Der am 22. Januar 1729 geborene Gotthold Ephraim Lessing zählt zu den wenigen aufklärerischen Philosophen und Schriftstellern in Deutschland, die meiner Ansicht nach tatsächlich auch heute noch lesenswert sind. Am Bekanntesten dürfte wohl das 1779 erschienene „Nathan der Weise. Ein dramatisches Gedicht“ sein, das seine Uraufführung allerdings erst 1783, zwei Jahre nach Lessings Tod, erlebte.
Lessing gilt als Reformer und Neuerer. Diesen Ruf genießt er zurecht, da er mit „Miß Sara Sampson“ 1755 das erste deutsche bürgerliche Trauerspiel publizierte, das im gleichen Jahr auch seine Erstaufführung hatte. Bis dahin waren Hauptrollen in der Tragödie den Königen und Kaisern, sowie den Märtyrern und Heiligen, vorbehalten worden. Bürgerlichen Protagonisten hingegen wurden lediglich Lustspiele zugebilligt.
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Dies ist der Titel eines kleinen Hardcover-Büchleins des Haffmans-Verlags aus dem Jahr 1989. Es ist zugleich das erste Buch mit Texten von Friedell, das ich in die Hände bekommen habe. Bis dato hatte ich zwar hier und da von Egon Friedell gehört, doch was ich über ihn wußte, war sehr spärlich. Ich hielt ihn für einen Aphoristen und einen literarisch angehauchten Kabarettisten von etwas besserer Qualität als viele seiner Kollegen.
Es ist nicht so, daß das nicht stimmen würde, aber es ist eben auch nur ein Bruchteil dessen, was Friedells wirkliche Qualitäten betrifft. Denn – wie ich nun seit Jahren weiß – dieser Mann ist einer der intelligentesten und unkonventionellsten Denker, Philosophen und Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Und er zählt zu jenen, die es eigentlich aufgrund der Wissensexplosion in den Wissenschaften nach Leibnitz gar nicht mehr hätte geben dürfen: zu den Universalgelehrten.
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