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Tag: Religion

Egon Friedell – Kulturgeschichte der Neuzeit (Teil 2)

 
Lag der Schwerpunkt des ersten Teils dieser Buchbesprechung eher auf der formalen Ebene der Umsetzung und Ausgestaltung der Arbeit Friedells, so geht es heute um den geistigen und programmatischen Hintergrund, auch wenn Form und Inhalt natürlich nicht so eindeutig zu trennen sind, wie es nun vielleicht den Anschein erweckt. Denn die Stilmittel, die Friedell anwendet, fußen eben auch auf der grundsätzlichen Prioritätensetzung bei seiner Kulturgeschichte der Neuzeit.
 
Eine, wenn nicht die wichtigste Priorität, räumt Friedell der Krisis der Seele ein, d.h., die Geschichte der Menschheit in Europa ist für Friedell eine Geschichte ihrer Krisen, ihrer geistigen und seelischen Entwicklung, und der Auslöser für diese Entwicklung ist, wie auch häufig bei einzelnen Menschen, der Ausbruch einer Krankheit. Und so markiert er in seiner Kulturgeschichte den Ausbruch der Schwarzen Pest anno 1348 in Europa als den Beginn der Neuzeit.
 
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Die Wiederkehr des Philip K. Dick

 
Dieser Beitrag ist der Auftakt zu einer lockeren Folge von Artikeln zu dem 1982 verstorbenen US-amerikanischen Autor Philip K. Dick und seinem literarischen Schaffen. Dick wurde mitten in der Rezession am 16. Dezember 1928 geboren. Er kam früh zur Science Fiction und zum Schreiben. Bereits als Jugendlicher verfaßte er erste Kurzgeschichten. Zudem schrieb er Texte für eine Radiosendung, die sich mit klassischer Musik befaßte.
 
Nachdem er 1947 die Schule verlassen hatte, arbeitete er in einem Schallplattenladen. In etwa jener Zeit lernte er Anthony Boucher kennen, den Herausgeber des Magazine of Fantasy and Science Fiction, der ihn dazu animierte, wieder mit dem Schreiben von Kurzgeschichten zu beginnen. Dick nahm Boucher beim Wort, schrieb und verkaufte schließlich 1951 seine erste SF-Kurzgeschichte („Roog“) an eben jenen Boucher. Bereits im Jahr darauf entschloß sich Dick, seinen Job zu schmeißen und von nun an als freiberuflicher Schriftsteller zu leben.
 
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Diamanda Galas - Plague Mass

 
Wie im gestrigen, einführenden Beitrag angekündigt, folgt nun eine ausführliche Besprechung der Plague Mass. Um es nachvollziehbar zu machen, warum Diamanda Galas in dieser Performance so kriegerisch und unversöhnlich daherkommt, stelle ich einige Anmerkungen voran. Als Anfang der 1980er Jahre AIDS scheinbar wie aus dem Nichts auftauchte und sich rasch zu einer Art Epidemie auszubreiten schien, griff ebenso schnell die sogenannte Sündenbockmentalität. AIDS wurde als Geißel Gottes und gerechte Strafe angesehen, das homophobe Amerika sprach von Sünde und Lustseuche und zeigte recht wenig Erbarmen.
 
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Diamanda Galas - eine Künstlerin und ihre Wut

 
Heute möchte ich eine Künstlerin vorstellen, die mich ein gutes Jahrzehnt lang außerordentlich beeindruckt hat: wegen ihrer Fähigkeiten, wegen ihres Mutes, wegen ihrer Vehemenz und Unmittelbarkeit, und nicht zuletzt deshalb, weil sie sich nicht scheut, ihre Stimme zu erheben für Menschen, die von der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Das zentrale Werk von Diamanda Galas, die im Jahre 1984 begonnene Arbeit an der Plague Mass, die ihren Höhepunkt in einer Live-Aufführung Ende 1990 fand, wird der Dreh- und Angelpunkt dieses (zweiteiligen) Beitrags sein.
 
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Astrologie, Psychologie und der ganzheitliche Ansatz

 
Im vorigen Beitrag hatte ich die verschiedenen Strömungen der heutigen Astrologie vorgestellt und kurz beleuchtet. In diesem letzten Artikel möchte ich eine Möglichkeit ausloten, wie die Astrologie – unabhängig vom Anerkenntnis des etablierten Wissenschaftsbetriebs, doch auch jenseits der „esoterischen Boom-Industrie“ – ihren schlechten Ruf korrigieren könnte, indem sie sich auf das konzentriert, das von der Anlage her schon immer implizit vorhanden war.
 
Freilich hat das mit der Art Astrologie, die durch die Medien transportiert wird und der „esoterischen“ Spielart, die durch die einschlägigen Foren geistert, herzlich wenig zu tun. Das Problem, die Wurzeln mit dem Neuen zu verbinden und mit ernsthafter Arbeit und der nötigen Geistestiefe eine echte Weiterentwicklung anzustreben, gibt es allerdings in nahezu jeder Disziplin: ob bei Wissenschaft, Religion, Spiritualität oder auch in der Kunst.
 
