einer Doktorarbeit erlaubt ist und was nicht, darum habe ich ein wenig recherchiert und bin nat&#252;rlich auch durch das Lesen diverser Professorenansichten und Meinungen von Leuten, die es wissen sollten, nun informativ so weit ges&#228;ttigt, da&#223; auch ich sehr despektierlich sagen kann: so geht’s nun wirklich nicht, Herr von und zu Sinister-Minister.<br />&nbsp;<br /><span id="more-609"></span><a class="shutter" href="http://www.mansol.de/wp-content/2011/02/tadelschundchronikweb.jpg" alt="Tadelschund Chronik" title="Tadelschund Chronik"><img class="logoleft" src="http://www.mansol.de/wp-content/2011/02/tadelschundchronikweb.jpg" alt="Tadelschund Chronik" title="Tadelschund Chronik" width="150" height="166"></a>Obwohl ich, ich betone, nie in die Gefahr geriet, etwas derartiges wie eine Dissertation verfassen zu m&#252;ssen, ich habe ja nicht einmal Abitur, wei&#223; ich nach einer knappen halbe Stunde des Lesens und der Recherche, was erlaubt ist und was nicht. Schon seltsam, da&#223; der allseits medial gehypte &#220;berflieger Ken Karl der Gegelte dies in sieben Jahren nicht herausgefunden zu haben scheint. Und darum soll nun auf einmal per Schwarz-Geld-Dekret Dummheit doch vor Strafe sch&#252;tzen? Ei der Daus.<br />&nbsp;<br /><strong>Seid doch nicht alle immer so pedantisch!</strong><br />&nbsp;<br />Na ja, es war ja alles nur ein Versehen, ein paar kleine Fehlerchen, nicht weiter relevant und schon gar nicht so wichtig wie tote Soldaten, wie der Minister es einigen ausgew&#228;hlten Johurnalisten wissen zu lassen wu&#223;te, weshalb er nun &#252;berarbeitet und gekr&#228;nkt ist, da ihm Dinge zur Last gelegt werden, f&#252;r die er nun wirklich nichts kann, da er ja &#252;berwiegend Dritte damit beauftragt hatte, in den sieben Jahren herumzupr&#228;doktorn, w&#228;hrend er im Bundestag mit Delegieren und mit was nicht sonst noch Wichtigem besch&#228;ftigt war.<br />&nbsp;<br />Gemeiner P&#246;bel wie bspw. ich hat von derartigen Dingen ja keinen Schimmer, nicht einmal einen blassen – ja wie denn auch, so ungeadelt, so ganz ohne blaubl&#252;tigen Stammbaum und ohne &#252;ber hunderte von Jahren zusammengerafften, schlie&#223;lich ererbten Besitzstand? Wer Unantastbare antastet mu&#223; links sein oder Schlimmeres, denken sich die Kommentatoren der strikt konservativen Edelpresse und beklagen nun die grausame, fehlgeleitete Hetzjagd, die ihr baroneskes Sonnenscheinchen in den Schatten dr&#228;ngt und sein treues Herzelein verdunkeln l&#228;&#223;t. Und Barbie schweigt still.<br />&nbsp;<br />Wer sich mittlerweile ein wenig verwundert zeigt ob des schwurbelnden Tonfalls, dessen ich mich so mehr oder weniger galant befleissige, was mir nicht schwer f&#228;llt, mir aber, ich betone, auch unabdingbar erscheint angesichts der Schreiberlinge, die unser Hochwohlgeboren unter Zuh&#252;lfenahme erklecklicher Wortklaubereien vor dem tiefen Sturz zu bewahren versuchen und dabei nicht m&#252;de werden, in verbr&#228;mter Stilistik Kriminalit&#228;t zu einer menschelnden Schw&#228;che umzudeuten, wie sie dies auch schon bei all den millardenschweren Steuerhinterziehern in perfektem Neusprech vollzogen, die daraufhin allesamt zu kleinen S&#252;ndern vor dem Herrn mutierten, denen selbst Don Camillo gro&#223;z&#252;gig vergeben w&#252;rde, w&#228;re da nicht der b&#246;se Peppone, der kann seine Verwunderung gern zum Ausdruck bringen, denn die Gedanken sind frei (na ja, bei einigen… wenigen… besser als nischt).<br />&nbsp;<br /><strong>Aaargh, ewig diese linke Gleichmacherei!</strong><br />&nbsp;<br />Was soll ich sagen, nennt mich Peppone, einer von tausenden, die zwar alle keine B&#252;rgermeister und Kommunisten sind, aber wenigstens noch ein paar Funken Anstand und Gerechtigkeitssinn in sich bergen, gepaart mit einem vagen, fast vergessenen Demokratieverst&#228;ndnis von der Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz und &#228;hnlichem liederlichen Zeugs, das ihnen die geballte Medienkompetenz bisher noch nicht geschafft hat, auszutreiben.<br />&nbsp;<br />Es kann eben nicht funktionieren, den Beelzebub mit dem Guttenplag austreiben zu wollen, da beide gar zu garstig darauf bedacht sind, ausschlie&#223;lich sich f&#252;r geistig bevorzugt zu halten, obwohl der Wahrheit wohl nichts ferner liegen k&#246;nnte angesichts der tolpatschigen Fehler, die dem von und zu in seiner noch kurzen, aber steilen Karriere so unterlaufen sind; dagegen sind die Vorg&#228;nger Glos und Jung ja beinahe als untadelig, also, und ich betone dies, als fehlerlos zu etikettieren. Ihr Fehler bestand wohl lediglich darin, nicht so fotogen und eloquent zu sein, au&#223;erdem waren und sind sie zu betagt und benutzen kein Gel.<br />&nbsp;<br />Bei dem Wort Gel denke ich immer an Attribute wie glitschig, schl&#252;pfrig und „jung, dynamisch, erfolgreich, mit Fett aufm Kopp“. Solche Leute leben meist von Provisionen, die sie nat&#252;rlich auch n&#246;tig haben. Das kann unserem Guttiloxl allerdings wohl kaum unterstellt werden, da er ja Gutsherr ist und verm&#246;gend und somit materiell unabh&#228;ngig und wohl nur ein wenig zu knauserig, um sich den Doktortitel wenigstens zu kaufen, anstatt ihn sich auf Kosten anderer erarbeiten zu lassen (keine Zwischenrufe bitte an dieser Stelle, auch Kopiert&#228;tigkeiten und das Verfertigen von Abschriften sind durchaus als Arbeit aufzufassen).<br />&nbsp;<br />Tja, mal abwarten, was Bayreuth so dazu noch zu sagen hat. Apropos Bayreuth. Bei Bayreuth denke ich unwillk&#252;rlich an Wagner, den Richard meine ich nat&#252;rlich; denk ich an Wagner, fallen mir Siegfried, die Walk&#252;ren, Hagen und die G&#246;tterd&#228;mmerung ein, was mich nun ein wenig verwirrt, da Guttenberg irgendwie nicht da hinein pa&#223;t; ich w&#252;rde ihn eher in einer dieser Operetten von Franz Lehar verorten oder in einem Broadway-Musical, aber ich schweife ab, ich Banause. Andererseits ist derartiges aber auch legitim, &#228;hnelt es in einem &#252;bertragenen Sinne, und das mu&#223; ich an dieser Stelle betonen, doch der Pressemitteilungslogik des Kriegsministers. Und ich finde, was der darf, sollte ich auch d&#252;rfen k&#246;nnen.<br />&nbsp;<br /><strong>Jeder/r sollte alles d&#252;rfen k&#246;nnen, aber nat&#252;rlich in Ma&#223;en</strong><br />&nbsp;<br />Aus einem noch anderen Blickwinkel betrachtet – als nun das vollziehend, was unsere konservativ-b&#252;rgerlich-adelsh&#246;rige Presse auch so weidlich betreibt in solchen F&#228;llen, um es dem Orwellschen Ministerium der Wahrheit gleich zu tun – w&#228;re ein luziferanischer Sturz (obwohl dies schon wieder zu viel der Ehre ist bei einer Figur wie Guttenberg) in der Tat eine Art G&#246;tterd&#228;mmerung f&#252;r seine Eloge, seine Lakaien, seine Speichellecker und Unterst&#252;tzer, aber sie k&#246;nnen sich ja immerhin noch ins Christentum retten (was den Nibelungen zum Ende hin rein physisch ja nicht einmal mehr m&#246;glich war, Ihr wi&#223;t schon, Tod und so), gef&#252;hrt von der unverw&#252;stlichen Blechliesl, unserer beliebten Pfarrerstochter aus der Uckermark.<br />&nbsp;<br />Doch auf Guttenberg wartet zweifellos die H&#246;lle, eines der Gebote lautet schlie&#223;lich „Du sollst nicht stehlen“, und von den sieben Tods&#252;nden treffen nun mal zumindest die beiden der „Eitelkeit“ und der „Ma&#223;losigkeit“ zu, da hilft auch kein Adelstitel; und wenn ich ber&#252;cksichtige, da&#223; die Dissertation des feinen Herrn auch noch sieben Jahre gedauert hat (durchschnittlich sind es vier bis f&#252;nf Jahre), k&#246;nnte sich durchaus noch die „Tr&#228;gheit“ dazugesellen, besonders, da er ja scheinbar bis heute nicht dazu imstande war, die eigene Doktorarbeit &#252;berhaupt einmal von Anfang bis Ende durchzulesen. Denn dann h&#228;tten dieser Geistesgr&#246;&#223;e doch zumindest die beim Strg + C angefallenen &#252;bernommenen Rechtschreibfehler ins Auge stechen m&#252;ssen. Aber wer l&#228;&#223;t sich schon gern ins Auge stechen?<br />&nbsp;<br />Da sind Scheuklappen doch viel besser, besonders aus der Sicht des Konservativen, da kommt er wenigstens nicht vom Wege ab, und sei der noch so krumm oder gar der „Highway to hell“ (Kleiner Scherz [© Georg Schramm], vielleicht aber auch psychologisch sehr aussagekr&#228;ftig, evtl. unbewu&#223;ter Todestrieb von Gutti, da&#223; er eben genau dies Lied so mag?). Aber ich schweife schon wieder ab, zappalott. Und dabei kriege ich nicht einmal Zeilengeld. Na ja, was solls. Ich bin ja auch kein Ghostwriter. Und jetzt gibt’s die Z&#228;sur, der dramatische End-&#220;berraschungskniff, nicht sehr logisch, aber folgerichtig, aus meiner Sicht jedenfalls. Marke: typisches Hollywood-Drehbuch-Ende. Happy-Ending.<br />&nbsp;<br />Ich bin der festen &#220;berzeugung, da&#223; unser Minister nicht zur&#252;cktreten und auch nicht zur&#252;ckgetreten werden sollte, denn er pa&#223;t wunderbar in diese Regierungsriege, sozusagen wie Arsch auf Eimer, da w&#228;chst zusammen, was zusammen geh&#246;rt. Jede Bande hat ihre Spezialisten, das ist auch in den Filmen so, zu Recht. Und diese Regierung hat da ja schon einiges an Spezis zusammengesammelt, da mu&#223;te sich der Adelige erst durch Taten adeln, um endg&#252;ltig dazugeh&#246;ren zu d&#252;rfen, und dazu hat er bekanntlich sogar mehr als sieben Jahre gebraucht bis heute. Tote Soldaten reichen daf&#252;r nicht aus.<br />&nbsp;<br /><strong>Wir brauchen ihn, da wir ja am Hindukusch die Demokratei verteidigen m&#252;ssen</strong><br />&nbsp;<br />Darum mein Rat zu dieser Posse: Lasset ihn gew&#228;hren, vielleicht wird aus ihm zumindest noch ein Westentaschen-Falstaff, nat&#252;rlich nicht so sympathisch und lebensfreudig, aber bestimmt mit zunehmendem Alter mehr und mehr zur Witzfigur mutierend, da es ihm nun mal im Blut liegt, zur Belastung zu werden f&#252;r all die Kumpane und Kumpaninnen, aufgrund seiner Wesensmerkmale, die wohl schon in der Wiege auf ihn warteten, da es sie bereits vor seiner Geburt gab, wie sich das so geh&#246;rt f&#252;r gottgeadelte Lichtgestalten. Kurz: Einsicht, Besserung, die Anwendung der ethischen Grunds&#228;tze auf sich selbst sind einfach ausgeschlossen. Darauf ist Verla&#223;, auch wenn sonst auf nichts Verla&#223; ist in diesem Land.<br />&nbsp;<br />La&#223;t ihm auch den Doktortitel, denn – ich hoffe nun auf mildes Verst&#228;ndnis all jener, die zurecht stolz auf ihren Doktor sind – es gibt ohnehin bereits genug Typen mit derartigen Titeln, deren  Pers&#246;nlichkeitswert und Charakterst&#228;rke zum Titel in diametralem Gegensatz stehen, und da kommts auf einen mehr oder weniger auch nicht mehr an. Meinetwegen soll er auch f&#252;r, sagen wir mal, gef&#252;hlte 20 Jahre Kanzler sein d&#252;rfen, das wird ihn dann schon noch grau werden lassen, dann kann er wenigstens etwas in Ehren werden (ergrauendes Grauen). Oder meinetwegen auch Bundespr&#228;servativ, ein Plagiator folgt auf einen Kn&#246;del, das hat was.<br />&nbsp;<br />Habt Erbarmen. Seid christlich. Tut es den Konservativen nach. Verteidigt den Mann. Er hat sich so sehr bem&#252;ht, nun la&#223;t ihn doch endlich unter Seinesgleichen sein: in der Bundesregierung dieses immer amerikanischer werdenden „Neoliberals own country“, das so wunderbar ist, da&#223; Arbeitslose dekadent sein k&#246;nnen und so moralistisch, da&#223; Frikadellendiebe ihrer gerechten Strafe nicht entgehen und so weise und tolerant, da&#223; urheberrechtsverletzende Adelige trotzdem politische Karriere machen k&#246;nnen. La&#223;t uns doch endlich auch mal eine so dicke Haut kriegen, da&#223; wir wie die Politiker auch ohne R&#252;ckgrat stehen k&#246;nnen.<br />&nbsp;<br /><em>Ergebenst, habe die Ehre<br />Frank D. aus K.</em><br />&nbsp;</p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Nun, es scheint so, als sei der gemeine Konservative ungemein darauf bedacht, sich blo&#223; nicht selbst an all jene Kriterien von Ehre, Ethik, Moral und Anstand messen zu lassen, mit denen er selber so gerne um sich schmei&#223;t, wenn es darum geht, da&#223; ungenehme und somit unangenehme Pers&#246;nlichkeiten zum Beispiel alkoholisiert Auto fahren oder sich gar Gewerkschafter mit falschem Parteibuch erdreisten, Porsche zu fahren, ganz zu schweigen vom P&#246;bel, der handyaufladend, maultaschen- und frikadellenessend oder gar Sperrm&#252;ll ergaunernd die ach so hoch dotierte Vertrauensstellung mi&#223;braucht und damit die Unternehmen in den Abgrund der zwangsl&#228;ufig daraus resultierenden finanziellen Katastrophe schleudert.<br />&nbsp;<br />Na, war das nicht ein unglaublich eloquenter Satz? Tja, so was k&#246;nnen auch Nichtadelige, potzblitz! Ich pers&#246;nlich wei&#223; ja eigentlich gar nicht, was bei einer Doktorarbeit erlaubt ist und was nicht, darum habe ich ein wenig recherchiert und bin nat&#252;rlich auch durch das Lesen diverser Professorenansichten und Meinungen von Leuten, die es wissen sollten, nun informativ so weit ges&#228;ttigt, da&#223; auch ich sehr despektierlich sagen kann: so geht’s nun wirklich nicht, Herr von und zu Sinister-Minister.<br />&nbsp;<br /> <a href="http://www.mansol.de/2011/02/20/guttiloxl-unikill/" class="more-link">(weiterlesen&#8230;)</a></p>
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		<item>
		<title>Von Dschungeldreck und TV-Junkies</title>
		<link>http://www.mansol.de/2011/02/12/von-dschungeldreck-und-tv-junkies/</link>
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		<pubDate>Sat, 12 Feb 2011 15:10:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frank</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

