Meine Auszeit ist zu Ende. In diesem Jahr möchte ich de tempore wieder ein wenig beleben und mit Inhalten füllen. Die längere Abstinenz vom Schreiben im Web war unter den gegebenen Umständen zwar hilfreich und sinnvoll, da ich mir endlich einmal die nötige Zeit nehmen konnte, in Ruhe darüber nachzudenken, ob ich überhaupt noch weitermachen will – und wenn, auf welche Weise.
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Am Samstag, den 10. April, ist am Morgen zwischen 8 und 10 Uhr der „Chef“ gestorben. Höchstwahrscheinlich im Schlaf. Das Herz verweigerte einfach seinen Dienst. Es war wohl ein friedlicher, ein gnädiger Tod. Als ich ihn fand, lag er beinahe wie immer da, an seinem Lieblingsplatz der letzten Monate, unter meinem Schreibtisch.
Ich bin traurig, ich vermisse ihn. Beinahe vier Wochen sind seitdem vergangen und ich war außerstande, irgendetwas zu schreiben über Musik, Film, Literatur und all den anderen Dingen, mit denen ich mich sonst so gern beschäftige. 16 Jahre hat diese Katze mich durch mein Leben begleitet, das sich in diesen Jahren durch drei sehr verschiedene, wichtige Lebensabschnitte gekennzeichnet hat. Drei verschiedene Lebenspartner, drei verschiedene Städte. Aufbruch, Abbruch, Aufbruch, Abbruch, Zusammenbruch und neuer Aufbruch.
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Am 23. Februar würde Erich Kästner 111 Jahre alt. Zugegeben, keines dieser runden Jubiläen, die mit Zahlenwerten wie 25, 50, 100, 250 usw. operieren; ehrlich gesagt benötige ich auch nicht wirklich solcherlei Anlässe und Begründungen, um mich einem jener Menschen zu widmen, der mich beeindruckt hat und mit dazu beitrug, daß mein Leben die Richtung nahm, die es genommen hat.
Tatsächlich liegt der Anlaß im Wetter begründet und in der Jahreszeit. Denn hier in Konstanz ist Fasnacht, ein Karneval, der sich doch deutlich von dem im Ruhrgebiet unterscheidet, dem ich alljährlich aus dem Weg gegangen bin. Ich feiere zwar auch hier nicht die kalendarisch verordnete Fröhlichkeit, aber ich kann sie gelassener hinnehmen, da ich in dieser Gegend zumindest das Aufgreifen echter Tradition wahrnehmen kann. Nun, und dieses Jahr versinkt die Fasnacht im Schnee, denn der will einfach nicht aufhören zu fallen.
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Frank,
14.02.2010, 14:18 | Abgelegt unter: Literatur, Menschen, Musik | RSS 2.0 | TB | Tags: Denken, Erich Kästner, Gedicht, Intuition, Satire, Seele, Wahrnehmung | 3 Kommentare
Was hat James Camerons Film Avatar mit Afghanistan zu tun? Und was hat der Begriff Amoralität im Kontext mit Afghanistan und Avatar im Titel zu suchen? Darum geht es in dieser Fortsetzung meines Beitrags von letztem Samstag. Den Schwerpunkt des heutigen Artikels werde ich auf die Ethik legen; ein Begriff, der heute im öffentlichen Raum keine Rolle mehr zu spielen scheint. Dies finde ich nicht nur sehr bedauerlich, sondern es bereitet mir sogar Sorge, denn wo es an Ethik mangelt, ist es mit der Kultur nicht mehr weit her.
Nun möchte ich allerdings nicht seitenlang abstrakt darüber debattieren, was Ethik ist, worin sie sich von Moral unterscheidet und dergleichen mehr. Daher an dieser Stelle ein Link zu einer Seite, die recht griffig den Begriff Ethik erläutert und in Kurzform auf verwandte Begriffe, Art und Herleitung sowie inhaltliche Aussagen und Art und Begründung der Ethik eingeht (die Seite öffnet sich in einem neuen Fenster). Wenn ich nun also von Ethik spreche, dann meine ich damit explizit eine humanistische, demokratische Ethik.
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2010 ist nun 10 Tage alt und meine kleine Auszeit ist zu Ende. Ehrlich gesagt erkenne ich zum abgelaufenen Jahr keine Unterschiede. Da ich im letzten Dezemberbeitrag ein paar Worte zur Politik verlor, was sich nicht vermeiden ließ, verliere ich auch in meinem ersten Januarbeitrag einige, aber zur Regel wird das sicher nicht. Mein Verhältnis zur Politik ist mit dem Wort „Enttäuschung“ recht gut beschrieben, in zweierlei Hinsicht.
Zum einen verstehen die meisten Menschen unter dem Begriff natürlich den daraus resultierenden emotionalen Zustand, bestehend aus einem bitteren Gefühl der Ohnmacht, dem Wunsch, alles hinzuwerfen, einer Art Wut über das, was da kaputt ging oder gemacht wurde durch Lüge, Unaufrichtigkeit, Dummheit, Ignoranz oder auch Gefühkskälte; auf der anderen Seite heißt „Enttäuschung“ eben auch Ent-Täuschung, die Täuschung hat also ein Ende, ist aufgeflogen, aus dem Schatten ans grelle Licht gezerrt worden.
