de tempore

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Über mich

 

IchFrank Dreyer, Jahrgang 1961. Geboren und aufgewachsen in einer Arbeiterfamilie in Duisburg - da war nicht viel mit Kultur. Daher zunächst auch die üblichen Werdegänge mit Schule, Ausbildung (Bürokaufmann) und Arbeit. Jugendvertreter, Gewerkschafter, Kriegsdienstverweigerer. Als Zivildienstleistender bei der Frühförderung der “Lebenshilfe e.V.” tätig, ein paar Monate lang Mitherausgeber des “Eschhaushefts” (selbstverwaltetes Jugendzentrum, das leider schließen mußte). Nach dem Ersatzdienst machte ich die erste (von mehreren meist nutzlosen) Weiterbildungen und begann, mich zu fragen, was ich eigentlich überhaupt will (mit 25 etwa - bis dahin war ich ein “Schläfer”, trotz der ganzen politischen Aktivitäten).
 
Es mag merkwürdig klingen, aber ich versuchte, meine kaufmännischen Kenntnisse mit Kultur und Kunst irgendwie zu vermengen und schlug mich dann eine ganze Weile als Freiberufler durch, indem ich für Freie Theater und Gruppen Buchhaltung, PR und sonstige Bürarbeiten erledigte. Immerhin kam ich durch diese Kontakte zu Künstlern mit meditativen Techniken in Berührung, die dann darin mündeten, daß ich rund anderthalb Jahre täglich ZEN übte. In der Zeit “erwachte” ich ein wenig und traute mir schließlich selbst zu, kreativ und künstlerisch tätig zu werden. Und so begann ich zu schreiben, brachte mir das Tastenspiel bei und baute mir ein kleines “Home-Studio” auf.
 
Durch das Schreiben und Musizieren wurde auch der Sinn für Literatur und Musik geschärft, da ich lernen wollte, warum ein Text oder ein Musikstück “taugt” - also zum Lesen oder Hören reizt. Das brachte mir eine ganz schöne Erweiterung des Horizonts - seitdem kann ich mich für “klassische Musik” ebenso begeistern wie für “Wave”, “Jazz” oder “HipHop”. Bei der Literatur gilt ähnliches: SF-Literatur von Dick bis Gibson, Krimis von Highsmith bis van de Wetering gehören ebenso zu meinem Lesestoff wie die Romane von Eco, die Erzählungen der Romantiker oder auch Garcia Marquez und Mishima.
 
Jedenfalls brachten mich diese spannende Jahre zum Hörfunk. Zunächst journalistische und technische Betreuung beim Bürgerfunk, später Features und selbstproduzierte Hörspiele und Collagen in einer mitgegründeten Radiowerkstatt. Leben konnte ich davon nicht, aber immerhin das verdiente Geld wieder in das investieren, was mir Spaß machte. Nebenher spielte ich noch in Bands und arbeitete beim “Kunstgriff” mit, einer Initiative, die in Duisburg für die Wiedereinrichtung eines freien Jugend- und Kulturzentrums eintrat. Das war mitunter sehr stressig, aber auch dabei gabs eine Menge zu lernen.
 
Doch alles geht mal vorüber - Wandel in der Hörfunkwelt (in Richtung Gedudel und immer weniger Budget für Kunst und Kultur), neue Medien, PC und Internet brachten mich dann auf die Multimediaschiene - CDROM-Erstellung, Webdesign, Digitalschnitt AV, 3D-Studio. In diesem Zuge zog ich auch von Duisburg nach Essen. Im Laufe der Zeit habe ich jedoch ein ambivalentes Verhältnis zu Multimedia entwickelt, da die Kommerzialisierung in diesem Bereich rasend schnell vonstatten ging zu Lasten der Qualität, und zu Lasten der Kreativität.
 
Ich gebe unverblümt zu, daß ich mich für dieses hektische und zeitgeistige Metier zu alt fühle, es raubt einem die Substanz und es geht zu Lasten der Lebenskraft. Seit August 2007 lebe ich in Konstanz am Bodensee, schlage ich mich so durch und habe für mich entschieden, daß ich, wenn ich mir die Liebe zur Kultur bewahren will, auf gar keinen Fall versuchen darf, damit komplett meinen Lebensunterhalt bestreiten zu wollen. Denn dann ist man einfach zu häufig gezwungen, etwas zu tun, was man gar nicht machen will und was einen nicht die Bohne interessiert (ich weiß, wovon ich rede).
 
Und darum werde ich (besonders) in diesem weblog auch nur über das schreiben, was mich wirklich interessiert - und zwar so, wie ich es für richtig halte. Das ist einer der nicht zu unterschätzenden Vorteile, wenn man nicht das Ziel verfolgt, von der eigenen Webpräsenz leben können zu müssen. Ich nenne das, was ich hier so treiben werde, mal einfach “dem Hobby frönen”, auch wenns das nicht wirklich trifft, da es über “Hobby” weit hinausgeht.
 
Mehr möchte ich an dieser Stelle auch gar nicht dazu schreiben, da es ohnehin unvermeidlich sein wird, mehr über meine Einstellung, meine Gedanken und meine Lebenskonzeption zu erfahren, wenn ich Filme, Bücher, Musik und anderes bespreche.
 
Frank, im Januar 2009 a. Z.

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