		<category><![CDATA[Menschen]]></category>

		<category><![CDATA[Denken]]></category>

		<category><![CDATA[Gedicht]]></category>

		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>&nbsp;<br />In nicht einmal einem Jahr werde ich sagen k&#246;nnen, da&#223; ich stolz darauf bin, seit 15 Jahren kein Radio mehr zu besitzen und vor 20 Jahren ein f&#252;r alle mal das Fernsehger&#228;t entsorgt zu haben. Aber n&#252;tzt es mir etwas? Jain. Die Verbl&#246;dungsmaschine l&#228;uft wohl mehr denn je auf Hochtouren; und da ich als Gespr&#228;chspartner – oder besser gesagt: als Smalltalkkumpel – aufgrund des fehlenden TV-Konsums gleich gar nicht geeignet bin, sp&#252;re ich eine nicht zu untersch&#228;tzende Isolierung.<br />&nbsp;<br />Nicht, da&#223; mich die bewu&#223;te Absage an TV-Konsum einsam machen w&#252;rde. Aber sie f&#252;hrt dazu, da&#223; ich mit all jenen, die ihr bi&#223;chen Freizeit vor der heimischen Glotze mit dem audiovisuellen Aufsaugen &#252;belsten TV-Limbos vergeuden, und somit auch ihr Leben, ihren Verstand und ihren kulturellen Restgeschmack einb&#252;&#223;en, keinerlei Text mehr habe. Es ist dies eine kulturell verarmende Nation, ein von Tag zu Tag d&#252;mmer und orientierungsloser werdendes Volk, unf&#228;hig zu eigenem Denken, eigenem Empfinden und unf&#228;hig/unwillig dazu, Dinge zu durchdenken und kritisch zu hinterfragen. &#220;bel f&#252;r die Demokratie, angenehm f&#252;r aufstrebende Diktatoren. Und das versetzt mich in innere Aufruhr, obwohl ich das nicht will.<br />&nbsp;<br /><span id="more-601"></span><a class="shutter" href="http://www.mansol.de/wp-content/2011/02/von-dschungeldreckwebk.jpg" alt="So gehts mir innerlich..." title="Rheinfall in Schaffhausen"><img class="logoleft" src="http://www.mansol.de/wp-content/2011/02/von-dschungeldreckwebk.jpg" alt="So gehts mir innerlich..." title="Rheinfall in Schaffhausen" width="212" height="167"></a>Nun, diesen meinen Zeilen l&#228;&#223;t sich wohl unschwer entnehmen, da&#223; ich w&#252;tend bin und wohl ein wenig undifferenziert herumholze. Aber das ist mir v&#246;llig egal. Ich habe keinen Fernseher, ich schaue mir den ganzen M&#252;ll auch nicht via Internet an, und trotzdem werde ich damit bel&#228;stigt. Geschlagene zwei Wochen dr&#228;ngten sich mir beim Anfahren von G**gle-News – und nicht nur da – &#220;belkeit erregende Schlagzeilen und „Berichte“ auf, die ich zwar zun&#228;chst versuchte, zu ignorieren, was mir aber auf Dauer nicht gelang, da sie zu zahlreich und zu marktschreierisch daherkamen.<br />&nbsp;<br />Ich wurde ungefragt hineingezogen in die R&#228;nke, Dummheiten, „Intimit&#228;ten“ und Tagesgeschehnisse von Leuten, die ich nicht kenne und gewi&#223; nicht kennenlernen will. Namen donnerten mir virtuell neonglei&#223;end entgegen, Ausweichen unm&#246;glich. Namen, die mir am Arsch vorbeigehen und die ich mir nicht merken wollte – und es doch hier und da tat, weil mein Gehirn vergewaltigt wurde, von Strichern und Huren, aufdringlichst mir aufgedr&#228;ngt von ihren Zuh&#228;ltern: den Medien.<br />&nbsp;<br /><strong>Shows wie das Dschungelcamp sind Belege f&#252;r Degeneration</strong><br />&nbsp;<br />Und nicht nur das: sie vergewaltigten und entehrten auch die Sprache auf schamloseste Art, indem sie Begriffe wie „Nahtoderfahrung“, „Liebe“ und „Leben“ den diversen Protagonisten zuschrieben, wo Worte wie „Medienhure“, „Ruhmsucht“, „Ekelhaftigkeit“ und „Unkultur“ wesentlich angebrachter gewesen w&#228;ren. Allein der Rummel um diese j&#228;mmerliche Erscheinung namens Langhans (ich sagte ja, ich wehrte mich vergebens bei einigen Namen, sie mir nicht zu merken) verebbte recht zeitig (aber nicht rechtzeitig), weil er sich trotz des Geldes, f&#252;r das er sich hat kaufen lassen, in diesem entw&#252;rdigendem Dschungel-Container wohl als genauso langweilig generierte, wie er wahrscheinlich auch im echten Dasein ist.<br />&nbsp;<br />Aber die anderen, aus welch mir unerfindlichen Gr&#252;nden sie auch immer da mittaten, sei es aus Geldmangel; sei es, weil sie um jedes bi&#223;chen Aufmerksamkeit buhlten, und sei sie auch noch so gering und peinlich; sei es wegen irgendwelcher pers&#246;nlichen Defizite und Minderwertigkeitskomplexe; sei es wegen eines Zipfelchens „Mein Name in den Medien, in den Medien, juhu!“; die wurden mir allerdings f&#246;rmlich aufgezwungen und taten ihr Bestes, mich ein St&#252;ck weit mehr zum Misanthropen und Kulturpessimisten werden zu lassen. Und kaum war das ausgestanden, lese ich Lena Lena Lena (ein Schlagersternchen, na danke) und der Eichinger (ein Filmproduzent, na danke) mu&#223; einen Herzinfarkt haben, was mich dazu f&#252;hrt zu meinen, da&#223; dieser Mann als wichtigste Person Tadelschunds – sogar noch vor Josef Ackermann (ein Bankster, na danke) – gelten k&#246;nnte. Ich halte das einfach alles nicht mehr aus.<br />&nbsp;<br />Vielleicht h&#228;tte mich das alles nicht ganz so sehr mitgenommen, wenn ich nicht zus&#228;tzlich h&#228;tte lesen m&#252;ssen, welche Rekordeinschaltquoten der Dschungel-M&#252;ll, erdacht von verwahrlosten Gehirnen f&#252;r verrohte Gem&#252;ter, dann auch noch erzielte. Vielleicht h&#228;tte ich es etwas lockerer gesehen, h&#228;tte ich nicht wenige Wochen zuvor erfahren, da&#223; der Absatz von Fernsehger&#228;ten im Weihnachtsgesch&#228;ft &#252;berproportional gestiegen sei als eines der wenigen Segmente in der sogenannten „Unterhaltungselektronik“ – was mich zu der Vermutung bewog, ob in den deutschen Haushalten nun wohl bereits zwei Fernseher in jedem Zimmer stehen w&#252;rden, einschlie&#223;lich Klo, um mit begeistertem Jubelgrunzen all den L&#228;rm, den visuellen Dreck und notorische Wichtigmann-Hektik bis in den kleinsten Winkel des Daseins hineinfahren zu lassen wie den Satan in eine entweihte Kirche. Vielleicht h&#228;tte ich nicht wenige Wochen zuvor lesen und im Hinterkopf behalten sollen, da&#223; der durchschnittliche t&#228;gliche TV-Konsum auf &#252;ber vier Stunden angestiegen ist und RTL die ARD als relevantester Sender (oder so &#228;hnlich) abgel&#246;st hat.<br />&nbsp;<br /><strong>Vielleicht vielleicht vielleicht – zu schwer</strong><br />&nbsp;<br />Vielleicht h&#228;tte ich als Anti-TVler einfach darauf achten sollen, was gerade so im Fernsehen l&#228;uft, um den etablierten Print- und Webmedien in dieser Zeit vollends aus dem Weg zu gehen, da sie ja ohnehin keine vern&#252;nftige journalistische Arbeit mehr machen. Doch ich hatte einfach nicht damit gerechnet, als fernsehbefreiter Surfer au&#223;erhalb desselben trotzdem so viel Dosis der Giftdroge TV abzubekommen. Zumindest w&#252;&#223;te ich nicht, da&#223; auch nur ein einziger Krieg, eine einzige Revolution oder eine einzige Katastrophe von den hiesigen etablierten Medien mit einer derartigen Inbrunst begleitet worden w&#228;re, von zwei zusammenst&#252;rzenden T&#252;rmen und den Fu&#223;ballweltmeisterschaften mal abgesehen.<br />&nbsp;<br />Was ist das? Was bedeutet das? Eine folgerichtige Antwort auf diese Fragen k&#246;nnte mich wohl endg&#252;ltig um den Verstand bringen, wenn ich ihn nicht schon l&#228;ngst vor der sogenannten Mehrheit der Menschen im Lande in Sicherheit gebracht h&#228;tte. Blo&#223;e Hirnerweichung und stupide Langeweile reichen mir als Antwort jedoch nicht hin. Da mu&#223; noch mehr dahinter stecken, da&#223; menschliche Wesen (oder sind es doch nur Ogre-Horden?) sich derartiges freiwillig antun – aktiv wie passiv.<br />&nbsp;<br />Es mu&#223; eine innere Leere sein, vor der sie sich f&#252;rchten, eine Lebensangst, eine Angst vor Stille, vor Situationen, in denen mensch ganz bei sich und zu sich kommen k&#246;nnte, auf sich selbst zur&#252;ckgeworfen, die mittlerweile in den ganzen ungelebten Daseinsweisen nichts anderes als ein gro&#223;es Elend ausl&#246;sen w&#252;rde, das unweigerlich zum Zusammenbruch f&#252;hrte, auch Psychose genannt. So blitzte bei dem Versuch, mir die Frage nach dem Was und dem Warum zu beantworten, die Erkenntnis auf: so, so und nicht anders m&#252;ssen sie sich gef&#252;hlt haben, als sie etwa 100 Jahre zuvor alle den Weltkrieg herbeisehnten, damit endlich die unertr&#228;gliche bleierne Schwere, einhergehend mit Perspektivlosigkeit und Stagnation, durchbrochen w&#252;rde.<br />&nbsp;<br /><strong>Das Fernsehen als Lebensersatz macht jeden Krieg &#252;berfl&#252;ssig</strong><br />&nbsp;<br />Heute wollen sie nat&#252;rlich keinen Krieg mehr – heute schauen sie fern, um vor sich selbst zu fliehen. Sie ergeben sich einer Sucht, die mindestens so zerst&#246;rerisch ist wie Alkohol, Designerdrogen und Psychopharmaka. Sie lassen sich aufputschen, um danach umso bet&#228;ubter sein zu k&#246;nnen. Gesellschaftlich gef&#246;rdert und akzeptiert, ja sogar gewollt. Ein Volk von Junkies. Es erschreckt mich, ein Gedicht in der Hand zu halten, das ich vor gut 15 Jahren schrieb, und feststellen zu m&#252;ssen, da&#223; das, was ich damals schrieb, heute mehr denn je G&#252;ltigkeit besitzt.<br />&nbsp;<br />Es erschreckt mich, weil es mir das Gef&#252;hl gibt, da&#223; sich nichts, aber auch rein gar nichts ge&#228;ndert, geschweigedenn gebessert hat in dieser Gesellschaft. Denn damals, als ich das Gedicht schrieb, war das Fernsehen nicht einmal halb so unertr&#228;glich und dumm und menschenverachtend und verstandeszersetzend wie heute (obwohl mir das schon ausreichte, um endg&#252;ltig dazu „nein“ zu sagen). Und so, bef&#252;rchte ich, ist jeder Versuch einer Therapie, eines Wachr&#252;ttelns von vornherein zum Scheitern verurteilt. Und das w&#252;rde mir tats&#228;chlich Angst machen, wenn ich nicht tief innen w&#252;&#223;te, da&#223; ich auf gutem Wege bin, dieses Schland (f&#252;rs erste) zumindest geistig bald hinter mich lassen zu k&#246;nnen – bis es denn doch noch mal mit der Auswanderung klappt.<br />&nbsp;<br />Die Vorstellung, in Tadelschund alt werden zu m&#252;ssen, ist jedenfalls eine schreckliche. Sie l&#228;&#223;t mich zwar nicht verstummen, doch sie f&#252;hrt mich auf Abwege, die ich mir fr&#252;her nie h&#228;tte vorstellen k&#246;nnen: z.B. keine aktive Auseinandersetzung mehr mit der Politik meinerseits, die Einstellung ehrenamtlicher Aktivit&#228;ten (da diese zunehmend kostenlose Ersatzfunktionen wahrnehmen m&#252;ssen, was ich unm&#246;glich finde), der Gang ins innere Exil (besonders das „Kulturelle“ betreffend), denn ich bange um mein Seelenheil, ich habe Sorge, da&#223; ich ver&#246;de und verbl&#246;de, und ich bin leider mittlerweile sehr &#252;berzeugt davon, da&#223; es noch sehr schwierig sein wird, nicht das ganze Reservoir an Empathie, Intelligenz, ethischem Empfinden und klarem Verstand irreversibel St&#252;ck um St&#252;ck einzub&#252;&#223;en.<br />&nbsp;<br />Ein einziges Desaster. Und ich versp&#252;re eine gro&#223;e M&#252;digkeit, ich will mittlerweile nicht einmal mehr wissen, warum die Menschen in diesem Lande das alles mitmachen und zulassen (und damit meine ich nicht nur diese ganzen &#252;blen Shows, krakeelenden Talkrunden, sondern auch den  - nicht zuletzt auch dank solcher Sendungen - grassierenden Sozialdarwinismus samt seiner Verachtung jedlichen Selbstwerts des menschlichen Lebens). Denn Erkenntnisse dahingehend &#228;ndern nichts an den Zust&#228;nden und das Verstehen ist der M&#252;he nicht wert. Zombies, Egomanen, Desinteresslinge, Untertanen und…<br />&nbsp;<br /><strong>TV-Junkies</strong><br />&nbsp;<br />Leben ohne Tiefensch&#228;rfe<br />Eure Sucht l&#228;&#223;t sich vielleicht<br />noch messen<br />an der Gr&#246;&#223;e der Diagonale<br />&nbsp;<br />Leben im 15-Minuten-Takt<br />stets griffbereit die Nummer<br />Eures Notruftelefons<br />f&#252;r Lebensfreude bleibt kein Raum<br />&nbsp;<br />Leben im Rausch der Surrogate<br />die t&#228;gliche Dosis mu&#223; schon sein<br />mit der Fernbedienung<br />l&#228;&#223;t sich nach Belieben schalten<br />&nbsp;<br />Leben im Black Triniton<br />Ihr h&#228;ngt am Kabel/Satellit<br />gefangen im Kreislauf Eurer<br />Schaltkreise<br />&nbsp;<br />Wer seinen Mind<br />nicht programmieren kann<br />mu&#223; eben den Videorecorder<br />programmieren<br />&nbsp;<br />&nbsp;<br /><em>&copy; des Gedichts 1994 by Franktireur</em><br />&nbsp;</p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;<br />In nicht einmal einem Jahr werde ich sagen k&#246;nnen, da&#223; ich stolz darauf bin, seit 15 Jahren kein Radio mehr zu besitzen und vor 20 Jahren ein f&#252;r alle mal das Fernsehger&#228;t entsorgt zu haben. Aber n&#252;tzt es mir etwas? Jain. Die Verbl&#246;dungsmaschine l&#228;uft wohl mehr denn je auf Hochtouren; und da ich als Gespr&#228;chspartner – oder besser gesagt: als Smalltalkkumpel – aufgrund des fehlenden TV-Konsums gleich gar nicht geeignet bin, sp&#252;re ich eine nicht zu untersch&#228;tzende Isolierung.<br />&nbsp;<br />Nicht, da&#223; mich die bewu&#223;te Absage an TV-Konsum einsam machen w&#252;rde. Aber sie f&#252;hrt dazu, da&#223; ich mit all jenen, die ihr bi&#223;chen Freizeit vor der heimischen Glotze mit dem audiovisuellen Aufsaugen &#252;belsten TV-Limbos vergeuden, und somit auch ihr Leben, ihren Verstand und ihren kulturellen Restgeschmack einb&#252;&#223;en, keinerlei Text mehr habe. Es ist dies eine kulturell verarmende Nation, ein von Tag zu Tag d&#252;mmer und orientierungsloser werdendes Volk, unf&#228;hig zu eigenem Denken, eigenem Empfinden und unf&#228;hig/unwillig dazu, Dinge zu durchdenken und kritisch zu hinterfragen. &#220;bel f&#252;r die Demokratie, angenehm f&#252;r aufstrebende Diktatoren. Und das versetzt mich in innere Aufruhr, obwohl ich das nicht will.<br />&nbsp;<br /> <a href="http://www.mansol.de/2011/02/12/von-dschungeldreck-und-tv-junkies/" class="more-link">(weiterlesen&#8230;)</a></p>
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		<title>de tempore 2011 - nach der Zeit ist vor der Zeit</title>
		<link>http://www.mansol.de/2011/01/16/de-tempore-2011-nach-der-zeit-ist-vor-der-zeit/</link>
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		<pubDate>Sun, 16 Jan 2011 14:47:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frank</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>