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Die moderne Astrologie und ihre Besonderheiten

 
Obwohl die Astrologie bereits zu Beginn des sogenannten naturwissenschaftlich-technischen Zeitalters kaltgestellt und teils sogar verboten wurde (siehe meinen vorherigen Beitrag), bemühen sich ihre Anhänger weiterhin, wissenschaftlich anerkannt zu werden. Bislang ohne Erfolg – natürlich ohne Erfolg, möchte ich hinzufügen, denn sie erfüllt nicht die dazu erforderlichen Kriterien, über die sich seitdem die Wissenschaft definiert.
 
Ich persönlich finde das Gebuhle um Anerkenntnis weder sinnvoll noch unterstützenswert, denn damit reduziert sich die Astrologie gleichsam selbst. Im ersten Teil dieses Nachtrags möchte ich noch kurz auf die „Beweisführungen“ der Astrologie des 20. Jh. eingehen, um dann den Bogen zu schlagen, welchen Stellenwert eine „geläuterte“ Astrologie in der heutigen Zeit für den Menschen haben könnte, wenn sie nur wollte.
 
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Die Astrologie von den Anfängen bis zur Neuzeit (Teil 5)

 
In diesem fünften Teil steigen wir ohne Umschweife ins Mittelalter ein und vervollständigen den historischen Abriß bis hin in die Neuzeit, die in Europa durch das Aufkommen eines ganz neuen, geistig und materiell einschneidenden Ereignisses geprägt wird: dem wissenschaftlich-technischen Zeitalter, das geistig im 17. Jh. konstituiert wurde und sich seit Ende des 18. Jh. entfaltete, um schließlich fast weltweit seit etwa 100 Jahren in materialistisch-mechanistischer Weise alles andere zu verdrängen – oftmals leider auch den „Geist“.
 
Doch bereits in der Renaissance wurde das vornehmliche Ende der Astrologie eingeläutet, während ihr Grab spätestens zu Zeiten Galileis, Keplers, Descartes und Isaac Newtons ausgehoben wurde – um eine längst Scheintote zur letzten Ruhe zu betten. Und daran sind die Vertreter der Astrologie des ausgehenden Mittelalters selbst nicht ganz unschuldig. Von dieser „Bestattung“ und der damit einhergehenden Abspaltung der Astronomie von ihrer Mutter, der Astrologie, hat sich diese bis heute nicht erholt.
 
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Die Astrologie von den Anfängen bis zur Neuzeit (Teil 4)

 
Der zweite und dritte Teil war all den Denkern, Philosophen und Wissenschaftlern der griechischen Antike vorbehalten, die sozusagen die wichtigen Vorarbeiten geleistet haben, auf deren Basis Nachfolger wie Epikur, Archimedes, Aristarch, Zenon (Stoiker) und Hipparch – aber auch die Astronomie / Astrologie (Berossos und Ptolemäus) in den folgenden vier Jahrhunderten ihre Arbeiten fortführen konnten.
Dieser vierte Teil wird den Kreis nun schließen mit einem kurzen Abriß des Zeitraumes von etwa 300 v.u.Z. bis ins 4. Jahrhundert hinein, um dann im fünften Teil das Mittelalter bis hin zur Neuzeit zu beleuchten.
 
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Die Astrologie von den Anfängen bis zur Neuzeit (Teil 3)

 
Im zweiten Teil haben wir den Einfluß der Vorsokratiker des antiken Griechenlands auf Astrologie, Naturwissenschaft und Philosophie festgestellt – in diesem dritten Teil dieses Abrisses über die Entwicklung der Astrologie nun kommen wir zu den Sophisten und Philosophen. Menschen wie Sokrates, Platon, Demokrit, Aristoteles betreten die Bühne.
 
Es ist die Zeit, in der jedoch auch „die hellenische Krisis der Seele“ begann (Friedell). Denn den Gegenpol zu Sokrates und Platon bildeten die Sophisten: Anaxagoras, Protagoras, Gorgias, Hippias und Prodikos, um nur die Bekanntesten zu nennen. Wegen dieser „erfand“ Sokrates sozusagen den Begriff „Philosophie“, in Abgrenzung zu den Sophisten, die er verabscheute. Sein Schüler Platon bezeichnete die Sophisten als „Krämer, der mit Kenntnissen handeln“ und Aristoteles nannte die Sophistik gar eine Wissenschaft des Unwesentlichen, eine Scheinweisheit.
 
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Die Astrologie von den Anfängen bis zur Neuzeit (Teil 2)

 
Nach der Einführung und dem ersten Teil der Geschichte und Entwicklung der Astrologie, der mit der ersten umfassenden Veröffentlichung und Systematisierung durch Claudius Ptolemäus im Jahre 140 schloß, möchte ich nun in diesem und dem nächsten Teil aufzeigen, daß Ptolemäus dem zuzuordnen ist, was wir heutzutage „Mainstream“ nennen würden, denn er stützte sich auf das bis dato angesammelte Wissen seiner Zeit.
 
Immerhin schrieb er mit seinem „Viererbuch“ ein Standardwerk der Astrologie, das bis in das 17. Jahrhundert hinein uneingeschränkte Gültigkeit besaß. Seine Absicht war es, aufzuzeigen, daß die Astrologie durchaus als zweckdienliche Wissenschaft ihren Teil dazu beitragen könne, um den Menschen dazu zu bewegen, sein Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen. Daß die Auslegung eines Horoskops von den meisten Menschen eher als ein Diktat aufgefaßt wird statt als Quelle der Selbsterkenntnis, dürfen wir nicht Ptolemäus ankreiden.
 
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