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Vor knapp zwei Wochen war der kalendarische Herbstbeginn, nach einem Sommer, der seinen Namen endlich einmal wieder verdiente. Die Ernten sind eingefahren; Hagelstürme im Frühjahr haben in unserer Region etliche Rebstöcke zerstört, so daß unsere Spital-Kellerei in Konstanz z.B. tatsächlich auf „Fremdweine“ angewiesen ist, um dieses Jahr überhaupt Wein anbieten zu können; auch die Landwirte im Umkreis haben es nicht einfach gehabt. Die Tage werden kürzer, die Nächte länger; der erste Rauhreif liegt auf den Wiesen, und bald wird der für Konstanz so typische Nebel kommen.
Alles in allem eine Zeit, die für Rückzug steht, für Innehalten. Außerdem sind heute der „Welttag der geistigen Gesundheit“ und „Internationaler Tag der seelischen Gesundheit“. Was liegt für mich also näher, als dazu meinen kleinen, bescheidenen Beitrag zu leisten; dies möchte ich tun, indem ich eine handvoll Herbstgedichte und ein Musikstück präsentiere.
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Gerade in unserer heutigen Zeit der Rastlosigkeit und der Jagd nach dem „Haben“(-wollen) möchte ich die zeitlosen Essays von Prentice Mulford den Menschen ans Herz legen, die das „Sein“ schmerzlich vermissen. Mulford schreibt klar und anschaulich, verfügt über Tiefgang, verzichtet auf Moralisierungen und liest sich außerdem sehr unterhaltsam. Es dürfte kein Problem darstellen, sich eine deutschsprachige Ausgabe der Sammlung der „Unfug“-Essays zuzulegen, da sie auch heute noch aufgelegt wird.
Hatte ich mich im ersten Teil noch darauf konzentriert, das Grundsätzliche in Mulfords Essays herauszukristallisieren und darauf aufmerksam zu machen, daß es einfach nur unstatthaft ist, ihn in die Reihe derer zu stellen, die als „Marketingbeauftragte in Sachen Ego“ unterwegs sind und vom Positiven Denken schwafeln, während sie den „Willen“ einfach nur als Synonym für die Wunscherfüllungsdenkmaschine kleingeistiger Materialisten benutzen, so möchte ich mich in diesem zweiten Teil den Essays selbst widmen.
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Von Karl Kraus stammt der Auspruch: „Über das Leben der meisten läßt sich nur sagen, daß sie sehr sehr lange nicht gestorben sind.“ Auf Prentice Mulford trifft dieser Satz sicher ganz und gar nicht zu, da dieser bereits ein sehr bewegtes und abenteuerliches Leben hinter sich hatte, als er zwischen 1885 und 1890 die Essays veröffentlichte, um die es in den zwei Folgen dieses Artikels geht und die auch in Deutschland (teils bereits ab 1909) veröffentlicht wurden. Mulfords Anliegen ist es, die Menschen darauf aufmerksam zu machen, daß es möglich ist, eben nicht zu diesen „meisten“ zu gehören, von denen Karl Kraus spricht.
Prentice Mulford selbst ist dabei die einzige Referenz, die er dafür vorzuweisen braucht. Seine Gedanken, seine Erkenntnisse, seine Folgerungen sind zum einen seinen ureigenen Erfahrungswerten und Begegnungen mit außergewöhnlichen Menschen entsprungen, zum anderen aber schafft es Mulford mühelos, allgemeingültige Thesen und Methoden daraus abzuleiten, die auch heute noch, über 100 Jahre später, aktuell sind und den Geist unabweisbarer Gültigkeit atmen. Daher widme ich mich in diesem ersten Teil zunächst einmal den grundsätzlichen Aspekten in den Texten von Mulford, um dann im zweiten Teil auf einzelne Essays im Besonderen einzugehen.
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Der dritte und letzte Teil der kleinen Reihe über das Denken und die Wahrnehmung. Denn neben der „äußeren“ Wahrnehmung, über die ich im vorherigen Beitrag schrieb, gibt es natürlich noch die „innere“ Wahrnehmung, oder auch „Innenschau“ genannt. Die Basis für diese Innenschau bildet die Intuition.
Im Gegensatz zum Intellekt ist die Intuition nicht manipulierbar. So wie auch das Unterbewußtsein (mir persönlich sagt der Jung’sche Begriff „Das Unbewußte“ mehr zu) nicht manipulierbar ist im Gegensatz zum Bewußtsein. Intuition entspringt stets dem Unbewußten und muß zunächst einmal wahrgenommen und zugelassen werden (also ins Bewußtsein transportiert werden), um im Anschluß daran mit Hilfe des Denkens (intellektuelle Tätigkeit) übertragen oder übersetzt werden zu können.
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Dies ist die Fortsetzung des ersten Beitrags „Anregung zum Selberdenken“. Nur kurz und sehr gerafft noch einmal zusammengefaßt ging es im ersten Beitrag darum, daß das Selberdenken Bewußtheit voraussetzt, die mensch sich zunächst einmal erarbeiten muß. Dazu zählen auch die Aufmerksamkeit und Genauigkeit bei der Informationsaufnahme via Wahrnehmung durch die Sinne, verbunden mit Achtsamkeit und einem offenen „mind“. Mensch sollte sich einfach darüber bewußt sein, daß es eine ungefilterte, wertneutrale Aufnahme von Informationen schlicht nicht gibt.
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