		<category><![CDATA[Psychonautik]]></category>

		<category><![CDATA[Denken]]></category>

		<category><![CDATA[Der Chef]]></category>

		<category><![CDATA[Intuition]]></category>

		<category><![CDATA[Seele]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Meine Auszeit ist zu Ende. In diesem Jahr m&#246;chte ich <em>de tempore</em> wieder ein wenig beleben und mit Inhalten f&#252;llen. Die l&#228;ngere Abstinenz vom Schreiben im Web war unter den gegebenen Umst&#228;nden zwar hilfreich und sinnvoll, da ich mir endlich einmal die n&#246;tige Zeit nehmen konnte, in Ruhe dar&#252;ber nachzudenken, ob ich &#252;berhaupt noch weitermachen will – und wenn, auf welche Weise.<br />&nbsp;<br /><span id="more-594"></span><a class="shutter" href="http://www.mansol.de/wp-content/2011/01/de_tempore_affenberg_salemwebk.jpg" alt="Auf dem Affenberg in Salem" title="Auf dem Affenberg in Salem"><img class="logoleft" src="http://www.mansol.de/wp-content/2011/01/de_tempore_affenberg_salemwebk.jpg" alt="Auf dem Affenberg in Salem" title="Auf dem Affenberg in Salem" width="212" height="166"></a>Das hat zu Konsequenzen gef&#252;hrt. Meine Satireseite <em>Magnifikatz</em>, auf der ich dem <em>Chef</em> das Wort &#252;berlassen habe, habe ich zu Jahresbeginn aus dem Netz genommen. Einer der Gr&#252;nde daf&#252;r ist nat&#252;rlich, da&#223; <em>der Chef</em> nicht mehr ist; ein weiterer Grund ist der, da&#223; jegliche Form von politischer Satire von der Realpolitik l&#228;ngst &#252;berholt wurde, so da&#223; diese spezielle Form der Satire <strong>f&#252;r mein Empfinden</strong> keinerlei Aufkl&#228;rungswert mehr besitzt.<br />&nbsp;<br />Auch meine Autorenseite habe ich stillgelegt und entfernt, da sie noch zu den statisch gebauten Seiten in klassischem HTML geh&#246;rt und es auf Dauer einfach zu aufwendig gewesen w&#228;re, sie zu aktualisieren. Die angestrebte Freiberuflichkeit als Autor habe ich zudem schon l&#228;ngst zu Grabe getragen, da ich davon ohnehin nicht h&#228;tte leben k&#246;nnen, ohne mich auf eine Weise anzupassen, die mir zuwider gewesen w&#228;re.<br />&nbsp;<br />Aber ich will nicht lamentieren und unn&#246;tig lange zur&#252;ckblicken, sondern lieber nach vorne schauen, und so habe ich mich dazu entschlossen, einige Inhalte der o.g. Webseiten im Laufe der Zeit in dieses Blog zu &#252;bertragen und nat&#252;rlich auch neue Beitr&#228;ge zu schreiben, die dann allerdings auch meinen ver&#228;nderten <em>mind</em> zum Tragen kommen lassen werden.<br />&nbsp;<br /><strong>Tagespolitik bekommt hier kein Podium, da sie mich anekelt.</strong><br />&nbsp;<br />Ich wei&#223;, ich wei&#223;, letztendlich ist alles irgendwie politisch. Letztendlich ist allerdings auch alles irgendwie Kultur. Und was bedeutet das? Genaugenommen gar nichts. Die Tagespolitik in diesem Land betrachte ich nicht mehr als Politik. Ich halte sie im Wesentlichen f&#252;r egomanisch, durchsetzt mit durchaus krimineller Energie, in vielen Teilen dazu noch verfassungswidrig, barbarisch, unethisch und charakterlos. Wenn sich &#252;berhaupt noch jemand damit besch&#228;ftigen sollte, dann bitte in erster Linie die Verfassungsorgane und die Justiz.<br />&nbsp;<br /><strong>Neben Musik und Fotos bekommt auch Lyrik hier ihren Raum.</strong><br />&nbsp;<br />Vielleicht nicht unbedingt die Wald- und Wiesenlyrik der sp&#228;ten Romantiker oder elit&#228;re Klassiker-Verse, aber festlegen werde ich mich nicht. Denn auch da gibt es Perlen. Auch Gedichte von mir nicht ausgeschlossen. Wir werden sehen. Zu sehen wird es auch einiges an neuen Fotos geben. Ich m&#246;chte die Galerie in jedem Fall weiter ausbauen, da ich im letzten Jahr eine Menge Hobby-Aufnahmen gemacht habe. Und last but not least werde ich weitere Musikst&#252;cke einstellen aus den Jahren, in denen ich aktiv war. Das ist zwar auch schon eine Weile her, aber manches davon gef&#228;llt mir heute noch, und das meiste davon ist recht zeitlos.<br />&nbsp;<br /><strong>In der Regel gibt es keine Regelm&#228;&#223;igkeit.</strong><br />&nbsp;<br />Die fr&#252;here Regelm&#228;&#223;igkeit der Beitr&#228;ge wird es allerdings auf <em>de tempore</em> nicht mehr geben, denn ich kann und will gar nicht konkret planen und mich selbst auch nicht unter Druck setzen. So kann es also sein, da&#223; innerhalb von drei Wochen drei oder sogar vier Beitr&#228;ge eingestellt werden und dann wieder zwei Monate lang gar nichts. &#220;ber Kommentare freue ich mich allerdings stets und werde sie nach M&#246;glichkeit auch zeitnah beantworten – aber garantieren kann ich nichts.<br />&nbsp;<br />Tja, das wars so weit f&#252;rs erste. Auf ein neues, ein besseres Jahr – und m&#246;ge zur Abwechslung mal die Macht mit uns sein. Denn mehr und mehr wird die Welt da drau&#223;en schlicht zum Verr&#252;cktwerden. Und ich war bereits drauf und dran, aufgrunddessen selber an dieser Verr&#252;ckheit zu erkranken. Aber dann beschlo&#223; ich, auf meine Art und nach meiner Definition verr&#252;ckt zu werden, um nicht zu erkranken. Aber dazu in sp&#228;teren Beitr&#228;gen mehr. Aber jetzt w&#252;nsche ich allen geneigten Lesern und Leserinnen ersteinmal einen sch&#246;nen und erholsamen Sonntag.<br />&nbsp;</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Meine Auszeit ist zu Ende. In diesem Jahr m&#246;chte ich <em>de tempore</em> wieder ein wenig beleben und mit Inhalten f&#252;llen. Die l&#228;ngere Abstinenz vom Schreiben im Web war unter den gegebenen Umst&#228;nden zwar hilfreich und sinnvoll, da ich mir endlich einmal die n&#246;tige Zeit nehmen konnte, in Ruhe dar&#252;ber nachzudenken, ob ich &#252;berhaupt noch weitermachen will – und wenn, auf welche Weise.<br />&nbsp;<br /> <a href="http://www.mansol.de/2011/01/16/de-tempore-2011-nach-der-zeit-ist-vor-der-zeit/" class="more-link">(weiterlesen&#8230;)</a></p>
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		<title>Abschied nehmen</title>
		<link>http://www.mansol.de/2010/05/06/abschied-nehmen/</link>
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		<pubDate>Thu, 06 May 2010 20:01:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frank</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>

