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Tag: Prentice Mulford

Prentice Mulford - Der Unfug des Lebens und des Sterbens

 
Gerade in unserer heutigen Zeit der Rastlosigkeit und der Jagd nach dem „Haben“(-wollen) möchte ich die zeitlosen Essays von Prentice Mulford den Menschen ans Herz legen, die das „Sein“ schmerzlich vermissen. Mulford schreibt klar und anschaulich, verfügt über Tiefgang, verzichtet auf Moralisierungen und liest sich außerdem sehr unterhaltsam. Es dürfte kein Problem darstellen, sich eine deutschsprachige Ausgabe der Sammlung der „Unfug“-Essays zuzulegen, da sie auch heute noch aufgelegt wird.
 
Hatte ich mich im ersten Teil noch darauf konzentriert, das Grundsätzliche in Mulfords Essays herauszukristallisieren und darauf aufmerksam zu machen, daß es einfach nur unstatthaft ist, ihn in die Reihe derer zu stellen, die als „Marketingbeauftragte in Sachen Ego“ unterwegs sind und vom Positiven Denken schwafeln, während sie den „Willen“ einfach nur als Synonym für die Wunscherfüllungsdenkmaschine kleingeistiger Materialisten benutzen, so möchte ich mich in diesem zweiten Teil den Essays selbst widmen.
 
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Prentice Mulford - Neue Gedanken sind neues Leben

 
Von Karl Kraus stammt der Auspruch: „Über das Leben der meisten läßt sich nur sagen, daß sie sehr sehr lange nicht gestorben sind.“ Auf Prentice Mulford trifft dieser Satz sicher ganz und gar nicht zu, da dieser bereits ein sehr bewegtes und abenteuerliches Leben hinter sich hatte, als er zwischen 1885 und 1890 die Essays veröffentlichte, um die es in den zwei Folgen dieses Artikels geht und die auch in Deutschland (teils bereits ab 1909) veröffentlicht wurden. Mulfords Anliegen ist es, die Menschen darauf aufmerksam zu machen, daß es möglich ist, eben nicht zu diesen „meisten“ zu gehören, von denen Karl Kraus spricht.
 
Prentice Mulford selbst ist dabei die einzige Referenz, die er dafür vorzuweisen braucht. Seine Gedanken, seine Erkenntnisse, seine Folgerungen sind zum einen seinen ureigenen Erfahrungswerten und Begegnungen mit außergewöhnlichen Menschen entsprungen, zum anderen aber schafft es Mulford mühelos, allgemeingültige Thesen und Methoden daraus abzuleiten, die auch heute noch, über 100 Jahre später, aktuell sind und den Geist unabweisbarer Gültigkeit atmen. Daher widme ich mich in diesem ersten Teil zunächst einmal den grundsätzlichen Aspekten in den Texten von Mulford, um dann im zweiten Teil auf einzelne Essays im Besonderen einzugehen.
 
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