de tempore

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Tag: Phantastik

Goethe gechannelt

 
Heute ist zwar bereits der 7. Februar, doch es ist der erste Sonntag des Monats, und so feiere ich ein kleines und wohl nur mir wichtiges Jubiläum. Der 1. Februar des letzten Jahres war ebenfalls der erste Sonntag, und an diesem Tag ging dieses Blog online, damit ich mir selbst einen Ausgleich schaffen konnte zur Tagespolitik, der ich es unseligerweise erlaubt hatte, mein damaliges Blog “Amok Koma” zum Schluß so derartig zu dominieren, daß ich nahe dran war, geistig zu veröden.
 
Eröffnet wurde mit Walt Whitman und einem meiner Lieblingsgedichte von ihm. Bemerkenswerterweise – es war mir zu diesem Zeitpunkt gar nicht bewußt – war 2009 auch das Jahr der Astronomie, und es finden sich recht viele Beiträge in diesem Blog (das war dann schon mehr oder weniger beabsichtigt), die das Thema zumindest streifen. Nun, dieses kleine Jubiläum möchte ich nun mit einem Dichter begehen, an dem wohl kein(e) Deutsche(r) vorbeikommt, obs gefällt oder nicht.
 
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Tintagel – Mythos, Ton, Symbol und Traum

 
Tintagel, die legendäre Burg in Cornwall, seit Tennyson Geburtsstätte von König Arthur, hat von jeher die Phantasie jener Künstler beflügelt, die einen Sinn für Romantik besitzen und sich den Glauben an die Kräfte der Mystik und des Mythos erhalten haben. Zwei Werke solcher Künstler möchte ich heute vorstellen und empfehlen. Sie könnten verschiedener nicht sein, trotz des gleichen Titels.
 
Das eine ist eine symphonische Dichtung des britischen Komponisten Arnold Bax, das andere ein Science Fiction Roman des amerikanischen Autors Paul Cook. Beide haben an der Vollendung ihres Werks rund drei Jahre gearbeitet. Und wenn vom Komponisten Arnold Bax der Ausspruch überliefert ist, daß ihm die ganze Musikgeschichte nicht das wert sei, was das Werk Yeat’s ihm gebe, so verhält es sich bei Paul Cook genau entgegengesetzt, dem ohne die Werke der modernen klassischen Musik sein Roman undenkbar erscheint.
 
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Zwischen den Kriegen – Eine Kurzgeschichte zum Antikriegstag

 
Übermorgen, am 1. September, ist wieder Antikriegstag. 1957 vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) ins Leben gerufen, um an den Überfall der Deutschen Wehrmacht auf Polen zu erinnern, der den 2. Weltkrieg zur Folge hatte, entwickelte sich der Antikriegstag im Laufe der Zeit mehr und mehr in Richtung Weltfriedenstag, auf dem gegen sämtliche Kriege Stellung bezogen wurde und wird, auch gegen aktuelle Kampfeinsätze.
 
Eine Weile sah es so aus, als brauchte die Menschheit sich keine Sorgen mehr zu machen wegen eines 3. – womöglich auch noch atomaren – Weltkrieges; doch das hat sich wieder geändert. Angesichts der Unfähigkeit der Politik, Konflikte friedlich zu lösen, ist das Szenario eines Krieges mit Atomwaffen nicht mehr zur Gänze auszuschließen. Mir drängt sich da die Frage auf, wie weit es eigentlich tatsächlich her ist mit dem sogenannten geistigen und kulturellen Fortschritt unserer Spezies.
 
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Blade Runner – Erstveröffentlichung vs. Ridley Scott’s Director’s Cut

 
Im vorherigen Beitrag ging es noch hauptsächlich um die Romanvorlage des Films: Träumen Roboter von elektrischen Schafen? von Philip K. Dick. Heute geht es um die Geschichte zur Verfilmung, um die zwei verschiedenen Fassungen und um die Frage, warum Blade Runner in der Tat zu den besten Science Fiction Filmen gehört, die je über die Leinwand geflimmert sind – und damit ist ausdrücklich der Director’s Cut gemeint.
 
Doch da dieser erst ein knappes Jahrzehnt nach der Veröffentlichung der - durch die Produzenten angeordneten - verstümmelten Fassung von 1982 erschien, gehe ich natürlich zunächst auf diese erste Veröffentlichung ein; denn anhand der Irritationen, die die 1982er-Version bei so manchem Kinogänger ausgelöst hat, läßt sich besonders gut darstellen, warum der 1991 erschienene Director’s Cut (also die Originalversion) so genial ist.
 
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Philip K. Dick - Träumen Roboter von elektrischen Schafen?