		<category><![CDATA[Natur]]></category>

		<category><![CDATA[Denken]]></category>

		<category><![CDATA[Der Chef]]></category>

		<category><![CDATA[Intuition]]></category>

		<category><![CDATA[Seele]]></category>

		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Am Samstag, den 10. April, ist am Morgen zwischen 8 und 10 Uhr der „Chef“ gestorben. H&#246;chstwahrscheinlich im Schlaf. Das Herz verweigerte einfach seinen Dienst. Es war wohl ein friedlicher, ein gn&#228;diger Tod. Als ich ihn fand, lag er beinahe wie immer da, an seinem Lieblingsplatz der letzten Monate, unter meinem Schreibtisch.<br />&nbsp;<br />Ich bin traurig, ich vermisse ihn. Beinahe vier Wochen sind seitdem vergangen und ich war au&#223;erstande, irgendetwas zu schreiben &#252;ber Musik, Film, Literatur und all den anderen Dingen, mit denen ich mich sonst so gern besch&#228;ftige. 16 Jahre hat diese Katze mich durch mein Leben begleitet, das sich in diesen Jahren durch drei sehr verschiedene, wichtige Lebensabschnitte gekennzeichnet hat. Drei verschiedene Lebenspartner, drei verschiedene St&#228;dte. Aufbruch, Abbruch, Aufbruch, Abbruch, Zusammenbruch und neuer Aufbruch.<br />&nbsp;<br /><span id="more-586"></span><a class="shutter" href="http://www.mansol.de/wp-content/2010/05/chef_mansol.jpg" alt="Der Chef" title="Der Chef"><img class="logoleft" src="http://www.mansol.de/wp-content/2010/05/chef_mansol.jpg" alt="Der Chef" title="Der Chef" width="162" height="166"></a>Mit ihm ist auch etwas von mir gegangen. Es bleibt ein leerer Fleck. Im Herzen, in der Seele. „Chef“ war mir n&#228;her als so mancher Mensch. Es gab eine Ebene des Zusammenlebens und des Miteinanders, die f&#252;r Au&#223;enstehende nicht begreifbar ist. Es gab eine Kommunikation, die im Wesentlichen nonverbal war, und es gab eine Ehrlichkeit und Authenzit&#228;t, die ich leider gar zu vielen Menschen, die ich kannte und mit denen ich zu tun hatte, nicht zubilligen kann.<br />&nbsp;<br />Die Katze ist ein Raubtier. Nat&#252;rlich eines der Raubtiere, die sich mit dem Menschen arrangiert haben, f&#252;r die das Zusammenleben mit Menschen zumindest nicht ungew&#246;hnlich ist. Es gibt Katzen – und ich habe durch „Chef“ einige kennenlernen d&#252;rfen -, die mit Menschen nichts am Hut haben. Menschen sind ihnen so fern wie mir als Mensch M&#228;use oder Hirsche oder K&#228;fer fern sind. Es gibt keinen Bezug.<br />&nbsp;<br />Ich habe durch „Chef“ erfahren d&#252;rfen, da&#223; es Grausamkeit in der Natur nicht gibt. Es ist eine moralische Wertung, eine menschengemachte. Die Katze jagt M&#228;use (auch um sie zu essen), sie f&#228;ngt und t&#246;tet Ratten, sie balgt sich mit anderen Katzen ums Revier. V&#246;gel, Schmetterlinge und anderes Fluggetier erh&#228;lt insofern Aufmerksamkeit von einer Katze, weil sich da etwas bewegt, und weil es gejagt und gefuttert werden k&#246;nnte. Das ist so. Punkt.<br />&nbsp;<br />Es gibt aber auch so etwas wie Solidarit&#228;t unter Katzen, ich habe es miterleben d&#252;rfen, in eiskalten Wintern, wenn einer der Streuner bei uns hereinschaute und mit „Chef“ abkl&#228;rte, da&#223; er eine Weile in der warmen K&#252;che bleiben und etwas vom Inhalt des Napfes abhaben konnte. Ich als eigentlicher Wohnungsbesitzer war f&#252;r diesen Streuner beinahe gar nicht existent, es sei denn, als potentielle Gefahr. Am Anfang war das jedenfalls so. Doch das legte sich rasch. Bezug zueinander hatten wir trotzdem nicht, daher wei&#223; ich den Bezug zu „Chef“ wertzusch&#228;tzen.<br />&nbsp;<br />In 16 langen Jahren habe ich die Erfahrung machen d&#252;rfen, da&#223; jede Katze eine unverwechselbare, nur einmalig auf der Welt existierende Pers&#246;nlichkeit ist – was ja &#252;ber den Menschen auch immer wieder gesagt wird, obwohl es mir schwer f&#228;llt, das zu verifizieren; auch das aus Erfahrung. Egoismus, so wie wir Menschen ihn verstehen, kennen Katzen nicht. Nat&#252;rlich auch kein Mitgef&#252;hl. Ob ich Liebeskummer hatte, mich mit &#252;bler Durchfallgrippe durch die Wohnung schleppte, ob ich gut- oder miesgelaunt nach Hause kam – stets war es wichtig, da&#223; der Napf gef&#252;llt wird.<br />&nbsp;<br />Ich denke, niemand sollte den Fehler begehen, eine Katze – oder &#252;berhaupt ein Tier, mit dem ein Miteinander (bei manchen wohl leider eher ein Nebeneinander) herrscht – mit menschlichen Ma&#223;st&#228;ben zu messen oder dem Tier gar menschliche Eigenschaften zuzuschreiben. Dankbarkeit gibt es nicht im Leben einer Katze, allerdings auch keinen Ha&#223;, kein Selbstmitleid und sonstige negative menschliche Eigenarten. Doch es gibt tats&#228;chlich so etwas wie Zuneigung, denn es war „Chef“ schon wichtig, sich hier und da so seine Streicheleinheiten zu holen oder zu partizipieren. Katzen haben ein ausgepr&#228;gtes Feeling f&#252;r Schwingungen – positive wie negative.<br />&nbsp;<br />Katzen k&#246;nnen sogar eitel sein. Wie sonst sollte es erkl&#228;rbar sein, da&#223; so mancher besonders elegant gemeinte Sprung schief ging, w&#228;hrend „Chef“ wu&#223;te, da&#223; ich hinsah – und so manche schwierige Akrobatiknummer ohne jede Anstrengung gemeistert wurde, wenn er sich unbeobachtet w&#228;hnte. „Chef“ hat sich f&#252;r das Zusammenleben mit mir (und in den ersten Jahren mit meiner Ex-Frau) ebenso entschieden, wie ich mich f&#252;r das Zusammenleben mit ihm. Eine Katze hat eine sehr ausgepr&#228;gte Psyche. Mag sein, sie verf&#252;gt nicht &#252;ber Intellekt, oder &#252;ber Ego (wie wir es verstehen), aber sie besitzt Bewu&#223;tsein.<br />&nbsp;<br />Im letzten Jahr machte sich das Alter bemerkbar. Katzen ver&#228;ndern sich &#228;u&#223;erlich so gut wie gar nicht, wenn sie altern. Es ist ihr abnehmender Bewegungsdrang, eine immer schw&#228;cher werdende Neugier, eine Art Fatalismus und die nat&#252;rlich langsamer und sparsamer werdende Art der Bewegung, ein verst&#228;rktes Bed&#252;rfnis nach Schlaf und Ruhe, eine Neigung zum R&#252;ckzug und gewisse Nachl&#228;ssigkeiten beim Putzen und andere Details, die erkennen lassen, da&#223; die Lebenskraft abnimmt und sich verbraucht.<br />&nbsp;<br />Die Momente wurden seltener, in denen sich „Chef“ in den Vordergrund r&#252;ckte, in denen er teil hatte an mir und meiner Lebenspartnerin. Das Bed&#252;rfnis nach Ruhe wuchs – gar nicht so sehr anders als bei vielen Menschen. Wir respektierten das. Auch wenn im Verlauf des letzten Jahres die Bindung dadurch zwangsl&#228;ufig gelockert wurde – es gab Tage, da war ich in der Tat nichts weiter als der Dosen&#246;ffner – war „Chef“ pr&#228;sent. Es ist ein seltsames Gef&#252;hl, einen K&#246;rper, den das Leben verlassen hat, zu ber&#252;hren. Es bleibt eine H&#252;lle. Es ist „Chef“ und es ist doch auch wieder nicht „Chef“. Es ist das, was zur&#252;ckgelassen wird.<br />&nbsp;<br />Die ersten Tage waren grauenvolle Tage. Ich mu&#223;te feststellen, da&#223; ich l&#228;ngst nicht so willensstark bin, wie ich dachte. Ich fing wieder an zu rauchen (nach einem halben Jahr ohne Zigaretten), die Wohnung war merkw&#252;rdig still und leer. Sie ist es auch jetzt noch, doch langsam gew&#246;hnen wir uns daran. Es fehlt etwas. Die Ger&#228;usche, das leise Tappsen der Tatzen, die &#252;ber den Boden klackern, der katzentypische Geruch, das Maunzen und noch viele andere Dinge sind nun einfach nicht mehr da und werden es auch nie mehr sein. Aber das ist nur das mental greifbare. Es fehlt jedoch noch etwas viel wichtigeres. Die mit alldem verbundene spezifische Pers&#246;nlichkeit, die unser Leben bereichert hat.<br />&nbsp;<br />Mit „Chef“ ist ein St&#252;ck Bindung fort. Bindung, die von meiner Seite aus mit Leben gef&#252;llt wurde, mit Emotionen, mit Gef&#252;hl, mit Sich-f&#252;r-jemanden-verantwortlich-f&#252;hlen, mit Sich-Sorgen-machen und Sich-freuen-auf-einen-Weggef&#228;hrten, dessen Anwesenheit so selbstverst&#228;ndlich geworden ist, da&#223; der Gedanke an Abwesenheit graust. Die Trauer, die ich empfinde, ist nat&#252;rlich eine egoistische, die des Verlassenwordenseins. Ich bin alt, reif und ehrlich genug, mir da nichts vorzumachen.<br />&nbsp;<br />Und doch m&#246;chte ich sie weder vertreiben, noch gegen sie ank&#228;mpfen. Sie ist da, und sie hat ein Anrecht darauf, sich mit ihr auseinanderzusetzen. Obwohl ich nat&#252;rlich weiter meinen sogenannten Tagesgesch&#228;ften nachgehe (arbeiten, einkaufen, lesen, schlafen, und mit f&#252;r mich interessanten Dingen mir die Zeit verbringend) ummantelt sie mich, auch wenn ich dies nach au&#223;en hin nicht zeige (ausgenommen meiner Lebensgef&#228;hrtin).<br />&nbsp;<br />Es ist ein Abschied, ein endg&#252;ltiger Abschied. Und ich nehme ihn immer noch. Es ist aber auch ein Abschied von einem alten Leben, einem Leben, in dem ich gebunden war, da ich Verantwortung trug, freilich eine freiwillige, daher war sie nur in wenigen Phasen dieses Lebens eine B&#252;rde. Es mag schwer verst&#228;ndlich sein, aber „Chef“s Tod hat mich emotional durchger&#252;ttelt und dazu gef&#252;hrt, da&#223; ich wieder ein bi&#223;chen wacher geworden bin. Denn die Beschr&#228;nkungen gingen zugleich auch mit bequemen Routinen und vermeintlichen Sicherheiten einher, die mir gar nicht so bewu&#223;t waren. Besonders im letzten Jahr pl&#228;tscherte vieles vor sich hin, der sogenannte lange ruhige Flu&#223; des Daseins.<br />&nbsp;<br />Und so befinde ich mich einmal mehr im Aufbruch, geistig und seelisch, auch wenn ich mich zur Zeit in einer Art Niemandsland befinde und mich ganz und gar nicht so f&#252;hle, als st&#252;nde ich mit beiden Beinen fest auf der Erde. In jedem Fall ist ein langer Lebensabschnitt f&#252;r mich zu Ende gegangen, ein Lebensabschnitt, der 16 Jahre dauerte. Denn mit „Chef“ ist weitaus mehr gestorben, wenn vielleicht auch mit Verz&#246;gerung und wohl eher mit mittelbarer Auswirkung. Und ich meine das keineswegs in einem sentimentalen Sinne oder als Allegorie. Im Gegenteil, es ist sehr konkret und sehr real.<br />&nbsp;<br />Wie es weitergehen, welche Auswirkungen es auf mein Leben haben wird, wei&#223; ich noch nicht, doch ich sp&#252;re einfach das Verlangen, mein Leben neu auszurichten, mich von alten (liebgewonnenen? schal gewordenen? bis jetzt unhinterfragten?) Gewohnheiten zu trennen, Dinge &#252;ber Bord zu werfen, loszulassen und mein angesammeltes Dasein zu entr&#252;mpeln, da ich viel zu viel mit mir herumschleppe. Und so wei&#223; ich unter anderem auch noch nicht, wie ich dieses Blog zuk&#252;nftig gestalten werde.<br />&nbsp;<br />Die Beitr&#228;ge zu Kunst und Kultur waren eine echte Labsal f&#252;r mich, f&#252;r meine Seele, meinen Geist, mein Selbst. Es gab eine Zeit, in der das unendlich wichtig war, um nicht zu verk&#252;mmern – doch zur Zeit versp&#252;re ich wenig Neigung, damit auf diese Weise fortzufahren. Ich vermisse „Chef“ – alle andere ist mir tats&#228;chlich sehr egal in diesen Wochen.<br />&nbsp;<br /><em>Ich bitte um Nachsicht und um Verst&#228;ndnis, da&#223; ich die Kommentarfunktion deaktiviere, denn nach Austausch steht mir ebenfalls zur Zeit nicht der Sinn. Ich habe einfach nur dem Bed&#252;rfnis nachgegeben, das Blog in diesem einen Fall tats&#228;chlich als Tagebuch zu nutzen. Und da&#223; ich das getan habe tut mir gut, jenseits irgendwelcher Relevanz-Gedanken.</em><br />&nbsp; </p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Am Samstag, den 10. April, ist am Morgen zwischen 8 und 10 Uhr der „Chef“ gestorben. H&#246;chstwahrscheinlich im Schlaf. Das Herz verweigerte einfach seinen Dienst. Es war wohl ein friedlicher, ein gn&#228;diger Tod. Als ich ihn fand, lag er beinahe wie immer da, an seinem Lieblingsplatz der letzten Monate, unter meinem Schreibtisch.<br />&nbsp;<br />Ich bin traurig, ich vermisse ihn. Beinahe vier Wochen sind seitdem vergangen und ich war au&#223;erstande, irgendetwas zu schreiben &#252;ber Musik, Film, Literatur und all den anderen Dingen, mit denen ich mich sonst so gern besch&#228;ftige. 16 Jahre hat diese Katze mich durch mein Leben begleitet, das sich in diesen Jahren durch drei sehr verschiedene, wichtige Lebensabschnitte gekennzeichnet hat. Drei verschiedene Lebenspartner, drei verschiedene St&#228;dte. Aufbruch, Abbruch, Aufbruch, Abbruch, Zusammenbruch und neuer Aufbruch.<br />&nbsp;<br /> <a href="http://www.mansol.de/2010/05/06/abschied-nehmen/" class="more-link">(weiterlesen&#8230;)</a></p>
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		<title>Mike Oldfield Boxed 1 - In Dulci Jubilo, On Horseback und Ommadawn</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Apr 2010 10:22:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frank</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

