de tempore

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Tag: Denken

Weihnachten – Silvester – Jahresendzeit – Streßzeit?

 
Nachdem ich am 1. Weihnachtstag eine kleine Sammlung von Wissenswertem zu diesem Fest veröffentlicht habe, möchte ich in diesem Beitrag durchaus mal etwas kritischer den Umgang der Menschen mit diesem Fest und den Tagen danach bis Silvester begutachten. Denn wenn ich zurückdenke an meine Kinderzeit, dann stelle ich fest, daß zwar der Konsum noch nicht alles in der Weise beherrscht hat, wie es heutzutage der Fall ist, doch gleichzeitig muß ich leider ebenso feststellen, daß meine Eltern sich seinerzeit genausowenig mit den Hintergründen der Festivitäten auseinandergesetzt haben wie viele Menschen heute.
 
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Leben, Sinn, Sterben und Tod – ein paar unsortierte Gedanken

 
Eingebettet zwischen einer Totenmesse von Gabriel Faure zu Allerheiligen und Allerseelen und den demnächst folgenden Beiträgen zum Volkstrauertag mit einem Beitrag zu Dmitri Schostakowitsch und dem Totensonntag mit der Besprechung des Deutschen Requiems von Brahms möchte ich heute noch einige Gedanken zum Thema Leben, Tod und Sterben loswerden.
 
Sterben und Tod sind natürlich Bestandteile des Lebens, ob sie jedoch abschließender oder wandelnder Natur sind kann wohl kein Mensch mit absoluter Bestimmtheit sagen. Das ist, wie bei so vielen philosophisch ausgerichteten Fragen zu Leben und Tod, zum einen eine Angelegenheit des Individuums, zum anderen eine Frage des Glaubens, wobei ich betonen möchte, daß ich in diesem Fall auch Denkgebäude, Thesen und Theorien zum Glauben zähle.
 
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Egon Friedell - alle Taten des Geistes sind Philosophie

 
Lag der Schwerpunkt zu Egon Friedell in meinem ersten Beitrag noch auf dem Kabarettisten, Schauspieler, Cafehausbesucher und „munteren Seifensieder“ (Karl Kraus), so widmet sich der heutige Beitrag dem „ernsteren“ Friedell, der nach dem Weltkriege – auch aus gesundheitlichen Gründen – gesellschaftlich und beruflich kürzer trat, um sich nunmehr seiner eigentlichen Passion hinzugeben: eines umfangreichen kulturhistorischen und -philosophischen Essays, um die „Kulturgeschichte der Neuzeit“ auf atemberaubende Weise neu zu deuten und kritisch zu hinterfragen.
 
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Prentice Mulford - Der Unfug des Lebens und des Sterbens

 
Gerade in unserer heutigen Zeit der Rastlosigkeit und der Jagd nach dem „Haben“(-wollen) möchte ich die zeitlosen Essays von Prentice Mulford den Menschen ans Herz legen, die das „Sein“ schmerzlich vermissen. Mulford schreibt klar und anschaulich, verfügt über Tiefgang, verzichtet auf Moralisierungen und liest sich außerdem sehr unterhaltsam. Es dürfte kein Problem darstellen, sich eine deutschsprachige Ausgabe der Sammlung der „Unfug“-Essays zuzulegen, da sie auch heute noch aufgelegt wird.
 
Hatte ich mich im ersten Teil noch darauf konzentriert, das Grundsätzliche in Mulfords Essays herauszukristallisieren und darauf aufmerksam zu machen, daß es einfach nur unstatthaft ist, ihn in die Reihe derer zu stellen, die als „Marketingbeauftragte in Sachen Ego“ unterwegs sind und vom Positiven Denken schwafeln, während sie den „Willen“ einfach nur als Synonym für die Wunscherfüllungsdenkmaschine kleingeistiger Materialisten benutzen, so möchte ich mich in diesem zweiten Teil den Essays selbst widmen.
 