 
Wie in der Einführung zu dem US-amerikanischen Autor Philip K. Dick angekündigt, folgt heute der Artikel zu seinem 1966 geschriebenen Roman „Do androids dream of electric sheep?“ (dt. Träumen Roboter von elektrischen Schafen?), der 1968 veröffentlicht wurde. Kurze Zeit nach der Veröffentlichung erwarb die Filmindustrie bereits eine Option auf eine mögliche Verfilmung, die dann um 1973 etwa konkret wurde durch die Vorlage eines ersten Drehbuchs, das Philip K. Dick jedoch für ziemlich unausgegoren hielt.
 
Die Geschichte um die (langwierige) Entstehung und Realisierung des Films wird in der Fortsetzung (nächste Woche) Bestandteil dieses zweiteiligen Beitrags sein. Immerhin zogen von der Option bis zur endgültigen Verfilmung unter Regisseur Ridley Scott Anfang der 1980er Jahre über 10 Jahre ins Land, einschließlich wechselnder Drehbuchautoren und Konzeptionen, die schließlich in den SF-Klassiker „Blade Runner“ mündeten, den es jedoch ebenfalls in verschiedenen Fassungen gibt.
 
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Die Wiederkehr des Philip K. Dick

 
Dieser Beitrag ist der Auftakt zu einer lockeren Folge von Artikeln zu dem 1982 verstorbenen US-amerikanischen Autor Philip K. Dick und seinem literarischen Schaffen. Dick wurde mitten in der Rezession am 16. Dezember 1928 geboren. Er kam früh zur Science Fiction und zum Schreiben. Bereits als Jugendlicher verfaßte er erste Kurzgeschichten. Zudem schrieb er Texte für eine Radiosendung, die sich mit klassischer Musik befaßte.
 
Nachdem er 1947 die Schule verlassen hatte, arbeitete er in einem Schallplattenladen. In etwa jener Zeit lernte er Anthony Boucher kennen, den Herausgeber des Magazine of Fantasy and Science Fiction, der ihn dazu animierte, wieder mit dem Schreiben von Kurzgeschichten zu beginnen. Dick nahm Boucher beim Wort, schrieb und verkaufte schließlich 1951 seine erste SF-Kurzgeschichte („Roog“) an eben jenen Boucher. Bereits im Jahr darauf entschloß sich Dick, seinen Job zu schmeißen und von nun an als freiberuflicher Schriftsteller zu leben.
 
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Joe gegen den Vulkan - ein modernes Märchen

 
Es gibt Filme, die erschließen sich erst nach mehrmaligem Schauen; es gibt Filme, die trotz ihrer Schwächen (oder vielleicht auch gerade deshalb) liebenswert sind; es gibt Filme, die unter der Oberfläche der erzählten Story genug Stoff zum Nachdenken, Philosophieren und Spekulieren bieten, so mensch das überhaupt will. Oft fallen derartige Filme bei Kritikern und Publikum durch. Der Gründe gibt es viele: überzogene Erwartungshaltung, miese PR-Arbeit (in dem der Fokus falsch gesetzt wird), Überforderung der Rezipienten…
 
Joe gegen den Vulkan von 1990 mit Tom Hanks und Meg Ryan ist ein solcher Film. Ich lasse mich in der Regel von den Urteilen anderer nicht beeinflussen, wenn ich für mich entscheide, ob ich einen Film, ein Buch, ein Musikwerk etc. gut finde und/oder mag, weil ich zu gerne analysiere, warum das so ist (im negativen Fall gilt das übrigens auch) – im Zusammenhang mit diesem Film allerdings fällt mir frappierend auf, wie wenig Fürsprecher er besitzt. Nun, mit diesem Beitrag gibt es im Netz ab heute wenigstens einen Fürsprecher mehr – mich. Ich halte diesen Film für sehr empfehlenswert, und dafür gibt es einen Haufen guter Gründe.
 
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Wristcutters - A Love Story

 
Um es gleich vorwegzunehmen: ich liebe diesen Film. Als ich den Film zum ersten Mal sah – nur spärlich vorinformiert durch Attribute wie „etwas anderes Roadmovie“, „schräge Lovestory“, „schwarze Romanze mit leicht sarkastischem Einschlag“ und dem bei vielen Independent-Filmen scheinbar unvermeidlichen Urteil „kultig“ – war ich dementsprechend kritisch voreingenommen.

Gar zu viele derart hochgelobter Filme haben mich nämlich eher enttäuscht weil sie nicht halten konnten, was sie oder ihre Fürsprecher vollmundig versprachen. Hype, Oberflächlichkeit, bloße Attitüde – das sind dann noch die nettesten Dinge, die ich solchen Filmen nachsagen würde. Nun, glücklicherweise trifft das auf Wristcutters aus dem Jahre 2006 nicht zu.
 
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