		<category><![CDATA[Konzeptalben]]></category>

		<category><![CDATA[Mike Oldfield]]></category>

		<category><![CDATA[Progressive Rock]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Dieser Beitrag markiert den Beginn einer mehrteiligen Reihe von Besprechungen der fr&#252;hen Musik von Mike Oldfield bis in die Anf&#228;nge der 1980er Jahre. Ich bin mit dieser Musik aufgewachsen – oder anders ausgedr&#252;ckt: diese Mischung aus Instrumental- und Weltmusik er&#246;ffnete mir die Welt der Musik jenseits von Pop-Charts-Gedudel und den obligatorischen Drei-Minuten-H&#228;ppchen. Um aber keine Mi&#223;verst&#228;ndnisse aufkommen zu lassen bekenne ich mich als fr&#252;her Fan von bspw. Sweet, Slade, T.Rex, Mud, Suzi Quatro und etwas sp&#228;ter Sex Pistols, The Cure, Mike Batt, Toto, Depeche Mode auf der einen, und von u.a. Genesis, Peter Gabriel, Roy Wood und Bob Marley, gefolgt von Kate Bush, The Residents und Bauhaus auf der anderen Seite.<br />&nbsp;<br />Immerhin bin ich ja auch durch eine Single auf Mike Oldfield aufmerksam geworden, da war ich nicht einmal 15 Jahre alt. Warum mich „In Dulci Jubilo“ so beeindruckt hat kann ich heute nicht einmal mehr sagen, die B-Seite jedenfalls: „On Horseback“, hatte es mir genug angetan, um mir irgendwann die LP „Ommadawn“ zulegen zu wollen (ich wu&#223;te ja nicht, da&#223; dieses kurze St&#252;ck f&#252;r den Stil der Musik dieser LP nicht gerade die geeignetste H&#246;rprobe darstellt). Nat&#252;rlich war es alles eine Frage des Geldes, das ich nat&#252;rlich nicht hatte. Zu der Zeit lagen die Durchschnittspreise f&#252;r LPs bei etwa 15 bis 20 Mark. Und so verging ein Jahr, eine weitere Single von Mike Oldfield erschien: „Portsmouth“, und schlie&#223;lich rannte ich in meinen bevorzugten Plattenladen und erstand – „Boxed“.<br />&nbsp;<br /><span id="more-582"></span><a class="shutter" href="http://www.mansol.de/wp-content/2010/04/mike_oldfield_boxedwebk.jpg" alt="Mike Oldfield Boxed- und Single-Cover" title="Mike Oldfield Boxed- und Single-Cover"><img class="logoleft" src="http://www.mansol.de/wp-content/2010/04/mike_oldfield_boxedwebk.jpg" alt="Mike Oldfield Boxed- und Single-Cover" title="Mike Oldfield Boxed- und Single-Cover" width="168" height="166"></a><strong>Fast drei Stunden Musik in einer Box</strong><br />&nbsp;<br />Die erste intensivere Bekanntschaft mit der Musik von Mike Oldfield machte ich also mit knapp 16 Jahren. Ich h&#246;rte zwar regelm&#228;&#223;ig die britischen Charts auf BSBF, zu denen sich Sendungen addierten wie „Rodigans Rockers“, „Nightflight“ mit Alan Bangs und die „John Peel Sessions“ (BBC1), wo die Bands live spielten, wenn sie zu Gast waren – doch von seinem Debutalbum „Tubular Bells“ hatte ich nichts mitbekommen, und die beiden anderen Alben kannte ich ebensowenig. Kurz gesagt, ich wu&#223;te gar nichts &#252;ber Mike Oldfield. Da die „Mike Oldfield Boxed“ aber nur wenig mehr als eine herk&#246;mmliche LP und etwa so viel wie eine Doppel-LP kostete (genau waren es 28,90 DM), schaffte ich sie mir Ende 1976 als Weihnachtsgeschenk an mich selbst an.<br />&nbsp;<br />Zugleich war die Box eine meiner ersten LP-Anschaffungen &#252;berhaupt, die ich aus eigener Tasche bezahlte; bis dato hatte ich u.a. lediglich „Slider“ von T.Rex, das Debutalbum von Suzi Quatro, zwei LPs von Elton John und E.L.O. und „Venus and Mars“ von den Wings selbst gekauft – Singles dagegen hatte ich eine Menge (auch die beiden o.g. von Mike Oldfield). Ich besa&#223; zwar einen Kompaktplattenspieler mit einfachstem Tonabnehmer, h&#246;rte mir die erste LP aus der Mike Oldfield–Box aber mit Kopfh&#246;rer auf der hochwertigen Akai-Anlage meines Vaters an.<br />&nbsp;<br />Und die erste Scheibe, die ich h&#246;rte, war nicht etwa „Tubular Bells“, sondern „Ommadawn“, denn die h&#228;tte ich mir ja ein Jahr zuvor gekauft, wenn sie nicht 22 DM gekostet h&#228;tte. Da&#223; alle Alben f&#252;r „Boxed“ neu abgemischt und teilweise nachbearbeitet wurden, realisierte ich nicht. Es lag der Box zwar ein 12-seitiges Booklet in englischer Sprache bei, doch zu der Zeit reichte mein Englisch nicht aus, um zu verstehen, was da geschrieben stand.<br />&nbsp;<br />Da&#223; sich mit „First Excursion“ tats&#228;chlich nur eine einzige Neuver&#246;ffentlichung in der Box wiederfand (da es dem Virgin-Inhaber in einem einmaligen Anflug von Gewissensbissen wohl doch ein bi&#223;chen peinlich war, die Fans mit dieser ‚Verlegenheits-Box’ abzuzocken), konnte mir egal sein, da ich ja bislang noch keine LP von Mike Oldfield besessen hatte.<br />&nbsp;<br />Und so war ich zu Weihnachten 1976 stolzer Besitzer einer „Tubular Bells“-Fassung, an deren Ende ein von Vivian Stanshall gesprochenes „Sailor’s Hornpipe“ stand – eine Rarit&#228;t, wovon ich damals keine Ahnung hatte (dazu mehr in einem sp&#228;teren Beitrag), einer „Hergest Ridge“-Bearbeitung, in der die Gesangs- und Chorstimmen besser herausstachen als in der urspr&#252;nglichen Fassung, einer „Ommadawn“-Fassung, die sich noch am wenigsten von der Erstver&#246;ffentlichung unterschied, und einer vierten Scheibe mit Kollaborationen Mike Oldfields (u.a. mit David Bedford, dessen Kompositionen ich erst Jahre sp&#228;ter kennen und sch&#228;tzen lernte, auch dazu gibt’s irgendwann einmal einen Artikel hier).<br />&nbsp;<br /><strong>Ommadawn – eine neue, faszinierend andere Welt</strong><br />&nbsp;<br />Nat&#252;rlich wu&#223;te ich nicht, wie mir geschah, als ich „Ommadawn“ auflegte, kannte ich doch nur dieses kurze „On Horseback“-St&#252;ck mit einem mehr oder weniger singenden Mike Oldfield und einem Kinderchor zum Schlu&#223;. Mike Oldfield hat mit „Ommadawn“ bereits Weltmusik gemacht, als noch kaum jemand diesen Begriff kannte, geschweigedenn benutzte. Es war anders als alles, was ich bis dato kannte. Und so bezeichne ich „Ommadawn“ nun einfach mal als Urmutter aller Weltmusik-Alben, denn es enth&#228;lt s&#228;mtliche Zutaten, die dieser Etikettierung entsprechen (auch wenn ich im Grunde solche Schubladen-Zuordnungen nicht wirklich mag).<br />&nbsp;<br />„Ommadawn“ beginnt langsam, verhalten, mystisch angehaucht, mit sph&#228;risch klingendem Chorus. In den ersten Minuten werden verschiedene Themen eingef&#252;hrt, die in abgewandelter Form im Verlauf der Komposition immer wieder auftauchen werden, so das beeindruckende Leitmotiv, das auch das Ende des ersten Satzes markieren wird, dann unterlegt mit hypnotisch rhythmischen Afrikatrommeln und einer Frauen-Solo-Stimme (Clodagh Simonds), die einen Hinweis auf den merkw&#252;rdigen Titel dieses Werks gibt: „An amadan le choil“ (was g&#228;lisch ist und in etwa <em>Narr</em> oder <em>Dummkopf der Musik</em> bedeutet). Insofern ist „Ommadawn“ zwar tats&#228;chlich ein Nonsens-Wort, wie im Booklet zu lesen ist, doch andererseits programmatisch f&#252;r das Werk.<br />&nbsp;<br />Denn es gibt eine F&#252;lle an Rhythmus- und Tempowechseln, an Wechseln in der Klangfarbe (mal kammermusikalisch, mal folkig [irisch, osteurop&#228;isch, afrikanisch], mal symphonisch, mal treibend-rockig), ein echtes Kaleidoskop. „Ommadawn“ ist immer auf dem Sprung, verspielt, sich selbst genug; Melodielinien entwickeln sich scheinbar aus dem Nichts, werden variiert, erg&#228;nzt, erweitert und pl&#246;tzlich befindet sich der H&#246;r-Reisende ganz woanders als noch Sekunden zuvor. Reine Lust am Spiel, an Dramatisierung, am Aufbau an Spannung, die sich (auch Dank des typischen Oldfieldschen E-Gitarrenspiels in hohen Lagen) bis an die akustische Schmerzgrenze heranwagt, um dann meist abrupt zu enden und Platz f&#252;r einen neuen Aufbau, f&#252;r eine neue Sequenz zu machen, die dann ihrerseits wieder…<br />&nbsp;<br />Mensch mu&#223; es h&#246;ren, die blo&#223;e Beschreibung kann die F&#252;lle nicht ann&#228;hernd wiedergeben. „Ommadawn“ ist Gef&#252;hls- und Erfahrungsmusik. Zugleich habe ich als H&#246;rer jedoch nie das Gef&#252;hl, da&#223; hier ‚K&#246;nig Zufall’ regiert. Es ist Struktur in der Musik, ein ‚Wollen’, ein Konzept, wohldurchdacht und – bei aller Spielfreude – diszipliniert umgesetzt. Wo Dramatik nicht mehr steigerungsf&#228;hig ist, mu&#223; sie auf dem Kulminationspunkt enden, und so ist der fast einmin&#252;tige Ausklang der Trommeln zum Ende des ersten Satzes (der LP-Seite) gleichsam erholend und auf seine eigene Weise ein wirkungsvoller dramaturgischer Schlu&#223;kniff.<br />&nbsp;<br /><strong>Akustisch anstrengend – lyrisch – und dann das einfache Gl&#252;ck</strong><br />&nbsp;<br />Und die Erholung ist n&#246;tig, denn im zweiten Satz geht’s weiter mit einer mehrlagigen, in Schichten &#252;bereinandergestapelten Gitarren- und Orgelsound-Collage, die ebenso faszinierend wie akustisch anstrengend ist und runde f&#252;nf Minuten w&#228;hrt, bevor der H&#246;hepunkt des zweiten Satzes von einer virtuos gespielten Akustikgitarre eingeleitet wird: Die Bagpipe-Section mit einem lyrisch-gef&#252;hlvollen Uillean-Pipe-Solo von Paddy Moloney (Chieftains).<br />&nbsp;<br />Zu dieser Einspielung gibt es eine kleine Anekdote. Paddy Moloney steuerte seinen Part nur wenige Tage vor Abgabetermin bei. Er traf am fr&#252;hen Abend ein, probte mit Mike &#252;ber Stunden herum, bis sie schlie&#223;lich gegen 2:30 in der Nacht frustriert aufgaben, weil nichts gelingen wollte. Sie ertr&#228;nkten ihren Kummer mit Whiskey – und nach einigen Fehlstarts und runde anderthalb Stunden sp&#228;ter hatten sie ihren Take in einer L&#228;nge von etwa dreieinhalb Minuten, der genau auf dem Takt endet, an dem der n&#228;chste Part beginnt, so da&#223; sich das Bagpipe-Solo problemlos in die (vorher und nachher bereits fertige) Gesamtaufnahme einf&#252;gen lie&#223;, obwohl es keinen Timing-Track gab.<br />&nbsp;<br />Nach der Bagpipe-Section zieht das Tempo noch einmal an, ein Recorder/Pipe-Zwischenspiel leitet &#252;ber zu einem immer rasanter werdenden Bouzouki-Tanz, der von einem ekstatischen E-Gitarrensolo &#252;berlagert wird, das sich in der Schlu&#223;sequenz ebenso sehr steigert wie zuvor zum Ende des ersten Satzes, das Anfangsthema variiert aufgreift und mit einem ordentlichen ‚Wummms’ endet. Tja, und damit w&#228;re das Album eigentlich beendet, w&#252;rde da nicht noch „The Horse Song“, wie „On Horseback“ im Begleitheft zu „Boxed“ genannt wird, den Abschlu&#223; machen.<br />&nbsp;<br />Manche finden das St&#252;ck trivial, manche finden es kitschig, ich finde es in all seiner Einfachheit, Schlichtheit und Unmittelbarkeit als abschlie&#223;enden H&#246;hepunkt des bis dato reifsten musikalischen Gesamtkunstwerks von Mike Oldfield geradezu kongenial, oder wie Bob Edmands im Booklet sagt: „Gro&#223;e Komplexit&#228;t im Dienste der Einfachheit“, direkt aufs Herz zielend. Ein n&#228;rrisches Album mit einem kindlichen Finale, aus dem einem die pure Freude am Musizieren entgegenschallt.<br />&nbsp;<br /><strong>Abschlie&#223;ende Bemerkungen</strong><br />&nbsp;<br />Von Januar bis September 1975 hat der damals 22-j&#228;hrige Mike Oldfield an diesem Album gearbeitet. Es ist das erste Album, das er in seinem eigenen Studio eingespielt hat (eingerichtet im Keller seines b&#228;uerlichen Anwesens in Herefordshire, „The Beacon“, das er sich vom Verdienst des Erfolgs mit „Tubular Bells“ hat erwerben k&#246;nnen); und es ist das erste Album, bei dem er Gastmusikern - wie Paddy Moloney - ein gewisses Ma&#223; an musikalischer Freiheit zugestand. Wie schon bei „Hergest Ridge“ spielen auch hier sein Bruder Terry und seine Schwester Sally mit; die African Drums bedienten vier Musiker der Band <em>Jabula</em>, die zu dieser Zeit aufgrund der s&#252;dafrikanischen Apartheid im englischen Exil lebten.<br />&nbsp;<br />„Ommadawn“ ist mir neben „Incantations“ das liebste Album von Mike Oldfield, ich finde es besser als sein Debut und auch ausgereifter als „Hergest Ridge“. Ein Meilenstein des Instrumental-Rocks und der Weltmusik. Ein Werk, das nicht wiederholt und erst recht nicht &#252;bertroffen werden kann – auch wenn Mike Oldfield mit „Amarok“ Anfang der 1990er Jahre eine Menge Avancen in Richtung „Ommadawn“ vom Stapel lie&#223;, zu einer Zeit, als sein Stern bereits sank. Doch das ist ein anderes Thema.<br />&nbsp;</p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Dieser Beitrag markiert den Beginn einer mehrteiligen Reihe von Besprechungen der fr&#252;hen Musik von Mike Oldfield bis in die Anf&#228;nge der 1980er Jahre. Ich bin mit dieser Musik aufgewachsen – oder anders ausgedr&#252;ckt: diese Mischung aus Instrumental- und Weltmusik er&#246;ffnete mir die Welt der Musik jenseits von Pop-Charts-Gedudel und den obligatorischen Drei-Minuten-H&#228;ppchen. Um aber keine Mi&#223;verst&#228;ndnisse aufkommen zu lassen bekenne ich mich als fr&#252;her Fan von bspw. Sweet, Slade, T.Rex, Mud, Suzi Quatro und etwas sp&#228;ter Sex Pistols, The Cure, Mike Batt, Toto, Depeche Mode auf der einen, und von u.a. Genesis, Peter Gabriel, Roy Wood und Bob Marley, gefolgt von Kate Bush, The Residents und Bauhaus auf der anderen Seite.<br />&nbsp;<br />Immerhin bin ich ja auch durch eine Single auf Mike Oldfield aufmerksam geworden, da war ich nicht einmal 15 Jahre alt. Warum mich „In Dulci Jubilo“ so beeindruckt hat kann ich heute nicht einmal mehr sagen, die B-Seite jedenfalls: „On Horseback“, hatte es mir genug angetan, um mir irgendwann die LP „Ommadawn“ zulegen zu wollen (ich wu&#223;te ja nicht, da&#223; dieses kurze St&#252;ck f&#252;r den Stil der Musik dieser LP nicht gerade die geeignetste H&#246;rprobe darstellt). Nat&#252;rlich war es alles eine Frage des Geldes, das ich nat&#252;rlich nicht hatte. Zu der Zeit lagen die Durchschnittspreise f&#252;r LPs bei etwa 15 bis 20 Mark. Und so verging ein Jahr, eine weitere Single von Mike Oldfield erschien: „Portsmouth“, und schlie&#223;lich rannte ich in meinen bevorzugten Plattenladen und erstand – „Boxed“.<br />&nbsp;<br /> <a href="http://www.mansol.de/2010/04/05/mike-oldfield-boxed-1-in-dulci-jubilo-on-horseback-ommadawn/" class="more-link">(weiterlesen&#8230;)</a></p>
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		<title>Schmetterlinge</title>
		<link>http://www.mansol.de/2010/03/28/schmetterlinge/</link>
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		<pubDate>Sun, 28 Mar 2010 13:28:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frank</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Natur]]></category>

		<category><![CDATA[Fabelwesen]]></category>

		<category><![CDATA[Frühling]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Heute bin ich mal wieder dazu gekommen, ein paar Fotos aufzubereiten, um eine neue Galerie online zu stellen. 19 Aufnahmen von Schmetterlingen (und einer Raupe). Sie flattern alle (au&#223;er der Raupe nat&#252;rlich) im Schmetterlingshaus auf der Insel Mainau umher, und ich habe mich dort letzten Fr&#252;hling an einem regnerischen Tag aufgehalten. Da drin war es allerdings auch nicht gerade trocken (sehr hohe Luftfeuchtigkeit), aber wenigstens nicht kalt.<br />&nbsp;<br />Hier der Direktlink: <a href="http://www.mansol.de/galerien/schmetterlinge/">Galerie Schmetterlinge</a><br />&nbsp;</p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Heute bin ich mal wieder dazu gekommen, ein paar Fotos aufzubereiten, um eine neue Galerie online zu stellen. 19 Aufnahmen von Schmetterlingen (und einer Raupe). Sie flattern alle (au&#223;er der Raupe nat&#252;rlich) im Schmetterlingshaus auf der Insel Mainau umher, und ich habe mich dort letzten Fr&#252;hling an einem regnerischen Tag aufgehalten. Da drin war es allerdings auch nicht gerade trocken (sehr hohe Luftfeuchtigkeit), aber wenigstens nicht kalt.<br />&nbsp;<br />Hier der Direktlink: <a href="http://www.mansol.de/galerien/schmetterlinge/">Galerie Schmetterlinge</a><br />&nbsp;</p>
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		<title>Fr&#252;hlingsbeginn – ein paar unma&#223;gebliche Gedanken</title>
		<link>http://www.mansol.de/2010/03/21/fruehlingsbeginn-ein-paar-unmassgebliche-gedanken/</link>
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		<pubDate>Sun, 21 Mar 2010 12:20:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frank</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>