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Prentice Mulford - Neue Gedanken sind neues Leben

 
Von Karl Kraus stammt der Auspruch: „Über das Leben der meisten läßt sich nur sagen, daß sie sehr sehr lange nicht gestorben sind.“ Auf Prentice Mulford trifft dieser Satz sicher ganz und gar nicht zu, da dieser bereits ein sehr bewegtes und abenteuerliches Leben hinter sich hatte, als er zwischen 1885 und 1890 die Essays veröffentlichte, um die es in den zwei Folgen dieses Artikels geht und die auch in Deutschland (teils bereits ab 1909) veröffentlicht wurden. Mulfords Anliegen ist es, die Menschen darauf aufmerksam zu machen, daß es möglich ist, eben nicht zu diesen „meisten“ zu gehören, von denen Karl Kraus spricht.
 
Prentice Mulford selbst ist dabei die einzige Referenz, die er dafür vorzuweisen braucht. Seine Gedanken, seine Erkenntnisse, seine Folgerungen sind zum einen seinen ureigenen Erfahrungswerten und Begegnungen mit außergewöhnlichen Menschen entsprungen, zum anderen aber schafft es Mulford mühelos, allgemeingültige Thesen und Methoden daraus abzuleiten, die auch heute noch, über 100 Jahre später, aktuell sind und den Geist unabweisbarer Gültigkeit atmen. Daher widme ich mich in diesem ersten Teil zunächst einmal den grundsätzlichen Aspekten in den Texten von Mulford, um dann im zweiten Teil auf einzelne Essays im Besonderen einzugehen.
 
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Vom Wert der Intuition

 
Der dritte und letzte Teil der kleinen Reihe über das Denken und die Wahrnehmung. Denn neben der „äußeren“ Wahrnehmung, über die ich im vorherigen Beitrag schrieb, gibt es natürlich noch die „innere“ Wahrnehmung, oder auch „Innenschau“ genannt. Die Basis für diese Innenschau bildet die Intuition.
 
Im Gegensatz zum Intellekt ist die Intuition nicht manipulierbar. So wie auch das Unterbewußtsein (mir persönlich sagt der Jung’sche Begriff „Das Unbewußte“ mehr zu) nicht manipulierbar ist im Gegensatz zum Bewußtsein. Intuition entspringt stets dem Unbewußten und muß zunächst einmal wahrgenommen und zugelassen werden (also ins Bewußtsein transportiert werden), um im Anschluß daran mit Hilfe des Denkens (intellektuelle Tätigkeit) übertragen oder übersetzt werden zu können.
 
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Der eigenen Wahrnehmung trauen

 
Dies ist die Fortsetzung des ersten Beitrags „Anregung zum Selberdenken“. Nur kurz und sehr gerafft noch einmal zusammengefaßt ging es im ersten Beitrag darum, daß das Selberdenken Bewußtheit voraussetzt, die mensch sich zunächst einmal erarbeiten muß. Dazu zählen auch die Aufmerksamkeit und Genauigkeit bei der Informationsaufnahme via Wahrnehmung durch die Sinne, verbunden mit Achtsamkeit und einem offenen „mind“. Mensch sollte sich einfach darüber bewußt sein, daß es eine ungefilterte, wertneutrale Aufnahme von Informationen schlicht nicht gibt.
 
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Anregung zum Selberdenken

 
und Aufforderung, der eigenen Wahrnehmung zu trauen. Wer nicht selbst denkt, für den denken andere. Wer nicht selbst denkt, der kann gar nicht sein. Wer nicht selbst denkt, sollte eigentlich gar nicht „ich“ sagen. Wer seiner eigenen Wahrnehmung nicht traut, sollte sich fragen, was mit ihm nicht stimmt. Doch Wahrnehmung setzt eine gewisse Sensibilität voraus und die Fähigkeit, Informationen aufzunehmen, ohne sie sofort zu bewerten. Daher ist Wahrnehmung zuallererst einmal „Schau“. Dieses „Schauen“ kann auch nach innen gerichtet werden, und es beschränkt sich nicht auf die Informationsaufnahme durch die Sinnesorgane. Wenn es überhaupt „Objektivität“ gibt, kann sie hier im „Subjektiven“ ausgeübt werden.
 
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