Heute ist Erich Kästners Geburtstag – würde er noch leben, wäre er heute 111 Jahre alt. In meinem ersten Beitrag über Kästner hatte ich geschrieben, daß ich es sehr bedauerlich finde, daß dieser Autor fast ausschließlich mit Kinderbüchern und seichteren Unterhaltungsromanen in Erinnerung ist und leider weniger mit seinen Gedichten, dem Roman „Fabian“ und den Schriften, die von ihm nach 1945 erschienen sind.
Darum möchte ich in zwei Beiträgen auf zwei Bücher aufmerksam machen, die eine Fundgrube für jeden sind, der etwas Verläßliches über die unmittelbare Zeit nach dem Zusammenbruchs des Nationalsozialistischen Deutschlands erfahren will: „Der tägliche Kram – Chansons und Prosa von 1945 – 1948“ und „Die kleine Freiheit – Chansons und Prosa von 1949 – 1952“. Zuvor allerdings gibt es noch einen kurzen Abriß zu Erich Kästners (Über-) Leben von 1933 bis 1945, zum besseren Verständnis.
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Am 23. Februar würde Erich Kästner 111 Jahre alt. Zugegeben, keines dieser runden Jubiläen, die mit Zahlenwerten wie 25, 50, 100, 250 usw. operieren; ehrlich gesagt benötige ich auch nicht wirklich solcherlei Anlässe und Begründungen, um mich einem jener Menschen zu widmen, der mich beeindruckt hat und mit dazu beitrug, daß mein Leben die Richtung nahm, die es genommen hat.
Tatsächlich liegt der Anlaß im Wetter begründet und in der Jahreszeit. Denn hier in Konstanz ist Fasnacht, ein Karneval, der sich doch deutlich von dem im Ruhrgebiet unterscheidet, dem ich alljährlich aus dem Weg gegangen bin. Ich feiere zwar auch hier nicht die kalendarisch verordnete Fröhlichkeit, aber ich kann sie gelassener hinnehmen, da ich in dieser Gegend zumindest das Aufgreifen echter Tradition wahrnehmen kann. Nun, und dieses Jahr versinkt die Fasnacht im Schnee, denn der will einfach nicht aufhören zu fallen.
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Frank,
14.02.2010, 14:18 | Abgelegt unter: Literatur, Menschen, Musik | RSS 2.0 | TB | Tags: Denken, Erich Kästner, Gedicht, Intuition, Satire, Seele, Wahrnehmung | 2 Kommentare
Der am 22. Januar 1729 geborene Gotthold Ephraim Lessing zählt zu den wenigen aufklärerischen Philosophen und Schriftstellern in Deutschland, die meiner Ansicht nach tatsächlich auch heute noch lesenswert sind. Am Bekanntesten dürfte wohl das 1779 erschienene „Nathan der Weise. Ein dramatisches Gedicht“ sein, das seine Uraufführung allerdings erst 1783, zwei Jahre nach Lessings Tod, erlebte.
Lessing gilt als Reformer und Neuerer. Diesen Ruf genießt er zurecht, da er mit „Miß Sara Sampson“ 1755 das erste deutsche bürgerliche Trauerspiel publizierte, das im gleichen Jahr auch seine Erstaufführung hatte. Bis dahin waren Hauptrollen in der Tragödie den Königen und Kaisern, sowie den Märtyrern und Heiligen, vorbehalten worden. Bürgerlichen Protagonisten hingegen wurden lediglich Lustspiele zugebilligt.
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Vor knapp zwei Wochen war der kalendarische Herbstbeginn, nach einem Sommer, der seinen Namen endlich einmal wieder verdiente. Die Ernten sind eingefahren; Hagelstürme im Frühjahr haben in unserer Region etliche Rebstöcke zerstört, so daß unsere Spital-Kellerei in Konstanz z.B. tatsächlich auf „Fremdweine“ angewiesen ist, um dieses Jahr überhaupt Wein anbieten zu können; auch die Landwirte im Umkreis haben es nicht einfach gehabt. Die Tage werden kürzer, die Nächte länger; der erste Rauhreif liegt auf den Wiesen, und bald wird der für Konstanz so typische Nebel kommen.
Alles in allem eine Zeit, die für Rückzug steht, für Innehalten. Außerdem sind heute der „Welttag der geistigen Gesundheit“ und „Internationaler Tag der seelischen Gesundheit“. Was liegt für mich also näher, als dazu meinen kleinen, bescheidenen Beitrag zu leisten; dies möchte ich tun, indem ich eine handvoll Herbstgedichte und ein Musikstück präsentiere.
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… ist der Titel eines Gedichts, das ich vor einigen Jahren schrieb und das auch heute noch in seinen Aussagen für mich gültig ist, vielleicht sogar mehr denn je. Wer sich nun fragt, wer oder was Indra ist, bekommt die Antwort darauf in diesem Beitrag. Zwei Anmerkungen vorneweg - erstens: Indra ist ein Gott, der unter anderem in den indischen Veden gepriesen wird; zweitens: ich glaube nicht an Götter (im herkömmlichen Verständnis).
Am ehesten würde ich mich tatsächlich als Atheist bezeichnen, zugleich jedoch durchaus als religiös. Ich bin der Überzeugung, daß Nicht-Glaube „religiöser“ sein kann als Glaube. Die Essenz der Religion liegt für mich in der (grundsätzlich subjektiven und individuellen) religiösen Erfahrung, und nicht in irgendeinem Glauben oder der Befolgung irgendwelcher Vorschriften diverser „religiösen“ Theorien oder Systeme (zu denen ich auch Ideologien zähle).
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Der erste Beitrag in de tempore ist einem meiner Lieblingsgedichte des amerikanischen Dichters Walt Whitman (1819 – 1892) gewidmet: When I heard the Learn’d Astronomer (deutsch: Als den gelehrten Astronomen ich hörte). In diesem Beitrag setze ich mich zugleich allerdings auch mit der Problematik auseinander, wie schwierig und verzwickt es sein kann, ein Gedicht zu übersetzen, besonders wenn die Wahl zwischen Werktreue (also möglichst wortgemäße Übersetzung) und Nachdichtung (die freiere Variante, die dann allerdings den spirit des Gedichts erst recht einfangen und wiedergeben können sollte) zu treffen ist.
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