		<category><![CDATA[Natur]]></category>

		<category><![CDATA[Denken]]></category>

		<category><![CDATA[Frühling]]></category>

		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Vielleicht ist es wem aufgefallen, vielleicht auch nicht; seit meinem letzten Beitrag zu Erich K&#228;stner sind rund zwei Wochen ins Land gezogen. Zwei Wochen, in denen ich wenig Zeit hatte und (leider) noch weniger Mu&#223;e. Zwei Wochen, in denen nahezu s&#228;mtliche Jahreszeiten in raschem Wechsel von der Natur noch einmal durchgehechelt wurden – und nun ist Fr&#252;hlingsanfang und es regnet.<br />&nbsp;<br />Aber das macht nichts, denn an diesem Wochenende kann ich mal wieder durchatmen. Von der fehlenden Mu&#223;e (zum Schreiben) einmal abgesehen hatte ich nat&#252;rlich schon Zeit, um &#252;ber gewisse Dinge nachzudenken. Zum Beispiel &#252;ber dieses Blog hier. Letztes Jahr hatte ich ja recht konsequent mindestens einmal in der Woche einen Beitrag ver&#246;ffentlicht, in diesem Jahr ist die Quote geringer. Dar&#252;berhinaus ist mir aufgefallen, da&#223; sich die Politik doch noch – auf Umwegen – hineingeschlichen hat (mit Frau K&#228;&#223;mann, dem Afghanistankrieg, sogar mit Erich K&#228;stner, was sich nat&#252;rlich nicht ganz vermeiden lie&#223;) – f&#252;r mich Grund, eine Art Notbremse zu ziehen.<br />&nbsp;<br /><span id="more-570"></span><a class="shutter" href="http://www.mansol.de/wp-content/2010/03/vogel_fensterbankwebk.jpg" alt="Besuch - ein Vogel auf unserer Fensterbank (erfolgreich bei der Futtersuche)" title="Besuch - ein Vogel auf unserer Fensterbank (erfolgreich bei der Futtersuche)"><img class="logoleft" src="http://www.mansol.de/wp-content/2010/03/vogel_fensterbankwebk.jpg" alt="Besuch - ein Vogel auf unserer Fensterbank (erfolgreich bei der Futtersuche)" title="Besuch - ein Vogel auf unserer Fensterbank (erfolgreich bei der Futtersuche)" width="120" height="158"></a>Nat&#252;rlich werde ich das Blog weiterf&#252;hren, nat&#252;rlich werde ich weiter Beitr&#228;ge schreiben – aber ich habe mir fest vorgenommen, der (Tages-)Politik keinen Raum zu geben. Denn was zur Zeit die Tagespolitik bestimmt, ist meines Erachtens weder kommentierbar, noch einer inhaltlichen Auseindersetzung w&#252;rdig; was die Politik bestimmt sind samt und sonders F&#228;lle f&#252;r die Strafverfolgung; und wenn sich da nicht endlich etwas tut, wird sich keine Beh&#246;rde wundern d&#252;rfen, wenn ich bei der Erw&#228;hnung des Wortes „Rechtsstaat“ in Verbindung mit dieser Republik zuk&#252;nftig vor Lachen vom Stuhl fallen werde.<br />&nbsp;<br />Ich falle n&#228;mlich lieber lachend vom Stuhl, als da&#223; ich mich sinnlos aufrege – was hier in Tadelschund zur Zeit medial alles m&#246;glich ist erscheint mir so absurd, da&#223; ich nicht gewillt bin, mich damit argumentativ auseinanderzusetzen. Das nutzt n&#228;mlich nichts, da die, die diese rassistischen und ethisch verkommenen Publikationen verbreiten und bei ihrer Verbreitung helfen, wissen, was sie da tun; es ist ihnen bewu&#223;t, da&#223; sie damit Diskussionen anheizen, die eine noch tiefere soziale Spaltung in diesem Land heraufbeschw&#246;ren. Da nutzen Argumente nichts. Da helfen nur konsequente Anwendung der Gesetze (also Strafverfolgung) und eine bewu&#223;te Weigerung der Auseinandersetzung, um diesen geistigen M&#252;ll nicht auch noch durch falsche Aufmerksamkeit aufzuwerten.<br />&nbsp;<br /><strong>Verweigerung zur Diskussion hei&#223;t nicht Verweigerung zum Handeln</strong><br />&nbsp;<br />Was hier in diesem Land seit Wochen durch die Gazetten geistert ist jedoch auch symptomatisch f&#252;r den mentalen Zustand, der dieses Land im Griff hat: notorische F&#246;rderung von Asozialit&#228;t, Dekadenz, Rassismus, Inhumanit&#228;t und Demokratiefeindlichkeit. Ich verweigere mich. Punkt. Ich verweigere mich, mit kriminellen Elementen &#252;ber die Zukunft des Gemeinwesens zu debattieren. Ich verweigere mich, mit Rassisten zu disputieren. Ich verweigere mich, mit diesem selbsternannten elit&#228;ren Gesindel &#252;berhaupt noch Worte auszutauschen.<br />&nbsp;<br />Da&#223; die Tagespolitik und ihre Folgen nat&#252;rlich ins reale Leben hineinwirken ist mir klar, ich bin ja nicht dumm. Aber es ist absolut nicht n&#246;tig, da&#223; dies in diesem Blog geschieht, das ich in meiner nicht gerade &#252;ppig zu bemessenden Freizeit mit Beitr&#228;gen f&#252;llen m&#246;chte, die meiner Vorstellung von Lebensqualit&#228;t entsprechen – auch geistiger und emotionaler Lebensqualit&#228;t. Daher werde ich zuk&#252;nftig verst&#228;rkt darauf achten, da&#223; der Ursprungsgedanke dieses Blogs nicht wegen meiner eigenen Unachtsamkeit durch Tagespolitik verschmutzt und somit seines eigentlichen Sinnes beraubt wird.<br />&nbsp;<br />Das mag jenen nicht gefallen, die der &#220;berzeugung sind, da&#223; Politik wichtiger ist als alles andere; es mag manche dazu f&#252;hren, dieses Blog links liegen zu lassen, aber das k&#252;mmert mich nicht. Meine Themen sind Kultur, der Mensch, das Geistesleben und die gr&#246;&#223;eren Zusammenh&#228;nge und Sinn-Wirkungen – insofern wird Politik dort eine Rolle spielen, wo dies unvermeidbar ist (wie z.B. bei Erich K&#228;stner oder Diamanda Galas, Egon Friedell u.&#228;.), ihr wird jedoch keine Hauptrolle zugestanden.<br />&nbsp;<br />Denn &#252;ber Tagespolitik brauche ich eigentlich nicht zu schreiben. Denn entweder beteilige ich mich und versuche, sie mitzugestalten, oder ich lasse es bleiben. Dar&#252;ber zu schreiben w&#228;re dann allerdings eher ein Nebeneffekt. Die Frage, ob dieser Nebeneffekt an sich &#252;berhaupt von wert ist und sein kann, mu&#223; an dieser Stelle n&#246;tigerweise unbeantwortet bleiben, da diese Frage jede(r) f&#252;r sich allein beantworten mu&#223;.<br />&nbsp;<br /><strong>Ein konkretes Beispiel aus Konstanz</strong><br />&nbsp;<br />Ich m&#246;chte ein letztes Beispiel anf&#252;hren: unsere repr&#228;sentative Demokratie ist zu einer Parteiendemokratie verkommen, mit all den negativen Begleiterscheinungen, &#252;ber die wir alle mehr oder weniger Bescheid wissen. Nun gibt es allerdings auf kommunaler Ebene durchaus noch direkte Mitwirkungsm&#246;glichkeiten, z.B. durch B&#252;rgerentscheide. Heute gibt es einen solchen hier in Konstanz. Die B&#252;rger(innen) der Stadt haben die M&#246;glichkeit, heute dar&#252;ber abzustimmen, ob auf einem bestimmten Gel&#228;nde am Ufer des Bodensees ein Konzert- und Kongre&#223;zentrum gebaut wird oder nicht.<br />&nbsp;<br />Der Gemeinderat spricht sich mehrheitlich daf&#252;r aus, es existiert ein konkreter Entwurf, die voraussichtlichen Kosten f&#252;r das Projekt liegen auf dem Tisch, seit Monaten wird dar&#252;ber &#246;ffentlich diskutiert. Das &#246;rtliche Schmierblatt bezieht nat&#252;rlich eine „Pro“-Stellung, je honoriger der B&#252;rger, desto eher tendiert er zum „Ja“, denn auch hier kann das „Elite“-Denken nicht ganz unber&#252;cksichtigt bleiben – dementsprechend finanzstark sind diejenigen, die unbedingt f&#252;r dieses Haus sind und die Werbetrommel mit peinlichen Brosch&#252;ren und Plakaten r&#252;hren.<br />&nbsp;<br />Die Bef&#252;rworter scheuen sich auch nicht, Menschen wie mich, die dagegen sind, als „kulturfeindlich“ zu betiteln (ich denke, allein die Existenz dieses Blogs straft solche Konsorten bereits L&#252;gen, daher nehme ich das gelassen hin). Die Bef&#252;rworter werden quasi &#246;ffentlichwirksam unterst&#252;tzt durch lokalpolitische Gr&#246;&#223;en, dem &#246;rtlichen Schmierblatt und sogenannten illustren Sympathie- und Leistungstr&#228;gern – alles in allem also nichts, was einen &#252;berraschen d&#252;rfte.<br />&nbsp;<br />Nat&#252;rlich haben sich auch die Gegner des Konzert- und Kongre&#223;hauses zusammengerauft und positioniert. Nat&#252;rlich ist da weniger Geld vorhanden, nat&#252;rlich ist die &#246;ffentlichwirksame Unterst&#252;tzung &#252;bersichtlicher, nat&#252;rlich ist mehr pers&#246;nliches Engagement erforderlich, um das Defizit an Geld auszugleichen. Nun, nach Monaten des F&#252;r und Wider, des Hin und Her, des Schlagabtausches via Medien, Infost&#228;nde und Stadtratssitzungen zum Thema ist es heute so weit: die B&#252;rger stimmen ab.<br />&nbsp;<br />Damit der B&#252;rgerentscheid verbindlich ist, mu&#223; ein sogenanntes Quorum von 25% der Wahlberechtigten erreicht werden. Davon ab reicht eine einfache Mehrheit daf&#252;r oder dagegen aus. Bei etwa 60 000 Wahlberechtigten in Konstanz m&#252;ssen also mindestens etwa 15 000 Menschen heute ihre Stimme abgegeben, damit der B&#252;rgerentscheid rechtlich bindend ist. Wer mir also bei dieser Sache versucht, mit dem dummen Spruch zu kommen „Ich als einzelner habe doch gar keinen Einflu&#223;“ sollte sich zuvor zu seiner eigenen Sicherheit einen Helm aufziehen; wer heute seine Stimme nicht abgibt, hat in meinen Augen zuk&#252;nftig jegliches Recht verwirkt, sich &#252;berhaupt noch zu diesem Thema zu &#228;u&#223;ern – egal auf welche Weise.<br />&nbsp;<br />Hier gibt es sie also, die M&#246;glichkeit der direkten Einflu&#223;nahme. Niemand kann nach all den Monaten der &#246;ffentlichen Auseinandersetzungen noch uninformiert sein; niemand hat eine Ausrede, wenn er nicht w&#228;hlen geht. Und doch w&#252;rde es mich nicht &#252;berraschen, sollte das Quorum nicht erreicht werden. Bequemlichkeit, Faulheit, Desinteresse – versteckt unter dem Deckm&#228;ntelchen der „Politikverdrossenheit“ lassen es n&#228;mlich erst zu, da&#223; unsere Politiker sich so verhalten, wie sie sich verhalten. Sie brauchen eben keine Sorge mehr zu haben, wirklich abgestraft oder mit der Neunschw&#228;nzigen durchs Dorf getrieben zu werden, wenn sie sich mal wieder auf Kosten der Allgemeinheit bereichern oder Steuergelder verplempern.<br />&nbsp;<br /><strong>Wo beginnt meine Verantwortung? Und wo h&#246;rt sie auf?</strong><br />&nbsp;<br />Ich engagiere mich also, ich gebe heute auch meine Stimme ab, ich tue also, was ich tun kann; der Rest liegt nicht in meinem Wirkungsfeld. Wenn nun das Quorum nicht erreicht wird oder aber eine Mehrheit f&#252;r den Bau dieses Hauses ist, dann mu&#223; ich das akzeptieren. Es macht keinen Sinn, dann dar&#252;ber zu lamentieren, damit zu hadern, mir dadurch das Leben verg&#228;llen zu lassen. Warum sollte ich also z.B. in diesem Blog dann noch dar&#252;ber schreiben? Es w&#252;rde keinerlei N&#228;hrwert besitzen, absolut keinen Sinn machen.<br />&nbsp;<br />Daher wird es von mir zuk&#252;nftig in diesem Blog keine Stellungnahme mehr geben zu tagespolitischen Ereignissen, zu irgendwelchen soziopathischen Erg&#252;ssen von sogenannten Wissenschaftlern, Politikern, Experten oder sonstigen „Leistungstr&#228;gern“, sondern mehr von dem, was mir das Leben lebenswert erscheinen l&#228;&#223;t – trotz alledem. Ein gutes Musikalbum, ein beeindruckendes Gem&#228;lde, eine filigrane Skulptur ist f&#252;r mich allemal mehr wert (auch im evolution&#228;ren Sinne) als die bedeutsamste tagespolitische Entscheidung. Und ich meine das, wie ich es sage.<br />&nbsp;<br />Heute ist Fr&#252;hlingsbeginn – und die Natur k&#252;mmert sich nicht um Politik, Kultur und sonstige menschliche Belange. Es hat aufgeh&#246;rt zu regnen, w&#228;hrend ich hier schrieb. Ich bitte um Verst&#228;ndnis, wenn ich in den n&#228;chsten Wochen nicht mehr ganz so regelm&#228;&#223;ig Beitr&#228;ge ver&#246;ffentliche – im Gegenzug verspreche ich, sie daf&#252;r mit inhaltlichem Mehrwert auszustatten. Ich w&#252;nsche allen einen wundervollen ersten kalendarischen <a href="http://www.mansol.de/2009/03/26/flussfahrt/">Fr&#252;hlingstag</a>.<br />&nbsp;</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Vielleicht ist es wem aufgefallen, vielleicht auch nicht; seit meinem letzten Beitrag zu Erich K&#228;stner sind rund zwei Wochen ins Land gezogen. Zwei Wochen, in denen ich wenig Zeit hatte und (leider) noch weniger Mu&#223;e. Zwei Wochen, in denen nahezu s&#228;mtliche Jahreszeiten in raschem Wechsel von der Natur noch einmal durchgehechelt wurden – und nun ist Fr&#252;hlingsanfang und es regnet.<br />&nbsp;<br />Aber das macht nichts, denn an diesem Wochenende kann ich mal wieder durchatmen. Von der fehlenden Mu&#223;e (zum Schreiben) einmal abgesehen hatte ich nat&#252;rlich schon Zeit, um &#252;ber gewisse Dinge nachzudenken. Zum Beispiel &#252;ber dieses Blog hier. Letztes Jahr hatte ich ja recht konsequent mindestens einmal in der Woche einen Beitrag ver&#246;ffentlicht, in diesem Jahr ist die Quote geringer. Dar&#252;berhinaus ist mir aufgefallen, da&#223; sich die Politik doch noch – auf Umwegen – hineingeschlichen hat (mit Frau K&#228;&#223;mann, dem Afghanistankrieg, sogar mit Erich K&#228;stner, was sich nat&#252;rlich nicht ganz vermeiden lie&#223;) – f&#252;r mich Grund, eine Art Notbremse zu ziehen.<br />&nbsp;<br /> <a href="http://www.mansol.de/2010/03/21/fruehlingsbeginn-ein-paar-unmassgebliche-gedanken/" class="more-link">(weiterlesen&#8230;)</a></p>
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		<item>
		<title>Erich K&#228;stner - die kleine Freiheit (Teil 2)</title>
		<link>http://www.mansol.de/2010/03/06/erich-kaestner-die-kleine-freiheit-teil-2/</link>
		<comments>http://www.mansol.de/2010/03/06/erich-kaestner-die-kleine-freiheit-teil-2/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 06 Mar 2010 13:50:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frank</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

		<category><![CDATA[Menschen]]></category>

		<category><![CDATA[Musik]]></category>

		<category><![CDATA[Denken]]></category>

		<category><![CDATA[Erich Kästner]]></category>

		<category><![CDATA[Kulturgeschichte]]></category>

		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Hatte ich in meinem <a href="http://www.mansol.de/2010/02/23/erich-kaestner-der-taegliche-kram-teil-1/">letzten Beitrag</a> zu Erich K&#228;stner den Fokus auf seine Chansons und Prosa der Jahre 1945 bis 1948 gelegt, die im B&#228;ndchen „Der t&#228;gliche Kram“ zusammengefa&#223;t sind, so m&#246;chte ich heute „Die kleine Freiheit“ besprechen, die Chansons und Prosa der Jahre 1949 bis 1952 enth&#228;lt und die Entstehung und allerersten Jahre der Bundesrepublik dokumentiert – aus der Sicht eines Moralisten nat&#252;rlich, der seinen Landsleuten den (schon damals) dringend ben&#246;tigten Spiegel vorh&#228;lt.<br />&nbsp;<br />Vor nicht allzulanger Zeit haben wir 60 Jahre Grundgesetz gefeiert (na ja, im Groben), in einer Phase, in der unsere Politiker sich als &#228;rgste Feinde eben dieses Grundgesetzes generieren, denn wie sollte es anders zu erkl&#228;ren sein, da&#223; das Bundesverfassungsgericht in sch&#246;ner Regelm&#228;&#223;igkeit Gesetze einkassiert, weil sie gegen das Grundgesetz versto&#223;en? Erich K&#228;stners Schriften der fr&#252;hen Jahre der Bundesrepublik lassen insofern aufmerken, da&#223; es wohl schon von Beginn an Politikersport war, das Grundgesetz auszuh&#246;hlen, kaum da&#223; es verabschiedet war.<br />&nbsp;<br /><span id="more-563"></span><strong>60 Jahre alte Texte, die auch das <em>heute</em> widerspiegeln</strong><br />&nbsp;<br />Manche Texte des Bandes „Die kleine Freiheit“ k&#246;nnten mit minimalen &#196;nderungen heute erneut ver&#246;ffentlicht werden, und kaum einer w&#252;rde merken, da&#223; diese Texte bereits runde 60 Jahre auf dem Buckel haben. So erschien Anfang 1950 ein Artikel von K&#228;stner in der <em>M&#252;nchener Illustrierten</em>, in der er vor einem von den Politikern geplanten „Schmutz- und Schundgesetz“ warnt, da dieses eigentlich der Beschneidung der Freiheit der Kunst diene. Und schon damals sah sich K&#228;stner gen&#246;tigt, darauf hinzuweisen, da&#223; manche Themen anscheinend nur dazu dienen, von wesentlicheren Problemen abzulenken, da man f&#252;r diese Probleme keine L&#246;sungen anzubieten hat.<br />&nbsp;<br />Und zu den Politikern, von ihm „unsere, durch &#246;ffentliche Wahlen bestellten Vorturner“ genannt, wu&#223;te er schon damals zu sagen:<br />
<blockquote> „Wir hatten gemeint, sie kehrten ihre Gesichter der Zukunft zu. Das war ein fundamentaler Irrtum gewesen. Was wir f&#252;r Gesichter gehalten hatten, waren Masken. Die Gesichter selber blickten sehns&#252;chtig in die Vergangenheit. Dort leuchteten ihre Ideale, und dort winkten die Gesch&#228;fte.“</p></blockquote>
<p>Dieser Ausspruch k&#246;nnte von heute sein, so sehr stimmt er (wieder), dabei konnte er damals nun wirklich keine Ahnung haben von unseren jetzigen Regierungsparteien.<br />&nbsp;<br />Auch die Mahnung an die Publizisten und das Publikum seiner Zeit k&#246;nnte heute ohne jedwede &#196;nderung neu abgedruckt werden:<br />
<blockquote>„Die einen k&#246;nnen  nicht mehr schreiben. Die anderen k&#246;nnen nicht mehr lesen. (…) Ehrlichkeit und Verstand, Mut, Talent und kaltes Feuer, noch dazu in Personalunion, wie selten sind sie geworden!“</p></blockquote>
<p>Und er merkt an, da&#223; wirklich kritische Geister heute am Spie&#223; gegrillt w&#252;rden, w&#252;rden sie Mi&#223;st&#228;nde tats&#228;chlich beim Namen nennen und anprangern. Da f&#228;llt mir als heutiges Pendant sofort das Krakeel ums „Derblecken“ ein. Eine Schande.<br />&nbsp;<br />Auch bei Texten, die sich ganz und gar auf bestimmte Vorg&#228;nge bestimmter Zeitabschnitte beziehen, lassen sich mitunter aktuelle Bez&#252;ge herstellen. So findet sich im Band ein solidarischer Brief von K&#228;stner an Freiburger Studenten, die mit Hilfe einer Demonstration vergeblich zu verhindern suchten, da&#223; der einsichts- und reuelose Regisseur des &#252;blen Nazi-Propagada-Films „Jud S&#252;&#223;“, Veit Harlan, ohne jede Einschr&#228;nkung seinen Beruf weiter aus&#252;ben und neue Filme machen durfte – spannend zu lesen vor dem Hintergrund der Verfilmung um diesen Film, die vor wenigen Wochen in Berlin Premiere hatte.<br />&nbsp;<br />Erich K&#228;stner selbst schreibt im Vorwort, da&#223; er „Die kleine Freiheit“ als eine Art Fortsetzung von „Der t&#228;gliche Kram“ sieht, weil aus der gro&#223;en Freiheit nichts geworden war, da sie mit Hilfe der W&#228;hrungsreform verkauft worden sei. Allerdings finden sich in diesem Band entschieden mehr Sketche und B&#252;hnenst&#252;cke als im vorherigen, da das 1951 gegr&#252;ndete Kabarett gleichen Namens ungleich produktiver war als die vorhergehende Schaub&#252;hne, die &#252;brigens laut K&#228;stner nach nur knapp drei Jahren (1945 – 1948) eben an den Folgen der W&#228;hrungsreform „unsanft entschlafen“ war.<br />&nbsp;<br /><strong>Kunst und Kultur sind Schwerpunkte dieses Bandes</strong><br />&nbsp;<br />Zugleich sind – anders als bei „Der t&#228;gliche Kram“ – Beitr&#228;ge zu Kultur, Kunst und die Literatur &#252;berproportional vertreten. Auch daran l&#228;&#223;t sich erkennen, wie rasch das reine „&#220;berleben“ &#252;berwunden wurde und ein sogenanntes gesellschaftliches Leben mit allem, was dazu geh&#246;rt, bereits seit 1949 wieder Einzug hielt. So macht sich Erich K&#228;stner zu diesen Zeiten schon erste Gedanken dar&#252;ber, wie den nachfolgenden Generationen &#252;berhaupt Kunst und Kultur vermittelt werden kann angesichts des Kahlschlags des nationalsozialistischen Regimes und des Desinteresses weiter Teile der Bev&#246;lkerung an derlei Problemen.<br />&nbsp;<br />Es finden sich in diesem Buch also Texte zur Problematik der exilierten Schriftsteller, die in Deutschland kaum noch jemand kennt; er macht sich Gedanken dar&#252;ber, da&#223; die „moderne Kunst“, bestehend aus Zw&#246;lftonmusik, abstrakter Malerei u.&#228;. – die nun, weil unbelastet, ihren Siegeszug antreten kann und wird – durchaus zu einer Krise des deutschen Kulturlebens f&#252;hren kann, wenn sich keine „Transformatoren“ finden, die diese Kunst vermittelnd begleiten (er sah also bereits fr&#252;h das Probleme der drohenden Abspaltung der Kunst vom Leben ins Elit&#228;re); er sp&#246;ttelt &#252;ber „intuitive und esoterische“ Dichterlinge, die auf ihre handwerkliche Unkenntnis auch noch stolz sind.<br />&nbsp;<br />Es finden sich auch essayistische Texte zum Schreiben selbst, die absolut lesenswert sind. So konstatiert K&#228;stner im Beitrag „Die Abenteuer des Schriftstellers“:<br />
<blockquote>„Der Schriftsteller verwandelt Vorstellungen in Worte. Der Leser verwandelt Worte in Vorstellungen. Inwieweit diese und jene Vorstellungen einander &#228;hneln, ist unkontrollierbar. Das mag bedauerlich, kann aber auch ein Gl&#252;ck sein.“</p></blockquote>
<p>&nbsp;<br />&#220;ber das „Goethe-Jahr“ 1949 macht er sich trefflich lustig, da er von Anfang an wu&#223;te, da&#223; dieses „klassische 200-Jahr-Derby“ zu einem „olympischen Flachrennen“ verkommen w&#252;rde. Tja, und heute? Heute betreibt unsere Kulturszene derartiges immer noch. Viel ge&#228;ndert hat sich wahrlich nicht seit diesen beiden K&#228;stner-B&#228;nden von 1945 bis 1952. Traurig, aber wahr.<br />&nbsp;<br />Zum Schlu&#223; des Bandes schreibt Erich K&#228;stner &#252;ber Erich K&#228;stner und endet mit einer „unliterarischen Antwort“:<br />
<blockquote>„Woran arbeiten Sie?“ fragt ihr.<br />„An einem Roman?“ An <em>mir</em>.</p></blockquote>
<p>&nbsp;<br /><strong>Zum Schlu&#223; eine durchaus erschreckende Feststellung</strong><br />&nbsp;<br />Und so manches Mal w&#228;hrend des Lesens in den beiden B&#252;chern beschleicht mich das Gef&#252;hl, da&#223; es einfach zu wenige Menschen sind, denen nachgesagt werden k&#246;nnte, da&#223; sie ernsthaft an <em>sich</em> arbeiten; mag sein, da&#223; K&#228;stner seine Mahnungen und Warnungen in den Wind geschrieben hat; mag sein, da&#223; seine Worte weitgehend ungeh&#246;rt verhallten; doch ich m&#246;chte diese Texte keinesfalls missen m&#252;ssen, denn sie geben Aufschlu&#223; dar&#252;ber, wie die Deutschen waren, wie sie sind und vermutlich immer sein werden.<br />&nbsp;<br />Auch wenn heute „Die kleine Freiheit“ (zu maulen und zu schimpfen, wie K&#228;stner im Vorwort schreibt) von mir besprochen wurde, m&#246;chte ich doch mit einem Text aus dem vorherigen Band „Der t&#228;gliche Kram“ meinen Artikel schlie&#223;en, denn dessen Inhalte k&#246;nnen durchaus als Programmatik f&#252;r beide B&#228;nde verstanden werden – und f&#252;r mich l&#228;&#223;t sich diese Passage (die sich auf das Dritte Reich bezieht) locker auf das heutige Deutschland &#252;bertragen, was mich zu der erschreckenden Feststellung bringt: wir sind wohl beinahe wieder so weit.<br />&nbsp;<br />
<blockquote>„Das interessanteste und traurigste Buch, das &#252;ber das dritte Reich geschrieben werden mu&#223;, wird sich mit der Verderbung des deutschen Charakters zu besch&#228;ftigen haben. Niemals in unserer Geschichte hat ein solcher Generalangriff auf die menschlichen Tugenden stattgefunden. Nie zuvor sind Eigenschaften wie Zivilcourage, Ehrlichkeit, Gesinnungstreue, Mitleid und Fr&#246;mmigkeit so grausam und teuflisch bestraft, nie vorher sind Laster wie Roheit, Unterw&#252;rfigkeit, K&#228;uflichkeit, Verrat und Dummheit so ma&#223;los und so &#246;ffentlich belohnt worden.“</p></blockquote>
<p>&nbsp;<br /><strong>Und nun noch ein Gedicht aus den sp&#228;ten 1920er Jahren</strong><br />&nbsp;<br />Das war der dritte und letzte Artikel, der sich mit dem politisch engagierten Lyriker, Essayisten und Prosa-Autor Erich K&#228;stner befa&#223;t – ich hoffe, den einen oder die andere Leser(in) ein wenig neugierig auf den anderen K&#228;stner gemacht zu haben, der leider weniger bekannt ist als der Kinderbuchautor. Der Roman „Fabian – Geschichte eines Moralisten“ werde ich zu einem sp&#228;teren Zeitpunkt gesondert besprechen, doch bis dahin wird es noch eine Weile hin sein.<br />&nbsp;<br />Es d&#252;rfte kein Problem sein, f&#252;r kleines Geld an die besprochenen B&#252;cher heranzukommen, sei es auf Flohm&#228;rkten, in Antiquariaten oder sogar als Neukauf in Buchl&#228;den – es lohnt sich. Zum Abschlu&#223; dieser dreiteiligen Reihe gibt es nun noch meine dritte und letzte Vertonung eines K&#228;stner-Gedichts, wie versprochen.<br />&nbsp;<br />[Hier ist ein Audioclip eingebunden: Bitte den Beitrag im Blog aufrufen, um den Clip abspielen zu k&#246;nnen]<br />&nbsp;<br /><strong><em>Goldene Jugendzeit, 5:03 Minuten, MP3, 160kb</em></strong><br />&nbsp;</p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Hatte ich in meinem <a href="http://www.mansol.de/2010/02/23/erich-kaestner-der-taegliche-kram-teil-1/">letzten Beitrag</a> zu Erich K&#228;stner den Fokus auf seine Chansons und Prosa der Jahre 1945 bis 1948 gelegt, die im B&#228;ndchen „Der t&#228;gliche Kram“ zusammengefa&#223;t sind, so m&#246;chte ich heute „Die kleine Freiheit“ besprechen, die Chansons und Prosa der Jahre 1949 bis 1952 enth&#228;lt und die Entstehung und allerersten Jahre der Bundesrepublik dokumentiert – aus der Sicht eines Moralisten nat&#252;rlich, der seinen Landsleuten den (schon damals) dringend ben&#246;tigten Spiegel vorh&#228;lt.<br />&nbsp;<br />Vor nicht allzulanger Zeit haben wir 60 Jahre Grundgesetz gefeiert (na ja, im Groben), in einer Phase, in der unsere Politiker sich als &#228;rgste Feinde eben dieses Grundgesetzes generieren, denn wie sollte es anders zu erkl&#228;ren sein, da&#223; das Bundesverfassungsgericht in sch&#246;ner Regelm&#228;&#223;igkeit Gesetze einkassiert, weil sie gegen das Grundgesetz versto&#223;en? Erich K&#228;stners Schriften der fr&#252;hen Jahre der Bundesrepublik lassen insofern aufmerken, da&#223; es wohl schon von Beginn an Politikersport war, das Grundgesetz auszuh&#246;hlen, kaum da&#223; es verabschiedet war.<br />&nbsp;<br /> <a href="http://www.mansol.de/2010/03/06/erich-kaestner-die-kleine-freiheit-teil-2/" class="more-link">(weiterlesen&#8230;)</a></p>
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		<title>Erich K&#228;stner – der t&#228;gliche Kram (Teil 1)</title>
		<link>http://www.mansol.de/2010/02/23/erich-kaestner-der-taegliche-kram-teil-1/</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 15:52:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frank</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

		<category><![CDATA[Menschen]]></category>

		<category><![CDATA[Musik]]></category>

		<category><![CDATA[Denken]]></category>

		<category><![CDATA[Erich Kästner]]></category>

		<category><![CDATA[Gedicht]]></category>

		<category><![CDATA[Krieg]]></category>

		<category><![CDATA[Satire]]></category>

		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Heute ist Erich K&#228;stners Geburtstag – w&#252;rde er noch leben, w&#228;re er heute 111 Jahre alt. In meinem <a href="http://www.mansol.de/2010/02/14/maskenball-im-hochgebirge-in-memoriam-erich-kaestner/">ersten Beitrag</a> &#252;ber K&#228;stner hatte ich geschrieben, da&#223; ich es sehr bedauerlich finde, da&#223; dieser Autor fast ausschlie&#223;lich mit Kinderb&#252;chern und seichteren Unterhaltungsromanen in Erinnerung ist und leider weniger mit seinen Gedichten, dem Roman „Fabian“ und den Schriften, die von ihm nach 1945 erschienen sind.<br />&nbsp;<br />Darum m&#246;chte ich in zwei Beitr&#228;gen auf zwei B&#252;cher aufmerksam machen, die eine Fundgrube f&#252;r jeden sind, der etwas Verl&#228;&#223;liches &#252;ber die unmittelbare Zeit nach dem Zusammenbruchs des Nationalsozialistischen Deutschlands erfahren will: „Der t&#228;gliche Kram – Chansons und Prosa von 1945 – 1948“ und „Die kleine Freiheit – Chansons und Prosa von 1949 – 1952“. Zuvor allerdings gibt es noch einen kurzen Abri&#223; zu Erich K&#228;stners (&#220;ber-) Leben von 1933 bis 1945, zum besseren Verst&#228;ndnis.<br />&nbsp;<br /><span id="more-553"></span><a class="shutter" href="http://www.mansol.de/wp-content/2010/02/erich_kaestner_3_buecherwebk.jpg" alt="Erich K&#228;stner Buchcover 1946 - 1952" title="Erich K&#228;stner B&#252;cher 1946 - 1952 (hier nat&#252;rlich neue Cover)"><img class="logoleft" src="http://www.mansol.de/wp-content/2010/02/erich_kaestner_3_buecherwebk.jpg" alt="Erich K&#228;stner Buchcover 1946 - 1952" title="Erich K&#228;stner B&#252;cher 1946 - 1952 (hier nat&#252;rlich neue Cover)" width="101" height="160"></a><strong>Vier Gedichtb&#228;nde bis zum Jahr 1933</strong><br />&nbsp;<br />Bis 1933 hatte Erich K&#228;stner neben Kinderromanen und Filmbearbeitungen derselben, neben dem Roman „Fabian – Geschichte eines Moralisten“ (1931) und einem H&#246;rspiel, vier Gedichtb&#228;nde ver&#246;ffentlicht: „Herz auf Taille“ (1928), „L&#228;rm im Spiegel“ (1929), „Ein Mann gibt Auskunft“ (1930) und „Gesang zwischen den St&#252;hlen“ (1932).<br />Im letztgenannten Band findet sich ein Gedicht von K&#228;stner, das seine Haltung zum NS-Regime deutlich zum Ausdruck bringt, daher m&#246;chte ich es nun zitieren:<br />&nbsp;<br />
<blockquote>Das F&#252;hrerproblem, genetisch betrachtet<br />&nbsp;<br />Als Gott am ersten Wochenende<br />die Welt besah, und siehe, sie war gut,<br />da rieb er sich vergn&#252;gt die H&#228;nde.<br />Ihn packte eine Art von &#220;bermut.<br />&nbsp;<br />Er blickte stolz auf seine Erde<br />und sah Tuberkeln, Standard Oil und Waffen.<br />Da kam aus Deutschland die Beschwerde:<br />„Du hast vers&#228;umt, uns F&#252;hrer zu erschaffen!“<br />&nbsp;<br />Gott war best&#252;zt. Man kann’s verstehn.<br />„Mein liebes deutsches Volk“, schrieb er zur&#252;ck,<br />„es mu&#223; halt ohne F&#252;hrer gehen.<br />Die Sch&#246;pfung ist vorbei. Gr&#252;&#223; Gott. Viel Gl&#252;ck.“<br />&nbsp;<br />Nun standen wir mit ohne da,<br />der Weltgeschichte freundlichst &#252;berlassen.<br />Und: Alles, was seitdem geschah,<br />ist ohne diesen Hinweis nicht zu fassen.<br />&nbsp;</p></blockquote>
<p>&nbsp;<br />Freilich hatte Erich K&#228;stner zu diesem Zeitpunkt noch keine Ahnung, welche Greueltaten die Nationalsozialisten noch ver&#252;ben w&#252;rden – doch die Menschen, die aufgrund egoistischer Motive und durch Dummheit, Bequemlichkeit, Desinteresse an der Politik und durch Verblendung die Machtergreifung der Nazis erst erm&#246;glicht hatten, die hatten an K&#228;stner einen, der ihnen den Spiegel vorhielt, auch als sie alle nichts mehr davon wissen wollten, nach 1945.<br />&nbsp;<br />In seiner ersten Buchver&#246;ffentlichung in Deutschland nach dem Zusammenbruch des 3. Reichs, dem Band „Bei Durchsicht meiner B&#252;cher“, findet sich dieses Gedicht in der Auswahl der Gedichte zur Wiederver&#246;ffentlichung, die er getroffen hatte. Das kam sicher nicht von ungef&#228;hr. Als die Nazis an die Macht kamen und nach dem Reichstagsbrand freie Bahn hatten zum Umbau der Gesellschaft in Deutschland, befand sich K&#228;stner gerade in Z&#252;rich. Obwohl ihm Kollegen, Freunde und andere gutmeinende Menschen rieten, nicht nach Deutschland zur&#252;ckzukehren, tat er es.<br />&nbsp;<br /><strong>Einer von 24</strong><br />&nbsp;<br />Im Mai 1933 war sein Name einer von 24 Namen, „mit denen der Minister f&#252;r literarische Feuerbestattung seinen Ha&#223; artikulierte“ (K&#228;stner 1957), und das bedeutete Publikationsverbot in Deutschland. K&#228;stner wurde nat&#252;rlich unter Beobachtung gestellt, zwei mal verhaftet und konnte sich finanziell nur deshalb &#252;ber Wasser halten, weil ihm erlaubt wurde, im Ausland zu ver&#246;ffentlichen (was dem Regime gutes Geld in Form von Tantiemen und Devisen einbrachte!).<br />&nbsp;<br />„Doktor Erich K&#228;stners Lyrische Hausapotheke“, der 1936 in der Schweiz erschien, enthielt infolgedessen nur unpolitische und aus Sicht des Regimes unbedenkliche Gedichte; auch die Romane K&#228;stners waren dementsprechend harmlos (er ver&#246;ffentlichte im Ausland zwischen 1934 und 1945 insgesamt neben dem o.g. Gedicht-Auswahlband zwei Kinderromane und drei Erwachsenenromane, darunter auch „Drei M&#228;nner im Schnee“). Au&#223;erdem verfa&#223;te er unter Pseudonym das Drehbuch f&#252;r den M&#252;nchhausen-Film mit Hans Albers, der mitten im Krieg die Menschen bei Laune halten sollte.<br />&nbsp;<br />Kurz vor Zusammenbruch des 3. Reichs schleuste ihn ein befreundeter Filmemacher aus Berlin raus, nach Tirol, das Ende des Krieges erlebte K&#228;stner in M&#252;nchen. Aus diesen Zeiten stammt sein erst 1961 ver&#246;ffentlichtes Tagebuch „Notabene 45“, das den Wahnsinn eines heruntergekommen Landes und Volkes mit sehr genauer Beobachtungsgabe noch einmal aufleben l&#228;&#223;t.<br />&nbsp;<br />K&#228;stner war nicht emigriert, er blieb in Deutschland, seiner Mutter wegen, und um Augenzeuge der kommenden Greuel zu sein. Er wollte den Roman der Nazidiktatur schreiben (was er freilich nicht getan hat – doch „Notabene 45“ ist „Ersatz“ genug), und er wollte dabei gewesen sein, als zuk&#252;nftiger Ankl&#228;ger.<br />&nbsp;<br /><strong>Die ersten Jahre nach dem Zusamenbruchs des 3. Reichs</strong><br />&nbsp;<br />Nach Kriegsende wurde aus dem Ankl&#228;ger kein Verurteilender, sondern eher ein Erinnerer und Mahner, genutzt hat es nicht viel, denn Autoren wie Erich K&#228;stner, die den Menschen den Spiegel vorhalten mit Worten wie: „…wir m&#252;ssen der Vergangenheit ins Gesicht sehen. Es ist ein Medusengesicht, und wir sind ein verge&#223;liches Volk… Die Vergangenheit mu&#223; reden, und wir m&#252;ssen zuh&#246;ren&#8230;“ waren und sind nie beliebt und werden es auch niemals sein.<br />&nbsp;<br />Und so ist es nat&#252;rlich geradezu ironisch und selbsterkl&#228;rend, da&#223; nicht der Erich K&#228;stner erinnert wird, der uns an die zw&#246;lf dunkelsten und widerlichsten Jahre in der Geschichte Deutschlands gemahnt und nach 1945 vorf&#252;hrt, wie die Menschen versuchen, sich ihrer Verantwortung zu entziehen, und welch skurrile Dinge in diesem Zuge passieren – sondern der nette, unterhaltsame, positive Erich K&#228;stner, mit den h&#252;bschen Romanen und Kinderb&#252;chern.<br />&nbsp;<br />Der Erich K&#228;stner der Jahre 1945 bis 1956 (da erschien „Die Schule der Diktatoren“, ein B&#252;hnenst&#252;ck, in dem K&#228;stner deutlich zum Ausdruck bringt, da&#223; Diktatoren nichts weiter sind als Marionetten, austauschbar, fremdgesteuert; und da&#223; Diktaturen immer und immer wieder mit den gleichen Mechanismen agieren, auf die die Menschen seltsamerweise immer wieder aufs Neue hereinfallen) ist n&#228;mlich ein Unbequemer, einer, der Finger in Wunden legt und mit seinen Beitr&#228;gen f&#252;r Magazine, Zeitschriften und das Kabarett best&#228;ndig die unausgesprochene Frage stellt: Wie konnte das passieren? Warum habt Ihr da alle so kritiklos mitgemacht? Warum verdr&#228;ngt Ihr das nun?<br />&nbsp;<br /><strong>Der t&#228;gliche Kram ist manchmal wichtiger als das hehre Ideal</strong><br />&nbsp;<br />In „Der t&#228;gliche Kram“ schildert er u.a., warum er sich hat breitschlagen lassen, als Redakteur zu arbeiten, anstatt sich endlich wieder dem Schriftstellern zu widmen, was ihm zw&#246;lf Jahre lang verboten gewesen war; er erinnert an solche Perfidit&#228;ten wie „offene Rechnungen“, die sich auf Hinrichtungen beziehen, die das Regime den Hinterbliebenen in Rechnung stellte; es findet sich die Forderung nach einer neuen Geschichtsschreibung, die nicht mehr machthungrige K&#246;nige huldigt und falschen Heldenmut beg&#252;nstigt; er beschreibt, wie mit der „Entnazifizierung“ umgegangen wird und vieles mehr – es ist mitunter sehr entlarvend, wie wenig Menschen bereit sind, sich zu &#228;ndern und weiterzuentwickeln.<br />&nbsp;<br />Am Schlu&#223; des Bands gibt’s noch eine kurze wahre Geschichte, die alles auf den Punkt bringt. Zu Dreharbeiten wurden 1948 f&#252;r Dreharbeiten an einem Film in Tirol Statisten gesucht, die SS-Schergen spielen sollten, die einen Bus durchsuchen. Da der Job gut bezahlt war fanden sich diese Statisten schnell, auch die Statistenrollen diverser Businsassen waren rasch besetzt. Am Ende des Drehs blieb ein alter Herr wie paralysiert im Bus sitzen, weil er vor Schreck nicht hatte aussteigen k&#246;nnen, und der Regisseur versuchte, den Mann zu beruhigen.<br />&nbsp;<br />„Wir drehen einen zeitnahen Film, wissen Sie. Dazu braucht man SS-M&#228;nner. Die Szene, die Sie eben erlebt haben, hat weder mit dem Film noch mit der Wirklichkeit etwas zu tun…die Buam sind Lausbuam, sie sind harmlose Hirten und Skilehrer aus dem Dorf hier.“ Doch der alte Mann erwiderte: „Ich habe in dieser Gegend &#246;fter mit der SS zu tun gehabt, Herr Regisseur. Sie haben gut ausgew&#228;hlt, Herr Regisseur. Es sind…<em>dieselben</em>!“<br />&nbsp;<br />Im <a href="http://www.mansol.de/2010/03/06/erich-kaestner-die-kleine-freiheit-teil-2/">zweiten Teil</a> stelle ich dann „Die kleine Freiheit“ vor, in der sich Erich K&#228;stner mit der noch jungen Bundesrepublik besch&#228;ftigt – eine bitterb&#246;se Analyse.<br />&nbsp;<br />Zum Ende des heutigen Beitrags, wie auch schon beim <a href="http://www.mansol.de/2010/02/14/maskenball-im-hochgebirge-in-memoriam-erich-kaestner/">vorherigen Artikel</a> zu Erich K&#228;stner, gibt’s nun noch eine Vertonung eines Gedichts (mein zweites K&#228;stner-Musikst&#252;ck).<br />&nbsp;<br />[Hier ist ein Audioclip eingebunden: Bitte den Beitrag im Blog aufrufen, um den Clip abspielen zu k&#246;nnen]<br />&nbsp;<br /><strong><em>Gewisse Ehepaare, 4:46 Minuten, MP3, 160kb</em></strong><br />&nbsp;</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;<br />Heute ist Erich K&#228;stners Geburtstag – w&#252;rde er noch leben, w&#228;re er heute 111 Jahre alt. In meinem <a href="http://www.mansol.de/2010/02/14/maskenball-im-hochgebirge-in-memoriam-erich-kaestner/">ersten Beitrag</a> &#252;ber K&#228;stner hatte ich geschrieben, da&#223; ich es sehr bedauerlich finde, da&#223; dieser Autor fast ausschlie&#223;lich mit Kinderb&#252;chern und seichteren Unterhaltungsromanen in Erinnerung ist und leider weniger mit seinen Gedichten, dem Roman „Fabian“ und den Schriften, die von ihm nach 1945 erschienen sind.<br />&nbsp;<br />Darum m&#246;chte ich in zwei Beitr&#228;gen auf zwei B&#252;cher aufmerksam machen, die eine Fundgrube f&#252;r jeden sind, der etwas Verl&#228;&#223;liches &#252;ber die unmittelbare Zeit nach dem Zusammenbruchs des Nationalsozialistischen Deutschlands erfahren will: „Der t&#228;gliche Kram – Chansons und Prosa von 1945 – 1948“ und „Die kleine Freiheit – Chansons und Prosa von 1949 – 1952“. Zuvor allerdings gibt es noch einen kurzen Abri&#223; zu Erich K&#228;stners (&#220;ber-) Leben von 1933 bis 1945, zum besseren Verst&#228;ndnis.<br />&nbsp;<br /> <a href="http://www.mansol.de/2010/02/23/erich-kaestner-der-taegliche-kram-teil-1/" class="more-link">(weiterlesen&#8230;)</a></p>
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